Berlin - Wenn Peter G. von seiner Ehefrau spricht, dann nennt er sie nicht Ilona oder „meine Frau“. Peter G., vor 84 Jahren in Berlin geboren und nie aus Neukölln herausgekommen, sagt „meine Kleene“. Mehr als ein halbes Jahrhundert waren er und seine Frau verheiratet, und Peter G. liebte sie – bis zum bitteren Ende. An ihrem 93. Geburtstag griff er zum Hammer und erschlug sie in ihrer gemeinsamen Wohnung in der Mahlower Straße in Neukölln – zwei Zimmer, dritter Stock, ohne Fahrstuhl, scheinbar ohne Ausweg.

Peter G. sitzt auf der Anklagebank des Berliner Landgerichts. Drei Verhandlungstage sind vorüber. An diesem Freitag wird eine Schwurgerichtskammer des Berliner Landgerichts voraussichtlich das Urteil über den großen, hageren Mann sprechen. Dem 84-Jährigen wird das schwerste Verbrechen vorgeworfen, das es im Strafgesetzbuch gibt und für das es bei voller Schuldfähigkeit nur ein Urteil vorsieht: lebenslange Haft.

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