Eine Schulklasse, die mit Laptops arbeitet. Vielleicht arbeitet sie bald auch mit "Mundo" 
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Dass der Föderalismus an seine Grenzen stößt, ist durch die Corona-Krise mehr als deutlich geworden: Im Angesicht der gewaltigen Herausforderungen, vor die sie die deutschen Schulen stellt – und auch im zähen Ringen um deren digitale Transformation. In der Vergangenheit brachte der Bildungsföderalismus selten den gewünschten Wettbewerb und den fruchtbaren Austausch von Ideen, sondern war oft nur ein: „Jedes Bundesland wurschtelt halt allein so vor sich hin!“

Ein Lieblingssatz von Dr. Stefanie Hubig ist: „Wir wollen doch das Rad nicht 16 Mal neu erfinden.“ Das kann kein Zufall sein, dann wahrscheinlich denkt die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz , wenn sie sich über ihre Akten beugt, jeden Tag mehrfach: „Nein, schon wieder versuchen die 16 Bundesländer, das Rad neu zu erfinden.“

Doch gestern ist das Bildungsmedienportal „Mundo“ online gegangen, das im Auftrag der 16 Länder konzipiert wurde. Das Portal wird aus Mitteln des Digitalpakts Schule finanziert und stellt Lehrern, Schülern und Eltern geprüfte Unterrichtsmittel zur Verfügung: Filmmaterial, Audios, Bilder, Arbeitsblätter und Animationen. Und das ist nur der Anfang: Bund und Länder haben sich geeinigt, die Entwicklung einer gemeinsamen Bildungsmedieninfrastruktur systematisch voranzutreiben. Ein kleines Wunder ist geschehen: Die Länder, sie kooperieren!

„Mundo“, das klingt nach dem spanischen Wort für Welt: el mundo. Und wahrscheinlich hat man diesen Namen gewählt, weil die Bildungsplattform helfen soll, die Welt ins Klassenzimmer zu holen – und zwar auf zeitgemäße Weise.

Ja, gestern war ein guter Tag für unsere Schulen. Der Bund und die 16 Länder haben gemeinsam daran gearbeitet, diesen wichtigen Schritt zu gehen. Eine große Ausnahme – und hoffentlich das Ende der schrecklich unzeitgemäßen Regel: In Sachen Bildung nicht zu kooperieren!