Sie gelten als einer der wichtigsten Bausteine für die Wiedereröffnung von Schulen in der Corona-Pandemie. Die ersten 1,5 Millionen Kits zum eigenhändigen Schnelltesten sind in Berlin eingetroffen. Das meldete die Senatsgesundheitsverwaltung am Freitag auf Anfrage der Berliner Zeitung. Zunächst steht jedoch noch nicht fest, wann sie zum ersten Mal eingesetzt werden sollen.

Mit den Schnelltests will der Berliner Senat allen Dienstkräften und Schülern an Berliner Schulen sowie allen Beschäftigten der Kitas, die in den Einrichtungen präsent sind, ein Testangebot machen. Eine Testung von Kita-Kindern ist nicht vorgesehen. Es soll zweimal die Woche getestet werden. Die Tests sind freiwillig. Bei einem positiven Testergebnis ist eine PCR-Nachtestung mit Laborauswertung erforderlich. 

Das Entscheidende an den jetzt eingetroffenen Tests ist, dass sie anders als die bisher gängigen Schnelltests problemlos an sich selbst vorgenommen werden können, wie die Senatsgesundheitsverwaltung meldet. Deshalb könne dabei auf geschultes Personal verzichtet werden. Unter anderem muss nach Angaben der Verwaltung das Teststäbchen nicht unangenehm tief in Nasen- und Rachenraum geführt werden. Es reiche der „vordere Nasenbereich“ aus. Nach 15 Minuten soll das Ergebnis feststehen. Der Hersteller gibt für das Präparat eine mehr als 97-prozentige Sicherheit vor falsch positiven oder falsch negativen Tests an. 

Insgesamt hat das Land Berlin drei Millionen Tests der Marke „Dedicio Covid-19 AG plus“ bei einem deutschen Hersteller mit Niederlassungen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bestellt. Für die Selbsttests sind in den kommenden Monaten zunächst 32 Millionen Euro eingeplant.

30 Anträge auf Sonderzulassung von Corona-Schnelltests

Mit den ersten Sonderzulassungen von Corona-Schnelltests für Laien rechnet das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Anfang März. Von diesem Zeitraum gehe man aktuell auf der Basis der bislang vorliegenden Antragsunterlagen aus, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts am Freitag. Bislang seien insgesamt fast 30 Anträge auf eine Sonderzulassung entsprechender Tests gestellt worden. Alle Anträge würden mit höchster Priorität behandelt, um solche Schnelltests so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

„Damit die Tests von Laien sicher angewendet werden können und einen wirksamen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten, muss Sorgfalt das oberste Prinzip in den Prüfverfahren sein“, betonte der Sprecher. Deshalb hänge die Prüfdauer in erster Linie von der Qualität und Vollständigkeit der eingereichten Daten ab, insbesondere mit Blick auf die unerlässlichen Informationen zur Gebrauchstauglichkeit.

Unabhängig von Sonderzulassungen, für die das Bundesinstitut zuständig ist, seien weitere Antigen-Tests zur Laienanwendung über die CE-Kennzeichnung durch Zertifizierungsstellen zu erwarten, erklärte der Sprecher. In diesen regulären Weg des Marktzugangs für Medizinprodukte ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nach eigenen Angaben nicht eingebunden.

Erfolgreiche Studien an Lehrkräften

Unterdessen werden Ergebnisse von Untersuchungen mit Selbsttests bekannt. So berichtete die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Sandra Ciesek, am Freitag vor der Bundespressekonferenz von einer Studie mit Lehrkräften. Demzufolge seien die Antigen-Schnelltests auch für Laien gut durchführbar. An der Studie haben mehr als 700 Lehrkräfte teilgenommen. Wichtig sei eine Anleitung, die für Laien verständlich ist, so Ciesek.