Berlin - Berlin hat sich im Neubau viel vorgenommen. Gut 50.000 Wohnungen sind in 16 Stadtquartieren geplant – von Buch bis Buckow und von der Wasserstadt Spandau bis zum Gut Hellersdorf sollen einmal rund 100.000 Menschen leben. Von den 50.000 Wohnungen sind mit Stand vom Februar 2021 bereits rund 12.000 realisiert oder aktuell in Bau. Für circa 3200 Wohnungen sollen die Bauarbeiten im Jahr 2021 beginnen, für weitere 19.000 Wohnungen 2022 bis 2026. Nach 2026 ist der Bau von 15.600 Wohnungen geplant. Ein Überblick:

Auf den Buckower Feldern am südlichen Stadtrand im Bezirk Neukölln sind auf einer rund 16 Hektar großen Fläche etwa 900 Wohnungen geplant. Im Jahr 2021 sollen die Bauarbeiten beginnen. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land ist der größte Bauherr. Sie will 50 Prozent ihrer Wohnungen mit einer sozialen Bindung vermieten, 30 Prozent davon als Sozialwohnungen. Die ersten Wohnungen sollen im Jahr 2024 fertiggestellt werden. Die Vermietung startet voraussichtlich 2023.

Foto: Stadt und Land
Zukunftsvision: So soll das neue Viertel auf den Buckower Feldern aussehen.

Im Blankenburger Süden in Pankow, zwischen Blankenburg und Heinersdorf, soll in einem rund 150 Hektar großen Gebiet ein Stadtviertel mit – nach aktuellen Angaben – rund 5000 Wohnungen entstehen. Vorbereitende Untersuchungen sind laut Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) für dieses Jahr geplant. Ganz entscheidend ist aus Bezirkssicht, dass die Verkehrsinfrastruktur zuerst realisiert wird. Als möglicher Baubeginn wird das Jahr 2027 genannt.

Das Gebiet Buch – Am Sandhaus ist das nördlichste der geplanten Quartiere. Es liegt am Rand des Bezirks Pankow im Ortsteil Buch. Auf einer Gesamtfläche von rund 57 Hektar sollen rund 2400 bis 3000 neue Wohnungen entstehen, ergänzt durch Kindertagesstätten und eine Grundschule. In diesem Jahr sind die Anwohner eingeladen, sich zu den Entwürfen der Planungsteams zu äußern. Im Sommer soll eine Fachjury das beste Konzept auswählen. Es dient als Grundlage für die künftige Bebauung.

Die Europacity in Mitte gehört zu jenen Quartieren, deren Bau bereits seit Jahren läuft. Auf einer 40 Hektar großen Fläche nördlich des Hauptbahnhofs entstehen neben Büros und Unternehmenszentralen rund 3000 Wohnungen. Hier sollen einmal rund 6000 Menschen wohnen und über 10.000 Beschäftigte arbeiten. Der Anteil preiswerter Wohnungen ist jedoch gering. Nach Angaben aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind nur 215 Wohnungen sozial gefördert und 24 Wohnungen preisgedämpft. Ausschließlich private Unternehmen realisieren hier Miet- und Eigentumswohnungen.

Der ehemalige Güterbahnhof Köpenick soll, umgeben von Wald-, Grün- und Parkflächen, zu einem klimaneutralen Wohn- und Gewerbestandort entwickelt werden. Rund 1800 „bezahlbare“ Wohnungen sind geplant, davon sollen mindestens 40 Prozent eine Förderung des Landes erhalten, also als Sozialwohnungen entstehen. Für die ersten 300 Wohnungen sollen die Arbeiten 2023/2024 starten, für die übrigen 1500 Wohnungen aber erst von 2026 an.

Die Wissenschaftsstadt Johannisthal/Adlershof hat sich mit zehn außeruniversitären Forschungsinstituten, dem naturwissenschaftlichen Campus der Humboldt-Uni, der Medienstadt und circa 1000 Unternehmen zu einem wichtigen Viertel im Südosten der Stadt entwickelt. Dazu gehören 5400 Wohnungen. Rund 2100 wurden bereits realisiert, etwa 900 sind in Bau, 2400 noch geplant.

In Lichterfelde Süd sind an der Stadtgrenze rund 2500 Wohnungen geplant. Dort, wo zu Mauerzeiten die US-Armee in einer Geisterstadt den Häuserkampf trainierte, soll zwischen Osdorfer Straße und Anhalter Bahn ein Stadtviertel mit 420 Reihenhäusern, rund 1540 Miet- und Eigentumswohnungen sowie 540 Sozialwohnungen entstehen. 2021 sollen die Bauarbeiten voraussichtlich beginnen und bis 2025/26 abgeschlossen werden.

