Berlin - Auf einer Straße in Berlin-Lichtenberg ist ein 28-jähriger Mann angeschossen und tödlich verletzt worden. Der Mann konnte sich noch auf den Hof einer naheliegenden Werkstatt schleppen, wo er kurz darauf starb, wie die Polizei mitteilte.

Toter gehörte "Guerilla Nation Nomads" an

Der Angriff ereignete sich am Freitag um kurz nach 13 Uhr im Kietzer Weg nahe eines Vereinsheims der "Guerilla Nation Nomads", einem Unterstützerclub der Hells Angels. "Der Tote gehörte der Rockervereinigung an", bestätigt Polizeisprecherin Kerstin Ziesmer gegenüber der Berliner Zeitung.

In der Nähe des Toten lag ein Motorrad. "Wir vermuten, dass der Mann auf der Maschine unterwegs war", so Ziesmer. Der oder die Täter seien flüchtig, wie viele Schüsse den Mann trafen, sei noch unklar. Auch über die Herkunft des Opfers kann die Polizei noch keine Angaben machen.

Eine Mordkommission des Landeskriminalamtes ermittelt. Auch Experten für Rockerkriminalität sind vor Ort, das Gelände ist weiträumig abgesperrt. In der Nähe des Tatorts versammelten sich schnell Dutzende Rocker. Polizisten, die zum Teil mit Maschinenpistolen bewaffnet waren, sicherten das Gebiet. Einige Rocker wurden überprüft. Auch Kriminalpolizisten der LKA-Abteilungen, die für Rockerkriminalität zuständig sind, waren vor Ort. Ebenso eine Mordkommission, Kriminaltechniker, ein Staatsanwalt und Vertreter der Gerichtsmedizin.

Mit einem Metalldetektor suchten die Einsatzkräfte nach Patronenhülsen. Fundstellen wurden markiert und dokumentiert. Der Tote wurde abtransportiert. Er sollte obduziert werden.

Rockerclub aus Berlin

Die "Guerilla Nation Nomads", ein im vergangenen Jahr in Berlin entstandener Club, ist eine von mehreren neuen Gruppierungen, die sich Habitus und Insignien eines echten  Rockerclubs gegeben haben, obwohl nach Angaben von Ermittlern nur wenige von ihnen einen Führerschein geschweige denn ein eigenes Motorrad besitzen.

Laut Polizei verdienen kriminelle Rockerclubs ihr Geld schon seit Jahren unter anderem mit Drogengeschäften und im Rotlichtmilieu. An diesen Profiten wollen auch neue Gruppierungen teilhaben. In ihnen vereinen sich größtenteils türkischstämmige Gangmitglieder und Mitglieder arabischer Clans. Die Polizei schätzt die Mitgliederzahl der "Guerilla Nation Nomads" vorsichtig auf rund 50. (BLZ/dpa)