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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

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+++ 28. Mai +++

333 aktuelle Corona-Fälle in Berlin, 6208 Menschen genesen

In Berlin sind bislang 6737 Fälle des neuartigen Coronavirus gemeldet worden, 35 mehr als noch am Vortag. Aktuell gibt es 333 aktive Corona-Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden laut der Senatsverwaltung für Gesundheit 146 Personen, davon liegen 47 auf der Intensivstation. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 196 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. 6208 Menschen gelten als genesen.

Die drei sogenannten Ampeln für die aktuelle Lagebeurteilung stehen laut Senatsverwaltung weiter auf Grün. Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche verharrt den Angaben zufolge bei 4,7 je 100.000 Einwohnern und unterschreitet so deutlich die für Berlin kritische Schwelle von 30. Der Anteil der von Covid-19-Patienten beanspruchten Intensivbetten sank von 4,4 Prozent auf 3,7 Prozent und liegt damit weit unter der Zahl 25 Prozent, bei der die entsprechende Ampel auf Rot springen würde. Sind drei Ampeln Rot, besteht dem Konzept zufolge Handlungsbedarf. Zum Beispiel könnten dann wieder mehr Maßnahmen zur Eindämmung verhängt werden.(BLZ/dpa)

Bald wieder mehr Veranstaltungen in Berlin möglich

Nach mehr als zwei Monaten Verbot wegen der Corona- Pandemie sollen in Berlin wieder Veranstaltungen wie bestimmte Kulturevents stattfinden können. Darauf verständigte sich der Senat am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Demnach sind ab 2. Juni Open-Air-Veranstaltungen wie Konzerte oder Filmvorführungen mit bis zu 200 Teilnehmern möglich, ab 16. Juni mit bis zu 500 Teilnehmern und ab 30. Juni mit bis zu 1000 Teilnehmern. Bestimmte Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind demnach ab 2. Juni mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, ab 30. Juni dann mit bis zu 300 Teilnehmern. (dpa)

Berliner Kinos dürfen ab 30. Juni öffnen

Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen Berliner Kinos ab 30. Juni wieder öffnen. Das teilte Innensenator Anderas Geisel (SPD) am Donnerstag nach einer Senatssitzung mit. Freiluftkinos können demnach bereits am 2. Juni wieder Filme zeigen. (dpa) 

Berliner Senat verlängert Kontaktbeschränkungen

Der Berliner Senat hat die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis zum 4. Juli verlängert. Allerdings dürfen sich demnächst neben Angehörigen zweier Haushalte auch wieder bis zu fünf Menschen etwa zu Hause oder im Freien treffen. Das gilt unabhängig von der Frage, ob sie zusammen wohnen oder nicht. Wie bisher gilt 1,5 Meter Mindestabstand, wie Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag nach einer Senatssitzung mitteilte. (dpa)

Mehr Möglichkeiten für Freizeitsportler in Berlin

Freizeitsportler haben in Berlin bald wieder mehr Möglichkeiten für ihr Hobby. Sport in Gruppen von bis zu zwölf Personen soll draußen und drinnen ab 2. Juni wieder möglich sein. Das beschloss der Senat am Donnerstagabend bei seiner Sondersitzung, wie Innen- und Sportsenator Andreas Geisel anschließend mitteilte. „Wir öffnen jetzt wieder die Sporthallen“, sagte der SPD-Politiker. Die Regeln für Veranstaltungen im Freien, bei denen ab 2. Juni bis zu 200, ab 16. Juni bis zu 500 und ab 30. Juni bis zu 1000 Teilnehmer erlaubt sind, gelten auch im Sport, wie Geisel ankündigte. (dpa)

Keine Obergrenze mehr für Gottesdienste in Berlin

Nach wochenlangen Beschränkungen sollen bald wieder mehr Gläubige in Berlin Gottesdienste besuchen können. Darauf hat sich der Senat am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verständigt. Demnach sollen Gottesdienste im Freien künftig ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl möglich sein. Ab voraussichtlich Mitte Juni soll das dann auch für religiöse Veranstaltungen beispielsweise in Kirchen, Moscheen oder Synagogen gelten. Bisher ist die Teilnehmerzahl für Gottesdienste in Gebäuden auf 50 limitiert. (dpa)

Ein Jahr lang Corona-Tests an 24 Berliner Schulen geplant

In 24 Berliner Schulen sollen zwölf Monate lang Corona-Tests durchgeführt werden. Geplant sei, Schüler aus 48 Klassen zu untersuchen, sagte Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers am Donnerstag im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Details der mit der Charité geplanten Langzeitstudie müssten aber noch geklärt werden, sagte ein Pressesprecher der Senatsverwaltung. Es gebe zudem Überlegungen, alle Lehrer an 24 Schulen vor und nach den Sommerferien zu testen. Zuvor hatte der RBB berichtet. Mitte Mai hatte der Berliner Senat eine Ausweitung der Corona-Tests mit einem Schwerpunkt auf Stichproben beschlossen. Flächendeckende Tests werde es nicht geben, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Test-Stichproben solle es nach einem Konzept von Charité und Vivantes zum Beispiel in Schulen, Kitas, Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie bei Polizei und Feuerwehr geben. Berlin will sich außerdem an einer geplanten bundesweiten Studie zum Corona-Infektionsrisiko von Kita-Kindern beteiligen, hieß es vor zwei Wochen. (dpa)

Reproduktionszahl auf Allzeittief

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt in Deutschland nach aktuellsten Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,61 (Datenstand 28.5., 0 Uhr; Dienstag 0,68). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel etwa sieben weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 28.5., 0 Uhr) bei 0,78. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Johnson verkündet weitere Lockerungen in Großbritannien ab Montag

Der britische Premierminister Boris Johnson hat weitere schrittweise Lockerungen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen in Großbritannien ab Anfang Juni angekündigt. „Ab dem kommenden Montag können Freunde und Verwandte wieder mit ihren Liebsten zusammenkommen“, sagte Johnson am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. In England dürfen sich Menschen dann wieder in Gruppen von bis zu sechs Personen auf Abstand treffen, beispielsweise in privaten Gärten.

Mitte Juni sollen dann auch die älteren Schüler wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren. Außerdem dürfen am 15. Juni alle Geschäfte nach einer 12-wöchigen Zwangspause wieder öffnen. Im Juli soll der Hotelbetrieb wieder aufgenommen werden. Die neuen Bestimmungen gelten jedoch nur für England, da die Regierungen von Schottland, Wales sowie Nordirland einen vorsichtigeren Zeitplan für die Lockerung der Maßnahmen vorsehen. (dpa)

UN-Klimakonferenz in Glasgow um ein Jahr verschoben

Die UN-Klimakonferenz in Glasgow ist um ein Jahr auf November 2021 verschoben worden. Die Konferenz COP26 werde nun vom 1. bis zum 12. November kommenden Jahres stattfinden, erklärte der britische Verhandlungsleiter bei den Gesprächen über die Verschiebung, Alok Sharma, am Donnerstagabend im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Die britische Regierung hatte sich wegen der Corona-Pandemie für die Verschiebung ausgesprochen. (dpa)

Franzosen können ab Dienstag wieder reisen und auswärts speisen

Ins Restaurant gehen, sich weiter als 100 Kilometer vom eigenen Zuhause entfernen und in Pariser Parks sonnenbaden: Das ist für die Franzosen ab Dienstag der kommenden Woche wieder möglich. Die Regierung in Paris kündigte am Donnerstag eine weitgehende Lockerung der Corona-Auflagen an, die nach Pfingsten in Kraft tritt. Auch der Tourismus im Land kann wieder starten – auch wenn sich EU-Bürger noch gedulden müssen.

Premierminister Edouard Philippe stellte die neuen Erleichterungen für die Bürger vor. Besonders sehnlich erwartet wird die Aufhebung der Reisebeschränkungen: Seit Ende der Ausgangssperre am 11. Mai können sich die Bürger mit wenigen Ausnahmen bislang nur im Radius von 100 Kilometern um ihren Wohnort bewegen. Diese Auflage entfällt nun.

Zudem dürfen die seit Monaten geschlossenen Restaurants, Bars und Cafés wieder öffnen, wenn sie Hygieneregeln befolgen. Im besonders von Corona betroffenen Großraum um Paris gilt dies vorerst nur für die Außenbereiche.

Auch der Tourismus kann wieder losgehen, Campingplätze dürfen wieder öffnen. Hotels waren bereits geöffnet, wegen der 100-Kilometer-Regel aber vielerorts verwaist. Frankreich setzt sich dem Premier zufolge auch für die Aufhebung der Einreisebeschränkungen für EU-Bürger ab dem 15. Juni ein. Bisher ist für die Einreise ein triftiger Grund nötig. (AFP)

Lockerungen: Mehr Menschen dürfen sich in Brandenburg treffen, Baden mit Auflagen

Die Brandenburger können in der Corona-Krise wieder in etwas größeren Gruppen in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Seit Donnerstag gelten gelockerte Regeln. Dazu zählt, dass der Aufenthalt mit bis zu zehn Personen oder maximal zwei Haushalten erlaubt ist. Das gilt ebenso für Treffen in Wohnungen.

Auch das Trainieren im Fitnessstudio und in der Sporthalle und der Besuch von Tanzschulen, Freizeitparks und Spielhallen sind wieder möglich. Demonstrationen sind im Freien mit bis zu 150 statt 50 Menschen erlaubt – und große private Feste wie Hochzeiten können mit maximal 50 Menschen drinnen oder draußen gefeiert werden.

Badespaß in Freibädern und an Badegewässern ist ebenfalls seit Donnerstag möglich. Beim Baden und Schwimmen sowie an Land müssten die Abstands- und Hygieneregeln zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus beachtet werden, erklärte das Gesundheitsministerium. Die Öffnung kommunaler Bäder sei mit Aufwand verbunden, weil etwa Abstandsregeln auf Liege- und Wasserflächen geregelt werden müssten, teilte der Verband kommunaler Unternehmen Brandenburg mit.

Nicht alle Freibäder können gleich aufmachen – Vorlaufzeit und Umsetzung eines solchen Konzeptes brauchten meist zwei bis vier Wochen. Die Öffnung sei mit finanziellen Einbußen verbunden, denn nur ein Bruchteil der normalen Besucherzahl werde erwartet und erheblich mehr Personal sei nötig. (dpa)

Arzneimittelkommissions-Chef sieht Remdesivir-Zulassung kritisch

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, steht einer baldigen eingeschränkten Zulassung des Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Corona-Erkrankten kritisch gegenüber. „Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen“, sagte Ludwig der Tagesschau. Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt habe, sei, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. „Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden.“ Eine baldige Zulassung des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Medikaments wird derzeit erwartet. Schon jetzt können Covid-19-Patienten in bestimmten Fällen damit behandelt werden. Es sei ein ungewöhnlicher Schritt, dass der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) schon vor der Zulassung einen breiteren Einsatz ermöglicht habe, hatte Clemens Wendtner Mitte Mai gesagt. Er ist Chefarzt an der Klinik für Infektiologie der München Klinik Schwabing, die an weltweiten Studien zu Remdesivir beteiligt ist. Die Spitze der EMA habe mitgeteilt, dass eine Zulassung noch „vor dem Sommer“ erfolgen könnte, sagte Wendtner. (dpa)

400 Menschen brechen aus Corona-Isolationszentrum in Malawi aus

In Malawi sind rund 400 Menschen den Behörden zufolge aus einem Corona-Isolationszentrum ausgebrochen. Die Menschen waren nach ihrer Rückkehr aus dem Nachbarland Mosambik auf Covid-19 getestet worden und mussten auf Anordnung der Regierung in einem Stadion in der Stadt Blantyre auf ihre Ergebnisse warten. Doch die Menschen klagten über schlechte Bedingungen in dem Stadion. „Wir hatten kein Essen, kein Wasser und die Toiletten waren unglaublich unordentlich“, hieß es in einem Bericht eines Betroffenen. Daraufhin brachen am Mittwoch 400 Menschen aus dem Stadion aus, wie der Gesundheitsdirektor für den Bezirk, John Kawalazira, mitteilte. Der Polizei zufolge wird der Vorfall untersucht. Am Donnerstag war das Stadion leer, bis auf verlassene Zelte und einige Polizisten, wie ein dpa-Reporter berichtete. Im südostafrikanischen Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, wurden bislang der panafrikanischen Gesundheitsbehörde zufolge 101 Fälle von Covid-19 bestätigt. (dpa)

72 UPS-Mitarbeiter nahe Hannover mit Coronavirus infiziert

Beim Logistikkonzern UPS in Langenhagen bei Hannover haben sich 72 Mitarbeiter des Verteilzentrums mit dem Coronavirus infiziert. Das teilten das Sozialministerium und die Region Hannover am Donnerstag mit. 55 Mitarbeiter, deren Test zunächst negativ ausfiel, sollten erneut getestet werden. Auch Covid-19-Fälle in einer Kita und einer Schule in Hannover stünden im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen bei UPS, teilte die Region mit. Familien mit einem beruflichen Bezug zum Unternehmen wurden gebeten, wachsam auf eventuelle Krankheitssymptome zu achten. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind Paketzusteller nicht betroffen. Sendungen könnten daher risikolos in Empfang genommen werden. Nachdem es nach der ersten Infektion Mitte Mai einen stetigen Anstieg der Fälle gab, habe das Gesundheitsamt am 18. Mai gemeinsam mit dem Unternehmen die betroffenen Abteilungen identifiziert, erklärte die Region. Vor Ort seien die Hygienemaßnahmen überprüft worden, um sicherzustellen, dass die Abstände im Arbeitsablauf eingehalten werden. Seit Mitte Mai besteht auf dem Firmengelände eine Maskenpflicht. Am Dienstag ließ das Gesundheitsamt vorsorglich weitere 80 Mitarbeiter testen – bei 55 war das Ergebnis negativ. (dpa)

Abnahmen für Berliner Corona-Notfallklinik abgeschlossen

Die Formalitäten für den Betrieb des Corona-Notfallkrankenhauses auf dem Messegelände in Berlin sind erfüllt. „Die Reihe von Abnahmen bestätigt nur, was wir immer gesagt haben: Das Corona-Behandlunsgzentrum Jafféstraße war und ist im Notfall betriebsbereit“, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Donnerstag auf Anfrage. Der Tagesspiegel (online) hatte zuvor berichtete, dass nun die ersten 84 Betten belegt werden könnten. Die Amtsärztin des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Nicoletta Wischnewski, nahm als Zuarbeit für das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) eine krankenhaushygienische Abnahme vor. Sie sagte am Donnerstag: „Es war reine Formsache.“ Das Lageso gab inzwischen grünes Licht für die Inbetriebnahme. Schon bei der Eröffnung vor rund zwei Wochen war absehbar, dass die Betten momentan nicht gebraucht werden. Sukzessive könnten in der umfunktionierten Messehalle 500 Corona-Infizierte behandelt werden, sollten die Berliner Krankenhäuser wegen der Pandemie an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Mit Stand vom Mittwochabend sind laut Gesundheitsverwaltung 4,4 Prozent der Berliner Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt.  (dpa)

Mittlerweile 200 Corona-Infektionen nach Baptisten-Gottesdienst

Nach dem Gottesdienst einer Freikirche in Frankfurt am Main am 10. Mai sind bis Donnerstag 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde positiv auf Covid-19 getestet worden. Von ihnen wohnten 57 in Frankfurt, die übrigen lebten in sieben umliegenden Landkreisen, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats. Derzeit würden neun Menschen in Krankenhäusern stationär behandelt, in einem Fall intensivmedizinisch. Am vergangenen Wochenende waren die Infektionen in der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde bekannt geworden. Ein Sprecher der Gemeinde hatte damals erklärt, es seien alle Auflagen für Gottesdienste eingehalten worden. In einem Anfang der Woche veröffentlichten Informationsschreiben war allerdings von Gemeindegesang die Rede. Auch Mund-Nasen-Masken wurden offenbar nicht getragen. (dpa)

Polizei: Johnson-Berater hat möglicherweise Lockdown-Regeln gebrochen 

Der britische Regierungsberater Dominic Cummings hat nach Einschätzung der Polizei möglicherweise doch die Lockdown-Regeln verletzt. Der Chefberater von Premierminister Boris Johnson habe mit einer Fahrt ins Ausflugsziel Barnard Castle am Ostersonntag eventuell einen geringfügigen Verstoß gegen die Corona-Ausgangsbeschränkungen begangen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Polizei der nordostenglischen Grafschaft Durham. Mit Konsequenzen habe er aber nicht zu rechnen. Cummings und die Regierung bestreiten einen Regelbruch bislang vehement.

