BerlinIn einem offenen Brief bitten Kita-Träger Eltern und Politik um Unterstützung. Die Initiative wurde am Montag dieser Woche von Fröbel Bildung und Erziehung auf den Weg gebracht. Bis Donnerstag haben mehr als dreißig Kita-Träger unterschrieben. Die meisten Träger sind in Berlin ansässig – einige, wie die Fröbel-Kindergärten und der Paritätische Wohlfahrtsverband, agieren deutschlandweit.

Die Träger begrüßen zwar grundsätzlich die Absicht der Politik, in der zweiten Corona-Welle die Kitas offen zu halten. Doch zugleich wollen sie nicht, dass bei den Eltern unrealistische Erwartungen geweckt werden. „Auch wir können uns mit Covid-19 infizieren. Und wenn das passiert, dann begeben wir uns natürlich sofort in Quarantäne – genau wie die Kollegen und Kolleginnen, mit denen wir in der fraglichen Zeit Kontakt hatten. Kindertagesstätten ohne Personal können nicht geöffnet bleiben, auch wenn die Politik gerade gebetsmühlenartig das Gegenteil beteuert“, heißt es in dem Schreiben.

Im Fall der sich verschärfenden Personalknappheit wollen die Kita-Leitungen das Gespräch mit den Eltern suchen – um gemeinsam Lösungen zu finden, wie der Betreuungsalltag aufrechterhalten werden kann. Die Leitungen würden sich aber viel wohler fühlen, wenn sie im Krisenfall verschiedene fest definierte Lösungsmodelle rechtssicher mit den Eltern aushandeln könnten. Und hier sehen sie in den kommenden Wochen die Aufgabe der Politik.

Mario Weis, Pressesprecher bei Fröbel Bildung und Erziehung, sieht dabei drei Lösungsmodelle: die Vergrößerung der Gruppen, die Beschränkung des Betreuungsumfangs und die der Öffnungszeiten. Laureen Schiefelbein, die den Fröbel-Kindergarten „Highdechsen“ in Neukölln leitet, hat in einer Phase der Personalknappheit schon die Öffnungszeiten reduziert: Statt von 6  bis 17 Uhr hatte die Kita dann nur noch von 8 bis 16 Uhr geöffnet. „Damit haben wir einige Eltern vor den Kopf gestoßen. Aber die meisten haben zum Glück sehr verständnisvoll reagiert.“