Mit zahlreichen roten Fahnen und unzähligen roten Nelken haben gestern wieder Zehntausende Menschen an den Tod von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vor 77 Jahren erinnert.Insgesamt sollen nach Angaben der PDS bis mittags mehr als 80 000 Menschen zu den Gräbern an der Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde gezogen sein. Teilweise mußten sich die Teilnehmer in eine mehr als hundert Meter lange Warteschlange einreihen. Neben der PDS-Spitze legte auch eine Delegation der Jungsozialisten Blumen nieder. Bereits in den frühen Morgenstunden waren die Gräber der beiden Sozialistenführer mit Blumen und Kränzen übersät. Auch an Gedenkplatten für verstorbene DDR-Funktionäre wurden Nelken niedergelegt. "Ich bin die letzten fünf Jahre in der DDR nicht mehr zur Demonstration gegangen. Jetzt beteilige ich mich wieder", sagte ein Friedrichshainer. Viele nutzten den Tag, um sich an den zahlreichen Imbiß- und Informationsständen mit alten Bekannten auszutauschen. Gegen Mittag kam es erstmals seit Jahren zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Weil eine kleine Gruppe Parolen zur Unterstützung der kurdischen PKK gerufen haben soll, stürmte die Polizei überraschend das Gelände vor dem Friedhof. Dabei wurden 21 Beamte verletzt und 14 linksautonome Störer vorübergehend festgenommen. +++