Die Charité führt an 24 Schulen und 12 Kitas in Berlin eine Corona-Langzeitstudie durch.
Bild:  Dirk Sattler / Imago

BerlinDie zweite Runde Tests an Schülerinnen, Schülern und Schulpersonal, die an der Corona-Studie der Charité teilnehmen, verschiebt sich in den November. Auch die Auswertung der Antkörpertests aus der ersten Runde verspätet sich: „Bedauerlicherweise gab es Verzögerungen im Partner-Labor“, hieß es in einem Schreiben an die Teilnehmenden der Studie, das der Berliner Zeitung vorliegt. Man rechne Anfang September mit den Ergebnissen – wie ein Studienteilnehmer der Berliner Zeitung bestätigte, waren sie an diesem Mittwoch allerdings immer noch nicht da.

Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach (SPD) erklärte der Berliner Zeitung die Verzögerung mit erhöhtem wissenschaftlichen Aufwand: „Die Charité hat sich bewusst für die für Kinder wenig belastende Blutentnahme durch Fingerbeerenstich entschieden, und sie sind damit die ersten, die dies einsetzen. Die Ergebnisse bei dieser Probenart mussten erst mit den Ergebnissen bei venöser Blutentnahme verglichen beziehungsweise überprüft werden.“ Dazu, so Krach, musste eine eigene „Mini-Studie“ aufgesetzt „und Probanden mit durchgemachter Covid-Erkrankung rekrutiert werden. Nachdem diese Evaluierung positiv abgeschlossen wurde, finden nun die Messungen statt.“

Im Rahmen einer Langzeitstudie hat die Charité in Berlin 24 Schulen und 12 Kitas aus allen Bezirken ausgewählt, an denen immer die gleiche Personengruppe auf das Coronavirus getestet wird. Zur Studie gehören auch Antikörpertests, die auf eine bereits überstandene Infektion hinweisen können, sowie Erhebungen zu Lebensumfeld und Gewohnheiten der Teilnehmenden. Die erste Runde an Tests, die insgesamt über ein Jahr etwa viermal durchgeführt werden sollen, fand an den Schulen im Juni statt. In den Kitas hingegen beginnt die Studie laut Auskunft der Senatskanzlei für Wissenschaft erst Ende September.

Nur eine Infektion in der ersten Runde gefunden

Dass die zweite Schul-Runde, die ursprünglich für September geplant war, sich etwas verzögert, wird in dem Schreiben an die Teilnehmenden so erklärt: „Gründe für diese etwas später als geplante Fortsetzung sind die Erfassung von möglichen Effekten der Ferienzeit (Urlaubsreisen oder ähnliches), die Verfügbarkeit von Labormaterialien und Studienpersonal und die Berücksichtigung der Häufung von Klassenarbeiten, Lehrstandsüberprüfungen (sic) und Ähnlichem in vielen Schulen in der Zeit vor den Herbstferien.“

In der ersten Testrunde vor den Sommerferien wurden 400 Schülerinnen und Schüler und 150 Lehrkräfte getestet. Mit beruhigenden Ergebnissen: „Wir konnten eine asymptomatische Infektion ohne Bezug zum Unterricht nachweisen“, heißt es in dem Schreiben. Die zweite Testrunde findet zwischen 2. und 11. November statt. Dieses Mal soll es auch für die Haushaltsangehörigen der Teilnehmenden möglich sein, sich testen zu lassen.