Der Johnson-Berater steht in der Kritik, weil er Ende März von London ins rund 430 Kilometer entfernte Durham zu seinen Eltern reiste. Einen Rücktritt lehnt er ab. Cummings besteht darauf, im Rahmen der Regeln gehandelt zu haben. Er hat bislang auch die Rückendeckung des Premierministers. Cummings behauptet, keine andere Möglichkeit gehabt zu haben, die Betreuung seines vier Jahre alten Sohns sicherzustellen, weil sowohl er als auch seine Frau mit einer Coronavirus-Infektion rechnen mussten. Hier sieht auch die Polizei laut der Mitteilung keinen Regelbruch. (dpa)

Dehoga: Gastronomen leiden unter hohen Mehrkosten durch Corona-Krise

Obwohl Restaurants in ganz Deutschland inzwischen wieder geöffnet haben, drücken vor allem Mehrkosten durch die Corona-Auflagen aus Sicht des Branchenverbands Dehoga den Umsatz. „Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen, noch einmal deutlich erhöhte Hygienestandards, neue Dokumentations- und Registrierungspflichten bedeuten für die Unternehmer in der Tat viel höhere Aufwendungen bei gleichzeitig viel weniger Umsatz“, teilte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges auf Anfrage mit. Zuvor hatte der Tagesspiegel berichtet. Hinzu kämen deutlich gestiegene Lebensmittelpreise im April. „Insgesamt lagen die Preise für Nahrungsmittel 4,8 Prozent über den Vorjahreswerten“, sagte Hartges mit Blick auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Hinzu kommen ausbleibende Umsätze auch nach der Öffnung. „Nach dem Neustart melden fast 80 Prozent der Betriebe Umsatzverluste in Höhe von 50 Prozent und mehr als in einer üblichen Maiwoche“, sagte Hartges. Die gesenkte Mehrwertsteuer für den Vor-Ort-Verzehr auf 7 Prozent führe deshalb nicht dazu, dass die Restaurantpreise für Verbraucher sinken würden, sagte im Tagesspiegel Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Die Maßnahme helfe aber, die Verluste und Mehrkosten „zumindest ein wenig zu kompensieren“. (dpa)

Demonstrationen am Pfingst-Wochenende: Mehr als 60 angemeldet

Die Polizei in Berlin stellt sich auf eine Vielzahl von Demonstrationen am Pfingstwochenende ein. Für Sonnabend und Sonntag seien mehr als 60 Versammlungen unter freiem Himmel angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Gerechnet werde zudem mit nicht angemeldeten Demonstrationen.

Derzeit sind wegen des Coronavirus Demonstrationen mit jeweils bis zu 100 Teilnehmern erlaubt, am vergangenen Wochenende waren nur je 50 Menschen zugelassen. Rund 1000 Polizisten waren im Einsatz. Die Einsatzkräfte bereiteten sich nun auf verschiedene Szenarien vor, sagte die Sprecherin. Die angemeldeten Demonstrationen sollten unter Einhaltung der Corona-Regeln ermöglicht werden. „Wir sind gut aufgestellt.“

Versammlungen sind am Sonnabend laut Polizei am Rosa-Luxemburg-Platz, am Alexanderplatz, am Großen Stern und vor dem Reichstag angemeldet. Zum einem geht es demnach um die Forderung, Einschränkungen der Grundrechte durch die Corona-Pandemie zu beenden. Hinzu kämen Aufzüge, die sich gegen reche Hetze und Verschwörungsmythen wendeten.

USA: Erneut 2,1 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter dramatisch an. In der Woche bis zum 23. Mai haben mehr als 2,1 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits fast 41 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren. Einen solchen Einbruch am Arbeitsmarkt hat es nie zuvor in der US-Geschichte gegeben.

In der Vorwoche hatte es gut 2,4 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe gegeben. Die Anträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosenquote für Mai, die erst Anfang Juni bekannt gegeben wird, dürfte Analysten zufolge bei mehr als 20 Prozent liegen.

Coronavirus mit Frauen verglichen – Aufschrei in Indonesien

Der indonesische Sicherheitsminister Mohammad Mahfud hat einen Vergleich zwischen dem Coronavirus und Frauen aufgegriffen und dafür harsche Kritik von Frauenorganisationen und Nutzern im Internet erfahren. Seine Bemerkung fiel, als er in einem auf YouTube veröffentlichten Video für die schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen warb, die die indonesische Regierung plant.

„Wir können uns an die Situation anpassen und dennoch auf unsere Gesundheit aufpassen“, sagte er. Und fügte dann den nun kritisierten Part hinzu: „Letztens bekam ich ein Meme von meinem Kollegen Luhut Pandjaitan, in dem es heißt: ‚Corona ist wie deine Frau. Am Anfang versuchst du, sie zu kontrollieren, dann wirst du gewahr, dass dies nicht geht. Danach lernst du, damit zu leben‘“, sagte er auf Englisch. Pandjaitan, der Minister für Marine und Investment, wurde auch dafür kritisiert, doch erst Mahfud hatte diesen „Witz“ in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Als Memes werden Bilder und Clips bezeichnet, die im Internet viel verbreitet werden. (dpa)

Wegen Corona eine halbe Million Führerscheinprüfungen ins Wasser gefallen 

Wegen der Corona-Epidemie sind in Deutschland rund 500.000 praktische und theoretische Fahrschulprüfungen ins Wasser gefallen. Das ergaben Berechnungen des TÜV-Verbands, wie dieser am Donnerstag in Berlin mitteilte. Auch nach dem Neustart der Fahrschulen müsse wegen der Abstandsregeln teilweise mit längeren Wartezeiten gerechnet werden, weil deutlich weniger Fahrschüler als üblich gleichzeitig die Theorieprüfungen absolvieren können. Zudem müssten Räume zwischen den Prüfungen desinfiziert und gründlich gelüftet werden. (AFP)

Buchmesse rechnet im Herbst mit einem Drittel der Aussteller

Die Frankfurter Buchmesse rechnet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur mit rund einem Drittel der Aussteller. Man plane „eine europäische Messe“, sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos am Donnerstag in Frankfurt. „Wir wissen, dass viele internationale Verlage nicht teilnehmen können.“ Boos rechnet nicht mit Teilnehmern aus den USA und Lateinamerika. Ob Verlage aus Asien dabei sein könnten, hänge von den dann geltenden Reisebestimmungen ab. (dpa)

Bundesregierung rechnet erst nach Pfingsten mit Einigung zu Lufthansa

Die Bundesregierung rechnet bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission über das Lufthansa-Rettungspaket nach dpa-Informationen erst nach Pfingsten mit einem Ergebnis. Der Bund und das Unternehmen hatten eine Einigung erzielt. Die Genehmigung aus Brüssel zu den geplanten Staatshilfen im Umfang von neun Milliarden Euro steht aber noch aus.

Der Aufsichtsrat der Lufthansa hatte am Mittwoch die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets vertagt. Als Grund nannte das Unternehmen mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte. (dpa)

Mehr Lohnersatz für Eltern und weniger Steuern für Restaurants 

Berufstätige Eltern, die ihre Kinder wegen der Corona-Krise zu Hause betreuen müssen, sollen mehr Hilfen vom Staat bekommen. Der Lohnersatz wegen eingeschränkten Kita- und Schulbetriebs soll künftig nicht mehr nur sechs, sondern bis zu 20 Wochen lang gezahlt werden. Das beschloss der Bundestag am Donnerstag.

Im gleichen Gesetz wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt. So sollen Restaurants unterstützt werden, die wegen der Pandemie große Umsatzeinbrüche haben. Die Opposition kritisierte, dass Bars und Kneipen, die ausschließlich Getränke verkaufen, dabei unberücksichtigt bleiben.

Beschlossen wurde auch, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei bleiben.

Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats. (dpa)

Thüringer Kommunalpolitiker wenden sich gegen geplante Lockerungen

Kommunalpolitiker aus Thüringen haben sich in einem offenen Brief gegen die Corona-Lockerungspläne der Landesregierung gewandt. Eine komplette Aufhebung der Corona-Beschränkungen sei in einem Grenzgebiet wie diesem fatal, hieß es in dem am Donnerstag verbreiteten Schreiben an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Den Brief haben die Landräte aus Coburg, Kronach, Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen sowie die Stadtoberhäupter von Coburg, Sonneberg, Neustadt bei Coburg und der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetages unterzeichnet. Sie befürchten einen Anstieg der Corona-Infektionen in der gesamten Region. Um Infektionswege nachvollziehen zu können, brauche es überregionale Maßnahmen, hieß es. (dpa)

Spahn warnt vor gesellschaftlicher Polarisierung in Corona-Krise

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einer ähnlichen gesellschaftlichen Polarisierung in Deutschland in der Corona-Krise wie durch die Flüchtlingskrise der Jahre 2015/16 gewarnt. Zu Beginn der Corona-Krise habe Deutschland „ein Wir-Gefühl erlebt“, jetzt aber müsse hinsichtlich des gesellschaftlichen Klimas aufgepasst werden, sagte Spahn der Augsburger Allgemeinen (Donnerstagsausgabe).

Alle Bürger müssten darauf achten, dass die Debatte über die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus „nicht wieder so polarisierend wird wie teilweise in der Diskussion über die Migration“, mahnte der CDU-Politiker. Spahn rief dazu auf, sich die abweichenden Meinungen von Mitbürgern anzuhören und zu „verstehen, warum jemand eine andere Position hat als man selbst“.

In deutschen Städten gibt es seit Wochen regelmäßig Demonstrationen gegen die Auflagen zur Eindämmung der Pandemie, obwohl die Restriktionen schrittweise gelockert werden. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes versammeln sich auf solchen Kundgebungen zunehmend Extremisten vor allem aus dem rechtsextremen Spektrum. (AFP)

RKI meldet 353 Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut 353 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 179.717 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 28.05., 0 Uhr). (dpa)

Corona-Verordnung beschäftigt Oberverwaltungsgericht 

Die Corona-Beschränkungen in Brandenburg werden nach und nach gelockert – doch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat viel zu tun mit Verfahren gegen die Maßnahmen. 14 Anträge zur Prüfung der Kontakt- und Hygieneregeln aus der Verordnung seien bisher anhängig, wie das Gericht mitteilte. Die Antragsteller richteten sich unter anderem gegen die Maskenpflicht, sagte Gerichtssprecherin Christiane Scheerhorn.

Mit der Normenkontrolle kann ein Antragsteller Rechtsnormen auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüfen lassen – unabhängig von einem konkreten Rechtsstreit oder ob er selbst Betroffener ist. Auch über mehrere Eilverfahren gegen die Corona-Beschränkungen müsse das Gericht noch entscheiden, sagte die Sprecherin. Darunter sei auch ein Antrag eines Rechtsanwaltes, der sich dagegen wende, seine Kontaktdaten in die Listen am Gericht einzutragen. (dpa)

Französisches Parlament billigt Einsatz von Warn-App gegen Coronavirus

Das französische Parlament hat dem Einsatz einer Warn-App zur Eindämmung des Coronavirus zugestimmt. Nationalversammlung und Senat in Paris billigten am Mittwochabend die Anwendung der App mit dem Namen „StopCovid“. Sie warnt Nutzer, wenn sie sich in der Nähe von Corona-Infizierten aufgehalten haben. Dafür wird die drahtlose Bluetooth-Technologie genutzt.

Die Regierung will den Einsatz der App in den kommenden Tagen starten. Die Nutzung der App ist freiwillig. Smartphone-Nutzern steht sie ab dem Wochenende zum Herunterladen zur Verfügung, pünktlich zur weiteren Lockerung der Corona-Auflagen nach Pfingsten. In Deutschland hat sich die Entwicklung einer ähnlichen App verzögert. (AFP)

Corona-Todesfälle: Mexiko überholt Deutschland

In Mexiko sind inzwischen mehr Menschen nach einer Infektion mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben als in Deutschland. Die Zahl der Todesopfer stieg in dem nordamerikanischen Land nach offiziellen Angaben vom Mittwochabend (Ortszeit) auf 8597. Mexiko, das rund 130 Millionen Einwohner hat, ist damit das Land mit den achtmeisten Toten infolge des Coronavirus. Zuletzt kamen innerhalb von 24 Stunden 463 neue Todesfälle hinzu. In Deutschland starben nach den jüngsten Angaben des Robert-Koch-Instituts innerhalb von 24 Stunden 47 nachweislich mit dem Virus Infizierte, wodurch sich die Gesamtzahl auf 8349 erhöhte.

Vermutlich sind in Mexiko in Wirklichkeit deutlich mehr Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben als offiziell registriert. (dpa)

Zahl der Corona-Toten in den USA steigt auf mehr als 100.000

Die Zahl der verzeichneten Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie in den USA hat die Marke von 100.000 überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore stieg die Zahl der Corona-Toten bis zum Mittwochabend (Ortszeit) auf rund 100.400. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle betrug fast 1,7 Millionen.

Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Nachdem sich dort zuletzt die Zunahme der Zahl der Todesopfer über einige Tage hinweg deutlich verlangsamt hatte, nahm sie nun wieder stark zu: Die Johns-Hopkins-Forscher zählten 1401 weitere Corona-Tote binnen 24 Stunden. In den vorherigen drei Tagen hatte die tägliche Totenzahl noch unter 700 gelegen. (AFP)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: AFP

Südkoreas Zentralbank senkt wegen Pandemie erneut Zinsen 

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die Zentralbank von Südkorea wegen der Folgen der Coronavirus-Krise den Leitzins gesenkt. Der Geldmarktausschuss der Bank of Korea beschloss am Donnerstag, den Leitzins von 0,75 Prozent auf das bisherige Rekordtief von 0,5 Prozent herabzusetzen. Mit dem Schritt soll die Wirtschaft stärker angekurbelt werden, weil dadurch Kredite billiger werden. (dpa)


+++ 27. Mai +++

30 neue Corona-Infektionen in Berlin, 332 aktive Fälle

In Berlin haben sich bislang 6702 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. Damit sind seit Dienstag 30 neue Fälle dazugekommen.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 171 Personen, davon liegen 56 auf der Intensivstation. 195 Menschen sind bislang mit Covid-19 gestorben. 6175 Menschen gelten als genesen. Damit gibt es insgesamt 332 aktive Corona-Fälle.

Die drei sogenannten Ampeln für die aktuelle Lagebeurteilung stehen laut Senatsverwaltung weiterhin auf Grün. Danach beträgt die Reproduktionszahl oder auch der R-Wert 0,88; bereits tags zuvor war er von kurzzeitig 1,2 auf 0,9 gesunken. Damit stecken statistisch gesehen zehn Infizierte nur noch knapp neun Menschen an.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche verharrt den Angaben zufolge bei 4,7 je 100 000 Einwohnern und unterschreitet so deutlich die kritische Schwelle von 30. Genauso erreicht der Anteil der von Covid-19-Patienten beanspruchten Intensivbetten mit 4,4 Prozent bei weitem nicht den Wert von 25 Prozent, bei dem die diesbezügliche Ampel auf Rot springen würde. (BLZ/dpa)

Gewohntes Betreuungsangebot in den Ferien an den Berliner Schulen

In den Sommerferien ab Ende Juni gibt es in den Berliner Schulen wieder die aus den Zeiten vor der Corona-Krise gewohnte Ferienbetreuung. Damit mache Berlin auch im Schulbereich einen weiteren Schritt hin zu einem regulären Schulbetrieb, teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Mittwoch mit. Die Notbetreuung werde damit beendet.

