Berlin - Die Berliner Schulen brauchen mehr Lehrkräfte, mehr Qualität im Unterricht und mehr gut ausgestattete Räume. So lautet – auf eine möglichst einfache Formel gebracht – der Arbeitsauftrag für die nächste Regierung. Im Moment gibt es in weiten Teilen Deutschlands, aber auch in Berlin einen dramatischen Lehrermangel. Dramatisch deshalb, weil eine Klasse ohne guten Lehrer wie ein Körper ist ohne ein schlagendes Herz. 

Deshalb reicht es nicht, wenn die neue Bildungssenatorin die Verbeamtung der Lehrkräfte ins Werk setzt. Sie muss auch – mit der Wissenschaftssenatorin – die Hochschulverträge neu verhandeln, mehr Studienplätze schaffen und die Lehrkräftebildung reformieren. Studierende sollten sich in Zukunft früher festlegen, dass sie Lehrer werden wollen und sich früher in der Praxis erproben können. Die Ausbildung im Quereinstieg sollte weiter professionalisiert werden und für noch mehr Menschen zugänglich sein. Außerdem brauchen Schulen die Möglichkeit, mit multiprofessionellen Teams zu arbeiten.

Die zweite große Aufgabe besteht darin, die datenbasierte Schulentwicklung voranzutreiben. Man hat da in der letzten Legislatur schon angefangen und muss das konsequent fortführen. In Berlin muss wie in Hamburg eine Kultur des Hinschauens entstehen.

Daten sind das eine, das inspirierte Gespräch der Schulleiter mit ihren Kollegien das andere: Was kann unsere Schule schon gut, wo müssen wir besser werden? Was ist unser Leitbild, welche Ziele wollen wir gemeinsam erreichen und wie? Dabei muss neben kreativen neuen Einfällen auch eine Besinnung aufs Wesentliche stattfinden – damit kein Schüler die Berliner Schulen verlässt, ohne gut lesen, schreiben und rechnen zu können.

Die dritte große Aufgabe ist die Beschleunigung der Schulbauoffensive – und der Digitalisierung. Es wäre wahrscheinlich sinnvoll, einen eigenen Staatssekretär einzusetzen, der sich 24/7 nur darum kümmert.