Die Prüfungen sollen zum geplanten oder zu einem Nachholtermin bis zum Ende des Schuljahres stattfinden, das erklärte die Kultusministerkonferenz am Mittwoch. 
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BerlinDie Abiturprüfungen sollen nun doch ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben. Die Prüfungen fänden zum geplanten oder zu einem Nachholtermin bis zum Ende des Schuljahres statt, „soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist“. Eine kleine Hintertür halten sich die Kultusminister also offen.

Vorschlag für Anerkennungsabitur sorgte für Unmut

Zuvor hatte es Streit um den Umgang mit den Prüfungen angesichts der derzeit geschlossenen Schulen gegeben. Auslöser war ein Vorstoß von Schleswigs-Holsteins Kultusministerin Karin Prien (CDU) für ein sogenanntes Anerkennungsabitur ohne Abschlussprüfungen, der auch unter den Kultusministern zum Teil für Unmut sorgte. Aber auch aus der Lehrerschaft gab es Stimmen, die dafür votierten, in diesem Jahr die Prüfungen ausfallen zu lassen und das Abitur auf der Grundlage der Leistungen in den vier Semestern der letzten beiden Abschlussjahre zu ermitteln.

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Bislang gehen die Bundesländer mit der Prüfungsfrage sehr unterschiedlich um. So begannen beispielsweise in Hessen und Rheinland-Pfalz bereits die Abiturprüfungen, während Bayern und Baden-Württemberg die Prüfungen verschoben.

Auch Berlin hat sämtliche Prüfungstermine von vor den Osterferien in den Mai verlegt. Betroffen sind nicht nur die Abiturienten, sondern auch bereits angesetzte Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss in den zehnten Klassen.

Die Berliner Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) zeigte sich am Mittwoch zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir freuen uns, dass die Kultusministerkonferenz sich auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt hat. Das war genau das, was wir wollten.“ Mit der KMK habe man die möglichen Szenarien im Blick, die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse werde geregelt. Zu diesen Szenarien gehört auch ein Verzicht auf Prüfungen: Das hatte die Senatorin am Dienstag bestätigt, nachdem ihre Kollegin Prien aus Schleswig-Holstein angekündigt hatte, alle Prüfungen ausfallen lassen zu wollen.

Scheeres: Absage für Berlin noch nicht geplant

Scheeres hatte gesagt, es sei sehr gut möglich, dass die Länder „einen alternativen Weg zum Abitur“ verabreden müssten. Eine Absage sei in Berlin noch nicht geplant, so die Senatorin: „Wir bereiten uns sicherheitshalber auch auf eine unverhofft positive Entwicklung der Lage vor, die uns reguläre Prüfungen an den ursprünglich geplanten Terminen erlauben würde.“ Berlin hat wegen früher Sommerferien deutlich weniger Spielraum für Prüfungsverschiebungen als andere Bundesländer. Bayern startet mit den Ferien erst Ende Juli.

Die amtierende KMK-Präsidentin, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Stefanie Hubig (SPD), zeigte sich erfreut über die jetzt gefundene Einigung.   Es gebe nun „klare Vorgaben“ für die Schüler. Für diese sei es „besonders wichtig, dass sie jetzt Planungssicherheit haben“. Gleichzeitig stehe ihre Gesundheit an erster Stelle. Die Länder können, so der Beschluss, auch ausnahmsweise auf zentrale Elemente aus dem bundesweiten Abituraufgabenpool verzichten und diese durch dezentrale Elemente ersetzen. (mit dpa)