In manchen Start-ups werden die Mitarbeiter auch mit gesunden Getränken und Süßigkeiten verwöhnt.
Foto: Imago

BerlinDie Snackbox in der Kaffeeküche ist oft ein Erkennungszeichen für junge, moderne Unternehmen. Die Pause versüßen, darum geht es. In Corona-Zeiten gibt es auch Start-ups, die ihre Mitarbeiter im Homeoffice mit Päckchen verwöhnen, die mit Süßigkeiten gefüllt sind.  

Ein nette Geste, aber in Wirklichkeit geht es natürlich darum, die Mitarbeiter zu motivieren. Psychologen betonen, wie wichtig so kleine Aufmerksamkeiten sind, um auch über größere Distanz eine gefühlte Nähe zum Unternehmen herzustellen. Das Beispiel zeigt aber auch, wie sich die Ansprüche rund um eine gute Arbeitsatmosphäre verändert haben.

Der Branchenverband Bitkom hat sich bei Start-ups umgehört. Das Ergebnis einer Umfrage unter 206 Start-ups: Vor Jahren galt ein Tischkicker im Großraumbüro noch als Erkennungszeichen für ein Start-up. Inzwischen steht gerade einmal noch in rund jedem siebten Start-up (17 Prozent) ein Kicker-Tisch – und nur jedes dritte (34 Prozent) bietet überhaupt Spiel- und Unterhaltungsangebote, zu denen etwa auch Tischtennis oder eine Spielekonsole gehören.

„Im immer härter werdenden Wettbewerb um die besten Leute versuchen Start-ups, die Wünsche und Erwartungen der Bewerber und Mitarbeiter zu erfüllen – und dabei geht es vor allem um Themen wie Arbeitsplatzgestaltung und flexible Arbeitszeit“, sagt Jenny Boldt, Bitkom-Leiterin des Themenbereichs „Start-ups“ in einer Pressemitteilung. 

Um zurzeit für eine gute Arbeitsatmosphäre zu sorgen, setzt eine große Mehrheit junger Unternehmen auf Homeoffice und mobiles Arbeiten (89 Prozent), eine insgesamt lockere Arbeitsatmosphäre (85 Prozent) sowie auf Mitarbeiter-Events (81 Prozent). Drei Viertel (78 Prozent) nutzen zudem Vertrauensarbeitszeit, 6 von 10 (57 Prozent) bieten Gleitzeit an, 17 Prozent Arbeitszeitkonten. „Vor allem Start-ups würden davon profitieren, wenn wir uns in Deutschland von starren, aus Zeiten der Werkbank stammenden Arbeitszeitregelungen trennen würden. Wir sollten uns von täglichen Höchstarbeitszeiten und Ruhepausen verabschieden und stattdessen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit einführen“, sagt Boldt.

Nur jedes vierte Start-up (26 Prozent) versucht, Mitarbeiter mit überdurchschnittlichen Gehältern zu locken, ähnlich viele (24 Prozent) bieten Sabbaticals oder andere berufliche Auszeiten an und jedes fünfte (20 Prozent) zahlt Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge. In 15 Prozent der Start-ups gibt es einmalige Bonuszahlungen in Form von Unternehmensbeteiligungen, um den Stellenantritt attraktiver zu machen.

Weit verbreitet in Start-ups sind dagegen kostenlose Getränke für die Mitarbeiter (72 Prozent) sowie kostenlose Verpflegung (49 Prozent) wie zum Beispiel ein Obstkorb oder eine kostenlose Kantine. Zwei Drittel (66 Prozent) versuchen, die Mitarbeiter dadurch zu motivieren, dass sie technische Geräte wie Smartphone oder Notebook auch privat nutzen dürfen. Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) schafft zudem regelmäßig die neueste Gerätegeneration bei Smartphones, Tablets und Computern an. Ebenfalls eine knappe Mehrheit (56 Prozent) versucht ,mit Weiterbildungsmaßnahmen zu punkten.

In rund jedem vierten Start-up (29 Prozent) erhalten die Mitarbeiter ein Jobticket. Nur in jedem fünften Start-up (20 Prozent) gibt es Maßnahmen zur Gesundheitsförderung wie ein Fitnessstudio oder regelmäßige Massagen.