Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD), Gregor Seyffert und Ralf Stabel im Jahr 2017.
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BerlinIm Streit um das Führungspersonal der Staatlichen Ballettschule Berlin haben sich die Fronten weiter verhärtet. Am Montag endete auch der Gütetermin von Gregor Seyffert, dem künstlerischen Leiter, vor dem Arbeitsgericht ohne Einigung – wie eine Woche zuvor bereits der Gütetermin von Ralf Stabel, dem Schulleiter. Beide klagen gegen ihre Freistellung und das Hausverbot, das Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) am 17. Februar ausgesprochen hatte.

Inzwischen bereitet die Schulverwaltung die außerordentliche Kündigung vor. Wie die Berliner Zeitung berichtete, war Stabel nach seinem Gütetermin die Einladung zu einer Anhörung zugestellt worden, die einer Kündigung vorausgeht. Nun hat auch Seyffert eine solche Einladung erhalten, sagte sein Rechtsanwalt.

Relativ schnell war daher klar, dass es am Montag zu keiner Einigung kommen würde. Richter Arne Boyer appellierte trotzdem an die Streitparteien, sich außergerichtlich zu einigen. Seyffert sei, soweit er das der Akte entnehmen könne, „in seiner künstlerischen Fähigkeit völlig unangegriffen“ und habe möglicherweise andere „attraktive Anstellungsmöglichkeiten“. Wenn Seyffert und die Senatsschulverwaltung die Möglichkeit hätten, es zu vermeiden, dass „schmutzige Wäsche auf den Tisch gepackt“ werde, sollten sie „herzhaft zugreifen“, mahnte der Richter – auch, um Dritte zu schützen, die sonst möglicherweise als Zeugen aussagen müssten.

Welcher Art diese schmutzige Wäsche sein könnte, ließ der Anwalt der Senatsschulverwaltung durchblicken: Man werfe Seyffert vor, ein Verhältnis zu einer Schülerin der SBB gehabt zu haben, die zwar volljährig, aber zum Zeitpunkt der Anbahnung noch Schülerin gewesen sei. Seyffert bestreitet das vehement. Der Anwalt der Senatsschulverwaltung nannte das einen „schwerwiegenden Vorwurf“. Der Richter entgegnete, ob das so sei, müsse man im Zweifel „mit den dazugehörigen Tatsachen“ feststellen. Das Gericht sei aber keine moralische Anstalt. Der Termin für die Hauptsacheverhandlung, die als nächstes folgen müsste, könnte möglicherweise erst im kommenden Jahr angesetzt werden, hieß es.