An der Ferienbetreuung können nun alle Kinder mit einem entsprechenden Hortvertrag teilnehmen. Eltern, die bisher die Notbetreuung in Anspruch genommen haben, aber keinen Vertrag für eine Ferienbetreuung haben, bekommen nach Angaben der Bildungsverwaltung die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Die organisatorische und fachliche Planung des Ferienangebots liege in der Hand der Schulen beziehungsweise des Trägers der freien Jugendhilfe. Die Elternkostenbeteiligung wird ab 1. Juli wieder erhoben.

Um das Risiko von Infektionen mit Sars-CoV-2 zu verringern, müssen auch bei der Ferienbetreuung die Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen und Lüften der Räume beachtet werden. Außerdem sollen in der Regel feste Gruppen gebildet werden, denen möglichst auch feste Erzieherinnen und Erzieher zugeordnet sind.(dpa)

Potsdamer Oberbürgermeister vorerst in freiwilliger Isolation

Wegen eines Corona-Verdachtsfalls in seinem Umfeld hat sich der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) vorübergehend in freiwillige Isolation begeben. Das sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschieden worden, bis der Verdacht geklärt sei, teilte ein Sprecher der Stadt am Mittwochabend mit. Er bestätigte damit einen Bericht der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“, auch die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ hatten berichtet. (dpa)

RKI meldet 362 Neuinfektionen 

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179.300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwoch meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Ein Großteil davon ist bereits wieder genesen. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt weiter auf niedrigem Niveau, das Infektionsgeschehen wird von vereinzelten kleineren Ausbrüchen dominiert.

Die Stadt Regensburg reißt wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Ankerzentrum für Flüchtlinge die kritische Grenze für Corona-Neuinfektionen. Dort waren bei einer Reihen-Untersuchung viele Fälle festgestellt worden. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit müssen die Regensburger erst einmal keine Konsequenzen befürchten, das Infektionsgeschehen sei lokal und klar eingrenzbar.

Laut RKI-Datenbank ist der bayrische Landkreis derzeit der einzige, der den Schwellenwert von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschreitet. Aufgrund von Meldeverzögerungen kann die tatsächliche Lage aber bereits anders sein. (dpa)

Grünes Licht für Corona-Warn-App in Pariser Parlament

Die französische Nationalversammlung hat grünes Licht für die Corona-App „StopCovid“ gegeben. Die Parlamentarier billigten mehrheitlich eine entsprechende Erklärung der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe, wie das Unterhaus des französischen Parlaments am Mittwochabend berichtete.

Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Nutzer sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Gegen die App gab es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken - auch aus dem Lager von Präsident Emmanuel Macron.

Wie die Nationalversammlung berichtete, stimmten 338 Abgeordnete für die Erklärung, 215 votierten dagegen, 21 enthielten sich. (dpa)

Entwarnung für Pflegeheim nach Corona-Ausbruch

Die erhöhten Schutz- und Hygienemaßnahmen in einem besonders vom Coronavirus betroffenen Seniorenheim in Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) können wieder zurückgefahren werden. Sämtliche an Covid-19 erkrankte Mitarbeiter und Bewohner des AWO-Seniorenheims Wildau seien mittlerweile wieder genesen, erklärte das zuständige Gesundheitsamt am Mittwoch. Ende April waren 16 Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. Ab sofort setze die Heimleitung in der Altenpflegeeinrichtung an der Rosa-Luxemburg-Straße wieder die vom Robert Koch-Institut empfohlenen Basishygieneregeln zur Prävention um, hieß es. (dpa)

Brandenburg lockert Corona-Kontaktregeln und öffnet Freibäder

In Brandenburg werden die Corona-Regeln weiter gelockert - von diesem Donnerstag an können etwas größere Gruppen in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Nicht nur zwei Haushalte dürfen sich dann treffen, sondern bis zu zehn Menschen. Dies gilt mit der neuen Corona-Verordnung für drinnen und draußen. Die Landesregierung lockert die Beschränkungen für Sport und Spiel weiter: Trainieren im Fitnessstudio und der Sporthalle, Schwimmen im Freibad und Tango in der Tanzschule sind mit Abstands- und Hygieneregeln möglich. Auch Freizeitparks und Spielhallen können besucht werden.

Für Fahrschulen, Musikunterricht und Nachhilfe endet die Begrenzung auf fünf Menschen. Große private Feste wie Hochzeiten können ab Donnerstag wieder gefeiert werden - aber nur mit bis zu 50 Menschen drinnen oder draußen. Schulfeste zu besonderen Anlässen - etwa die Zeugnisvergabe - sind in Räumen mit bis zu 75 Teilnehmern möglich und im Freien mit bis zu 150 Personen. Für Kitas sind solche Feste vorerst nur draußen erlaubt. Am 6. Juni sollen dann Theater, Kinos und Konzerthäuser öffnen können, am 13. Juni Hallen- und Thermalbäder. Die rechtliche Grundlage für die Regeln gilt zunächst bis zum 15. Juni. (dpa)

Frankfurter Buchmesse soll im Herbst stattfinden

Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst trotz Corona-Pandemie stattfinden. Das hat der Aufsichtsrat der Buchmesse am Mittwoch entschieden. Geplant sei, die Bücherschau vom 14. bis 18. Oktober 2020 auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und zeitgleich virtuell stattfinden zu lassen. (dpa)

Erstmals größere Lockerungen trotz Corona in Moskau

Nach zwei Monaten strenger Ausgangssperren können die Menschen in Moskau von Montag an etwas aufatmen. Trotz hoher Corona-Zahlen kommen dann erstmals größere Lockerungen. Parks der russischen Hauptstadt dürfen am 1. Juni wieder öffnen, jeder Bürger dürfe in den Morgenstunden Sport an der frischen Luft treiben und dreimal pro Woche spazieren gehen. Das teilte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin am Mittwochabend mit. Zuvor hatte er gesagt, dass auch Geschäfte, Reparaturbetriebe, Wäschereien und chemische Reinigungen wieder öffnen dürften.

Bei einer Videoschalte mit Kremlchef Wladimir Putin sagte Sobjanin, dass durch die Öffnung des Handels rund 300.000 Menschen wieder zur Arbeit könnten. Deutlich verschärft werde aber die Pflicht zum Tragen von Masken - auch bei Spaziergängen und dem Frühsport im Freien, der zwischen 5.00 Uhr und 9.00 Uhr erlaubt ist. Bisher sind Schutzmasken und Handschuhe in Verkehrsmitteln und beim Einkauf vorgeschrieben. Das in Russland seit mehr als zwei Monaten geltende Regime der „Selbstisolation“ verlängerte Sobjanin bis 14. Juni. Damit ist etwa die Nutzung von Verkehrsmitteln - für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt - nur mit einem elektronischen Passierschein erlaubt.(dpa)

Armenische Krankenhäuser wegen Corona-Pandemie fast vollständig ausgelastet

Die armenischen Krankenhäuser stehen wegen der Corona-Pandemie kurz vor einer vollständigen Auslastung. Es werde erwägt, den Zugang zu Intensivbehandlungen demnächst zu beschränken, erklärten die Behörden am Mittwoch. „Wenn die gegenwärtige Situation anhält, werden die Intensivbehandlungen in den kommenden Tagen nur für die Patienten mit den besten Überlebenschancen zur Verfügung stehen“, sagte die Sprecherin des armenischen Gesundheitsministeriums, Alina Nikoghossian, der Nachrichtenagenturen AFP. Von 186 Intensivbetten sind demnach nur noch 32 frei. Es werde erwartet, dass auch diese bald belegt seien, hieß es weiter.

Regierungschef Nikol Paschinjan bezeichnete die Situation bei einem Regierungstreffen als „sehr ernst“. Er forderte von der Regierung strengere Maßnahmen zur Virus-Eindämmung, darunter eine Maskenpflicht an öffentlichen Orten. Paschinjan räumte ein, dass seine Regierung es versäumt habe, die erforderlichen Eindämmungsmaßnahmen durchzusetzen. „Unser Fehler war es, zu sehr auf das Verantwortungsbewusstsein unserer Bürger zu vertrauen“, sagte der Regierungschef. Armenien hatte den im März ausgerufenen Ausnahmezustand Anfang Mai wieder aufgehoben. Bislang wurden in der Kaukasusrepublik 7774 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, 98 Menschen starben. (AFP)

Spritpreise ziehen nachhaltig an 

Die Zeit der wegen der Corona-Krise fallenden Spritpreise scheint vorbei. Benzin der Sorte E10 und Diesel haben sich im allwöchentlichen Vergleich des ADAC zum dritten Mal in Folge verteuert, wie der Verkehrsclub am Mittwoch mitteilte. Davor waren die Preise wochenlang gesunken.

Am Dienstag kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt demnach 1,196 Euro pro Liter, 1,9 Cent mehr als eine Woche zuvor. Diesel verteuerte sich um 1,1 Cent auf 1,063 Euro. Trotz des erneuten Anstiegs ist Tanken allerdings noch immer deutlich billiger als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. (dpa)

Corona-Ausbruch in Flüchtlingsunterkunft in Buch: Nun 25 Infizierte

Beim Coronavirus-Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch hat sich die Zahl der positiv getesteten Menschen weiter erhöht. Bekannt seien inzwischen 25 Fälle, teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales am Mittwoch auf Anfrage mit. Seit dem 20. Mai seien alle 407 Bewohnerinnen und Bewohner des Heims in der Wolfgang-Heinz-Straße getestet worden. In dieser Woche sollen Tests der Mitarbeiter des Betreibers und der Sicherheitsleute beginnen. Zehn Corona-Infizierte sowie 55 Kontaktpersonen wurden in eine Quarantäne-Unterkunft in der Buchholzer Straße verlegt, wie es weiter hieß.

Weitere Infizierte können in der Einrichtung in der Wolfgang-Heinz-Straße in Quarantäne bleiben, weil Apartments im Erdgeschoss eigene Bäder und Küchen haben. „Eine weitere bzw. dauerhafte Entzerrung durch Auszug von weiteren Bewohner/-innen der Unterkunft ist aufgrund nicht vorhandener Plätze im Sozialraum, aber auch fehlender zusammenhängender Plätze im Bezirk in geeigneten Unterkünften nicht möglich“, teilte die Behörde mit. Vergangene Woche waren zunächst 16 Fälle bekanntgegeben worden. Wie es den Infizierten geht, war am Mittwoch unklar - zumindest von Krankenhausaufenthalten war nichts bekannt. (dpa)

Merkel: Bund und Länder müssen in Corona-Krise gemeinsam vorgehen

Bund und Länder müssen in der Corona-Krise nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter gemeinsam vorgehen. „Ich bin sehr einverstanden, das jeder im Rahmen seiner Zuständigkeiten arbeitet“, sagte Merkel (CDU) am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit den Ost-Regierungschefs. „Das heißt aber auch, dass mir als Bundeskanzlerin und der ganzen Bundesregierung schon wichtig ist, dass wir in grundsätzlichen Fragen eine Übereinstimmung haben.“

Nötig sei ein gemeinsamer Schutzrahmen, auf den sich Bund und Länder auch verständigt hätten: „Das heißt 1,5 Meter Mindestabstand, das heißt Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Personennahverkehr und da, wo die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können“, so Merkel. Wichtig sei auch die Grenze von 50 oder in manchen Ländern 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, ab der ein Notmechanismus greifen soll.

„Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie“, unterstrich Merkel. „Wir haben keinen Impfstoff, wir haben kein Medikament bis jetzt. Aber wir haben eine bessere Kontrolle gewonnen.“

Spanien: Vermutlich Tausende Corona-Tote mehr als bekannt

In Spanien sind vermutlich Tausende Menschen mehr mit Covid-19 gestorben als die offizielle Statistik bisher ausweist. Zwischen dem 1. März und dem 12. Mai seien landesweit insgesamt 43.295 Menschen mehr gestorben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, schrieb die Zeitung „El País“ am Mittwoch in einer Auswertung offizieller Sterbedaten. Die sogenannte Übersterblichkeit habe damit bei 52 Prozent gelegen, in etwa so hoch wie im ebenfalls schwer getroffenen Italien. Zum Vergleich: In Deutschland lag sie Ende April bei rund 13 Prozent.

In der Gesamtzahl der Toten in Spanien seien die 27.302 Fälle enthalten, bei denen es einen positiven Test auf das Coronavirus Sars-CoV-2 gegeben habe. Die anderen zusätzlichen 15.993 Toten seien offiziell nicht als Covid-19-Fälle ausgewiesen. Ein großer Teil von ihnen sei aber vermutlich auf die Pandemie zurückzuführen, schrieb die Zeitung weiter. (dpa)

Litauen verlängert Quarantäne und lockert Schutzvorschriften

Litauens Regierung hat den Ausnahmezustand wegen der Coronavirus-Pandemie um gut zwei weitere Wochen verlängert, aber auch weitere Lockerungen der Schutzvorschriften vorgenommen. Auf Beschluss des Kabinetts gilt die bislang bis 31. Mai vorgesehene Quarantäne in dem baltischen EU-Land nun bis zum 16. Juni. Zugleich wurden die Beschränkungen für öffentliche Veranstaltungen und die Öffnungszeiten gastronomischer Betriebe zum 1. Juni gelockert. Die Einreise in den Ostseestaat bleibt weiter nur eingeschränkt möglich.

Restaurants, Bars, Cafés und Nachtklubs dürfen zum kommenden Monat eine Stunde länger bis 23 Uhr geöffnet haben. Kultur-, Sport-, Unterhaltungs-, und andere Veranstaltungen sind ab dem 1. Juni mit bis zu Teilnehmerzahl von 100 in Innenräumen erlaubt. Im Freien liegt die Grenze bei 300. Dabei gelten Abstandsregeln von einem Meter im Freien und zwei Meter im Innenbereich. Zum 16. Juni soll die maximale Teilnehmerzahl weiter erhöht werden.

Die Regierung billigte zudem die Wiederaufnahme weiterer Flüge aus europäischen Ländern mit niedrigen Coronavirus-Ansteckungsraten. Ab Juni sind Flüge aus Ländern mit nicht mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen zulässig. Für Einreisende aus diesen Staaten, die wöchentlich von Gesundheitsminister Aurelijus Veryga bekanntgegeben werden, entfällt die Quarantänepflicht. (dpa)

Erneut niederländischer Schlachthof geschlossen

Im niederländischen Apeldoorn hat die Polizei einen Schlachthof geschlossen, weil die Corona-Regeln missachtet wurden. Zu dem Betrieb waren Arbeitsmigranten in 18 Kleinbussen transportiert worden. Der vorgeschriebene Abstand von eineinhalb Metern zwischen Personen sei nicht eingehalten worden, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur ANP.

