Mitarbeiter der Gerichtsmedizin bringen die Leiche der Jugendlichen zur Obduktion. Die Tote wurde in einem Gebüsch in Rummelsburg gefunden. 
Foto: Morris Pudwell

BerlinNach einem Mord in Lichtenberg hat der mutmaßliche Täter die Polizei zu der Leiche geführt. Beamte hatten den 41-Jährigen am Mittwochnachmittag zu einem Gebüsch auf einem Brachgelände an der Rummelsburger Bucht begleitet. Aufgrund der sichtbaren Verletzungen an dem Körper hatte eine Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Mittlerweile ist die Identität des Opfers geklärt. Bei der Toten handelt es sich um ein 15-jähriges Mädchen. 

Der Leichnam der Jugendlichen war gegen 14.30 Uhr zwischen Kynaststraße und Paul-und-Paula-Ufer gefunden worden. Der Fundort befindet sich zwischen einer Bootsanlegestelle und einem Obdachlosencamp. Ein 41 Jahre alter Mann hatte sich nach Angaben der Polizei in Begleitung eines Rechtsanwalts auf einem Polizeiabschnitt gestellt. Der Verdächtige hatte in der Vernehmung den Ermittlern von der Tat erzählt und sie anschließend zu der Stelle geführt, wo die Leiche lag.

Wie die Staatsanwaltschaft am Abend mitteilte, wurde gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl wegen einer versuchten Vergewaltigung und Mordes erlassen. Das Mordmerkmal sei erfüllt, da der 41-Jährige das Mädchen getötet haben soll, um die Sexualstraftat zu verdecken. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft war er in der Vergangenheit wegen eines Sexualdeliktes in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. 

Die Polizei hatte am Mittwochnachmittag den Fundort der Leiche großräumig abgesperrt. Unklar ist, ob die 15-Jährige an der Stelle getötet oder ihre Leiche dort abgelegt worden war. Der Fundort ist schwer zugänglich. Täter und Opfer müssen über einen etwa zwei Meter hohen Zaun geklettert sein oder über eine sehr gute Ortskenntnis verfügen. Die Gegend dort gilt als vermüllte Schmuddelecke, in der zahlreiche Osteuropäer aus Rumänien und Polen campieren. Ihre Zelte und Bretterbuden befinden sich etwa 80 Meter vom Fundort der Leiche entfernt. Auf dem Uferweg, der inzwischen mit dem besagten Metallzaun vom Obdachlosencamp abgegrenzt wurde, spazieren täglich Pärchen, Eltern mit Kinderwagen und Rentner mit Hunden. Abends treffen sich Jugendliche, um heimlich zu trinken oder zu kiffen, berichten Anwohner. 

Während Kriminaltechniker bis zum späten Mittwochabend Beweismittel in dem abgesperrten Bereich sicherten, befragten Ermittler der 4. Mordkommission mögliche Zeugen, darunter Spaziergänger und Obdachlose. Gegenüber dieser Zeitung behaupteten mehrere Campbewohner, dass sie niemanden vermissen. Weder Täter noch Opfer hätten etwas mit ihnen zu tun, erklärten sie. Auf Nachfrage dieser Zeitung konnte die Staatsanwaltschaft nicht sagen, welche Nationalitäten Täter und Opfer haben.