Denkmal für Albrecht von Graefe in der Nähe der Charité.
Foto: imago stock & people

Berlin - In der Nähe der Berliner Charité, an der Luisen- Ecke Schumannstraße, steht ein Denkmal, das Vorübergehenden sofort auffällt. Ein Figurenrelief zeigt von Blindheit bedrohte Menschen, die von Helfern zu einem Arzt geführt werden. Daneben sieht man die Geheilten. Eine Frau fällt dankbar auf die Knie und streckt die Arme gen Himmel. Darunter steht Schillers Vers: „O eine edle Himmelsgabe ist / das Licht des Auges – Alle Wesen leben / Vom Lichte, jedes glückliche Geschöpf – / Die Pflanze selbst kehrt freudig sich zum Lichte.“ Ein Mann aus Bronze mit langem Bart und halblangen Haaren hält einen Augenspiegel in der Hand. Es ist Albrecht von Graefe, den Berlin 1882 mit diesem Denkmal ehrte – als Begründer der modernen Augenheilkunde, die endlich Wege fand, unzählige Menschen vor der Erblindung zu retten und viele Augenkrankheiten zu heilen. 

Am 20. Juli vor 150 Jahren starb Albrecht von Graefe. Aus diesem Anlass erinnert jetzt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) an ihn. Graefe hatte diese Gesellschaft im Jahr 1857 ins Leben gerufen. Ophthalmologie – so nennt sich das eigenständige Fach der Augenheilkunde, die vor dessen Gründung ein Gegenstand der Chirurgie gewesen war. Wie wichtig solch ein eigenständiges, gut ausgestattetes Fach ist, zeigt sich besonders heute. Denn die deutsche Gesellschaft altert. Im Jahre 2030 werden voraussichtlich 28 Prozent der Deutschen zwischen 60 und 80 Jahre alt sein. Damit sind auch die Augenärzte immer mehr gefragt – nicht nur wegen der Lesebrille, die die meisten im Alter brauchen, sondern vor allem wegen altersbedingter Augenkrankheiten. Dazu gehören die Makuladegeneration, die Katarakt (Grauer Star) und das Glaukom (Grüner Star). Für die Behandlung all dieser Krankheiten hat Graefe entscheidende Grundlagen gelegt.

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