Der Schlachthof gehört zu der Vion-Gruppe, die bereits wegen eines Corona-Ausbruchs auch in Deutschland Schlagzeilen gemacht hatte. Zuletzt waren in dem Betrieb in Groenlo nahe der Grenze mit Nordrhein-Westfalen 147 Infizierte festgestellt worden. Davon wohnten Dutzende in Gruppenunterkünften in Deutschland. Bei Vion arbeiten viele Arbeitsmigranten, die in Deutschland untergebracht und von Leiharbeitsfirmen in Kleinbussen über die Grenze zu den jeweiligen Betrieben gefahren werden. (dpa)

Brasilien meldet über tausend weitere Corona-Opfer

Die brasilianischen Behörden haben erneut die weltweit meisten Corona-Todesopfer binnen eines Tages gemeldet. Das größte südamerikanische Land verzeichnete am Dienstag mit 1039 Todesfällen binnen 24 Stunden den fünften Tag in Folge den weltweit höchsten Anstieg der Opferzahlen. Brasilien ist mit mehr als 391.000 bestätigten Corona-Fällen das Land mit der zweithöchsten Zahl an gemeldeten Infektionen weltweit nach den USA. 24.512 Menschen starben. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, sie weite angesichts der hohen Sterblichkeitsrate durch Covid-19 im brasilianischen Bundesstaat Amazonas ihre Hilfe für das örtliche Gesundheitssystem aus. Die Lage im Amazonas-Gebiet sei „sehr besorgniserregend“. Ärzte ohne Grenzen will nach eigenen Angaben unter anderem Krankenhäuser in der Stadt Manaus bei der Behandlung von schwer erkrankten Corona-Patienten unterstützen. Die drittmeisten Corona-Fälle weltweit weist Russland auf. Die Behörden meldeten mehr als 370.000 Infektionen und fast 4000 Tote. Unter den Opfern sind nach Regierungsangaben auch mindestens 101 Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Auf einer von Ärzten im Internet veröffentlichten Liste werden die Namen von 293 Toten aufgezählt. (AFP)

Tagestouristen dürfen Pfingsten nach Helgoland - nach Sylt aber nicht

Tagestouristen dürfen an Pfingsten wieder nach Helgoland. Das sagte Tourismusdirektor Lars Johannson am Mittwoch. Kürzlich hieß es noch, an Pfingsten seien Tagestouristen nicht auf Helgoland zugelassen. Deutschlands einzige Hochseeinsel können seit Montag jeden Tag bis zu 300 Tagestouristen besuchen. Derzeit steuerten täglich der Halunderjet von Hamburg über Cuxhaven und zwei Fähren von Cuxhaven und Büsum die Nordseeinsel an. Auf jedes Schiff dürften bis zu 100 Tagesgäste. Anders als Helgoland sind am Pfingstwochenende die meisten schleswig-holsteinischen Nordseeinseln und Halligen für Tagestouristen gesperrt. Dies gelte zum Beispiel für Sylt, Amrum und Föhr, sagte ein Sprecher des Kreises Nordfriesland am Mittwoch. Auch für die Tourismus-Hochburgen St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) und Büsum (Kreis Dithmarschen) gilt an Pfingsten ein Betretungsverbot. (dpa)

Mehr als 62.000 Corona-Infizierte unter US-Ärzten und Schwestern

Zehntausende Ärzte und Krankenpfleger in den USA haben sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mit dem Coronavirus angesteckt. Von den 62.344 Mitarbeitern des Gesundheitssektors, die sich infiziert hätten, seien mindestens 291 gestorben, teilte die Behörde auf ihrer Webseite mit. Zuletzt hatte die Behörde am 15. April Infektionszahlen zu medizinischem Personal veröffentlicht, berichtete der US-Sender CNN. Damals habe die Zahl der Infizierten nur bei 9 282 gelegen. Ärzte und Krankenschwestern hatten in den USA vielerorts über eine unzureichende Ausstattung mit adäquater Schutzausrüstung geklagt. (dpa)

Frankreich stoppt Einsatz von Hydroxychloroquin gegen Corona

Frankreich hat am Mittwoch den Einsatz des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin gegen das neuartige Coronavirus untersagt. Die Regierung in Paris reagierte damit auf Studien, die massive Nebenwirkungen offenbart hatten. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte ihre klinischen Tests mit dem Mittel ausgesetzt. Dagegen empfiehlt die oberste biomedizinische Forschungseinrichtung in Indien den Wirkstoff nun offiziell zur Vorbeugung gegen das Virus. Seit Ende März konnten Krankenhäuser in Frankreich Hydroxychloroquin bei besonders schwer erkrankten Corona-Patienten unter strengen Auflagen einsetzen. Bei einigen Patienten wurden jedoch schwere Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen festgestellt, die bis zum Tod führen können. Die Arzneimittelbehörde stoppte die Anwendung daraufhin. Die WHO hatte bereits am Montag bekanntgegeben, ihre klinischen Tests von Hydroxychloroquin wegen Sicherheitsbedenken vorübergehend gestoppt zu haben. Die Entscheidung fiel demnach aufgrund einer Studie in der Fachzeitschrift „The Lancet“, wonach eine Behandlung mit dem Mittel möglicherweise die Sterblichkeitsrate erhöht. (AFP)

Kanzleramt sieht Beratungen zu Urlaubsreisen in Europa auf gutem Weg

Das Kanzleramt sieht die Beratungen über eine weitgehende Freigabe von Urlaubsreisen innerhalb Europas auf gutem Weg. „Das wollen wir nächste Woche im Kabinett besprechen. Eine Möglichkeit zum Sommerurlaub soll es geben“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Mittwoch im RTL-„Mittagsjournal“. Er verwies allerdings auf weiterhin bestehenden Abstimmungsbedarf - auch mit europäischen Partnerländern. Man müsse sich mit den anderen europäischen Ländern einigen, betonte Braun. Spanien erwäge, Urlaube ab Anfang Juli zu erlauben. Großbritannien wolle Urlauber für längere Zeit nicht ins Land lassen, sagte der Kanzleramtschef.

Ein weiteres Thema sei die Hygiene in Flugzeugen. „Das ist eine wichtige Grundlage, um sicher und gesund in den Urlaub zu kommen“, betonte der CDU-Politiker. Zurückhaltend äußerte er sich zu Reisen in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union. „Zu Fernreisen gehört die gesundheitliche Situation im Flugzeug und im jeweiligen Land, aber auch die Frage des Gesundheitssystems vor Ort, wenn man erkrankt“, gab er zu bedenken. (AFP)

Bis Ende Juli keine Kreuzfahrten mit Aida Cruises

Bis zum 31. Juli wird weiter keines der 14 Kreuzfahrtschiffe der Rostocker Reederei Aida Cruises unterwegs sein. In vielen von Aida angelaufenen Zielen seien die Regelungen für den internationalen Tourismus noch in Abstimmungsprozessen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Rostock mit. Die konkreten Bedingungen für einen Neustart nach der Corona-Krise seien noch nicht geklärt. Um den Gästen die notwendige Planungssicherheit für ihren Urlaub zu geben, müsse die seit Mitte März dauernde vollständige Unterbrechung nun bis Ende Juli ausgedehnt werden. (dpa)

Italien und Spanien sollen größten Teil der EU-Corona-Hilfen bekommen

Die besonders hart von der Corona-Krise getroffenen Länder Italien und Spanien sollen den größten Teil der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Wiederaufbauhilfen erhalten. Für Italien sind nach AFP-Informationen von insgesamt 750 Milliarden Euro fast 173 Milliarden vorgesehen, bei Spanien sind es gut 140 Milliarden Euro. Für Deutschland sind knapp 29 Milliarden Euro reserviert. (AFP)

Zehntägige Staatstrauer für Corona-Opfer in Spanien begonnen 

Im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien hat eine zehntägige Staatstrauer für die gut 27 000 Todesopfer der Pandemie begonnen. Der Beginn der Ehrung wurde am Mittwoch um zwölf Uhr mittags von einer Schweigeminute im ganzen Land begleitet. Überall wurden die Landesfahnen auf Halbmast gesetzt. Im Madrider Regierungssitz Palacio de la Moncloa stand Ministerpräsident Pedro Sánchez der Zeremonie vor. Es handelt sich um die längste Staatstrauer in Spanien seit dem Ende der Diktatur von Francisco Franco (1939-1975).

Mit mehr als 235 000 Infektionsfällen und über 27 000 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Seit Mitte März gelten im Rahmen eines mehrfach vom Parlament verlängerten Alarmzustandes strenge Ausgehbeschränkungen und Regelungen, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert werden. Sánchez betonte mehrfach, diese Maßnahmen seien dafür verantwortlich, dass die Zahlen seit Wochen immer besser werden. (dpa)

Griechische Fußball-Superliga startet am 6. Juni wieder 

Die griechische Fußball-Superliga wird nach der Corona-Zwangspause am 6. und 7. Juni wieder beginnen. Die Genehmigung dazu gab am Mittwoch die Regierung in Athen, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Anfang Mai hatten sich die Vertreter der 14 Superliga-Vereine geeinigt und den Neustart der Regierung vorgeschlagen. Ausgetragen werden müssen noch die Playoff-Spiele zwischen den sechs bestplatzierten Mannschaften der Hauptrunde und die Playout-Spiele der acht anderen Teams. Zudem müssen noch drei Pokalspiele stattfinden. (dpa)

Bundesregierung plant Studie zu Rolle von Kitas in Corona-Pandemiegeschehen

Die Bundesregierung will die Öffnung von Kitas einem Medienbericht zufolge mit einer großangelegten Studie zu deren Rolle im Corona-Pandemiegeschehen begleiten. Die in enger Abstimmung mit den Bundesländern geplante Untersuchung solle klären helfen, ob und wie stark der Betrieb in den bislang nur teilweise geöffneten Kitas mit einer Häufung von Infektionsfällen einhergehe, berichtete die Zeitung „Die Welt“ am Mittwoch.

Sie berief sich dabei auf ein ihr vorliegendes internes Papier mit Einzelheiten zum Ablauf der Studie, die demnach im Juni starten und bis Dezember kommenden Jahres laufen soll. Geplant ist demnach die Befragung der Leitungen von 3000 Kitas. In 600 Einrichtungen sollen ergänzend dazu auch die Erzieher und Eltern befragt werden.

Teil der Untersuchung ist zudem ein bundesweites Kitaregister, in dem wöchentlich verzeichnet wird, wie sich Betreuungskapazitäten entwickeln und ob es zu infektionsbedingten Schließungen einzelner Gruppen oder ganzer Einrichtungen kommt. Dazu kommt ein weiterer Studienteil, in dem erforscht werden soll, wie häufig betreute wie nicht betreute Kinder an Corona erkranken und ob es zu Übertragungen in den Familien oder auf Erzieher kommt. (AFP)

Restaurantchef weist Vorwürfe wegen Corona-Infektionen zurück

Nach mehreren Corona-Infektionen in einem Restaurant im Kreis Leer hat der Gaststättenbetreiber die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Bei der Wiedereröffnungsveranstaltung im Restaurant „Alte Scheue“ in Moormerland habe es sich am 15. Mai nicht um eine private Party gehandelt. Es seien seitens des Betreibers alle Voraussetzungen erfüllt worden, die gemäß Paragraf 6 der niedersächsischen Corona-Verordnung vorgeschrieben seien, hieß es am Mittwoch in einer schriftlichen Erklärung mit Datum vom 26. Mai der Rechtsanwälte des Restaurantbetreibers.

So seien die Tische in einem Mindestabstand von zwei Metern angeordnet und nur mit Gästen aus zwei Haushalten besetzt worden. Der Abstand von mindestens eineinhalb Metern zwischen den Gästen sei jederzeit eingehalten worden. Auch habe es lückenlos geführte Listen mit den Daten der Gäste gegeben. Nach aktueller Kenntnis hätten offenbar bereits drei Gäste vor dem Abend Symptome gezeigt, die auf eine Covid-19-Infektion hindeuteten. Diese seien im Nachhinein auch positiv getestet worden. „Ohne das unverzügliche Einschreiten des Betreibers wären die Neuansteckungen nicht zeitnah aufgefallen beziehungsweise nachverfolgt worden“, hieß es in der Erklärung. (dpa)

Japan legt weiteren Rekord-Haushalt gegen Corona-Krise auf 

Japan stemmt sich ungeachtet steigender Schulden mit weiteren Milliardenausgaben gegen die Folgen der Corona-Krise. Die Regierung beschloss zu diesem Zweck am Mittwoch einen zweiten Zusatzhaushalt in der Rekordhöhe von 31,9 Billionen Yen (271 Mrd Euro). Es dient zur Finanzierung eines gigantischen Konjunkturpakets, dessen Volumen Premier Shinzo Abe auf mehr als 230 Billionen Yen bezifferte. Das sei die größte Finanzspritze der Welt und entspreche 40 Prozent der Wirtschaftsleistung Japans. Dies sei nötig, um die Wirtschaft vor einer Jahrhundertkrise zu schützen, wurde Abe zitiert.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist wie auch Deutschland in eine Rezession gestürzt. Im laufenden Quartal wird mit einem weiteren Einbruch gerechnet, bevor im 2. Halbjahr eine Erholung erwartet wird. Mit dem zweiten Nachtragsetat in weniger als einem Monat sollen vor allem kleinere Unternehmen, die von der Corona-Krise schwer getroffen wurden, unterstützt werden. Zudem sollen Mitarbeiter von medizinischen Einrichtungen an der vordersten Front im Kampf gegen die Pandemie jeweils rund 200 000 Yen als Anerkennung erhalten. (dpa)

RKI meldet 362 Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179 300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Unklar ist, wie hoch die Dunkelziffer in Deutschland ist. Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann.

Bislang starben dem RKI zufolge 8349 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 47. 162 800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind etwa 800 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 0,70 (Datenstand 26.5. 0 Uhr; Montag 0,83). (dpa)

Premier Johnson joggt im Garten der Queen

Die britische Königin Elizabeth II. hat Premierminister Boris Johnson erlaubt, im Garten des Buckingham-Palastes zu joggen. Nach einem Bericht des „Telegraph“ darf der Regierungschef aus Sicherheitsgründen nicht mehr in der Öffentlichkeit Sport machen. Er wolle aber nach seiner schweren Covid-19-Erkrankung seine Fitness verbessern. Johnson hatte mehrere Tage auf der Intensivstation einer Klinik behandelt werden müssen.

Der 55-Jährige kam dem Bericht zufolge in dieser Woche mit einem gepanzerten Fahrzeug zu einem Seiteneingang des Palastes. Später kehrte Johnson in T-Shirt, kurzer Hose und Sportschuhen zum nahe gelegenen Regierungssitz in die Downing Street zurück. Auch in der Grünanlage des Lambeth Palace, der Londoner Residenz des Erzbischofs von Canterbury, war Johnson beim Joggen gesichtet worden. (dpa)

Amazon sichert sich weitere Bundesliga-Rechte

Amazon hat sich erneut TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga gesichert. Die deutsche Tochter des US-Handelriesen erwarb von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für den Rest der Saison sieben Punktspiele der 1. Liga sowie die vier Relegationspartien. Das bestätigte Amazon am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Diese elf Partien zeigt Amazon für seine Prime-Kunden, der Streamingdienst DAZN für seine Abonnenten.

„Wir freuen uns, nach dem außerordentlich positiven Feedback weitere Bundesligaspiele live auf Prime Video zu übertragen“, sagte Alex Green, Geschäftsführer Sport bei Prime Video. Nach Schwierigkeiten bei Amazons Bundesliga-Debüt am 18. Mai mit nicht synchroner Kommentierung verliefen die beiden folgenden Übertragungen am Wochenende ohne Probleme. „Kunden waren von der Videoqualität und der Fokussierung auf das Spielgeschehen begeistert“, sagte Green. „Das bestärkt uns, unsere Bundesliga-Übertragungen fortzusetzen – erneut ohne zusätzliche Kosten zu einer Prime-Mitgliedschaft.“

Zuvor hatte bereits DAZN eine Einigung mit der DFL erzielt. Ein neuer Kontrakt war notwendig geworden, da der Streamingdienst einen Sublizenz-Vertrag mit Eurosport hatte, dieser aber nicht mehr gültig ist. Hintergrund ist, dass Eurosport den Kontrakt mit der DFL gekündigt hatte. Daher musste die DFL einzelne Spiele, die nicht im TV-Paket von Sky enthalten sind, neu vermarkten. (dpa)

Bundesregierung berät über Gesetzentwurf zur Pauschalreisen 

Das Bundeskabinett berät in seiner Sitzung am Mittwoch (09.30 Uhr) über den Umgang mit Pauschalreisen in der Corona-Krise. Auf der Tagesordnung steht ein Gesetzenwurf zur Abmilderung der Pandemie-Folgen im Pauschaulreise-Vertragsrecht. Vor einer Woche hatte die Bundesregierung eine freiwillige Gutscheinlösung für als Entschädigung für cornabedingt abgesagte Pauschalreisen beschlossen. Gutscheine für Reisen, die vor dem 8. März gebucht wurden, sollen künftig bis zu hundert Prozent vom Staat abgesichert sein.

