+++ Liveblog zum TTIP-Protest in Berlin+++: Veranstalter schätzen 250.000 Teilnehmer bei Demo

+++ 17:35 Siegessäule +++

Das Publikum tanzt und wippt zu Ska- und Reggae-Klängen. Wir beenden an dieser Stelle unseren Live-Blog. Einen schönen Abend wünschen wir.

+++ 17:27 Siegessäule +++

Auftritt des Berlin Boom Orchesters, das höflicherweise auch einmal an die Techniker und Bühnenarbeiter denkt, denn "die kommen als allererstes und gehen als allerletztes." Die Menge jubelt und applaudiert.

+++ 17:15 Siegessäule +++

Vertreter verschiedener Jugendorganisation von Parteien und Umweltverbänden betreten die Bühne - unter anderem die Jusos, die Linksjugend und die BUND-Jugend. Eine Vertreterin der WWF-Jugend spricht sich gegen TTIP aus, da durch das Freihandelsabkommen "bestehe Umweltstandards gesenkt und ausgehebelt werden könnten."

+++ 16:55 Siegessäule +++

Filmemacher und Slam-Poet Wolf Hogekamp verliest ein Gedicht mit einer Breitseite gegen den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel -"Wer rast so spät durch Nacht und Wind, es ist der TTIP-Siggi ...", frei nach Johann Wolfgang von Goethes "Erlkönig".

+++ 16:53 Siegessäule +++

Auf der Bühne wird ein Plakat präsentiert mit der Aufschrift„Europaweit 3 Millionen Unterschriften gegen TTIP und Ceta“.

+++ 16:45 Siegessäule +++

Noch immer ist die Beteiligung bei der Abschlusskundgebung außerordentlich hoch. DGB-Chef Reiner Hoffmann forderte an die EU-Kommission gerichtet: „Schluss mit der Geheimdiplomatie!“ Weitere Redner waren bislang unter anderem der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter, Linken-Chef Bernd Riexinger, Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode und Landesbischof Cornelius Bundschuh von Brot für die Welt. Auch ein Vertreter einer kanadischen Gewerkschaft sprach zur Menge und beklagte den Verlust hunderttausender Arbeitsplätze in seinem Land bereits durch das Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta.

+++ 15:55 Siegessäule +++

Der Präsident des Deutschen Kulturrats Christoph Höppner fordert von der Politik einen Stop der Verhandlungen. Er sieht die hiesige Kulturlandschaft gefährdet und mahnt: "Ceta und TTIP werden in fast alle unsere Lebensbereiche eingreifen - und das nicht zum Guten."

+++ 15:50 Siegessäule +++

Auf der Bühne spricht gerade die ehemalige Präsidentin der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und frühere Bundespräsidentenkandidatin Gesine Schwan. Sie fordert rechtsstaatliche Schiedsgerichte und eine Öffnung TTIPs für Schwellenländer. Einen Abbruch der Verhandlungen lehnt sich zwar ab, betont jedoch die Bedeutung des öffentlichen Drucks, damit getätigte Zusagen der Politik auch umgesetzt werden. Und hier noch ein paar Impressionen von der Demo:

+++ 15.20 Siegessäule +++

Wer sich die Reden der Abschlusskundgebung live anhören möchte, kann dies über den Stream von Attac tun. Dort ist aktuell die Band "Radio Havanna" zu hören. Das Programm soll noch bis 17:30 Uhr gehen.

+++ 15.10 Siegessäule +++

Auf der Abschlusskundgebung kritisieren die Redner das Abkommen. Sie fürchten, dass es nicht den Verbrauchern, sondern lediglich den Konzernen dient. Ein Gastredner aus den USA kritisiert, dass auch dort jegliche Transparenz fehlen würde und die Bürger nicht wüssten, was ihre Regierung aushandelt.

+++ 14.20 Siegessäule +++

„Heute ist ein großer Tag für die Demokratie“, erklärten die Organisatoren. Nie zuvor seien in Europa mehr Menschen gegen die Abkommen auf die Straße gegangen. „Die Verhandlungen zu TTIP auf Grundlage des jetzigen Mandates müssen gestoppt werden. Der vorliegende CETA-Vertrag darf so nicht ratifiziert werden.“

+++ 14.05 zwischen Hauptbahnhof und Siegessäule +++

Per Lautsprecher werden die Demonstranten informiert, dass gerade 250.000 Menschen demonstrieren. Jubel bricht aus.

