FLUGHAFEN Zu: "Jumbo-Jet musste in Tegel notlanden" von Lutz Schnedelbach und Michael Helberg (23. September): Der in Ihrem Artikel zitierte Flughafensprecher hätte sich seine durchsichtige Dialektik sparen können.Berlin ist bekanntlich nach wie vor fliegerische Langstrecken-Provinz. Selbst ab Schönefeld haben Garuda und Japan Airlines ihre 747-Dienste inzwischen mangels Auslastung eingestellt. Von durchgehenden Atlantikverbindungen gar nicht zu reden.Man muss es als unverfroren bezeichnen, die Leser derart für dumm verkaufen zu wollen!H. J. Hagen, per e-mail, Berlin-Lankwitz TRANSRAPID Zu: Entscheidung für einspurigen Transrapid" von Matthias Loke und Gilbert Schomaker (18. September): Zwei scheinbar endlose Themen, und böse Zungen sprechen von "Luftnummern" angesichts des Abhebens der umstrittenen Dinge von der Erde: dem Transrapid und dem Schönefelder Flughafenausbau. Dabei gehören beide in der Tat eng zusammen.Da entsteht in aller Unumstrittenheit in Schkeuditz, und nur wenige Kilometer von Leipzigs Stadtzentrum entfernt, ein neuer großer Flughafen. Alle Aussichten auf baldige Vollendung hat er und birgt dazu Möglichkeiten späterer Erweiterung.Weshalb sollte in etwas mehr als 100 Kilometer Luftlinie Entfernung lediglich ein paar Flugminuten also ein noch nicht einmal begonnener Flughafen bessere und vor allem raschere Welteinbindung erfahren? Die Rede ist vom geplanten Flughafen Schönefeld.Da konzipiert man andererseits den Transrapid parallel zur anderthalb Jahrhunderte alten Eisenbahnverbindung Berlin Hamburg.Ist es wirklich so schwer für Planer und Politiker, sich aus dem ein Jahrzehnt herumgeschleppten Schneckenhaus ihres Gedankengebäudes herauszufinden und darüber nachzudenken, ob möglicherweise in Leipzig ein günstiger Standort auch für Luft-Fernverbindungen der deutschen Hauptstadt liegen könnte? Nicht einmal eine halbe Stunde würde ein Transrapid dorthin benötigen, würde er gebaut! Vom künftigen Berliner Zentralbahnhof wird es auch mit schnellstem Schienenverkehr mindestens eine Viertelstunde bis Schönefeld dauern.Wären ein paar Minuten längere Fahrzeiten unzumutbar, wenn man damit für den Transrapid eine mit Sicherheit hoch frequentierte Referenzstrecke schüfe? Ließen sich auf diese Weise nicht dreistellige Millionensummen für einen Großausbau Schönefelds sparen? Verbände man möglicherweise sogar zwei wirtschaftlich hochinteressante Regionen Berlin und den Raum Halle Leipzig und bis hin nach Erfurt und Dresden enger und günstiger als bislang miteinander?Und dies alles angesichts wirtschaftlicher Globalisierung, erforderlicher enger Vernetzung aller Verkehrsträger und kurzer, schneller Kommunikationsmöglichkeiten?Obgleich alle Verantwortlichen ständig über diese Dinge reden, scheint nahe Liegendes nicht in ihre Köpfe vorzudringen.Hans Müller, Berlin-Hohenschönhausen LADENSCHLUSS Zu: Kunden ärgerten sich über frühen Ladenschluss" von Martin Klesmann und Ulrike Putz (20. September): Ich als Betriebsratsvorsitzender des Hauses Wertheim am Kurfürstendamm bin nicht überrascht, dass die Kunden sauer sind, wenn sie am Samstag den 18. September schon um 14 Uhr aus dem Warenhaus rausgeworfen wurden. Wir finden dieses nicht gut und hatten deshalb der Sonntagsöffnung nicht zugestimmt, hatten aber dafür unser Warenhaus am Samstag bis 16 Uhr