Berlin In einem offenen Brief wenden sich über 30 Kitaträger in Berlin und in ganz Deutschland an die Öffentlichkeit. Im Namen ihrer Fachkräfte bitten sie die Eltern um Verständnis und die Politik um Unterstützung. Sie begrüßen, dass der Regelbetrieb in den Kitas während der zweiten Welle aufrechterhalten werden soll. Zugleich wissen sie, dass es durch das Virus häufig zu Personalnot kommen wird – und auf diese Personalnot möchten sie reagieren können.

Es gibt drei mögliche Reaktionen: erstens das Vergrößern und Zusammenlegen von Gruppen, die bisher getrennt von einander betreut wurden; zweitens Einschränkungen bei den Öffnungszeiten, vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag; und drittens die Reduktion des bisherigen Betreuungsumfangs.

Im Moment haben viele Kita-Leitungen den Eindruck, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehen: Die Politik macht vollmundige Versprechungen, dass es keine Einschränkungen beim Regelbetrieb geben wird. Und wenn es plötzlich doch zu Einschränkungen kommt, sind es die Kita-Leitungen, die den Eltern die schlechte Nachricht überbringen müssen. Manche Eltern reagieren dann großzügig und verständnisvoll. Andere sind von den Erfahrungen des ersten Lockdown noch gebeutelt und pochen darauf, dass ihr Kind in vollem Umfang weiter betreut wird.

Deshalb fordern die Kita-Mitarbeiter von der Politik einen rechtssicheren Rahmen, auf den sie sich berufen können, wenn sie mit den Eltern in Verhandlungen gehen. Die Schulen haben den  Stufenplan, und die Kitas brauchen etwas, das dem Stufenplan entspricht.

Die Botschaft des offenen Briefes lautet: Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß. Es gibt mehr als die Gegensätze „die Kita öffnet wie immer“ und „die Kita macht nur Notbetreuung“. Dazwischen ist vieles möglich, was Eltern, Arbeitgebern und auch den tapferen Erzieherinnern und Erziehern hilft, durch diese schwierige Zeit zu kommen.