+++ 13.40 zwischen Hauptbahnhof und Siegessäule +++

Die Polizei schätzt, dass sich derzeit noch 50-60.000 Menschen auf dem Washingtonplatz, dem Ausgangspunkt der Demo befinden. Währenddessen habe die Spitze des Protestzuges bereits die Siegessäule erreicht. Dort haben nach Polizeiangaben zehn Personen versucht, die Säule zu erklimmen, um ein Plakat anzubringen. Die Beamten hätten dies unterbunden und die Identität der Demonstranten festgestellt, so ein Sprecher. Die Polizei ist mit 1000 Beamten im Einsatz. Unterdessen schätzten die Veranstalter auf weit über 100.000 Menschen

+++ 13.30 Hauptbahnhof +++

Die Demo geht jetzt offiziell anderthalb Stunden, doch vor dem Hauptbahnhof stehen immer noch Tausende. "Mir ist es zu eng", klagt ein Junge, "ich will nicht mehr..." "Aber wir du bist doch noch gar nicht auf der Demo", entgegnet seine Mutter. Und immer wieder sieht man telefonierende Menschen, die versuchen, in der Menge Freunde oder Bekannte zu finden. Ein fast auswegloses Unterfangen.

+++ 13.20 Regierungsviertel +++

Ein junger Mann, der ein weißes Shirt mit der Aufschrift "Ich bin ein Handelshemmnis" trägt, spielt "Imagine" von John Lennon, ein anderer hat sich die Botschaft "No TTIP" ins Gesicht geschrieben. Viele tragen Fahnen mit der Aufschrift "Stoppen Sie TTIP". Das Anliegen der Demonstranten ist unmissverständlich: Sie wollen das Freihandelsabkommen mit den USA nicht, jedenfalls nicht dieses. Zwischen den Demonstranten versuchen Reisende mit Koffern gegen den Strom zu schwimmen und zum Hauptbahnhof zu gelangen.

+++ 13.05 zwischen Hauptbahnhof und Friedrichsstraße +++

Nur zögerlich leert sich der Washington-Platz in Richtung Reichstag, die vielen Menschen müssen durch ein wahres Nadelöhr - die schmale Hugo-Preuß-Brücke. Augenblicklich ist die Demo eher ein riesiger Menschen-Stau - und zwischendrin Hunde, Kinderwagen und Fahrräder.

+++ 13.00 zwischen Hauptbahnhof und Friedrichsstraße +++

Der Protestzug läuft. Hier einige erste Impressionen:

+++ 12.50 Hauptbahnhof +++

Noch immer spuckt der Hauptbahnhof Demonstranten aus. Der Demonstrationszug hat sich längst in Bewegung gesetzt, doch der Washington-Platz ist immer noch gut gefüllt. Ein Redner fordert Volksabstimmungen bei solch wichtigen Themen - in der Menge brandet Beifall auf.

+++ 12.35 Hauptbahnhof +++

Schon vor 12 Uhr, dem offiziellen Demobeginn, lag die Teilnehmerzahl nach Angaben der Polizei bei 40.000. Mit bis zu 100.000 werde gerechnet. Unter den Demonstranten sind sehr viele junge Leute, aber auch Familien und Senioren. Viele tragen Fahnen oder Spruchbänder. Weil der Bahnsteig am Hauptbahnhof überfüllt ist, halten dort derzeit einige S-Bahnen nicht mehr.

+++ 12.25 Hauptbahnhof +++

Der Platz vor dem Hauptbahnhof füllt sich. Gegen 13 Uhr soll sich der Demozug in Bewegung setzen.

+++ 12.09 Hauptbahnhof +++

Auf dem Hauptbahnhof geht nichts mehr. Die S-Bahn ist jetzt leer, aber nun ist der Bahnsteig voll. Die Leute stehen Schlange, um die Treppe hinabzugehen. Nur im Schritttempo kann die S-Bahn aus dem Bahnhof fahren.Vom Bahnsteig bis zum Ausgang dauert es fast zehn Minuten.

+++ 11.59 Anreise +++

Schon in der S-Bahn zum Hauptbahnhof herrscht Gedränge wie sonst beim Pokalendspiel. Am Alexanderplatz passen nur ein geringer Teil der Wartenden in die Bahn. "Und ausatmen", sagt ein Mann, als sich endlich die Tür schließt. Am S-Bahnhof Friedrichstraße passt niemand mehr rein. 50.000 Demonstranten? Vermutlich werden es mehr werden.

mit Agenturen