Eine Beamtin der Berliner Polizei untersucht bei dem Einsatz in Neukölln beschlagnahmten Geldscheine.
Foto: Morris Pudwell

Berlin-NeuköllnAn der Tür des Cafés weist ein Schild darauf hin, dass der Laden Corona-bedingt geschlossen sei. Und sich kein Geld in dem Lokal befände. Das stimmt allerdings nicht: Als die Polizei den Laden in der Nacht zu Freitag stürmte, nahm sie eine illegale Zockerrunde hoch. Und beschlagnahmte  unter anderem 30.000 Euro in bar, eine Spitzhacke sowie ein Brecheisen. 

Zwei Zivilpolizisten hatten in der Nacht zu Freitag zufällig beobachtet, dass sich in einem Café in der Schierker Straße mehrere Personen aufhielten, obwohl der Laden aufgrund der derzeitigen Kontaktbeschränkungen eigentlich geschlossen ist. Daraufhin riefen die Fahnder Verstärkung – und die kam. Wenig später stürmten Kriminalpolizisten und Kräfte einer Einsatzhundertschaft das Café. Und wurden prompt fündig: In einem Hinterzimmer saßen zehn Personen, die illegal Glücksspiele zockten. Die völlig überraschten Männer wurden allesamt festgenommen und abgeführt.

Geldbündel im Fußboden und unter unter Fensterbrettern versteckt

Anschließend durchsuchten die Einsatzkräfte das Café und dessen Inneneinrichtung sorgfältig – und wieder landeten die Fahnder einen Volltreffer. „Als sie das Lokal genauer unter die Lupe nahmen, entdeckten sie an mehreren Stellen bündelweise Geld, dass unter anderem im Fußboden und unter Fensterbrettern versteckt war“, so ein Augenzeuge. Noch vor Ort wurden die Scheine zusammengetragen und gezählt. Es soll sich insgesamt um einen Betrag von rund 30.000 Euro handeln.

Damit nicht genug: Bei ihrer akribischen Suche fanden die Einsatzkräfte zudem ein Brecheisen und eine große Spitzhacke mit Axtschneide. Auch diese Gegenstände wurden beschlagnahmt. Dem Vernehmen nach wird nun mittels kriminaltechnischer Untersuchungen geprüft, ob sie in der Vergangenheit möglicherweise bei einem oder mehreren Verbrechen zum Einsatz kamen. Unabhängig davon wurden der Besitzer des Cafés und die festgenommenen Zocker allesamt angezeigt. Gegen sie wird nun wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung sowie illegalem Glücksspiel ermittelt. Wem die 30.000 Euro gehörten, ist noch unklar. Jetzt liegen die Scheine sicher und trocken bei der Polizei: Das gesamte Geld wurde beschlagnahmt.