Vielleicht liegt es an der RentenhöheBerlin-Planer: Geschmackssache: "Eine krude Mischung" von Eva-Maria Hilker (25. Februar):Ich weiß nicht, was Sie mit Ihrer Titelwahl bezwecken. Im Zusammenhang mit den Ausführungen zur Karl-Marx-Allee und zum Strausberger Platz ist die Überschrift eine Beleidigung der dort Wohnenden. Ist es nicht gerechtfertigt, dass die älteren Mieter trotz "einer neuen gesellschaftlichen wie politischen Realität" in Ruhe ihren Lebensabend bestreiten wollen? Fragen Sie doch mal die Leute, warum sie die Kneipen nicht frequentieren. Vielleicht liegt es an der Rentenhöhe, die im Osten immer noch um 15Prozent niedriger als im Westen liegt, vielleicht liegt es auch am Angebot? Molekularküche ist dort möglicherweise nicht der große Renner. Ich lebe übrigens seit vielen Jahren in Berlin. Dass die Karl-Marx-Allee (früher Stalinallee) von den Bürgern als Stalins Badezimmer bezeichnet wurde, ist mir neu. Vielen Dank für diese wichtige Information, das bringt mich weiter.Peter Jäger, BerlinGemengelage im Mauerpark ist noch viel komplexerBerlin: "Ein Streit zwischen Ost und West" von U. Aulich (23. Februar):Danke für den schönen Artikel zur Mauerpark-Bürgerwerkstatt. Die Gemengelage ist eigentlich noch viel schillernder und komplexer; als Mitglied der Werkstatt kenne ich die Leute ja alle gut. Da prallen eigentlich ehemalige West-Berliner (Wedding) und ehemalige West-Deutsche (Prenzlauer Berg) aufeinander. Im Brunnenviertel haben zudem zwei Drittel aller Bewohner einen Migrationshintergrund. Vom sozialen Gefälle zwischen einem sozialen Brennpunkt und einem Akademikerviertel ganz zu schweigen ...Matthias Eberling, per E-Mail, Kiezschreiber im BrunnenviertelHier geht es nicht um einen Ost-West-KonfliktIhre reißerische Überschrift, in der Sie einen vermeintlichen Ost-West-Konflikt herbeireden, kann ich nicht nachvollziehen. Im konkreten Fall vertreten zwei Bürgervereine unterschiedliche Positionen zur Gestaltung des Mauerparks. Wobei der Weddinger Verein Brunnenviertel Kompromissbereitschaft signalisiert und die Einigung zwischen Senat und Eigentümer zu akzeptieren scheint, während der Bürgerverein Gleimviertel offensichtlich von einem Berufs-Querulanten geführt wird, der sich jeglichem Kompromiss verschließt. Woraus schließen Sie, dass besagter Heiner Funken ostdeutsch sozialisiert ist, und was ist mit den ganzen Zugezogenen aus den alten Bundesländern nach Prenzlauer Berg? Hören Sie auf, solche Zusammenhänge nach 20 Jahren Einheit zu konstruieren, das ist peinlich und überflüssig.Stephan Gerlach, per E-MailNächtelanger Lärm im SommerBerlin: "Boykott am Mauerpark" von Uwe Aulich (16. Februar):Der Boykott am Mauerpark ist, schaut man genau hin, ein halber Boykott. Denn gegen die Ausbaupläne mit der darin integrierten neuen Bebauung, protestieren überwiegend die Bürger bzw. Anwohner aus Prenzlauer Berg. Was seltsam ist, denn wirklich betroffen sein werden die Anwohner auf der Wedding-Seite des Parkes. An ihre Häuser wird der Park zukünftig heranreichen, und der Mauerpark ist ein lauter Park, im Sommer sogar ein sehr lauter Park.Die sprachstarken Bürger aus Prenzlauer Berg protestieren gegen zu massive Bebauung und für eine Ausweitung ihrer "Spielzone". Sie haben im Park die Möglichkeit für ein paar Stunden oder einen Abend Live-Musik zu hören, zu grillen, Gitarre am Lagerfeuer zu spielen. Dann gehen sie nach Hause. Die Anwohner auf der Wedding-Seite haben diese Möglichkeit nicht. Sie sind schon zu Hause - am Mauerpark. Und stöhnen jeden Sommer erneut über den nächtelangen Lärm!Imke Elliesen-Kliefoth, per E-MailWas ein Friseur verdient, steht leider nicht im Text Berlin: "Flatrate, Stechuhr, Rennwagensessel" von Eva Dorothée Schmid (26./27. Februar):Ich bin neugierig, was sich Friseure so alles einfallen lassen, ob es nur einen Kaffee gibt, wie bei meinem Friseur, oder wenigstens eine Flatrate.Ach ja, da arbeiten ja auch Menschen, meistens Frauen. Was verdienen die eigentlich? 3,70 Euro soll ein Schnitt in Kreuzberg kosten. Das ist ungefähr der Stundenlohn einer Friseuse, aber man erfährt das nicht in dem Artikel. Leider, obwohl fast eine Seite Platz eingeräumt wurde. Das Friseurhandwerk gehört zum Niedriglohnbereich, Friseure verdienen zwischen 700 und 1000 Euro im Monat für einen stressigen Job. Das ist zum Leben und Überleben zu wenig. Viele benötigen eine Aufstockung durch staatliche Hilfe, um über die Runden zu kommen. Das musste ich allerdings selbst recherchieren. Die Parole "Geiz ist geil" hat im Arbeitsleben nichts zu suchen, sie drückt auf die Löhne und führt zur Verarmung. Das darf nicht so bleiben.Dieter Pienkny, Sprecher des DGB Berlin-Brandenburg------------------------------Foto: Blick von der Karl-Marx-Allee zum Strausberger Platz und Alex