Berlin setzt im deutschlandweiten Vergleich  deutliche bildungspolitische Akzente: Lehrer, die in Schulen in besonders schwierigen Lagen arbeiten, sollen künftig eine Zulage erhalten und somit mehr verdienen als Pädagogen an anderen Schulen. Die rot-rot-grünen Bildungspolitiker haben sich nach Informationen der Berliner Zeitung nun auf eine klare Regelung verständigt.

Demnach würden Brennpunkt-Lehrer künftig monatlich 300 Euro brutto mehr im Monat verdienen. Die Voraussetzung: Sie arbeiten an Schulen, an denen mehr als 80 Prozent der Schüler lernmittelbefreit sind. Das bedeutet, mehr als 80 Prozent der  Schüler stammen aus Familien, die auf Sozialtransfers angewiesen – auf Hartz IV, Aufstockung oder auch auf Bafög.

50 Schulen betroffen

Die Regelung würde demnach für gut  50 der über 700 Berliner Schulen gelten. Nutznießer der Regelung wären 2000 von gut 30.000 Lehrkräften, also etwa jeder 15. Lehrer, wie Maja Lasic, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, errechnet hat. Lasic, die ihren Wahlkreis in Gesundbrunnen hat, verfolgte seit Jahren dieses Ziel.

Mit dieser Besserstellung  soll verhindert werden, dass ausgerechnet an Brennpunkt-Schulen die Fluktuation besonders hoch ist und mehr Stellen auf Dauer vakant bleiben – zum Nachteil der ohnehin benachteiligten Schüler. Die Herausforderungen etwa bei der individiuellen Förderung von Schülern oder auch bei der Elternarbeit sind dort besonders groß.

Finanzsenator muss noch zustimmen

Beachtlich an der neuen Regelung ist, dass davon auch Erzieher profitieren. Diese blieben zuletzt etwa bei der vereinbarten Höhergruppierung für Grundschullehrer außen vor.  Nach der nun geplanten Regelung sollen auch die Erzieher an Brennpunkt-Schulen besser gestellt werden.

Sie würden prinzipiell eine Zulage erhalten, die ungefähr einer höheren Gehaltsstufe entspricht. Laut Maja Lasic würden die Zulage für Erzieher damit zwischen 70 und 350 Euro brutto liegen, vor allem aber im mittleren und auch im oberen Bereich.

Es war schwierig, auch für Erzieher eine Zulagemöglichkeit zu schaffen. Denn während für Lehrer weiter das Beamtenrecht gilt, obwohl Berlin vor allem Angestellte einstellt, gilt für Erzieher in Berlin der Tarifvertrag der Länder. Der Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) hat noch nicht zugestimmt. Dennoch hofft Lasic, dass das Parlament die Neuregelegung noch in diesem Jahr beschließt. Es würden Mehrkosten von etwa acht Millionen Euro jährlich entstehen. 

Hinweis: In einer ersten Version dieses Textes hatte fälschlicherweise gestanden, dass die Regelung für jeden siebten Berliner Lehrer gilt. Wir entschuldigen uns für den Fehler.