Die Organisatoren der Mahnwache haben Figuren auf die Invalidenstraße gelegt. Die Figuren stehen für die Menschen, die vor einem Jahr bei einem schweren Unfall mit einem Porsche Macan getötet wurden. 
dpa: Fabian Sommer

BerlinAuf den fünf Grablichtern, die an der Invalidenstraße Ecke Ackerstraße in Mitte aufgestellt sind, steht je ein Buchstabe. Zusammen ergeben sie einen Namen: Momme. So hieß der dreijährige Junge, der hier am 6. September vor einem Jahr starb. Zusammen mit seiner 64 Jahre alten Großmutter und zwei 28 und 29 Jahre alten Männern.  Sie waren von einem SUV erfasst worden, der mit Tempo 104 über die Straße gerast sein soll. Der Fahrer des Wagens soll einen epileptischen Anfall erlitten haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind auch zwölf Monate nach diesem tödlichen Crash nicht beendet.  

Kinder und ihre Eltern zünden an diesem Sonntag an der Unglücksstelle Kerzen für Momme und die anderen drei getöteten Menschen an. Anwohner der Invalidenstraße legen Blumen ab. Auch Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) ist zu der Mahnwache gekommen, zu der Changing Cities, Fuss e.V., der Verkehrsclub Deutschland (VCD Nordost) und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Berlin (ADFC) aufgerufen haben. Die Vereinigungen fordern seit langem eine Verkehrswende in Berlin, mehr und sicheren Raum für Fußgänger und Fahrradfahrer, ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde in der Stadt.

Zumindest in der Invalidenstraße ändert sich etwas: Schon bald soll die unfallträchtige Fahrbahn umgebaut werden und sichere Fahrradstreifen bekommen. Autos müssen sich dann den einen verbliebenen Fahrstreifen mit der Tram teilen. Für einen Radfahrer zumindest kommt der Umbau zu spät. Noch während der Mahnwache wurde er in der Invalidenstraße  von einer Tram erfasst und schwer verletzt.