Wie die Polizei erst am Mittwoch mitteilte, machte sie diesen Fund bereits am Dienstagmorgen. Ein Mieter hatte gegen 7 Uhr die Feuerwehr alarmiert, weil dichter Rauch aus einer Tiefgarage in einem Hinterhof in der Körnerstraße drang.

Die Feuerwehrleute brachen das Tor zu dem Garagenkomplex auf und löschten den Brand. In der Garage fanden sie zahlreiche Marihuanapflanzen, die professionell angebaut waren. Hinzugerufene Spezialisten vom Rauschgiftdezernat des Landeskriminalamtes nahmen daraufhin die Ermittlungen auf.

Insgesamt stellten die Polizeiermittler mehr als 1300 Pflanzen sicher, die auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern in der Garage angebaut waren. Die Indoorplantage gehört nach Einschätzung von Polizisten zu den größten, die in den vergangenen Jahren gefunden wurden. In den vergangenen Monaten hatten Ermittler in Indoorplantagen stets Größenordnungen von 200 bis 400 Pflanzen beschlagnahmt.

Die Polizisten demontierten das dazugehörende Equipment, wozu unter anderem Lüftungs- und Beleuchtungsanlagen gehörten. Von diesen war offenbar wegen eines Defektes auch der Brand ausgegangen.

Die Ermittlungen führten die Beamten zu Adressen des Garagenpächters und mutmaßlichen Betreibers der Indoorplantage. In der Friedrichshainer Wohnung seiner Freundin stellten die Polizisten nach eigenen Angaben weitere Beweismittel sicher. Gegen die Frau werde nicht ermittelt, hieß es.

Der 32-jährige Tatverdächtige wurde an der Adresse nicht angetroffen. Nach ihm wird nun gefahndet. Er ist der Polizei bereits wegen Drogen- und Betrugsdelikten bekannt.

Immer wieder entdeckt die Polizei in Berlin und auch im Berliner Umland illegale Hanfplantagen. Diese versorgen den Berliner Drogenmarkt, darunter die Dealer im Görlitzer Park in Kreuzberg. Cannabisprodukte aus Hanfpflanzen stammen nach Erkenntnissen von Fahndern fast nur noch aus Indoorplantagen.

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