Aus fußballerischer Sicht hat Lothar Matthäus alles durch. Er hat an fünf Welt- und drei Europameisterschaften teilgenommen und ist immer noch Weltrekordnationalspieler. Er hat zwölf Jahre beim FC Bayern gespielt, dazwischen in Mailand bei Inter, danach wie weiland der Kaiser in New York. Seine Trainerkarriere begann in Wien bei Rapid und endete in Brasilien bei einem Verein, der Atletico Paranense heißt. Nach Wien und vor Brasilien hat sich Matthäus um Osteuropa gekümmert, mit unterschiedlichem Erfolg: Mit Partizan Belgrad ist er serbischer Meister geworden, in Ungarn hat er verhindert, dass die dortige Nationalelf an der WM in Deutschland teilnimmt. Bayern und Brasilien, Inter Mailand und Nationaltrainer, was kann für einen wie ihn da schon noch kommen?Das Vierte. Das Vierte ist ein Fernsehsender, der alte Hollywood-Schinken zeigt. Jetzt hat der Sender Matthäus als Moderator verpflichtet, pünktlich zum Start der Fußball-WM am 9. Juni soll er hier quasi als Kontrastprogramm wirken. Nun ist das Vierte nicht gerade der FC Bayern unter den Fernsehsendern, sondern eher so etwas wie der FC Herzogenaurach, Kreisklasse Erlangen/Forchheim West. Beim FC Herzogenaurach, Verein für Leibesübungen, hat Lothar als Neunjähriger mit dem Fußballspielen begonnen. Jetzt ist Matthäus fünfundvierzig und Moderator beim Vierten.Aber das macht einem Lothar Matthäus nichts, der nähert sich dem neuen Job mit gewohnter Wortgewalt. "Die Moderation für Das Vierte ist für mich eine tolle Herausforderung", kommentiert er seine Verpflichtung. Was man eben so sagt. Doch bei Matthäus stimmt das mit der Herausforderung sogar, besser lässt sich sein einigermaßen gespanntes Verhältnis zur deutschen Sprache nicht umschreiben.Aber auch wenn es mal wieder nicht so hinhaut mit den Sätzen und der Grammatik, gilt ja immer noch die alte Matthäus-Weisheit: Jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!------------------------------Foto: Moderator Matthäus