11 Klima-Fragen an Kristin Brinker: „Angst vor dem Klimawandel? Habe ich nicht“

Was denken Berliner über Klimawandel und Klima-Kleber? Heute: Die AfD-Landesvorsitzende spart Energie, aber nicht, um ihre CO₂-Bilanz zu senken.

Kristin Brinker ist die Landesvorsitzende der Berliner AfD.
Kristin Brinker ist die Landesvorsitzende der Berliner AfD.Berliner Zeitung

Der Sommer war zu heiß, der Herbst zu warm, das Jahr 2022 wieder viel zu trocken. Nur noch vier von hundert Bäumen in Berlin sind gesund. Das Klima verändert sich. Auch politisch bewegt das Thema die Stadt, 180.000 Menschen haben unterschrieben, dass Berlin schon 2030 klimaneutral sein soll, es wird einen Volksentscheid geben. Fast täglich blockiert die Protestgruppe Letzte Generation die Straßen.

Was sollen wir tun, um dem Klimawandel zu begegnen, wie soll sich Berlin verändern? Wir wollen in der Berliner Zeitung so viele Stimmen wie möglich zu Wort kommen lassen. Darunter auch die Spitzenkandidaten aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien. Diesmal hat Kristin Brinker von der AfD unsere Fragen beantwortet.

Der Klimawandel wird unser aller Leben verändern. Frau Brinker, wovor haben Sie am meisten Angst?

Klimawandel ist ein natürlicher Prozess, den es immer gab. Angst davor habe ich nicht, wohl aber davor, dass der Klimawandel benutzt wird, um die Freiheit der Menschen einzuschränken.

Was tun Sie persönlich, um Ihre CO₂-Bilanz zu senken?

Ich gehe schon immer vernünftig mit Energie um, heize nicht zum Fenster hinaus und schalte das Licht in nicht benutzten Zimmern aus. Allerdings tue ich das nicht, um „meine CO₂-Bilanz zu senken“, sondern weil Energieverschwendung grundsätzlich unklug ist.

Worauf wollen Sie trotz Klimawandel nicht verzichten?

Auf meine bürgerlichen Freiheiten.

Was muss sich in Ihrer Branche am dringendsten ändern?

Politiker müssen aufhören, den Menschen Angst zu machen. Angstpropaganda wird im Zusammenhang mit dem Klimawandel seit Jahrzehnten praktiziert, und spätestens mit Corona wurde sie zum beliebten Mittel der Politik. Das ist schlimm. Politik muss den Menschen vielmehr Wege in eine positive Zukunft aufzeigen.

Klimaaktivisten blockieren regelmäßig Straßen in Berlin. Hilft das der Sache oder schadet es mehr?

Diese Aktionen helfen vielleicht dem Ego dieser Straftäter, aber ganz sicher nicht dem Klima. Allerdings schaden sie so ziemlich allen, die sich gerade nicht auf die Straße gesetzt haben.

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dpa
Zur Person
Kristin Brinker ist seit März 2021 Landesvorsitzende der AfD in Berlin und seit September 2021 Fraktionsvorsitzende der Partei im Berliner Abgeordnetenhaus. 

Können Sie sich Berlin ganz ohne Autos vorstellen?

Kann ich nicht und will ich auch nicht.

Haben Sie vor, Ihr Auto abzuschaffen?

Nein.

Was erwarten Sie von der Politik – was sollte sie als dringendste Klimaschutzmaßnahme durchsetzen?

Klima ist ein statistischer Wert, den man nicht im Wortsinn „schützen“ kann. Wenn wir etwas erreichen wollen, benötigen wir weltweit klare Vereinbarungen. Deutschland allein kann nichts erreichen.

Klimaschutzminister Habeck duscht nur noch zwei Minuten. Wie lange stehen Sie noch unter der Dusche?

Auch Politiker haben eine Privatsphäre.

Was ist Ihr bester klimaschonender Alltagstipp?

Siehe oben: Energie sinnvoll nutzen und nicht verschwenden.

Berlin im Jahr 2030: Was muss geschehen, damit wir es in der Stadt auch dann noch aushalten?

Eine Regierungsbeteiligung der AfD wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.


Alle Fragebögen finden Sie unter: https://www.berliner-zeitung.de/topics/klimakrise

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