Lernverluste durch die Schulschließungen sind für Kinder in Risikolagen nur schwer aufzuholen.
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BerlinFür Kinder, die während der Schulschließungen abgehängt zu werden drohen, hat Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ein neues Programm aufgelegt. „Lernbrücken“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die zu Hause keinen Internetanschluss oder Zugang zu digitalen Endgeräten haben oder die in schwierigen Familiensituationen sind. „Kinder und Jugendliche in diesen Lebenslagen wollen wir stärker unterstützen“, erklärte Scheeres am Freitag.

Lernhilfe, Motivation und emotionale Begleitung

Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe sollen die Familien von Kindern und Jugendlichen kontaktieren, von denen Lehrerkräfte den Eindruck bekommen, dass sie zu Hause nicht lernen können oder die an den Lernangeboten ihrer Schulen gar nicht teilnehmen. Jede Schule soll eine Person benennen, die als Schnittstelle zu „Lernbrücken“ fungiert. Losgehen soll es bereits in den Osterferien.

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Das Ziel sei, mit den Familien der Betroffenen Kontakt aufzunehmen, ihnen Lernhilfen vorbeizubringen, sie anzurufen oder sie wenn nötig auch kurz zu besuchen: „Wir wollen alle Ressourcen nutzen, um diese Kinder und Jugendlichen zu motivieren und auch emotional zu begleiten“, so Scheeres.

Frank Hinte von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die das Projekt koordinieren soll, sagte: „Wir machen uns große Sorgen um Kinder und Jugendliche, die in Risikolagen aufwachsen.“ Die Lernverluste durch die Schulschließungen seien für sie schwer aufzuholen. Scheeres hielt am Freitag im Rahmen von „Lernbrücken“ auch kleine Lerngruppen in den Räumlichkeiten der Träger für denkbar, sollten die Schulschließungen nach den Osterferien andauern.