geöffnet. Ich würde ein Warenhaus nicht am Sonntag betreten, wenn es mich schon samstags um 14 Uhr rausgeschmissen hat.Heinz Günter Berg, Betriebsratsvorsitzender, Wertheim, Berlin-Wilmersdorf STEUERN Als "Neu-Berlinerin" überrascht mich doch ein bisschen, dass hier in Berlin der Einäugige unter den Blinden gefeiert wird. Denn dass das Finanzamt Charlottenburg mit durchschnittlich 35 Tagen am schnellsten im Vergleich zu den anderen Berliner Finanzämtern arbeitet, ist doch wohl ein Armutszeugnis. Wir kommen aus Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) und dort haben wir in den vergangenen Jahren nie länger als 14 Tage auf unsere Einkommenssteuer-Erklärung inklusive der Rücküberweisung des Geldes auf unser Konto gewartet.Birgit Marquardt, per e-mail, Berlin-Charlottenburg GASTRONOMIE Zu: "Der Biergarten an der Riviera kam nicht zu Stande" von Karin Schmidl (21. September): Zu Beginn des Sommer 1999 kursierte in Grünau das Gerücht, man wolle auf dem Gelände des Riviera-Gesellschaftshauses probehalber einen Biergarten einrichten. Woche für Woche schauten die mit gastronomischen Einrichtungen nicht sonderlich verwöhnten Einheimischen, ob sich etwas tut. Es war dem nicht so bis dann im Juli das so genannte Kavaliershaus abgerissen wurde. Warum eigentlich? Die Bausubstanz der anderen Gebäude scheint nach zehnjährigem Leerstand viel schlechter, zumal das Kavaliershaus in den 80er Jahren saniert wurde. Und Platz für einen Biergarten gibt es auf dem Areal an anderer und attraktiverer Stelle genug.Ich kann den nun fast zehn Jahre währenden Eiertanz der Politiker, der Treuhandliegenschaftsgesellschaft, des Denkmalschutzes und der Bürgerinitiativen, die offensichtlich alte Strukturen wiederhaben wollen, nicht mehr ertragen.Grünau ist ein wunderschönes Fleckchen Erde, insbesondere das Dahme-Ufer und Teile davon verkommen seit Jahren. Wo liegen die Ursachen?Die Anlegestelle der ehemaligen Weißen Flotte wurde stillgelegt, der Fährverkehr zu den Müggelbergen eingestellt; sicherlich nicht aus mangelndem Interesse. Die Regattastrecke wird selten genutzt, das Freibad Grünau durch eine Uferbefestigung aus Betonkanten verschandelt.Vor den letzten Berliner Wahlen äußerten sich Köpenicker Politiker öffentlich dahingehend: "Grünau darf nicht das Zehlendorf des Ostens werden. " Ja, warum eigentlich nicht? Ich hätte nichts dagegen.Christa Buchholz, Berlin-Grünau STROM Zu: "Mehr Rechte für Kommunen auf Strommarkt Wirtschaftsminister reagiert auf Druck der SPD-Fraktion" von Christian Schwägerl (14. September): Eine Lobby aus Vertretern von Städten, Stadtwerken, Gewerkschaften und Teilen der Regierungsfraktion betreibt gerade die Aufweichung des neuen Wettbewerbs auf dem Strommarkt. Es werden Schutzklauseln für die "bedrohten" Stadtwerke gefordert, die durch den neuen Preiswettbewerb hohe Umsatzverluste befürchten und als Folge davon bereits massiven Stellenabbau ankündigen.Nur die Regierung hüllt sich in Schweigen. Sie könnte aber bald in Erklärungsnotstand geraten, wenn sie nicht eindeutig Stellung bezieht. Macht es Sinn die "Dinosaurier Stadtwerke" im Hinblick auf einen gesamteuropäischen Energiemarkt künstlich vor Wettbewerb zu schützen? Frei nach Shakespeare: "Watt Ihr Volt" für einen freien Strommarkt oder "Zurück in die Zukunft", das ist hier die