Fast zehn Jahre lang überfiel er Banken und Apotheken in Österreich und München. Berliner Spezialeinsatzkräfte beendeten nun die größte Bankraubserie in Österreich. Nach der Ausstellung eines EU-Haftbefehls durch die Staatsanwaltschaft Wien konnten Zielfahnder und ein Spezialeinsatzkommando (SEK) des LKA Berlin den 54-jährigen Schweden am 5. Februar 2019 in einem Lagerhaus in Friedrichshain überwältigen und festnehmen. Überführt wurde der Mann nach einem Hinweis aus der Bevölkerung, nachdem im Dezember 2018 Fahndungsfotos von dem Verdächtigen in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" gezeigt worden waren.

Da der Serienräuber ständig durch Europa und Thailand reiste,  sei es schwierig gewesen, ihn zu lokalisieren, sagte ein Polizeisprecher des Landeskriminalamtes Wien. Auch am Tag seiner Festnahme hatte er vor, nach Polen weiterzureisen. Dies wurde durch die Berliner Polizeibeamten vereitelt. Nach seiner Festnahme in der Hauptstadt fanden die Beamten bei den Durchsuchungen in dem von ihm angemieteten Lagerraum eine Gas- und eine Schreckschusspistole sowie 8 000 Euro Bargeld. "Der 54-Jährige zeigte sich bei der ersten Vernehmung durch das LKA Berlin bereits geständig. Er gestand dabei auch, im März 2018 einen zusätzlichen Raubüberfall auf eine Apotheke in München begangen zu haben", erklärte der Polizeisprecher am Dienstag.

Räuber wollte mit den Überfällen seine Reisen und Spielsucht finanzieren

Ende März 2019 erfolgte schließlich die Auslieferung des Beschuldigten nach Österreich. Der 54-Jährige gestand hierbei erneut sämtliche ihm angelasteten Straftaten. Als Motiv nannte der Mann die Finanzierung des täglichen Lebens. Dazu zählten unter anderem die Hotelkosten für seine zahlreichen Reisen und das Glücksspiel in Kasinos. Es ist nicht auszuschließen, dass der Beschuldigte für weitere, ähnlich gelagerte Straftaten im In- und Ausland verantwortlich sein könnte, so die Polizei in Wien. 

Bisher steht fest: Der 54-Jährige steht im Verdacht in 16 gesicherten Fällen mit einer Schreckschuss- beziehungsweise Softair-Waffe Raubüberfälle auf Bankfilialen sowie auf ein Postamt und eine Apotheke verübt zu haben. Der Mann war hierbei immer maskiert. Seinen ersten Überfall soll er im August 2009 begangen haben, seinen letzten im April 2018. Trotz intensiver Ermittlungen und öffentlicher Fahndung gelang es vorerst nicht, den Tatverdächtigen zu identifizieren. Dabei war er bereits in Dänemark und Schweden vorbestraft. "Es handelte sich bei dieser Serie um die größte Bank- und Postraubserie, die jemals in Österreich von einem Einzeltäter begangen worden war", sagte ein Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft.