Die Verbeamtung von Lehrern sorgt in der Berliner Politik für Streit.
Foto: dpa/Armin Weigel

BerlinLehrkräfte in Berlin werden auch künftig nicht verbeamtet. Ein dahingehender Antrag der CDU fand im Abgeordnetenhaus am Donnerstag keine Mehrheit. Für Rot-Rot-Grün ist diese Frage allerdings nach wie vor ein Problem, wie sich dabei zeigte. Das Ziel des Antrags könne nur sein zu zeigen, dass die Koalition in dieser Frage uneins ist, kritisierte Maja Lasic von der SPD.

Linke: Verbeamtung ist kein Allheilmittel

Die Sozialdemokraten hatten sich bei ihrem jüngsten Parteitag für die Verbeamtung ausgesprochen. „Wir sehen der Realität des Lehrkräftemangels ins Auge“, sagte Lasic. „Wir sagen in aller Klarheit, dass wir die Rückkehr zur Verbeamtung wollen.“ Aber die SPD werde den Koalitionsvertrag nicht brechen.

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Regine Kittler von den Linken erwiderte, Verbeamtung sei kein Allheilmittel. Alle Bundesländer seien vom Lehrkräftemangel betroffen. Verbeamtung schütze nicht davor. Grund dafür, dass Lehrkräfte fehlten, sei deren Überlastung und die schlechten Arbeitsbedingungen. Die Linke sei deswegen gegen die Verbeamtung.

Ein Drittel der Lehrer kann nicht verbeamtet werden

Die Grünen-Abgeordnete Stefanie Remlinger kritisierte den Umgang der CDU mit dem Thema. Sie wies unter anderem auf die gewaltigen Pensionsleistungen hin, die mit der Verbeamtung verbunden seien. Außerdem seien inzwischen zwei Drittel der Lehrer Angestellte. Rund ein Drittel von ihnen könne nicht verbeamtet werden.

Auch das spreche gegen eine Rückkehr zur Verbeamtung. SPD, Linke, Grüne und FDP lehnten den Antrag schließlich ab. Ein Diskussionsthema nicht zuletzt vor der nächsten Wahl zum Abgeordnetenhaus 2021 wird die Lehrerverbeamtung aber bleiben.