Es hat manchmal sein Gutes, wenn der Vater dem Sohn rät, das ersehnte Pilotendasein zu lassen und eine krisensichere Zukunft anzufliegen. Die eines Arztes beispielsweise. Der 1943 geborene Harry Rosin studierte Medizin und wurde Professor für Mikrobiologie und Immunologie.Doch einen Namen machte er sich als Erfinder. Unter seiner Leitung wurde in den Jahren 1989 bis 1992 das FCKW- und FKW-freie Kühlaggregat für den ersten Öko-Kühlschrank (von Foron) entwickelt: aus Propan und Isobutan, die in der Kühltechnik der 20er Jahre bereits verwendet worden waren und 1930 von den als sicher geltenden (aber ozonkillenden) Kohlenwasserstoffen verdrängt wurden. Der neuartige Kühl-Cocktail aus altbekannten Substanzen versucht sich nunmehr beharrlich durchzusetzen. Die Industrie tut sich bekanntlich schwer mit Neuerungen, die nicht "unbedingt" sein müssen.Doch Harry Rosin hat sich der Umwelt verschrieben. 1989 wechselte Prof. Rosin von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ans Hygiene-Institut in Dortmund. Nach kältetechnischen Experimenten mit Chemikern und Physikern der Uni Düsseldorf wurde hier das oben genannte Gemisch entwickelt. Fast nebenbei erzählt Prof. Rosin, sie hätten Propan, dessen Dampfdruck zu groß ist, und Butan (hier ist der Druck zu gering) einfach zusammengekippt. Und heraus kam eine Mixtur, die dem Öko-Kühler immerhin den Preis der "Bundesstiftung Umwelt" einbrachte.Derzeit tüftelt Harry Rosin mit seinen Dortmunder Kollegen an einem "Riesenkühlschrank", in dem sämtlicher Elektro-Schrott eingefroren werden soll. Wenn der - sonst nicht recyclingfähige - Müll langsam Eiszapfen angesetzt hat, kann er zerstückelt und zermahlen werden. Während Kunststoff beispielsweise nicht biologisch abbaubar ist, läßt sich das entstandene Pulver vorzüglich nach seinen einzelnen Bestandteilen trennen und wiederverwerten.Bis zu seiner Pensionierung hat Prof. Rosin noch ein weiteres großes Ziel: Er möchte die Resistenzentwicklung der Bakterien gegen Antibiotika stoppen. Und er hat auch schon eine Idee +++