Der kostenlose Stadtbusverkehr in Templin und Lübben hat sich im ersten halben Jahr des Modellversuchs bewährt: Verachtfacht hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Stadtbusbenutzer in Templin, in Lübben fuhren viermal mehr Menschen mit den öffentlichen Bussen. Die Bürgermeister der beiden Kommunen gehen davon aus, daß der Versuch über die Testphase hinaus fortgesetzt wird.Die Uckermark-Stadt Templin hat das im Dezember 1997 begonnene Modellprojekt auf zwei Jahre befristet. Lübben wollte den fahrscheinlosen Busverkehr bis zum Jahresende testen. "Ich gehe davon aus, daß der Stadtbusverkehr bis zum Jahr 2000 weiter kostenlos ist", sagt Lübbens Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU). Die Stadtverordnetenversammlung werde im Herbst entscheiden. Auch Templins Bürgermeister Ulrich Schoeneich (SPD) möchte den kostenlosen Busverkehr nach 1999 beibehalten. "Es könnte aber am Geld scheitern."Für das Modellprojekt kaufen die Städte den Verkehrsgesellschaften Fahrscheine ab basierend auf den Benutzerzahlen des Vorjahres. Da die Busse jetzt aber voll sind, könnte das im nächsten Jahr teuer werden für die Kommunen. Templin muß laut Vertrag maximal 150 000 Mark an die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG) zahlen. "150 000 Mark müßten auch in Zukunft reichen. Kein Politiker wird sich trauen, das kostenlose Busfahren wieder abzuschaffen", sagt UVG-Geschäftsführer Hartwig Winands. Zwischenzeitlich hatte Bürgermeister Schoeneich darüber nachgedacht, eine Stadtbus-Grundgebühr von zehn Mark pro Kopf und Jahr einzuführen. Die Idee, die das Verkehrsministerium als "utopisch" zurückweist, ist mittlerweile verworfen. Die Templiner wollen mit dem Nulltarif erreichen, daß ihre Altstadt künftig weniger von Autos verstopft wird. "Es ist noch keine spürbare Verbesserung eingetreten", so Schoeneich. (ost.)