Berlin - Ollie, die Eule sollte Ruhe reinbringen. Als ich im Juni 2018, da war mein zweiter Sohn knapp drei Monate alt, nach Einschlafhilfen googelte, ahnte ich nicht, was noch alles auf mich zukommen würde. Ollie imitierte Herzschlag- und Regengeräusche und sollte somit zur Besänftigung unruhiger Babys beitragen. Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich noch, es handele sich einfach um eine Phase, einen Schub. Dieses Dauergequengel, Endlosgenörgel, lange Schreien, die Unzufriedenheit, Unruhe und Unmöglichkeit, das Baby abzulegen. Nach einer komplikationslosen Geburt verliefen die ersten Wochen entspannt. Das Baby trank, schlief, alle waren glücklich. Im Vergleich zu meinem ersten Sohn, mit dem der Start sehr schwierig war, fühlte ich mich kompetenter in Baby-Dingen. Ich ertappte mich schon beim Gedanken an ein drittes Kind. Was für ein Irrtum!

In den folgenden Wochen und Monaten wurde ich zu einem Wrack mit blank liegenden Nerven und einer angeknacksten Psyche. Mein zweites Baby ließ mir plötzlich nicht die Luft zum Atmen, gönnte mir keine Sekunde Ruhe, forderte mich über das erträgliche Maß hinaus. Duschen, kochen, aufräumen, telefonieren, die alltäglichsten Dinge wurden unmöglich. Denn sobald ich das Baby ablegte, ob Bettchen, Körbchen, Krabbeldecke, fing es sofort an zu brüllen. Immer. Die kleinsten Handgriffe gerieten zum Kraftakt. Einmal musste ich ein Formular ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben und eintüten. Hinterher war ich fix und fertig, denn der ganze Vorgang wurde von Dauergeschrei begleitet.

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