Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie.
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BerlinDer Druck der Grünen auf Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD), Pläne für das kommende Schuljahr vorzulegen, verstärkt sich: Die Fraktion hat der Senatsbildungsverwaltung einen Fragenkatalog mit mehr als 60 Punkten übermittelt, der dieser Zeitung vorliegt. Oberthemen: Schulen, Kitas, berufliche Bildung, Jugendhilfe, geflüchtete Minderjährige, Sommerschulen, Digitalisierung. Bereits am Wochenende hatte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Silke Gebel, die Senatorin im Interview mit der Berliner Zeitung aufgefordert, ein Einschulungskonzept sowie Szenarien für den Schul- und Kitabetrieb 2020/2021 zu präsentieren.

Der neue Fragenkatalog stammt von den vier grünen Mitgliedern des Bildungsausschusses. Die bildungspolitische Sprecherin Marianne Burkert-Eulitz sagte der Berliner Zeitung, die Menschen seien verunsichert und brauchten jetzt Amtworten: „Die Senatsverwaltung muss mehrere Pläne in der Schublade haben, weiter auf Sicht fahren geht nicht. Nach den Sommerferien braucht es eine klare Marschrichtung.“ 

Die Grünen fragen unter anderem, welche verschiedenen Betreuungsszenarien ab kommendem Schuljahr in den Kitas geplant sind, und ob der Senat sich an anderen Beispielen wie Thüringen oder Sachsen orientiert – beide Länder wollen die Infektionsschutzmaßnahmen bis auf wenige Ausnahmen ab dem 6. Juni weitgehend aufheben. Auch in Bezug auf die Schule erfragen die Grünen, mit welchen Szenarien Scheeres rechnet, und wann der Senat ein Vorgehen festlegen und es präsentieren will. Da, wie berichtet, bei Tausenden zukünftigen Erstklässlern die Einschulungsuntersuchungen ausgefallen sind, wollen die Grünen auch wissen, wie der Senat dafür sorgen will, dass Förderbedarfe, für die es medizinische Expertise braucht, erkannt werden.

Nach bisherigem Stand wird Berlin auch im kommenden Schuljahr nicht zum vollständigen Präsenzunterricht zurückkehren können – genaue Vorgaben, wie Online- und Schulunterricht verschränkt werden können, stehen von Senatsseite noch aus. Die Grünen wollen deshalb unter anderem auch wissen, ob es „nach wie vor der einzelnen Schule beziehungsweise der einzelnen Lehrkraft überlassen“ bleibe, neben dem Präsenzunterricht auch digitale Lernangebote anzubieten und auszubauen oder dies systematisiert werden solle. Auch ein „verbindlicher Rahmen hinsichtlich der Regelungen für das Homeschooling“ wird vermisst. Kritische Nachfragen gibt es auch in Bezug auf die Sommerschule: Die Grünen wollen unter anderem wissen, warum Klassenleitungen nur Kinder aus armen Familien für das Angebot anmelden können.