In einem Zug auf der Berliner S-Bahn-Linie 46 ist es zu einem sexuellen Übergriff auf eine 32-Jährige gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, versuchte ein 16-Jähriger am vergangenen Freitagabend, sich in dem Waggon an der Frau zu vergehen.

Die Brandenburger Polizei gibt an, um 21.45 Uhr einen Notruf erhalten zu haben, den jemand aus dem Waggon heraus abgesetzt hatte. "Laut unseren Unterlagen war es das Opfer selbst", sagt ein Sprecher der Berliner Zeitung. Der Zug kam daraufhin im Bahnhof Eichwalde zum Stehen.

Flucht über die Gleise

Als der Lokführer des Zugs der Frau zu Hilfe eilen wollte, griff der Täter ihn an, so dass der S-Bahn-Mitarbeiter später im Krankenhaus untersucht werden musste. Der Jugendliche schlug um sich, als Personen auf dem Bahnsteig ihn festhalten wollten.

Anschließend versuchte der Täter, über die Gleise zu fliehen. Die Polizei verfolgte ihn und konnte ihn schließlich im Ortskern von Eichwalde stellen. Als der Mann auf die wiederholte Aufforderung, stehenzubleiben, nicht reagierte, gab einer der Beamten einen Warnschuss in die Luft ab.

Wie die Polizei mitteilte, stand der Jugendliche zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss. 1,4 Promille wurden in seinem Blut nachgewiesen. Der 16-Jährige ist polizeibekannt, er fiel in der Vergangenheit bereits wegen Körperverletzung und Drogendelikten auf.

Das Opfer kam zur Behandlung ins Krankenhaus. Zur Frage, warum die Polizei den Vorfall nicht früher veröffentlichte, berief sich ein Behördensprecher auf den Opferschutz. Der Täter wurde in eine Einrichtung für straffällige Jugendliche gebracht. Gegen ihn wird nun wegen Vergewaltigung ermittelt.