Um die Gutscheinlösung hatte es heftige Diskussionen gegeben, Verbraucherschützer lehnten eine verpflichtende Gutscheinlösung ebenso ab wie die EU-Kommission. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen und Reisewarnungen war die Reisebranche in eine schwere Krise geraten. (AFP)

Niedersachsens Regierungschef will rasch neue Autokaufprämie

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil fordert eine rasche Entscheidung für eine staatliche Autokaufprämie als Konjunkturstütze in der Corona-Krise. Der SPD-Politiker begründete dies mit der schwierigen Lage der Zulieferer. „Für viele kleine und mittlere Firmen tickt die Uhr“, sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wenn nicht schnell die Nachfrage anspringt, werden viele bald die Bücher zuklappen und sagen: Sorry, aber das war’s.“ Diese Firmen hätten weniger Reserven als große Konzerne und seien vielfach schon geschwächt in die Krise hineingegangen. (dpa)


+++ 26. Mai +++

Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder. (dpa)

Berlin: Derzeit 6672 bestätigte Fälle, 549 aktiv Erkrankte

In Berlin gibt es derzeit 6672 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, 3284 Personen sind männlich, 3384 weiblich. Bei vier Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 164 Personen, davon werden 58 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Insgesamt gibt es aktuell 549 aktive Fälle von Corona-Erkrankten,

193 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 Verstorbene waren 60 bis 69 Jahre alt, 50 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 75 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Alle Berliner Corona-Ampeln wieder grün - R-Wert sinkt auf 0,9

Alle drei sogenannten Corona-Ampeln zur Bewertung der Infektionslage in Berlin stehen wieder auf Grün. Die Reproduktionszahl (R), die in den vergangenen drei Tagen über dem kritischen Wert von 1,2 gelegen hatte, sank auf 0,9, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Damit stecken statistisch gesehen 10 Infizierte in Berlin nur noch 9 Menschen an. Am Montag hatte der R-Wert noch bei 1,37 gelegen und die Ampel in den roten Bereich gebracht. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg zu Dienstag um 21 neue Fälle, zwei neue Todesfälle wurden bekannt.

Dem neuen Ampelsystem mit drei Werten zufolge besteht bei zwei roten Ampeln Handlungsbedarf, es könnten dann zum Beispiel wieder mehr Maßnahmen zur Eindämmung verhängt werden. Die beiden anderen Werte sanken weiter etwas: Mit einem aktuellen Wert von etwa 4,7 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner liegt die Neuinfektions-Ampel momentan deutlich unter der Schwelle für Gelb (20 oder mehr) oder Rot (30 oder mehr). Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten lag am Dienstag bei 4,5 Prozent - für Gelb müssten es mindestens 15 Prozent sein, für Rot mindestens 25 Prozent. (dpa)

WHO-Regionalbüro besorgt über rasanten Anstieg der Corona-Fälle in Brasilien

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (Paho) hat sich besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Teilen Südamerikas geäußert. Die Verbreitung des Virus scheine sich in Brasilien, Peru und Chile „weiter zu beschleunigen“, teilte die Paho, die als Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fungiert, am Dienstag mit. Insbesondere die Lage in Brasilien sei alarmierend, da die wöchentliche Zunahme der Corona-Infektionen in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht habe. Insgesamt wurden in Lateinamerika bislang fast 800.000 Corona-Fälle verzeichnet. 143.000 Menschen starben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt höher als in Europa oder den USA.

Lateinamerika habe sich „ohne Zweifel“ zu einem Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt, erklärte die Paho. Paho-Chefin Carissa Etienne rief die südamerikanischen Länder auf, im Kampf gegen Corona nicht nachzulassen. Für die meisten Staaten sei jetzt „nicht die Zeit, die Beschränkungen zu lockern oder Präventivmaßnahmen zu reduzieren“. Brasilien ist mit fast 375.000 bestätigten Corona-Fällen das Land mit der zweithöchsten Zahl an gemeldeten Infektionen weltweit nach den USA. Mehr als 23.000 Menschen starben. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird. (AFP)

Zahlreiche Corona-Infektionen in Mainzer Flüchtlingsunterkunft

In einer Mainzer Flüchtlingsunterkunft, die seit einer Woche unter Quarantäne steht, sind zahlreiche Corona-Infektionen bekannt geworden. Insgesamt seien 35 weitere Bewohner positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet worden, teilte die Kreisverwaltung Mainz-Bingen am Dienstagabend mit. Zur Gesamtzahl der positiven Tests in der Unterkunft machte die Kreisverwaltung in der Mitteilung keine Angaben und war zunächst nicht zu erreichen. Die Flüchtlingsunterkunft mit 113 Bewohnern war am 19. Mai unter Quarantäne gestellt worden. (dpa)

Über 179.200 Corona-Nachweise in Deutschland - mindestens 8343 Tote

Bundesweit sind bis zum Dienstagabend mehr als 179.200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 24 Stunden zuvor lag die gemeldete Zahl bei mehr als 178.800 Fällen. Mindestens 8343 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben vom Dienstag zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Montagabend: 8281). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Damit liegt die Zahl aktiv Erkrankter bei etwa 8850.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 0,70 (Datenstand 26.5. 0 Uhr; Montag 0,83). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel sieben weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 26.5. 0.00 Uhr) bei 0,78. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 162.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Gesundheitsbehörde warnt vor mangelhaften FFP2-Schutzmasken

Hamburgs Gesundheitsbehörde hat vor der Nutzung bestimmter FFP2-Schutzmasken der Marke „LexusLance Modell LK-003“ des Importeurs Brandsstock GmbH gewarnt. Sicherheitstechnische Untersuchungen hätten ergeben, dass bei ihnen die geforderte Schutzwirkung vor schädlichen Aerosol-Infektionen nicht erreicht werde, teilte die Behörde am Dienstag mit. Konkret handle es sich um die Charge LK-003-A004 mit Produktionsdatum 16. März 2020.

Die Brandsstock GmbH habe ihren Kunden bereits eine Warnung geschickt und gebeten, die Masken vorerst nicht zu verwenden, sagte Geschäftsführer Peng Lu der Deutschen Presse-Agentur. Über das weitere Vorgehen könne letztlich aber erst entschieden werden, wenn eine weitere bereits beauftragte Untersuchung abgeschlossen sei.

Die Gesundheitsbehörde geht nach eigenen Angaben davon aus, dass unzureichendes Filtermaterial Ursache für die mangelhafte Schutzwirkung ist. Sie rät vom Tragen dieser Masken insbesondere bei der Arbeit mit infizierten Menschen dringend ab. „Verwenderinnen und Verwender dieser Masken können sich im Vertrauen auf die Schutzwirkung dadurch unter anderem mit dem SARS-CoV2-Erreger infizieren und an Covid-19 erkranken“. Die Masken sollten daher allenfalls als einfache Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden. (dpa)

Brandenburg beschließt neue Lockerungen der Corona-Regeln

Die Corona-Regeln werden in Brandenburg für Versammlungen und Kultureinrichtungen weiter gelockert. Gleichzeitig bleiben viele Beschränkungen bestehen. Ab Donnerstag (28. Mai) sind genehmigte Demonstrationen und Gottesdienste im Freien mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam nach einer Kabinettssitzung ankündigte. Draußen können künftig bis zu zehn Menschen in einer Gruppe unterwegs sein. Private Feiern sind ab Donnerstag mit bis zu 50 Personen möglich.

Ein Abstand von eineinhalb Metern zum Nächsten gilt weiter. Das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Bussen und Bahnen sowie in Geschäften ist ebenfalls weiter Pflicht. Die Regeln sind vorerst bis 15. Juni in Kraft, zehn Tage länger als die bisherigen. Von Montag auf Dienstag kamen acht Corona-Infektionen im Land neu hinzu.

Kulturfans können sich freuen: Theater, Kinos und Konzerthäuser in Brandenburg können ab 6. Juni wieder öffnen, wie die Landesregierung ankündigte. In Räumen können dann Veranstaltungen mit bis zu 75 Menschen stattfinden, im Freien mit bis zu 150 Menschen. Theater, Konzerthäuser und Kinos haben seit etwa Mitte März geschlossen.

Fitnessstudios, Tanzschulen, Turn- und Sporthallen können nach einer früheren Übereinkunft bereits ab dem 28. Mai unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wieder aufmachen, Hallen- und Thermalbäder unter Hygieneauflagen ab 13. Juni. Indoor-Spielplätze sind weiter zu. (dpa)

Sportwagenbauer McLaren streicht 1200 von 4000 Stellen

Der britische Sportwagenbauer und Formel-1-Rennstall-Betreiber McLaren streicht wegen der Corona-Krise 1200 von etwa 4000 Stellen. Das Unternehmen sei „schwer von der gegenwärtigen Pandemie getroffen“, etwa durch die Absage von Motorsport-Veranstaltungen und dem starken Einbruch der Sportwagenverkäufe. „Wir haben keine andere Chance“, erklärte McLaren-Chef Paul Walsh am Dienstag in einer Mitteilung des Unternehmens, das seinen Sitz in Woking hat. Nach einem Bericht des Senders BBC sollen auch etwa 70 von 800 Jobs in der Formel 1 wegfallen. Die Rennserie pausiert derzeit wegen der Corona-Krise. (dpa)

Keine Corona-Infizierten mehr in Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkunft Hennigsdorf

Nach der Coronavirus-Infektion von 68 Bewohnern in einer Flüchtlingsunterkunft in Hennigsdorf (Kreis Oberhavel) ist die Lage vorerst unter Kontrolle. Im Landkreis gebe es aktuell keine Menschen in Gemeinschaftsunterkünften mehr, die mit dem Virus infiziert seien, teilte der Kreis am Dienstag mit - dazu gehört auch die Unterkunft in Hennigsdorf. „Alle vormals infizierten Menschen sind bereits genesen“, sagte Sprecherin Ivonne Pelz. Eines der fünf Häuser der Einrichtung stehe aber vorerst noch bis Anfang Juni unter Quarantäne. Im Kreis gibt es neun Gemeinschaftsunterkünfte.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam gab es mit Stand vergangenen Mittwoch (20. Mai) 260 Bewohner von Flüchtlingseinrichtungen, die positiv auf das Virus getestet worden waren. In der Potsdamer Gemeinschaftsunterkunft in der Zeppelinstraße, in dem sich 24 Bewohner mit dem Virus infiziert hatten, gab es am Dienstag ebenfalls keine positiven Fälle mehr, wie die Stadt mitteilte. (dpa)

Spanien gedenkt der Corona-Opfer mit zehntägiger Staatstrauer

Mit einer ungewöhnlich langen, zehntägigen Staatstrauer wird Spanien der gut 27.000 Todesopfer der Pandemie im Corona-Hotspot gedenken. Die Trauer werde am Mittwoch um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute im ganzen Land beginnen, teilte die linke Regierung am Dienstag mit. Ministerpräsident Pedro Sánchez werde der Zeremonie im Regierungssitz Palacio de la Moncloa in Madrid vorstehen, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero.

Anschließend sollen die Landesfahnen im ganzen Land auf Halbmast gesetzt werden. Es wird die längste Staatstrauer in Spanien seit dem Ende der Diktatur von Francisco Franco (1939-1975) sein. Regierungssprecherin Montero wies darauf hin, dass acht von zehn Menschen, die in Spanien an Covid-19 starben, älter als 70 gewesen seien. Sie hätten dabei geholfen, das Land beim Übergang in die Demokratie in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre aufzubauen.

Mit mehr als 235.000 Infektionsfällen und über 27.000 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Seit Mitte März gelten im Rahmen eines mehrfach vom Parlament verlängerten Alarmzustandes strenge Ausgehbeschränkungen und Regelungen, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert werden. Sánchez betonte mehrfach, diese Maßnahmen seien dafür verantwortlich, dass die Zahlen seit Wochen immer besser werden. (dpa)

Pläne für neue Gesundheits-App sorgen in China für Aufregung

In China sorgen Pläne für eine neue Gesundheits-App für die Zeit nach der Corona-Krise für Aufregung. Die App, die in der Wirtschaftsmetropole Hangzhou im Osten Chinas entwickelt wurde, soll nach Behördenangaben die Rauch- und Trinkgewohnheiten, die sportlichen Aktivitäten und das Schlafverhalten der Nutzer überwachen. Auf der Grundlage dieser Daten soll die Gesundheit der Nutzer auf einer Hundert-Punkte-Skala bewertet werden.

China setzt bereits bei der Eindämmung des neuartigen Coronavirus massiv auf Technologie: Vor dem Betreten vieler öffentlicher Orte müssen die Chinesen einen Gesundheits-Code auf ihrem Handy vorzeigen. Ein QR-Code in den Farben Grün, Gelb oder Rot gibt Auskunft darüber, ob sich der Handynutzer an Orten mit einem hohen Infektionsrisiko aufgehalten hat oder Kontakt zu einem Infizierten hatte. (AFP)

Bus-Unternehmen rufen wegen Corona-Krise zu bundesweiten Kundgebungen auf

Die von der Corona-Krise schwer getroffenen Bus-Unternehmen haben für Mittwoch zu bundesweiten Kundgebungen aufgerufen. In Berlin sollen gegen Mittag drei Buskorsos durch die Stadt rollen, um auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die Unternehmen aufmerksam zu machen.

Weitere Demonstrationen sind in Düsseldorf, Kiel, Mainz, Stuttgart und Wiesbaden geplant. Die Bus-Unternehmen leiden unter dem Einbruch der Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr. (AFP)

Frankreich unterstützt Autobranche mit acht Milliarden Euro

Frankreich hat Hilfen von mehr als acht Milliarden Euro für seine angeschlagene Automobilindustrie angekündigt. Präsident Emmanuel Macron sagte am Dienstag, damit sollten die Folgen der Corona-Krise abgemildert werden. Eine Milliarde Euro ist nach den Worten des Staatschefs für Kaufprämien für Elektro- und Hybridfahrzeuge vorgesehen, über die auch in Deutschland seit Wochen diskutiert wird.

Mit weiteren fünf Milliarden Euro will der Staat den Autobauer Renault unterstützen, der bereits vor der Corona-Krise rote Zahlen geschrieben hatte. Im Gegenzug soll die französische Autobranche Arbeitsplätze im Land erhalten und sich stärker für die Elektromobilität engagieren. Renault sagte nach Macrons Angaben zu, sich an dem deutsch-französischen Batteriezell-Projekt für Elektroautos zu beteiligen. (AFP)

Verstoß gegen Mindestabstand darf in Berlin nicht mehr mit Bußgeld geahndet werden

In Berlin dürfen Verstöße gegen den Mindestabstand und die Reduzierung von Kontakten auf ein Minimum nicht mehr mit Bußgeldern geahndet werden. Das Berliner Verfassungsgericht setzte die entsprechenden Bußgeldvorschriften des Senats mit einem am Montag veröffentlichten Beschluss vorläufig außer Kraft. Das Gericht gab damit einem Eilantrag teilweise statt.

Es darf demzufolge konkret kein Bußgeld mehr verhängt werden, wenn jemand gegen den Mindestabstand von anderthalb Metern verstößt sowie gegen das Gebot, „physisch soziale Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren“. Zu den weiteren Inhalten des Antrags und der Begründung wurde zunächst nichts bekannt. (AFP)

Ungarns Regierung will Sondervollmachten für Orban im Juni aufheben

Der ungarische Regierung will die umstrittenen Corona-Sondervollmachten für Ministerpräsident Viktor Orban im Juni aufheben. Die Regierung werde eine entsprechende Vorlage zur Beendigung des nationalen Notstands ins Parlament einbringen, kündigte Justizministerin Judit Varga am Dienstag bei Facebook an. Nach der Verabschiedung des Gesetzes werde der Notstand dann voraussichtlich am 20. Juni enden.

Das ungarische Parlament hatte die Regierung Ende März mit umfassenden Sondervollmachten zur Bewältigung der Coronavirus-Krise ausgestattet. Orban kann seither im Rahmen des nationalen Notstands zeitlich unbefristet per Dekret regieren. Kritiker warfen ihm vor, die Pandemie zum Ausbau seiner Machtposition zu missbrauchen. Auch die EU-Kommission hatte wiederholt Besorgnis geäußert.

