Ein leeres Klassenzimmer.
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BerlinVorsicht bei der Urlaubsplanung: Die Abiturienten interessiert es nicht mehr, aber die Eltern aller anderen Schülerinnen und Schüler müssen bei ihren Urlaubsplanungen aufpassen: Wer aus einem Corona-Risikogebiet zurückkehrt und deshalb in Quarantäne muss, fehlt in der Schule unentschuldigt. Diese Mitteilung der Senatsschulverwaltung erreichte die Schulen erst am letzten Schultag, zum Teil, als die Schülerinnen und Schüler schon wieder auf dem Weg nach Hause waren. Laut der Infektionsschutzverordnung muss sich jeder, der sich zu irgendeinem Zeitpunkt in den 14 Tagen vor der Rückreise in einem vom Robert-Koch-Institut (RKI) ausgewiesenen Risikogebiet befunden hat, nach der Rückreise 14 Tage lang isolieren.

Im Schreiben der Senatsschulverwaltung an die Schulleitungen heißt es: „Daher wird dringend empfohlen, spätestens 14 Tage vor Unterrichtsbeginn von einer Ferienreise mit auch nur zeitweisem Aufenthalt in einem Risikogebiet zurückzukehren.“ Alternativ zur Quarantäne können Rückkehrer aus Risikogebieten auch direkt nach der Einreise beim Gesundheitsamt ein ärztliches Zeugnis vorlegen, das bescheinigt, dass bei ihnen keine Anzeichen einer Infektion vorliegen. Dieses muss allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen und darf nur aus EU- oder anderen vom RKI bestimmten Ländern stammen.

Spitzenleistung trotz Corona

Gleichzeitig lieferten die Berliner Abiturienten in diesem Jahr Spitzenleistungen trotz erschwerter Bedingungen: Der Abiturdurchschnitt in Berlin liegt in diesem Jahr bei 2,3 – und damit höher als in den vergangenen neun Jahren, in denen der Schnitt immer bei 2,4 lag. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte am Mittwoch, der Abiturjahrgang 2020 könne stolz auf sich sein. Die Corona-Pandemie sei „für uns alle“ eine große Herausforderung beim diesjährigen Abitur gewesen. „Es freut mich sehr, dass die Berliner Abiturientinnen und Abiturienten sie so hervorragend gemeistert haben“, so Scheeres

96,7 Prozent der rund 14.600 Abiturientinnen und Abiturientinnen haben die Prüfungen bestanden, 2,5 Prozent die Spitzennote 1,0 geschafft. Unter den Abiturientinnen lag der Durchschnitt bei 2,27, die Jungs schafften einen Schnitt von 2,42. Mit dem höchsten Jahrgangsschnitt Berlins kann sich die Evangelische Schule Frohnau schmücken (1,62), auf Platz zwei landet mit 1,66 die Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Prenzlauer Berg, und den 3. Platz belegt mit 1,67 das Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium in Friedrichshain.

Gegen die Durchführung der Prüfungen hatte es im Vorfeld heftige Proteste gegeben. Neben dem Landesschülerausschuss hatten sich auch mehrere Schulleiterverbände für ein Durchschnittsabitur ohne Prüfungen ausgesprochen. Viele Schülerinnen und Schüler fürchteten neben dem Infektionsrisiko auch schlechtere Prüfungsergebnisse wegen der psychischen Belastung. Diese Befürchtungen haben sich nun nicht bestätigt. Was aber auch damit zusammenhängen könnte, dass die Zweitkorrektur der Abiturklausuren in diesem Schuljahr in weiten Teilen entfallen ist.