Ob in Briefen oder E-Mails – Grußformeln und Anreden vermitteln eine bestimmte Botschaft. „Sie sagen etwas über den Sender. Und sie sagen etwas darüber, was der vom Empfänger hält“, erklärt Jobexperte Jochen Mai vom Onlineportal „Karrierebibel“. Deswegen sollte man über den Inhalt genauer nachdenken. Wir geben ein paar Tipps, damit Sie sich keinen Fauxpas mit Floskeln leisten:

„Mit freundlichen Grüßen“: Die (etwas ausgelutschte) Standard-Formel ist zwar unpersönlich, aber man kann nichts damit falsch machen. Eine Variante wäre vielleicht: „Mit dankenden Grüßen“ (vom Geschäftspartner) oder „Freundliche Grüße nach...“ (Ort des Empfängers).

„Beste Grüße“: Eine Alternative zu den „freundlichen Grüßen“, wenn auch ein wenig salopper. Allerdings ist diese Grußformel schon ein ziemlich alter Hut. Wie wäre es denn stattdessen mit Alternativen: „Mit erwartungsvollen Grüßen“ – wenn ein Treffen ansteht, „Mit dankenden Grüßen“ (vom Geschäftspartner) oder „Im Namen des Teams grüßt Sie“ – sofern passend. „Mit (den) besten Grüßen (nach...)“ wäre ebenfalls eine Variante.

„Schöne Grüße“: Auf den ersten Blick wirkt diese Formel pfiffig, dann aber fragt man sich: „Was sind überhaupt schöne Grüße? Und gibt es auch hässliche, die verschickt werden? Schön als Adjektiv ist vielleicht dann doch zu beliebig“, sagt Jochen Mai von Karrierebibel.de.

„Liebe Grüße“: Diese sehr persönliche Grußformel sollte engen Freunden oder guten Bekannten vorbehalten bleiben. In geschäftlichen Mails ist sie eher unangebracht. Manche Etikette-Profis raten zudem generell von einem „Liebe Grüße aus Berlin/Hamburg/Köln“ ab, denn das bedeutet: Ich bin im Mittelpunkt, du bist ab vom Schuss. Besser wäre in dem Fall eine Botschaft wie „Liebe Grüße nach XY“ (wo der andere sich eben befindet).

„Gruß“: Eine sehr kurze und bündige Art, eine Mail zu unterschreiben – das kann aber auch unhöflich bzw. unpersönlich wirken. Besser ist das etwas längere „Viele Grüße“.

„Herzlichst“: Bitte nicht im Gechäftleben verwenden – solche Superlative sind privaten Mails vorbehalten. „Herzliche Grüße“ sind ebenfalls eher persönlich, eine Ausnahme könnte man hier zum Beispiel machen, wenn man den Kollegen sehr gut kennt.

„Hochachtungsvoll“: Klingt verstaubt und distanziert, deswegen sollte man diese Formel lieber nicht mehr verwenden (außer ironisch bei Leuten, die man nicht leiden kann).

„Sonnige Grüße“: Eine nette und nicht allzu persönliche Grußformel, wenn es denn das Wetter zulässt.

Tipp: Bei Grußformel und Anrede kommt es immer darauf an, wie eng Angestellte mit Geschäftspartnern, Kollegen und Vorgesetzten vertraut sind. Die Formulierung „Liebe Ursula Meyer“ passt nicht, wenn die Angeschriebene einen bisher gar nicht kennt. Auch regionale Grußformen wie „Grüß Gott“ sind nicht nach jedermanns Geschmack. Generell gilt, dass Grußformeln immer durch eine Leerzeile vom Text abgegrenzt werden sollen.

Abgekürzte Grußformeln sind in Geschäfts-Mails tabu

„LG“ steht für „Liebe Grüße“: Bei E-Mails nehmen es viele mit förmlichen Formulierungen nicht so genau – in elektronischer Geschäftspost sind Abkürzungen von Grußformeln aber tabu. Darauf weist das Netzwerk Etikette Trainer International in Hamburg hin. So komme es schlecht an, wenn Angestellte in geschäftlichen E-Mails die übliche Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ mit „SgDuH“ abkürzen. Auch die Kurzform „MfG“ für „Mit freundlichen Grüßen“ wirke stillos.

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