Berlin - Gertrud Haase ist 101 Jahre alt und hat schon einiges erlebt in ihrem langen Leben. Und doch ist dieser Sonntag ist ein besonderer Tag für sie, die älteste Bewohnerin des Pflegeheimes Agaplesion Bethanien Sophienhaus in Steglitz. Als sie gegen 9 Uhr den großen Aufenthaltsraum in der oberen Etage des Heimes betritt, wird sie schon erwartet. Irmgard Landgraf, die Heim- und Hausärztin, ist dort, ebenso ein Bundeswehrsoldat, ein weiterer Arzt und eine medizinische Fachkraft, alle tragen blaue Schutzkleidung. Auf einem Tisch liegen Einwegspritzen und Serumfläschchen einsatzbereit. Das, was nun folgt, ist ein schlichter medizinischer Vorgang, eigentlich. Und doch wirkt die Szenerie feierlich. Gertrud Haase ist die erste Berlinerin, die an diesem 27. Dezember den Impfstoff gegen das Coronavirus bekommt. Arzt Fatmir Dalladaku setzt ihr die Spritze in den linken Oberarm. „Ich habe den Piks gar nicht gemerkt“, sagt Gertrud Haase später.

Eine Stunde zuvor sind zwei mobile Impfteams in einem schwarzen Mercedes- und einem grauen VW-Kleinbus mit 90 vorbereiteten Impfdosen auf den Hof des Pflegeheimes gefahren. Sie kamen von der Corona-Einsatzzentrale, die sich im einstigen Terminal C des im November stillgelegten Flughafens Tegel befindet. Dort werden die Routen der insgesamt 60 Teams koordiniert. Und dort ist auch festgelegt worden, dass am 27. Dezember, dem Tag des bundesweiten Impfstartes gegen Corona, die Pflegeeinrichtung im Südwesten Berlins als Erste in der Hauptstadt angefahren wurde.

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