Kinder mindern das Einkommen von Frauen deutlich, so das Ergebnis der Studie. (Symbolbild)
Foto: 
Ute Grabowsky/photothek.net/imago

GüterslohDer Graben in der  Einkommensverteilung zwischen Frauen und Männern, der sogenannte Gender Pay Gap - er reicht noch tiefer, als bislang bekannt. Frauen verdienen einer neuen Untersuchung zufolge im gesamten Erwerbsleben nur etwa halb so viel wie Männer. Frauen in Westdeutschland kommen in Preisen von 2015 gerechnet auf ein erwartetes durchschnittliches Lebenserwerbseinkommen von rund 830.000 Euro, während Männer mit durchschnittlich rund 1,5 Millionen Euro rechnen können.  Das ist das Ergebnis einer von der Bertelsmann-Stiftung am Dienstag veröffentlichte Studie, über die die Nachrichtenagentur AFP berichtet. In Ostdeutschland liegt das Einkommen für Frauen bei rund 660.000 Euro und für Männer bei knapp 1,1 Millionen Euro.

Damit beträgt die Lücke zwischen den Einkommen von Frauen und Männern für die heute Mitte 30-Jährigen bei 45 Prozent in West- und 40 Prozent in Ostdeutschland. Für die Studie untersuchte ein Forschungsteam vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Freien Universität (FU) die durchschnittlichen Lebenserwerbseinkommen vor Steuern, Abgaben und Transfers wie Eltern- oder Kindergeld für das 20. bis 60. Lebensjahr.

Jüngere Akademikerinnen holen auf

Die enormen Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern zeigen sich auch, wenn das Einkommen vor dem Hintergrund des Qualifikationsniveau betrachtet wird: Bis zum Geburtsjahrgang 1974 erzielen laut der Studie hochqualifizierte Frauen im Durchschnitt nur so viel Erwerbseinkommen wie geringqualifizierte Männer. Jüngere Akademikerinnen können demnach immerhin ein ähnliches Lebenserwerbseinkommen wie mittelqualifizierte Männer erwarten.

Kinder mindern das Einkommen von Müttern deutlich, während es für Väter kaum Auswirkungen gibt. Mütter, die heute Mitte 30 sind, können laut Bertelsmann-Stiftung in Westdeutschland mit rund 580.000 Euro und im Osten mit 570.000 Euro rechnen. Damit verdienen sie demnach voraussichtlich rund 62 beziehungsweise 48 Prozent weniger als Männer.

Nach bisherigen Berechnungen wurde die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern auf zwischen sechs und 21 Prozent beziffert.