BERLIN, 25. Juni. Der Preis war niedrig, sehr niedrig, der Triumph riesig. Im frühen Oktober eher beiläufig einen Flug für ein Adventswochenende von Berlin nach Köln gebucht. Den Abflug mangels Ticket (kostet zu viel Geld, gibt's deshalb nicht) fast vergessen, aber tatsächlich nur 19,98 Euro hin und zurück bezahlt. Ha! So billige Plätze gibt es nur sehr wenige, die allermeisten Mitreisenden müssen viel mehr bezahlt haben.Beim zweiten Mal war es andersrum: Diesmal von einem Flugfeld namens Hamburg-Lübeck nach London-Stansted gebucht. Von einem Provinznest ins andere also. Sehr kurzfristig allerdings, der Preis deshalb unermesslich viel höher, hin und zurück für 60 Euro. Okay, das war immer noch billig, löste aber nicht mehr das triumphierende Schnäppchengefühl aus.Dafür ist Billigfliegen inzwischen durch die Vermassung des Angebots zum kollektiven Rausch geworden. Das entschädigt. Bis auf die Preisunterschiede zwischen ganz billig und gerade noch billig gibt es keine Unterschiede mehr. Die Vorhänge zwischen Business und Economy sind weg. Hey, wir sind alle Billigreisende, Schnäppchenjäger, Picknickfans über den Wolken. Essen gibt's nicht, weil das zu teuer wäre. Wer Glück hat, findet angegessene Schokoriegel vom letzten Flug in der Sitztasche. Billigflugzeuge werden selten gereinigt. Wer Erfahrung hat, packt nach dem Start belegte Brote, Kekse und Saftflaschen aus. Man isst auf den Knien, die Klapptische wurden abgeschraubt. Es knistert und krümelt, irgendwann schiebt eine (wahrscheinlich sehr unterbezahlte) Stewardess vorbei und verkauft Getränke auf Flugpreisniveau. Nein, danke, wir trinken unsere Apfelschorle aus der Campingflasche. Wir sind doch Sparfüchse.------------------------------Foto: Wir können nur billig - das gilt selbst in der Luftfahrt.