Der Rechtspopulist Orban steht seit Jahren wegen der Einschränkung von Bürgerrechten, der Unabhängigkeit der Justiz sowie der Medien- und Meinungsfreiheit in der Kritik. Von einem Rechtstaatlichkeitsverfahren der EU und mehreren Urteilen des Europäischen Gerichtshofs ließ er sich bislang aber nicht beeindrucken. (AFP)

Putin sieht Höhepunkt der Corona-Pandemie in Russland überwunden

Russland hat nach Angaben von Präsident Wladimir Putin den Höhepunkt der Corona-Infektionswelle überwunden. Experten zufolge liege "der Höhepunkt hinter uns", sagte Putin am Dienstag. Er ordnete an, die wegen der Pandemie verschobene Militärparade zum Gedenken an das Weltkriegsende im Juni nachzuholen.

Inzwischen habe sich die Lage in Russland stabilisiert, sagte Putin am Dienstag in einem im Fernsehen übertragenen Videotelefonat mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Er wies Schoigu an, die nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen, um das Gesundheitsrisiko für die Teilnehmer der Militärparade möglichst gering zu halten.

Russland steht mit mehr als 360.000 registrierten Corona-Fällen weltweit an dritter Stelle, doch seit Tagen geht die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben der Behörden zurück. 3807 Infizierte starben bislang. (AFP)

Mercedes-Benz fährt Produktion in Argentinien wieder hoch

Nach gut zwei Monaten Zwangspause wegen der Corona-Pandemie fährt Mercedes-Benz seine Produktion in Argentinien wieder hoch. Am Dienstag nahm der Autohersteller die Fertigung in dem Werk in Virrey Del Pino in der Provinz Buenos Aires wieder auf, wie der Konzern mitteilte. Zunächst werde nur im Ein-Schicht-Betrieb gearbeitet.

Um eine Verbreitung des neuartigen Coronavirus unter den Mitarbeitern zu verhindern, hat das Unternehmen ein Hygiene-Protokoll entwickelt: Die Mitarbeiter kommen mit einem firmeneigenen Shuttle-Service zur Arbeit, die Temperatur der Mitarbeiter wird regelmäßig gemessen, alle Beschäftigten müssen Mundschutz tragen und den Mindestabstand einhalten, Flächen werden regelmäßig desinfiziert. (dpa)

Händler kehren nach Coronavirus-Pause wieder an Börse New York zurück

Nach einer rund zweimonatigen Corona-Pause sind am Dienstag erstmals wieder Händler auf das Parkett der New Yorker Börse zurückgekehrt. Zunächst dürfen aber nur einige Dutzend Trader in dem Gebäude an der Wall Street handeln, etwa ein Viertel der normalen Kapazität. Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, läutete zur Eröffnung die traditionelle Glocke. Er trug dabei eine Maske, was nun auch für alle Händler im Gebäude vorgeschrieben ist.

Seit 23. März war an der New Yorker Börse wegen der Coronavirus-Epidemie, die die Ostküstenmetropole schwer getroffen hat, nur noch elektronischer Handel zugelassen gewesen. „Wir beginnen vorsichtig und mit neuen Sicherheitsmaßnahmen, um die Belastung des Gesundheitssystems und das Risiko für jene, die unter unserem Dach arbeiten, zu begrenzen“, erklärte Börsenchefin Stacey Cunningham. (dpa)

Litauen erwägt Ausnahmezustand bis Ende Juni zu verlängern

Litauens Regierung erwägt eine Verlängerung des Ausnahmezustands wegen der Coronavirus-Pandemie bis Ende Juni - aber zugleich eine weitere Lockerung der Einschränkungen. Das sagte Regierungschef Saulius Skvernelis der Agentur BNS zufolge am Dienstag in Vilnius. Eine Entscheidung darüber solle auf einer Kabinettssitzung am Mittwoch getroffen werden.

Die geplante Beibehaltung der Mitte März verhängten Quarantäne hat demnach mehr mit rechtlichen als mit medizinischen Aspekten zu tun. In erster Linie sollen damit zwei Ziele verfolgt werden: Die Unterstützung der Wirtschaft während des Ausnahmezustands und eine anschließende weitere Eindämmung des Coronavirus.

Für den Ausstieg aus dem Corona-Notstand plane sich die Regierung des baltischen EU-Landes an vier Schlüsselkriterien zu orientieren: Die Zahl der Infektionen über 14 Tage, die Ansteckungsrate mit dem Virus, die Anzahl an aus dem Ausland eingeführten Virusfälle und das lokale Aufkommen an Erkrankungen. (dpa)

Thailand verlängert Notstand bis Ende Juni

Die thailändische Regierung hat den Corona-Notstand bis Ende Juni verlängert. Damit verbunden sind ein öffentliches Versammlungsverbot, eine nächtliche Ausgangssperre und zeitweise die Schließung der meisten Geschäfte. Inzwischen sind aber etliche Geschäfte sowie Restaurants, Parks, Museen und Schwimmbäder sowie Tiersalons wieder offen. Am Dienstag stimmten die thailändischen Minister der Verlängerung des Notstands zu, der seit Ende März gilt.

Die Opposition warf der Militärregierung vor, ihre Macht zu missbrauchen. Dem widersprach eine Regierungssprecherin. Sie sagte, dass es lediglich um die Gesundheit der Bevölkerung gehe. In Thailand gibt es rund 3000 bestätigte Infektionen, 57 mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierte Menschen sind gestorben. (dpa)

Coronavirus breitet sich rasant in Lateinamerika aus

In Lateinamerika breitet sich das neuartige Coronavirus weiter rasant aus. In Chile wurden innerhalb von 24 Stunden fast 5000 neue Infektionsfälle verzeichnet, ein neuer Höchststand, wie die Gesundheitsbehörden am Montag (Ortszeit) mitteilten. In Brasilien, dem Land mit der zweithöchsten Zahl an gemeldeten Infektionen weltweit nach den USA, blieb die Lage angespannt.

Brasilien meldete zuletzt 23.473 Tote, gefolgt von Mexiko mit 7.633 und Peru mit 3.629 Toten. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer mitunter weitaus höher liegt, weil etwa in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird. Insgesamt sind in Lateinamerika und der Karibik bisher mehr als 41.000 Menschen an COVID-19 gestorben, die Zahl der Infizierten wird mit 766.000 angegeben. (AFP)

Brandenburg: AfD will Maskenpflicht und Versammlungsbeschränkungen kippen

Die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag will mit einer Klage vor dem Landesverfassungsgericht die Maskenpflicht und die Beschränkungen der Versammlungsfreiheit kippen. „Der Antrag ist hier eingegangen“, sagte eine Sprecherin des Verfassungsgerichts am Dienstag. Es gehe um einen Eilantrag und ein Hauptsacheverfahren. Das Gericht bemühe sich, zügig über den Eilantrag zu entscheiden.

Die Fraktion habe in einem Eilantrag gefordert, die entsprechenden Paragrafen 4 und 5 der Eindämmungsverordnung in einer einstweiligen Anordnung außer Kraft zu setzen, erklärte AfD-Rechtsexpertin Lena Duggen. Angesichts der niedrigen Infektionszahlen seien diese Eingriffe in die Rechte auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und in die Versammlungsfreiheit nicht zu rechtfertigen. „Wir gehen davon aus, dass das Verfassungsgericht kurzfristig entscheidet“, sagte Duggen. In den Paragrafen geht es um die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz und um Regeln für Versammlungen. (dpa)

Frankreichs Datenschutzbehörde billigt Corona-Warn-App

Frankreichs Datenschutzbehörde hat die geplante Corona-Warn-App „StopCovid“ gebilligt. Die Commission Nationale Informatique et Libertés (Cnil) erklärte am Dienstag, die Anwendung werde den Datenschutzvorschriften weitgehend gerecht. Die App soll ab der kommenden Woche nutzbar sein. Sie warnt Nutzer, wenn sie sich in der Nähe von Corona-Infizierten aufgehalten haben.

Die Cnil regte Nachbesserungen an, etwa bei der Löschung der anonymisierten Daten, sowie gezielte Informationen für minderjährige Nutzer. Ab Mittwoch diskutiert das französische Parlament über die App. Eine gesetzliche Grundlage gibt es nicht, da die Nutzung der Anwendung freiwillig ist. Als offizieller Starttermin gilt der Dienstag nach Pfingsten.

Anders als Deutschland hat sich Frankreich für eine zentrale Software-Lösung entschieden. Das bedeutet, dass die Daten auf zentralen Servern gespeichert werden und nicht nur auf den jeweiligen Nutzerhandys. Damit sind die Systeme vorerst nicht kompatibel. Ursprünglich hatte die Bundesregierung eine europäische Lösung angestrebt. (AFP)

Corona-Lockerungen und Impfstoff-Suche befeuern Dax

Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise und die damit einhergehende Hoffnung auf eine Wirtschaftsbelebung haben den Dax am Dienstag weiter angeschoben. Nach dem starken Wochenstart stieg der Leitindex zeitweise über die Marke von 11.500 Punkten und schloss damit im Chart die große Lücke, die er im Zuge des Corona-Crashs Anfang März durch den schwersten Tagesverlust seit dem 9. September 2011 aufgerissen hatte.

Am Nachmittag stand der Dax 0,88 Prozent höher bei 11.491,96 Punkten. Die Experten von Index Radar sehen bei 11 500 Punkten Verkaufsdruck durch eher mittelfristig agierende Marktteilnehmer.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte rückte um 1,41 Prozent auf 25.438,69 Zähler vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 0,8 Prozent. (dpa)

Italien fordert gemeinsame europäische Grenzöffnungen am 15. Juni

Italien hat sich für gemeinsame europäische Grenzöffnungen am 15. Juni ausgesprochen. „Wir setzen uns dafür ein, dass wir am 15. Juni alle gemeinsam in Europa wieder öffnen können“, sagte der italienische Außenminister Luigi Di Maio am Montagabend im Fernsehsender Rai 1. Für den Tourismus könne dieses Datum damit zu einer Art „europäischem D-Day“ werden. Deutschland strebe den 15. Juni zur Öffnung an, Italien sei diesbezüglich in Gesprächen mit Österreich und anderen Ländern.

Bislang ist geplant, dass die innereuropäischen Grenzen ab Mitte Juni wieder geöffnet werden. Allerdings gibt es unterschiedliche Aussagen der verschiedenen europäischen Länder, obwohl die EU-Kommission ein abgestimmtes Vorgehen angemahnt hatte.

Für Italien sprach sich Di Maio für „homogene Hinweise für Touristen“ in allen Regionen aus. Andernfalls wüssten die Touristen nicht, wie sie sich zwischen den einzelnen italienischen Regionen bewegen dürften. „Wir müssen das retten, was vom Sommer zu retten ist, um unseren Unternehmern zu helfen“, sagte der Minister. (AFP)

Lebensmittel durch Corona-Krise deutlich teurer

Die Preise für Lebensmittel sind durch die Corona-Krise in Berlin und Brandenburg gestiegen. Im April waren Nahrungsmittel in Berlin im Schnitt 4,3 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, im Brandenburg sogar 6,1 Prozent, wie aus Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg vom Dienstag hervorgeht. Körperpflegeprodukte verteuerten sich demnach im Vergleich zum Vorjahresmonat in Berlin um 2,5 Prozent und in Brandenburg um 2,2 Prozent.

Den Angaben nach waren vor allem Fleisch sowie frisches Obst und Gemüse deutlich teurer, wobei der Preisanstieg in Brandenburg oftmals größer war als in Berlin. Fleisch kostete demnach in Berlin im Schnitt 9 Prozent mehr, in Brandenburg rund 12 Prozent. Beim Gemüse war der Anstieg in Brandenburg beim Blumenkohl am größten - er kostete fast 74 Prozent mehr als im April 2019. Lediglich Spargel und Gurken waren in Brandenburg günstiger als im Vorjahresmonat. Auch Haarfarbe und -tönungen wurden in beiden Ländern teurer. (dpa)

112 Infizierte durch Corona-Ausbruch nach Gottesdienst

Nach einem Covid-19-Ausbruch im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt verfolgen Gesundheitsbehörden weiter mögliche Infektionsketten. Aktuell würden noch 150 Personen überprüft, die mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten, erklärte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt am Dienstag. Es gebe aktuell 112 bestätigte Covid-19-Fälle.

Bei dem Gottesdienst selbst waren vor zwei Wochen laut Gottschalk 180 Personen anwesend. Viele Infektionen seien aber erst nach dem Gottesdienst geschehen. Die ersten Kontaktpersonen und Infizierten würden mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen. Laut Sozialminister Kai Klose (Grüne) werden momentan der Ablauf des Gottesdienstes und die Infektionsketten rekonstruiert. Mehrere Gesundheitsämter seien beteiligt.

Der Frankfurter Verein „Evangeliums Christen Baptisten“ hatte zunächst betont, alle Schutzregeln seien eingehalten worden. Ein am Montag auf der Webseite der Gemeinde veröffentlichtes Schreiben räumt allerdings Versäumnisse ein: „Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten“, hieß es in der Stellungnahme. (dpa)

Theater, Kino und Konzerte in Bayern ab 15. Juni wieder möglich 

Theater und Kinos in Bayern dürfen unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen ab dem 15. Juni wieder öffnen. Auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen sollen dann wieder möglich sein, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München sagte. (dpa)

Sachsen kündigt weitere Corona-Lockerungen ab 6. Juni an 

Sachsen will die Einschränkungen in der Corona-Krise ab 6. Juni weiter lockern. Das teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden mit. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Abstandsgebot und Maskenpflicht bleiben aber. Köpping hatte bereits im Vorfeld einen Wechsel im Umgang mit Corona-Einschränkungen angekündigt. Anstelle von Verboten soll es künftig Gebote geben. Ministerin Köpping kündigte Erleichterungen für den Besuch von Alten- und Pflegeheimen an: „Wir wollen mit der neuen Verordnung eine Ermöglichungshaltung schaffen.“ (dpa)

BVG schickt mehr Busse in den Schulverkehr - und weniger nach TXL 

Wegen des wiederanlaufenden Schulbetriebs in der Hauptstadt wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihren Frühverkehr verstärken. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Demnach wird ab dem 2. Juni bis zunächst zum Beginn der Sommerferien das Platzangebot im Schülerverkehr auf insgesamt 16 BVG-Linien erhöht. Verstärkung gibt es im Frühverkehr unter anderem auf den Linien M11, M37, M76 und M77. Im Gegenzug soll allerdings das Angebot auf den Buslinien zum Flughafen Tegel reduziert werden, da die Nachfrage sehr gering sei, hieß es weiter. Der Flughafen bleibe aber weiterhin mit 15 Fahrten pro Stunde gut angebunden.

Mit der Verstärkung des Schülerverkehrs sind nach Angaben der BVG dann mehr Busse als vor der Corona-Krise auf den Straßen Berlins unterwegs. Zudem verkürze sich auf den betroffenen Linien der Minutentakt. (dpa)

Kurzarbeit beim DOSB im Juni und Juli

Der Deutsche Olympische Sportbund schickt seine Mitarbeiter wegen der drohenden finanziellen Verluste in der Corona-Krise in Kurzarbeit. Wie der DOSB am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, werden die rund 170 Mitarbeiter in der Geschäftsstelle in Frankfurt/Main im Juni und Juli ein Kurzarbeitergeld von 50 Prozent erhalten. Der DOSB hat seine Mitgliedsorganisationen über die Maßnahme informiert.

Der Dachverband für mehr als 27 Millionen Mitglieder in rund 90 000 Sportvereinen rechnet durch die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf 2021 und die Absage zahlreicher DOSB-Veranstaltungen zumindest kurzfristig mit einem verringerten Arbeitsanfall. (dpa)

Linke fordert flächendeckende Corona-Tests in Brandenburg

Die Linke-Fraktion im Brandenburger Landtag fordert flächendeckende Corona-Tests im Land als Voraussetzung für weitere Lockerungen der Beschränkungen. „Wir brauchen Teststrategien für alle Orte mit viel Publikumsverkehr“, sagte der Linke-Abgeordnete Ronny Kretschmer am Dienstag nach einer Fraktionssitzung. „Also für Pflegeheime, Krankenhäuser, Kitas und Schulen sowie Gemeinschaftsunterkünfte.“ Finanziert werden könnten die Tests aus dem Corona-Rettungsschirm in Höhe von zwei Milliarden Euro, der noch nicht einmal zur Hälfte ausgeschöpft sei, meinte er.

