Das Hasso-Plattner-Institut gehört zu Uni Potsdam und ist weltweit führend in Fragen neuer Technologien.
Foto: HPI/ Kay Herschelmann

PotsdamDie gefälschten Lebensläufe oder Zeugnisse von Betrügern stellen weltweit ein wachsendes Problem dar. Gerade bei Hochschulabschlüssen. Immer wieder werden Fälle öffentlich, bei denen sich zum Beispiel Krankenpfleger als Ärzte ausgeben und sogar operieren. Für Schlagzeilen sorgte 2014 auch der Fall eines Flughafenplaners am BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald), der gar kein Ingenieur war, sondern nur Technischer Zeichner.

Das Hauptproblem ist: In Zeiten der digitalen Technologien sind Zeugnisse oder Lebensläufe noch viel leichter zu manipulieren als früher. Das haben einige Hochschulen erkannt und wollen nun international mit einer gemeinsamen Vereinigung namens Digital Credentials Consortium (DCC) dagegen vorgehen. Die Initiative dafür ging aus vom Potsdamer Hasso Plattner Institut (HPI), der TU München und dem MIT, also dem Massachusetts Institute of Technology in den USA.

„Im Rahmen des Projekts gibt es zwei Arbeitsgruppen“, sagte HPI-Sprecherin Christiane Rosenbach der Berliner Zeitung. Eine Gruppe kümmere sich um die technologische Seite, die andere um die Sicherheit. „Wir sind in beiden Arbeitsgruppen vertreten, allerdings liegt unser Fokus auf dem technischen Bereich.“ Da können die Experten aus Potsdam ihre Expertise insbesondere im Bereich dezentrale Systeme und Netzwerke einbringen.

Es soll zum internationalen Standard werden

Im Digital Credentials Consortium haben sich zwölf international führende Unis zusammengeschlossen, um einen neuen Standard zu entwickeln, der einen sicheren und zuverlässigen Austausch sowie die Überprüfung akademischer Leistungsnachweise ermöglicht. Ziel ist es dabei, gemeinsam eine globale Infrastruktur für digitale akademische Leistungsnachweise aufzubauen.

Das Ziel des Konsortiums ist es, dass es überprüfbare digitale akademische Zeugnisse gibt. Dafür soll eine „vertrauenswürdige, verteilte und gemeinsam genutzte Infrastruktur“ aufgebaut werden. Diese soll dann zum allgemein anerkannten Standard werden für das Ausstellen, Speichern, Anzeigen und Überprüfen von digitalen akademischen Zeugnissen. Zuerst soll dieser Standard in der akademischen Welt genutzt werden, langfristig aber für  sämtliche Bildungsnachweise und Zeugnisse.