Senatorin Sandra Scheeres nach der Sitzung des Berliner Senats im Roten Rathaus, wo der neue Kita-Entwicklungsplan beschlossen wurde. 
Foto: DAVIDS, Sven Darmer

BerlinBeschwingt kam Sandra Scheeres aus der Pressekonferenz des Senats am 6. Oktober. Nach einer Zeit, in der sie viel Kritik einstecken musste, nun ein Erfolg: Der Senat hat den neuen Kita-Entwicklungsplan (KEP) für die kommenden fünf Jahre beschlossen. Ein ziemliches Wortungetüm, dieser „Kita-Entwicklungsplan“, aber wichtig für die Zukunft der Berliner Familien und für den täglichen Wahnsinn, den man heute gerne „Vereinbarkeit“ nennt.

Berlin wächst. Die Zahl der Berliner Kinder zwischen 0 und 7 Jahren wird in den kommenden fünf Jahren um sechs Prozent ansteigen. Dies geht aus der neuen Bevölkerungsprognose hervor, die im Februar 2020 veröffentlicht wurde. „Die alte Prognose ging davon aus, dass sich der Bedarf auf einem hohen Niveau einpendeln würde,“ sagte Sandra Scheeres der Berliner Zeitung. „Aber seit Februar wissen wir, dass es keine Ruhepause geben darf beim Kita-Ausbau. Wir müssen im Eiltempo weiterarbeiten.“

Der KEP sagt, dass 2025 rund 200.000 von 280.000 Kindern einen Kita-Platz beanspruchen werden. Seit dem Lockdown gibt es wohl eine kleine „Delle“ bei der Nachfrage: Weil manche Eltern weniger Arbeit haben als zuvor und auch, weil sie plötzlich wieder gespürt haben, wie schön es sein kann, höchstpersönlich für die eigenen Kinder da zu sein. Doch geht man in der Planung davon aus, dass dieser Effekt bald wieder nachlässt.

Bis 2025 sollen noch einmal 26.000 Kita-Plätze neu geschaffen beziehungsweise aktiviert werden: 15.500 entstehen bis 2022 im Rahmen der laufenden und geplanten Ausbaumaßnahmen, die mit Bundes- und Landesmitteln realisiert werden: Weil die Senatorin in den letzten Jahren erstaunlich hohe Summen für den Kita-Bereich herausverhandelt hat. Und weil der Gründungseifer der freien Träger für eine gute Antragslage sorgt.

Rund 3000 Kita-Plätze können aktiviert werden: Sie sind bereits genehmigt, aber im Moment stillgelegt, weil Fachkräfte fehlen oder Gebäude saniert werden.

Bei den Fachkräften hat sich die Situation entspannt. „Wir können jetzt die Früchte der Anstrengungen ernten, die wir in den letzten Jahren unternommen haben“, sagte Scheeres mit einem gewissen Stolz. Das Schulgeld wurde abgeschafft, die Bezahlung verbessert. Außerdem wurden neue Möglichkeiten der berufsbegleitende Qualifizierung eröffnet, die sehr gut angenommen werden. Durch diese Politik wird das Angebot der Fachkräfte bis Ende 2025 den rechnerischen Bedarf um rund 4300 Vollzeit-Kräfte übersteigen. Diesen „Überschuss“ könnte man nutzen, um den Betreuungsschlüssel weiter zu verbessern – und zugleich die Qualität der Betreuung.

Für weitere 8000 Kita-Plätze, die bis 2025 geschaffen werden, hat der KEP einen Betrag von 160 Millionen veranschlagt. Dass der Senat diesen heute abgesegnet hat, ist eine gute Basis für die Verhandlungen um den Doppelhaushalt 2022/2023.