Es seien genügend Kapazitäten für Tests vorhanden, erklärte Kretschmer. „In Deutschland stehen pro Woche 1,2 Millionen Tests bereit, von denen nur 425 000 genutzt werden - das ist ein Skandal!“, rügte der Abgeordnete. Auch in Brandenburg würden Teststationen ab- statt ausgebaut. „Da muss die Landesregierung umsteuern, um in der Pandemie gezielte Maßnahmen zu ermöglichen“, forderte Kretschmer. (dpa)

Schnelle Auszahlung: Erste Corona-Hilfe für Berliner Sport-Club bewilligt 

Die vom Berliner Senat bereitgestellte Corona-Hilfe für finanziell angeschlagene Sportvereine aufgrund der Pandemie läuft zügig an. Eine Woche nach der Zusicherung von Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) mit einer finanziellen Unterstützung über acht Millionen Euro wurde der erste Antrag bewilligt. „Der Antrag wurde heute angenommen. Wir wollen die Übergabe der Gelder zeitnah durchführen“, sagte Oliver Weiß, Pressesprecher des Landessportbundes Berlin (LSB), der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Der LSB zahlt die Gelder aus, die Beantragung kann bis zum 28. Februar 2021 über ein Online-Tool laufen. Weiß rechnet damit, dass LSB-Präsident Thomas Härtel noch in dieser Woche die erste Geldübergabe selbst vornehmen kann.

Nach knapp einer Woche sind noch nicht viele Antrage bedingt durch den Feiertag und das Wochenende eingegangen. „Da erwarten wir noch deutlich mehr“, sagte Weiß. Der LSB hatte Anfang April ein digitales System zur Meldung finanzieller Schäden im verbandseigenen LSB-Portal eingerichtet. Damals meldeten rund 400 Vereine Bedarf an. „Es kann aber sein, dass sich heute mehr Vereine in einer Notlage befinden als vor sechs Wochen“, sagte Weiß. Deshalb plane der LSB weitere Stufen, um für größere Notfälle gewappnet zu sein. (dpa)

Prämie für Übernahme von Azubis insolventer Unternehmen

Betriebe, die Azubis von insolvent gegangenen Firmen übernehmen, sollen eine Prämie bekommen. Darauf haben sich Vertreter von Bundesregierung, Bundesländern, Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaft und Gewerkschaften in der sogenannten Allianz für Ausbildung geeinigt. Hintergrund sind Sorgen vor einem Einbruch auf dem Lehrstellenmarkt, weil Hunderttausende Firmen in der Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Die Prämie soll befristet sein bis Ende des Jahres. Eine genaue Höhe ist noch nicht bekannt.

Krankenstand steigt im März auf Rekordhoch 

Im März ist der Krankenstand in Deutschland auf ein Rekordhoch gestiegen. Mit 6,84 Prozent erreichte der Anteil der krankgemeldeten Arbeitnehmer den höchsten Wert seit 20 Jahren, wie eine am Dienstag in Hamburg veröffentlichte Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt. Die Kasse erklärt die überdurchschnittliche Zahl mit präventiven Krankmeldungen wegen der Corona-Krise.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag das Jahreshoch beim Krankenstand bei nur 5,30 Prozent, 2018 waren es 6,30 Prozent. Die Auswertung beruht auf Daten der TK-Versicherten. (AFP)

RKI: 179.002 Infizierte - ein Plus von 432 seit dem Vortag

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 179.002 angegeben - ein Plus von 432 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.600 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8302 Todesfälle und damit 45 mehr als am Vortag, die JHU 8309 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 162.000. (AFP)

Messebauer befürchten Massenentlassungen in Veranstaltungsbranche

Angesichts des monatelangen Verbots für Messen und Großveranstaltungen rechnet die Branche mit einer großen Entlassungswelle. „Noch bevor Messen wieder durchgeführt werden können, werden weite Teile der Veranstaltungsbranche insolvent sein“, sagte der Geschäftsführer des Fachverbands Messe- und Ausstellungsbau (Famab), Jan Kalbfleisch, der Deutschen Presse-Agentur. Nach rund vier Monaten ausgefallener Messen und Veranstaltungen drohe im Juni eine große Kündigungswelle, weil vielen Betrieben die Liquidität ausgehe. Nach Schätzungen des Verbandes könnten 250 000 Menschen betroffen sein. (dpa)

Söder warnt vor überzogenen Auflagen bei Lufthansa-Rettung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor überzogenen Auflagen der EU-Kommission bei der staatlichen Rettung der Lufthansa gewarnt. „Eine Diskriminierung der Lufthansa zugunsten von Low-Cost-Anbietern wäre ein falsches Signal“, sagte Söder dem „Handelsblatt“. Nach Angaben des Blattes soll Brüssel fordern, der Lufthansa sowohl in Frankfurt als auch in München Start- und Landerechte zu nehmen und an andere Fluggesellschaften zu verteilen.

„Damit soll wohl das deutsche Engagement gebremst werden“, sagte Söder dem Blatt. „Das ist europarechtlich und marktwirtschaftlich der falsche Ansatz.“ Söder forderte die Bundesregierung auf, den wettbewerbspolitischen Forderungen nicht nachzugeben. (dpa)

US-Regierung zieht Verbot für Einreisen aus Brasilien vor 

Die US-Regierung zieht die wegen der Corona-Pandemie getroffenen Einreisebeschränkungen für aus Brasilien kommende Menschen um zwei Tage vor. Die neue Regelung gelte nun ab Mittwoch, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Zuvor hatte es geheißen, die Vorschrift solle ab Freitag gelten. Begründet wurde die Änderung nicht. (dpa)

Zwei Minister in Chile mit Coronavirus infiziert 

In Chile haben sich zwei Minister mit dem Coronavirus infiziert. Energieminister Juan Carlos Jobet und der Minister für öffentliche Arbeiten, Alfredo Moreno, teilten am Montag mit, positiv auf den Erreger getestet worden zu sein. Beide Kabinettsmitglieder hatten sich nach eigenen Angaben schon vor Vorliegen ihrer Testergebnisse in Quarantäne begeben. (AFP)


+++ 25. Mai +++

Berlin: 374 aktive Fälle, kein weiterer Covid-19-Toter

In Berlin sind bis Montagmittag zehn neue Corona-Infektionen registriert worden. Damit gibt es 6651 bestätigte Fälle, wie aus der Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit hervorgeht. Im Krankenhaus werden derzeit 177 Corona-Patienten behandelt, 60 von ihnen intensivmedizinisch. Den Angaben zufolge ist kein weiterer Infizierter gestorben, die Todeszahl liegt weiter bei 191. 6086 Erkrankte gelten mittlerweile als genesen. Diese Zahl wird geschätzt, da keine Meldepflicht besteht. Damit gibt es in Berlin aktuell 374 aktive Corona-Fälle.

Die Reproduktionszahl liegt bei 1,37, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Sie zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, und bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. (dpa/BLZ)

Britische Regierung lockert Pandemie-Maßnahmen in England

In England dürfen zahlreiche Geschäfte im Juni wieder öffnen. Das kündigte Premierminister Boris Johnson am Montag in London an. So dürfen dann unter anderem Bekleidungsgeschäfte, Möbelläden, Fachgeschäfte für Elektronik oder Bücher, Auktionshäuser und Schneidereien ihre Dienste anbieten. Bereits vom 1. Juni an können Märkte im Freien wieder ihre Waren verkaufen. Johnson hatte am 23. März alle Läden, die nicht wie Supermärkte und Pharmazien der Grundversorgung dienen, zur Pandemie-Eindämmung schließen lassen.

Bereits am Sonntag hatte der Premier angekündigt, ab Juni die Schulen für einzelne Jahrgangsstufen zu öffnen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland gehen im Kampf gegen das Coronavirus ihren eigenen Weg. Großbritannien ist das Land mit den meisten Opfern in Europa. Bislang wurden 36.914 Todesfälle registriert, teilte Johnson am Montagabend mit. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet. (dpa)

Spanien hebt zum 1. Juli Quarantäne-Vorschrift für ausländische Touristen auf

Spanien will die derzeit noch geltende Quarantäne-Vorschrift für ausländische Touristen zum 1. Juli abschaffen. Dies teilte die Regierung am Montag in Madrid mit. Wegen des Coronavirus gilt derzeit für alle nach Spanien Einreisenden - Ausländer und Spanier - die Vorschrift, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen.

„Die Regierung wird die Quarantäne für ausländische Touristen am 1. Juli aufheben“, erklärte die Regierung. Bereits am Samstag hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez verkündet, dass ab Juli wieder Touristen ins Land kommen dürften - unklar war da noch, unter welchen Bedingungen. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftssektor in Spanien und hat unter den Mitte März verhängten Corona-Auflagen stark gelitten.

Mehrere EU-Urlaubsländer haben bereits angekündigt, ihre Grenzen im Sommer wieder für Touristen zu öffnen. Die Bundesregierung will Mitte Juni ihre weltweite Reisewarnung aufheben und durch detaillierte Hinweise zu einzelnen Ländern ersetzen. (AFP)

Verletzung der Lockdown-Regeln: Johnson-Berater Cummings weist jegliche Kritik zurück

Der britische Regierungsberater Dominic Cummings hat die massive Kritik an seiner Reise zu Verwandten mitten in der Coronakrise zurückgewiesen. „Ich bedaure nicht, was ich getan habe“, sagte Cummings am Montag im Rosengarten des Regierungssitzes in London. Er gilt als zweitmächtigster Mann nach Premierminister Boris Johnson in London. Cummings begann seinen Auftritt mit etwa halbstündiger Verspätung und erschien mit hochgekrempeltem Hemd.

Er habe den Umständen entsprechend „vernünftig und angemessen“ gehandelt, sagte Cummings. Er habe nur einmal Ende März seine Eltern mit seiner Familie besucht. Britische Zeitungen hatten berichtet, dass Cummings mehrfach während der Pandemie von London ins rund 430 Kilometer entfernte Durham zu seinen Verwandten gefahren war.

Cummings hatte als Grund für eine Reise Ende März zu seinen Eltern angegeben, er habe keine andere Möglichkeit gehabt, die Betreuung seines vier Jahre alten Sohnes sicherzustellen. Er habe für die Betreuung sorgen wollen, weil seine Frau an Covid-19 erkrankt gewesen sei und er selbst auch mit einer Ansteckung habe rechnen müssen. (dpa)

Luxemburg kündigt weitere Lockerungen der Corona-Regeln an

In Luxemburg dürfen nach wochenlanger Corona-Zwangspause Restaurants und Cafés wieder öffnen: Ab diesen Mittwoch können Gäste unter Auflagen auf Außenterrassen bewirtet werden, ab Freitag dann auch in den Lokalen, wie Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel am Montag ankündigte. Ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Tischen müsse eingehalten werden, beim Betreten gelte Maskenpflicht.

Zudem dürften alle Geschäfte und Fitnesscenter (ohne Wellnessbereich) ab Freitag wieder öffnen. Auch Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen seien erlaubt, wenn diese im Abstand von zwei Metern zusammenkommen oder eine Maske tragen, sagte Bettel. Als Beispiele nannte er Sportereignisse, Kinobesuche und religiöse Zeremonien. Spielplätze blieben weiterhin geschlossen.

Die Lockerungen seien möglich, da es bei der Zahl der Neuinfektionen positive Nachrichten gebe: Am Montag sei nur eine neue Infektion registriert worden, es gebe noch vier Patienten auf Intensivstationen. „Das Virus ist aber noch nicht fort, das Virus ist noch da“, sagte Bettel. Daher müsste es auch weiter Einschränkungen geben. (dpa)

Schweden registriert mehr als 4000 Corona-Todesfälle

In Schweden sind bislang 4029 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Montag in Stockholm mit. Die Rate der registrierten Sterbefälle ist in Schweden um ein Vielfaches höher als etwa in Norwegen oder Deutschland. Anders als in vielen anderen Ländern hat die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen, sondern die Bürger lediglich gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu waschen.

In Schweden kamen bislang 40 Todesfälle auf 100.000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4, in Deutschland rund 10 von 100.000. Die schwedische Strategie ist deshalb heftig umstritten.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht die Entwicklung dennoch positiv. Die Zahl der Ansteckungen und der Todesfälle in den Altersheimen sei rückläufig. Rund 34.000 Infektionen wurden bislang registriert. (dpa)

Brandenburg: AfD-Fraktion will mit Verfassungsklage gegen Corona-Vorgaben vorgehen

Die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag hat vor dem Verfassungsgericht eine Klage gegen die Corona-Beschränkungen eingereicht. Das Gericht solle vor allem prüfen, ob die Einschränkung der persönlichen Kontakte und der Versammlungsfreiheit sowie der Zwang zum Mund-Nasen-Schutz mit der Verfassung des Landes vereinbar seien, teilte die AfD am Montag auf der Internetseite „AfD Kompakt“ mit. Das Verfassungsgericht war zunächst nicht zu erreichen.

Die Abgeordneten wollen mit einem Eilantrag erreichen, dass die Vorgaben außer Kraft gesetzt werden, wenn die obersten Verfassungsrichter sie als Verstoß werten. Die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche sei landesweit bisher nicht erreicht worden. (dpa)

Über 178.560 Corona-Nachweise in Deutschland - mindestens 8250 Tote

Bundesweit sind bis zum Montagnachmittag mehr als 178.560 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 24 Stunden zuvor lag die gemeldete Zahl bei gut 178.500 Fällen. Mindestens 8252 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Sonntagnachmittag: 8251). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 0,94 (Datenstand 24.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 24.5. 0.00 Uhr) bei 0,93. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 161 200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Tschechien kontrolliert an Grenze nur noch stichprobenartig 

Die tschechische Polizei beendet ab Dienstag ihre flächendeckenden und systematischen Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Österreich. Stattdessen werde „gezielt und stichprobenartig“ kontrolliert, teilte das Innenministerium in Prag nach der Kabinettssitzung am Montag mit. Doch am derzeit geltenden Einreiseverbot für Touristen nach Tschechien ändere sich dadurch nichts, betonte eine Sprecherin. Auch bestehe die Pflicht für Tschechen, bei der Rückkehr aus dem Ausland einen negativen Coronavirus-Test vorzulegen oder in Quarantäne zu gehen, weiter.

Bei Zuwiderhandlungen gegen das Infektionsschutzgesetz wie dem unerlaubten Betreten des Landes drohen Geldstrafen von bis einer Million Kronen, umgerechnet knapp 37.000 Euro. Wer versucht, einer Polizeikontrolle auszuweichen, muss mit einem Bußgeld von umgerechnet bis zu 1800 Euro rechnen.

Covid-19-Medikament ABX464 wird in Deutschland getestet

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn hat den Wirkstoff ABX464 zur klinischen Prüfung mit Covid-19-Patienten zugelassen. Das bestätigte am Montag ein Behördensprecher. Das mögliche Medikament wird von dem französischen Biotechunternehmen Abivax SA erprobt. Das BfArM hat derzeit nach eigenen Angaben 22 klinische Prüfungen im Kontext von Covid-19 genehmigt.

Nach Abivax-Angaben geht es um eine placebokontrollierte Studie zur frühzeitigen Behandlung von 1034 älteren Covid-19-Patienten oder Hochrisikopatienten. Davon sollten 200 in Deutschland rekrutiert werden, teilte das BfArM mit. Die Studie soll ergründen, ob ABX464 die Vervielfältigung des Virus bei diesen Patienten unterbinden kann. Vor allem geht es aber darum zu schauen, ob der Wirkstoff die oft beobachte Überreaktion des Immunsystems verhindern kann, die dann zu gefährlicher Atemnot führt.