Die Michelangelostraße am nord-östlichen Rand des Ortsteils Prenzlauer Berg wird seit Jahren als möglicher Standort für weitere Wohnungen gehandelt. Bei den dort lebenden Bewohnern stoßen die Pläne jedoch auf Kritik. Im Gespräch sind 1200 Wohnungen. Als Baubeginn für die ersten 750 Wohnungen wird das Jahr 2029 genannt. Weitere rund 450 Wohnungen sollen von 2033 bis 2035 entstehen. Zuerst müsste aber die Michelangelostraße verlegt werden. Auch eine Grundschule ist geplant.

Im Stadtquartier Schöneberger Linse zwischen Bahnhof Südkreuz und Bahnhof Schöneberg besteht auf 22 Hektar Fläche ein Potenzial von circa 1900 Wohnungen. Dazu gehören 140 bestehende Wohneinheiten. Seit 2018 werden circa 900 Wohnungen realisiert, für weitere 340 Wohnungen sollte im Jahr 2020 der Bau beginnen. Darüber hinaus besteht ein weiteres Potenzial von circa 560 Wohnungen.

Siemensstadt 2.0 heißt der Zukunftscampus, den der Technologiekonzern Siemens bis 2030 auf einem 70 Hektar großen Areal um seinen Berliner Stammsitz an der Nonnendammallee entwickeln will. Dazu gehören rund 2750 Wohnungen, eine Europa-Schule, zwei Kitas, ein Hotel sowie Flächen für Einzelhandel und Gastronomie. Bis zu 600 Millionen Euro will Siemens investieren. 30 Prozent der Wohnungen sollen als Sozialwohnungen entstehen. Der Baubeginn ist für 2022 geplant.

Das Stadtgut Hellersdorf ist ein rund 30 Hektar großes Areal, in dem 1400 bis 1500 Wohnungen entstehen. Das Projekt will die ehemalige Gutsanlage Hellersdorf mit der umgebenden Plattenbausiedlung verknüpfen. Die Arbeiten laufen.

Die Wasserstadt Spandau, auch Wasserstadt Oberhavel genannt, gehört zu den größten Neubau-Quartieren Berlins. Hier sollen unter dem neuen Quartiersnamen „Waterkant“ rund 8300 Wohnungen entstehen. 4200 Wohnungen davon sollen die landeseigenen Wohnungsunternehmen beisteuern, weitere 4100 Wohnungen durch private Unternehmen errichtet werden. Ein Teil wurde bereits fertiggestellt.

Foto: Gewobag/WBM
Geplante Bebauung in der Wasserstadt Oberhavel in Spandau.

Das Neue Gartenfeld heißt das Quartier, das unweit der Wasserstadt Spandau auf der Insel Gartenfeld geplant ist. Auf dem rund 59 Hektar großen Areal, das von Kanälen umgeben ist, sollen rund 3700 Wohnungen errichtet werden. Der Baubeginn ist 2022 vorgesehen.

Schumacher-Quartier ist der Name des Neubaugebiets auf dem ehemaligen Flughafen Tegel. Hier sollen mehr als 5000 Wohnungen entstehen. Das Schumacher-Quartier soll als weitgehend klimaneutrales Stadtviertel entwickelt werden – dazu gehört Holz als Baustoff. Ab 2022 sollen die ersten Bauarbeiten starten und die Grundstücke vergeben werden. Die ersten Wohngebäude sollen 2027 fertig werden, das gesamte Quartier bis Mitte der 2030er-Jahre.

Das Stadtquartier Ehemaliger Rangierbahnhof Pankow oder auch Pankower Tor umfasst ein rund 38 Hektar großes Areal des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs Pankow. Hier soll ein durchmischtes Stadtquartier mit circa 2000 Wohnungen sowie Einzelhandelsflächen entstehen. Im April 2018 haben sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Bezirk und der Grundstückseigentümer (Möbel Krieger) auf eine Grundsatzvereinbarung zur Entwicklung des Quartiers verständigt. Der Bau soll 2024 beginnen.

Die Neue Mitte Tempelhof ist das kleinste der 16 neuen Stadtquartiere. Rund um das Rathaus Tempelhof sollen in den nächsten zehn bis zwölf Jahren 500 Wohnungen, neue Kitaplätze, ein Hallenbad, ein Polizeirevier sowie ein Kultur- und Bildungshaus entstehen. Mit dem Bau der Wohnungen soll 2027 begonnen werden.