Großstädte wachsen und wachsen - nicht zuletzt wegen ihrer besseren Infrastruktur und der vielen Unternehmen, die sich deshalb dort ansiedeln. Es gibt mehr Jobs, höhere Gehälter und vor allem auch zahlreiche kulturelle Angebote für Einwohner. Auf der anderen Seite haben Metropolen oft mit Kriminalität und Umweltverschmutzung zu kämpfen.

Natürlich ist aber Stadt nicht gleich Stadt: München gilt beispielsweise als besonders teuer, aber dafür als lebenswert und wirtschaftsstark. In Berlin zu wohnen und arbeiten ist im Vergleich dazu billiger, dafür ist die Auswahl großer Arbeitgeber dort kleiner und die Arbeitslosigkeit liegt bei etwas über 11 Prozent. Städte lassen sich also nicht über einen Kamm scheren - und wer einen neuen Ort zum Wohnen oder Arbeiten wählt, sollte diesen vorher gut einzuschätzen wissen.

Welche deutsche Stadt sticht also besonders hervor? Welche hinkt hohen Erwartungen hinterher? Die Online-Jobbörse Yourfirm hat zehn deutsche Großstädte hinsichtlich Job-Chancen und Lebensqualität unter die Lupe genommen. Das Mittelstands-Portal ermittelte und gewichtete in seinem „Karriere-Atlas“ wichtige Kennzahlen, darunter Gehaltsniveau, Arbeitslosigkeit, Mietpreise und Lebensqualität.

Das Ergebnis der Untersuchung ist ziemlich eindeutig: Die bayerische Landeshauptstadt München dominiert in fast allen Kategorien das Ranking und lässt vergleichbare Metropolen wie Hamburg und Frankfurt hinter sich.

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf könnte für manche ein Überraschungsplatzierter sein: Rang 2 im Gesamtranking. Düsseldorf punktet vor allem mit enormer Wirtschaftskraft und zeigt sich auch in Sachen Lebensqualität als Vorreiter. „Berlin und Leipzig schneiden bei populären Faktoren wie Gehalt unterdurchschnittlich ab, landen aber dank hohem Wachstum, gepaart mit niedrigen Mietpreisen, unter den Top Fünf“, so die Autoren der Studie.

In Leipzig und Dortmund bekommt man immerhin viel Wohnraum für sein Geld, denn die Mieten sind vergleichsweise billig. Übrigens ist Leipzig auch Nummer 1 bei der Zufriedenheit seiner Einwohner: Laut einer GfK-Studie von 2013 sind die Bewohner keiner anderen deutschen Großstadt so glücklich mit ihrem Wohnort.

Trotzdem warnen die Studien-Autoren: „Manche Metropolen haben mit ihrem Wachstum nicht Schritt gehalten und leben nun mit einem schlechten Kulturangebot oder einer Vielzahl an Arbeitslosen“. Besonders Berlin und Dortmund haben aktuell eine hohe Arbeitslosenquote, in Bremen und Leipzig sieht es ebenfalls nicht gut aus.

Allerdings setzt Dortmund immerhin auf Zukunftsbranchen: Die ehemalige Zechen-Stadt im Ruhrgebiet ist schon jetzt größter deutscher Standort für Mikrosystemtechnik. Und Berlin ist mit 2500 Startups bundesweit führender Standort für Gründer - das Blatt könnte sich also in einigen Jahren wenden. Laut Unternehmensberatung McKinsey dürfte die Hauptstadt bis 2020 durch die Gründungen rund 100.000 neue Arbeitsplätze gewinnen.

Bei der Lebensqualität schneidet neben Bremen insbesondere Köln nur unterdurchschnittlich ab, was Fans der Rhein-Metropole sicherlich verwundern wird. Doch laut der Studie gab es schlechte Bewertungen für die Stadt in puncto Umwelt und Verkehr. Wirtschaftlich gehe es dafür langsam aber sicher aufwärts.

Wer nicht in einer der Top-Städte wohnt, kann sich aber trösten: „Lebensgefühl entsteht nicht zuletzt durch hohe Identifikation mit dem Wohnort und lässt über so manche karrieretechnischen Mängel hinwegsehen“, so das Fazit im Karriere-Atlas.