Wegen bandenmäßigen Drogenhandels hat ein peruanisches Gericht den Schausteller Marcel Witte, Sohn des gescheiterten Spreepark-Betreibers Norbert Witte, zu 20 Jahren Haft verurteilt. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Die Richter der 4. Strafkammer in Lima sahen es als erwiesen an, dass der 25-Jährige im November 2003 zusammen mit Komplizen versucht hat, 167 Kilogramm Kokain von Peru nach Deutschland zu schmuggeln. Marcel Witte hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bereits im Mai 2004 hatte das Berliner Landgericht Vater Norbert Witte wegen derselben Tat zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Seitdem sitzt der herzkranke 51-Jährige in der Haftanstalt Plötzensee ein.Im Januar 2002 hatte sich Witte mit seiner Familie und sechs Fahrgeschäften überraschend nach Südamerika abgesetzt. Dem Land Berlin hinterließ er den in Millionenhöhe verschuldeten Spreepark. Als das Vorhaben, in Lima einen neuen Vergnügungspark zu starten, misslang, kehrte Wittes Frau Pia mit vier Kindern nach Berlin zurück. Norbert Witte und Sohn Marcel blieben in Peru und bekamen Kontakt zur Drogenmafia. Doch ein vermeintlicher Komplize entpuppte sich als V-Mann der Drogenfahndung, die den geplanten Kokain-Deal von Anfang an überwachte. Am 5. November 2003 wurde Marcel Witte in Lima verhaftet, einen Tag später sein Vater in Berlin. Der Zoll hätte die 211 Päckchen Kokain allein vermutlich nie gefunden. Sie befanden sich im Stahlmast des Karussells "Fliegender Teppich", das angeblich zur Reparatur nach Deutschland verschifft werden sollte. (gug.)