Nach einem friedlichen Mai-Feiertag demonstrieren in Kreuzberg am Abend linke und linksextreme Gruppen. Laut Polizei versammelten sich am Oranienplatz etwa 1500 Teilnehmer und zogen los. An der Spitze des Zuges gingen zahlreiche in Schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten.

Beobachter sprachen inzwischen von mehreren tausend Demonstranten.
Es wurden Böller und bengalische Feuer gezündet sowie Fahnen geschwenkt. Rauchschwaden stiegen auf.

Transparente mit Aufschriften wie „Befreiung & Solidarität International“ wurden gezeigt. Der Zug führte auch durch das „Myfest“. Am Görlitzer Park waren vor den Eingängen zum Fest „MaiGörli“ Mannschaftswagen der Polizei postiert. Polizisten mit Helmen standen in mehreren Reihen davor. So sollte gesichert werden, dass die Demonstranten nicht durch den eingezäunten Park laufen.  

Ziel der sogenannten revolutionären 1. Mai-Demonstration war nach früheren Angaben der Veranstalter das Schlesische Tor. Wie im Vorjahr war die Demonstration nicht angemeldet worden. 

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Zugänge beim "MaiGörli" mussten geschlossen werden

Vom Moritzplatz bis zur Oberbaumbrücke sind vor allem junge Leute unterwegs. Wegen des Andrangs wurden gegen 17.00 Uhr auf dem erstmals ausgerichteten Fest „MaiGörli“ im Görlitzer Park alle Zugänge geschlossen.

Das Fest ist für 12.500 Gäste ausgelegt. Die Polzei bat, den Lautsprecherdurchsagen des Veranstalters zu folgen. 

„Parkbereich gefüllt“, steht auf den Schildern, die die Ordner an den Eingängen des Görlitzer Parks in die Luft heben. 

Polizei-Hubschrauber überfliegt Görlitzer Park

Zuvor war der Polizeihubschrauber mit dem Rufnamen Pirol hatte zuvor das Areal überflogen. Nach polizeilichen Berechnungen passen auf einen Quadratmeter Fläche zwei Menschen.

Die Hauptstadt-Polizei war am Dienstag mit einem Großaufgebot im Einsatz, um einen friedlichen Verlauf zu sichern. Die Beamten wurden von Kollegen aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei unterstützt, insgesamt waren es laut Ankündigung von Innensenator Andreas Geisel (SPD) 5300 Polizisten. 

Um die Feste richtete die Polizei eine Sperrzone für Autos ein. Erstmals wurde riesige Plastikbehälter als Straßensperren aufgestellt und mit Wasser gefüllt. Sie sollen ein Schutz gegen islamistische Anschläge oder Amokläufer sein.

Sachbeschädigungen im Grunewalder Villenviertel

In Neukölln zogen am Mittag rund 100 Menschen bei einer linksradikalen und propalästinensischen Demonstration „Heraus zum roten 1. Mai“ vom Karl-Marx-Platz zum Hermannplatz. Vereinzelt überprüften Polizisten Personalien. Bei einem satirischen Protestzug in Grunewald sollte nach Angaben der Veranstalter für mehr Lärm im Villenviertel gesorgt werden. Laut Polizei kam es dabei zu Sachbeschädigungen. Dies werde nicht geduldet, hieß es. Der Aufzug werde nun von Polizisten flankiert. 

Staatsanwälte halten sich bereit, um nach Festnahmen zusammen mit der Polizei rasch ermitteln und Haftbefehle gegen Randalierer beantragen zu können. Im Bereitschaftsgericht Tempelhof könnten dann Verdächtige ohne Verzug einem Haftrichter vorgeführt werden. (dpa/BLZ)