Berlin - Bei der heutigen Pressekonferenz des Senats kündigte Sandra Scheeres an, dass die Schüler der ersten bis sechsten Klassen ab Montag keine Maske mehr tragen müssen. Das gilt für Grundschüler, aber auch für die Schüler der fünften und sechsten Klassen an Gemeinschaftsschule und grundständigen Gymnasien. Berlin folgt nun dem größten Teil der anderen Bundesländer, die die Maskenpflicht für Grundschüler auch schon abgeschafft haben.

Die scheidende Bildungssenatorin äußerte sich zufrieden: „Das hat mir nämlich immer das Herz zerrissen. Weil ich wusste, wie wichtig es für die Kleinen ist, dass sie die Mimik sehen können der Lehrer und der Mitschüler. Es gibt Kinder die jetzt seit anderthalb Jahre Maske getragen und Schule nie anders erlebt haben.“

Scheeres folgt damit den Empfehlungen des Hygienebeirats. Zahlreiche Verbände, Psychologen und Kinderärzte hatten betont, dass die Sprachentwicklung der Grundschüler durch die Maske gehemmt wurde, auch Rechtschreibung und Lesefähigkeit hätten gelitten. „Wer will, darf die Maske weiter tragen“, sagte Scheeres. „Aber es besteht keine Pflicht mehr.“

Sprachentwicklung der Grundschüler wird durch Maske gehemmt

Was die Schüler an den weiterführenden Schulen angehe, so wolle man die Situation genau im Blick behalten und auch möglichst rasch auf eine Maskenpflicht verzichten, so Scheeres. Im Moment sänken ja die Inzidenzen, und wenn sich dieser Trend verstetige, könnten die Schüler an weitergehenden Schulen auch bald aufatmen.

Konkret gilt laut Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ab dem 4. Oktober:

  • Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 ist aufgehoben.
  • Schülerinnen und Schüler können auf eigenen Wunsch aber auch weiter eine Gesichtsmaske tragen.
  • In den weiterführenden und beruflichen Schulen dürfen in Analogie zu den Regelungen für die Prüfungen die Masken auch bei Klausuren und Klassenarbeiten am Platz abgelegt werden.
  • Die Maskenpflicht besteht weiterhin bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs beziehungsweise des Schülerverkehrs.

Bis zu den Herbstferien soll zudem an der Routine mit den zwei Pflichttests pro Woche festgehalten werden – nach den Herbstferien werden zwei Wochen lang wieder drei Tests pro Woche verpflichtend sein. Nach den Sommerferien habe man mit diesem Vorgehen gute Erfahrungen gemacht, erklärte Scheeres.