Frage. Eine schnelle und eindeutige Entscheidung würde der Bundesregierung gut stehen.Werner Graef, per e-mail, Regensburg MINISTERBÜROS Zu: "Wutausbrüche wären im ganzen Haus zu hören" von Ulrike Putz (21. September): Beschrieben wird das Büro der Familienministerin in einer derart tendenziösen Art, dass man tatsächlich einen Wutausbruch bekommen kann. Warum eigentlich "klassische Platte Ost"? Plattenbauten gibt es auch woanders!Was den grünen Fußbodenbelag, die fünfte Etage, den Ausblick auf den Hinterhof und den defekten Fahrstuhl anbelangt, so wird ganz offentsichtlich suggeriert, dass das auch Ost-Schlamperei ist. Stattdessen hätte man fragen sollen, wer tatsächlich dafür verantwortlich ist.Tendenziös war auch die Behauptung, der Kanzler müsse den ganzen Tag auf den tristen Schloßplatz blicken. Wer nötigt ihn eigentlich dazu, hat er wirklich nichts anderes zu tun und warum ist nach zehn Jahren dieser Platz zu seinem jetzigen Zustand heruntergewirtschaftet worden? Wir sind nahezu im zehnten Jahr nach der Wiedervereinigung und es ist höchste Zeit aufzuhören, alles auf die DDR-Vergangenheit zu schieben.Klaus-Dieter Pusch, Berlin-Lichtenberg ABGEORDNETE Zu: "Wenn s um Neid geht: Sparkasse" von Gilbert Schomaker (13. September): Mit Empörung habe ich den Artikel gelesen. Dieser Werbegag zeugt von der Ungleichbehandlung der Kunden der Berliner Sparkasse.Mir ist bekannt, dass die Mitglieder des Bundestags schon genügend Vergünstigungen bei der Bahn, den öffentlichen Nahverkehrsmittel und beim Finanzamt genießen.Meine Konsequenz ist die, dass ich mein Konto bei dieser Sparkasse kündigen werde, falls diese mir nicht die gleichen Konditionen, wie unseren Volksvertretern einräumt.M. Rehle, per e-mail BERLIN-UMZUG Zu: "Der Bundestag ist da" von Ulrich Paul (7. September): Es stimmt. Der Bundestag ist in Berlin angekommen und nimmt seine Arbeit auf.Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und die sie tragende rot-grüne Koalition werden von Berlin aus noch intensiver die Verwirklichung der gleichen Lebensbedingungen in Ost und West vorantreiben, als dies unter Kohl am Rhein jemals der Fall war. Und dies hat nicht nur geographische Gründe.Stimmt. Berliner Senatorinnen und Senatoren haben zum Teil sehr herzlich die Bundesministerinnen und -minister empfangen.Und auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nehmen die "Neuen" herzlich in Empfang.Als Berlin-Unterstützer der ersten Stunde und ehemaliger Umzugsbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion sage ich mit Herz und Verstand: "Danke Berlin. " Wir werden die in uns gesetzten Erwartungen nicht enttäuschen.Aber leider stimmt auch, dass der Regierende Bürgermeister offensichtlich noch nicht begriffen hat, was es bedeutet, Bürgermeister der Hauptstadt zu sein. Wie sonst sollte man erklären, dass er bei zentralen, wichtigen Ereignissen durch Abwesenheit glänzt. Wie zum Beispiel beim Amtsantritt des Bundespräsidenten Johannes Rau. Oder aktuell bei der Festsitzung zum Jubiläum des Bundestages. Herr Diepgen setzte die Prioritäten anders man sah ihn beim Festbieranstich mit Herrn Stoiber in München.Der Regierungsumzug ist politisch von zu großer Bedeutung, um ihn parteipolitisch zu instrumentalisieren.Wilhelm Schmidt MdB, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion