Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) .
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BerlinIm Ernst? Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält Rechtschreibunterricht nicht mehr für so wichtig wie früher. Der Grünen-Politiker sagt, die Bedeutung des Faches nehme ab, „weil wir heute ja nur noch selten handschriftlich schreiben“. Es gebe doch „kluge Geräte“, die Grammatik und Fehler korrigierten.

Da mag die Autokorrektur noch so klug sein – was Kretschmann da sagt, ist dumm.

Sich schriftlich korrekt ausdrücken zu können, ist und bleibt eine Grundlage für den Erfolg in dieser Gesellschaft. Es ist auch noch lange nicht so, dass der Computer jeden Fehler erkennen könnte. Und selbst wenn es so wäre: Richtig schreiben zu können – Zeichensetzung inklusive –, das ist nicht nur eine Visitenkarte des einzelnen Menschen. Es hilft auch dabei, die eigenen Gedanken in eine nachvollziehbare, überzeugende Ordnung zu bringen.

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Nach Kretschmanns Logik wäre es auch nicht mehr wichtig, die Grundrechenarten zu beherrschen – es gibt ja hervorragende Taschenrechner. Was für ein Unsinn! In der Mathematik wie in der Sprache gilt: Nur wer die Grundlagen gut erlernt hat, hat später gute Chancen, Spitzenleistungen zu erbringen – dann gern auch unter Zuhilfenahme von technischen Hilfsmitteln. Wer eine gute Handschrift erlernt, der schreibt auch bessere Diktate – darauf weisen Experten hin. Der Grund: Das Handschreiben hilft den Kindern, sich Dinge tatsächlich zu merken und zu durchdringen. Rechtschreibung ist nicht das Gegenteil von modernem Unterricht, in dem es um kreatives und selbstständiges Denken geht. Es legt vielmehr die Grundlage dafür.