ABX464 komme ursprünglich aus dem HIV-Bereich, erläuterte der deutsche Studienleiter Christoph Boesecke von der Uniklinik Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Es ist dort aber auch noch in der Studienphase. Auch als Mittel zur Behandlung der Darmerkrankung Colitis ulcerosa wurde es bereits getestet, aber noch nicht zugelassen. Obwohl die Prüfverfahren bei Corona/Coivid-19 derzeit schneller durchgewunken würden, werde es wohl bis nächstes Jahr dauern, ehe die Ergebnisse vorlägen, sagte Boesecke.

Mediziner: Corona lässt sich nicht immer mit Abstrich nachweisen

Eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 lässt sich Wissenschaftlern zufolge nicht immer über einen Abstrich aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum nachweisen. Diese gängige Form des Testens könne selbst bei einer Corona-Infektion negativ ausfallen, berichten Mediziner des Universitätsklinikums Freiburg in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ (DMW). Dies zeige ein Infizierter aus Freiburg, bei dem drei Rachenabstriche negativ ausgefallen seien. Die Experten empfehlen daher die Analyse weiterer Proben aus dem Stuhl oder aus tiefem Atemwegssekret, wenn der übliche Abstrich trotz begründetem Verdacht wiederholt negativ ausfalle.

Der Abstrich aus Mund, Nase oder Rachen ist gängige Praxis, um eine Corona-Infektion nachzuweisen. Zwischenzeitlich mehren sich jedoch Hinweise, dass diese Methode nicht immer zuverlässig ist, sagte der Mediziner Daniel Hornuß von der Uniklinik Freiburg. Wenn Laborwerte und die Befunde in der Computertomographie auf Covid-19 hinwiesen, sollte daher der Gentest an anderen Biomaterialien wie Sputum, tiefen Atemwegssekreten oder Stuhl versucht werden, raten Hornuß und seine Kollegen. (dpa)

Besuchern von Restaurant in Leer droht Geldstrafe

Wegen etlicher Corona-Infektionen nach dem Eröffnungsabend eines Restaurants in Niedersachsen drohen nicht nur dem Betreiber, sondern auch den Besuchern Strafen. Das kündigte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover an. „Sollte sich der begründete Verdacht bestätigen, dass mit dieser Veranstaltung gegen die Corona-Auflagen verstoßen wurde, werden die Behörden vor Ort nicht nur gegen die Organisatoren, sondern auch gegen die Besucherinnen und Besucher Ordnungswidrigkeiten einleiten mit empfindlichen Geldstrafen als Folge.“

Im Restaurant im Landkreis Leer sei es offenbar zu mehreren Verstößen gegen die Auflagen gekommen, unter anderem habe es Händeschütteln und Umarmungen gegeben, sagte die Ministerin. Die Kontaktnachverfolgung habe inzwischen ergeben, dass der Teilnehmerkreis an der geschlossenen Gesellschaft größer war als zunächst angenommen. „Das, was wir da gesehen haben, war eine Veranstaltung.“ Diese seien nach der Corona-Verordnung nicht erlaubt, es habe sich nicht um einen gewöhnlichen Restaurantbetrieb gehandelt. Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen, die am 15. Mai im Lokal in Moormerland waren, war bis Sonntag auf 14 gestiegen. Hinzu kamen vier weitere Personen, die sich in der Folge angesteckt hatten. Für 133 Menschen wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

In diesem Zusammenhang sind auch Mitarbeiter der Papenburger Meyer-Werft in Quarantäne. Einen entsprechenden Bericht des NDR bestätigte ein Firmensprecher. Dem NDR zufolge müssen „Mitglieder der Werft-Geschäftsführung und fast der gesamte Betriebsrat“ zu Hause bleiben. Es gebe bisher 18 bestätigte Infizierte. (dpa)

Hochzeitsfeiern sind in Berlin weiter nur im kleinen Kreis erlaubt

Hochzeitsfeiern sind in Berlin wegen der Corona-Pandemie weiter vorerst nur in kleinem Kreis von maximal 20 Personen möglich. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilbeschluss entschieden (VG 14 L 144.20). Es hat damit den Eilantrag einer Antragstellerin abgelehnt, die ihre Hochzeit Ende Mai mit 80 Gästen feiern wollte, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Nach Auffassung des Gerichts verletzt das Verbot das Grundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit der Antragstellerin nicht. Bei der Beschränkung handele es sich um eine im überwiegenden Interesse der Allgemeinheit getroffene Maßnahme, die den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahre. Sie diene dem legitimen Zweck, Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit wie möglich vorzubeugen. (dpa)

DFB erwartet herbe Verluste

Dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) drohen aufgrund der Coronavirus-Pandemie erhebliche wirtschaftliche Einschnitte. „Der DFB befindet sich in der tiefsten wirtschaftlichen Krise seiner Existenz“, sagte Schatzmeister Stephan Osnabrügge auf dem außerordentlichen Bundestag des Verbandes. „Sie könnte bis zu einer Existenzbedrohung führen.“

Im schlechtesten Fall rechnet der DFB mit einem Verlust von 77 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres, womit die Rücklagen um 13,9 Millionen Euro überschritten wären. „Es würde aber nicht zur Insolvenz des DFB führen“, sagte Osnabrügge. (BLZ)

Eurowings-Flieger muss wegen noch gesperrten Flughafens über Sardinien umkehren

Kurz vor der Ankunft auf Sardinien ist der Ferienflieger Eurowings mit dem Versuch gescheitert, zwei Urlauber zu der Mittelmeerinsel zu fliegen - weil der dortige Flughafen Olbia wegen der Corona-Krise noch gesperrt ist. Im Anflug auf den Zielflughafen Olbia sei Eurowings-Flug EW9844 am Samstag von der Flugsicherung informiert worden, dass eine Landung nicht möglich sei, bestätigte eine Eurowings-Sprecherin am Montag entsprechende Medienberichte.

Die aus Düsseldorf kommende Maschine mit nur zwei Passagieren musste daher nach Deutschland zurückfliegen. „Vor dem Hintergrund der Corona-Krise gestaltet sich die Situation an zahlreichen Flughäfen Europas sehr dynamisch, abzulesen an einer Vielzahl an Informationen zu oft kurzfristig geänderten Betriebszeiten oder Schließungen der Airports und sich täglich verändernden Einreisebestimmungen der Länder“, erklärte die Sprecherin.

Im Fall des erfolglosen Sardinienflugs habe es sich „um ein Missverständnis bei der Zusammenführung der für den Flug relevanten Informationen gehandelt“. Die Lufthansa-Tochter entschuldigte sich bei den beiden Passagieren, die den Angaben zufolge umgebucht wurden. (AFP)

Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen leicht verändert bis 5. Juli verlängern

Das Bundeskanzleramt will die Corona-Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern, dabei aber auch weitere Lockerungen ermöglichen. "Bei privaten Zusammenkünften zu Hause in geschlossenen Räumen" und beim "Aufenthalt im öffentlichen Raum" sollen sich künftig bis zu zehn Menschen - oder die Angehörigen zweier Hausstände - treffen dürfen, wie aus einer AFP vorliegenden Beschlussvorlage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für Beratungen mit den Staatskanzleien der Länder am Montag hervorgeht. (AFP)

Giffey: Komplette Schul- und Kita-Öffnung nur ohne 1,50-Meter-Regel

Eine komplette Öffnung von Schulen und Kitas wird nach Ansicht von Familienministerin Franziska Giffey erst möglich sein, wenn die 1,50-Meter-Abstandsregel nicht mehr gilt. „Das ist eine ganz klare Geschichte. Weil sie ansonsten einfach nicht 100 Prozent der Kinder in 100 Prozent der Zeit von Kita und Schule zurückholen können“, sagte die SPD-Politikerin am Montag in Berlin.

Die Entscheidung, ob man sich von der 1,5-Meter-Abstandsregelung verabschiede, sei eine „sehr, sehr schwere Entscheidung“. Das könne nicht für das gesamte Bundesgebiet am Tag X festgelegt werden, sondern müsse anhand der Lage vor Ort entschieden werden. „Wenn die Lage vor Ort so ist, dass das Risiko als äußerst gering eingeschätzt werden kann, dann kann man diese Schritte gehen in Richtung verantwortbarer Öffnung hin zu 100 Prozent Regelbetrieb.“ Eine genaue Festlegung auf den Tag in allen Bundesländern könne es nicht geben. „Das ist auch nicht in unserer Macht, weil das die Länder nunmal in ihrer Länderzuständigkeit entscheiden“, sagte Giffey. (dpa)

Streit mit EU-Kommission um Auflagen zur Lufthansa-Rettung

Bei den angepeilten Staatshilfen für die Lufthansa bahnt sich ein Konflikt zwischen Bundesregierung und EU-Kommission an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte im CDU-Präsidium einen „harten Kampf“ an, weil Brüssel die milliardenschwere Rettung nur unter hohen Auflagen genehmigen wolle.

Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ plant die Kommission, der Lufthansa aus wettbewerbsrechtlichen Erwägungen wertvolle Start- und Landerechte an den Hauptstandorten Frankfurt und München zu nehmen. Teilnehmer der CDU-Schalte bestätigten am Montag Merkels entschlossenes Auftreten. Die Kanzlerin habe gesagt, sie wolle sich von der EU-Kommission nicht „zu sehr“ hereinreden lassen.

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission wollten sich zunächst nicht zu möglichen Auflagen äußern. „Wir können zu diesem spezifischen Fall keinen Kommentar abgeben“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. (dpa)

Niedersachsen will an Maskenpflicht und Abstandsregeln festhalten

Niedersachsen will im Kampf gegen das Coronavirus an der Maskenpflicht und den Abstandsregeln bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffes festhalten. Das sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover. Den von Thüringen in Aussicht gestellten Verzicht auf landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften vom 6. Juni an bezeichnete Reimann als „schwerwiegenden Fehler“ und ein „vollkommen falsches Signal“. Dass die Corona-Epidemie derzeit unter Kontrolle sei, sei nachweislich den Beschränkungen zu verdanken, betonte Reimann.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte ein Ende des landesweiten Corona-Lockdowns angekündigt und in Aussicht gestellt, dass ab dem 6. Juni auf allgemeine Schutzvorschriften verzichtet werden soll. Am Montag sagte er im Interview mit RTL/ntv, er werde dem Kabinett vorschlagen, „dass zum Beispiel in den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin der Mund-Nasen-Schutz bleiben soll“. Ähnlich äußerte er sich im MDR. (dpa)

Japan hebt den Corona-Notstand vollständig auf 

Japan hat den Corona-Notstand für das gesamte Inselreich vorzeitig aufgehoben. Regierungschef Shinzo Abe erteilte am Montag die Freigabe auch für den Großraum Tokio sowie die nördlichste Provinz Hokkaido. Für die übrigen Landesteile hatte der Rechtskonservative den Notstand bereits zuvor aufgehoben. Der Notstand war ursprünglich bis zum 31. Mai angesetzt worden, wobei das keine harten Ausgangsbeschränkungen wie in einigen europäischen Ländern bedeutete. Die Bürger in Japan wurden nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben.

In gerade einmal eineinhalb Monaten habe man die Lage so gut wie unter Kontrolle gebracht, sagte der Regierungschef. Er rief die Bevölkerung jedoch auf, angesichts des Risikos einer zweiten Infektionswelle vorsichtig zu bleiben. Neben dem Tragen von Masken sollten die Bürger weiter Abstand zueinander halten und möglichst von zu Hause arbeiten. (dpa)

Corona in Schlachthof an deutscher Grenze: 147 Mitarbeiter infiziert

Der Corona-Ausbruch in einem niederländischen Schlachthof nahe der deutschen Grenze ist größer als zunächst angenommen. 147 Mitarbeiter der Fabrik in Groenlo wurden positiv auf das Virus getestet, davon wohnen 79 in Deutschland. Der Schlachthof und damit der Ansteckungsherd sei still gelegt, sagte ein Sprecher der Kommune Oost-Gelre am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Behörden der östlichen Provinz Gelderland kündigten vorbeugende Tests auch bei anderen Schlachthöfen der Region an.

In der Fabrik in Groenlo waren zunächst Infektionen bei 45 Mitarbeitern festgestellt worden. Daraufhin waren alle Mitarbeiter getestet worden.

In der Fabrik der Schlachthof-Gruppe Vion arbeiten nach Angaben der Behörden 657 Mitarbeiter. 30 von ihnen konnten noch nicht getestet werden. Die deutschen Behörden seien informiert worden, sagte der Sprecher der Kommune. Sie müssten dafür sorgen, dass die in Deutschland lebenden infizierten Mitarbeiter auch die Quarantäne-Vorschriften einhielten. (dpa)

Grüne mahnen mehr Einheitlichkeit bei Corona-Regeln an

Die Grünen mahnen mehr Einheitlichkeit bei den Corona-Regeln in Deutschland an - und gehen damit auf Distanz zu Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Es solle an einheitlichen Regeln festgehalten werden, die allerdings regional unterschiedlich umgesetzt werden könnten, sagte Parteichef Robert Habeck am Montag in Berlin. Die von Ramelow angestoßene Debatte komme „zur Unzeit“ und setze die „falschen Signale“. Es gebe eher zu wenig allgemeine Regelungen.

Ramelows Vorstoß komme auch deshalb verfrüht, weil die jüngsten Lockerungen noch nicht ausgewertet seien, sagte der Grünen-Chef weiter. Habeck verwies darauf, dass sich auch die in Thüringen mitregieren Landes-Grünen gegen Ramelows Vorstoß ausgesprochen hätten. Demnach solle das Thema von der Tagesordnung der nächsten Kabinettssitzung in Erfurt genommen werden.

Ramelow hatte am Wochenende angekündigt, er wolle die allgemeinen Corona-Beschränkungen in seinem Bundesland aufheben. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. In Interviews am Montag stellte Ramelow klar, die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften bleibe bestehen. (AFP)

Spanien, Italien und Griechenland lockern Corona-Maßnahmen weiter

Spanien, Italien und Griechenland haben ihre Corona-Maßnahmen weiter gelockert. In vielen Küstenregionen Spaniens dürfen die Menschen seit Montag wieder am Strand liegen und im Meer baden. In Madrid und Barcelona sind die Parks und die Terrassen von Bars und Restaurants wieder geöffnet. In Italien öffneten Schwimmbäder und Fitnessstudios, in Griechenland die Tavernen. Während Europa damit immer weiter zur Normalität zurückkehrt, breitet sich das neuartige Coronavirus in Südamerika weiter rasant aus. (AFP)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland: 178.570 Infizierte

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 178.570 angegeben - ein Plus von 289 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.328 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8257 Todesfälle und damit zehn mehr als am Vortag, die JHU 8283 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 161.200. (AFP)

Mehr als 40.000 Corona-Tote in Lateinamerika und Karibik

Die Zahl der registrierten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Lateinamerika und der Karibik ist auf mehr als 40.000 gestiegen. Dies ergab in der Nacht zum Montag eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Basis von Behördenangaben. Innerhalb von nur zwei Wochen hat sich damit die Gesamtzahl der in dieser Weltregion verzeichneten Corona-Toten verdoppelt.

Brasilien ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Region. Bis Sonntagabend (Ortszeit) wurden dort 22.666 Todes- und 363.211 Infektionsfälle gezählt. Dahinter liegen Mexiko (7394 Tote und 68.620 Infizierte) und Peru (3456 Tote und 119.959 Infizierte). Angesichts des Ausmaßes der Infektionszahlen in Brasilien verkündete die US-Regierung am Sonntag ein Verbot von Einreisen aus dem südamerikanischen Land. (AFP)

Deutschland rutscht in eine Rezession - Wirtschaftsleistung schrumpft

Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft mit Wucht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Daten. Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung.

Die privaten Konsumausgaben und der Export brachen im ersten Vierteljahr ein. Unternehmen investierten deutlich weniger in Maschinen, Geräte, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. Gestiegene Bauinvestitionen und Konsumausgaben des Staates verhinderten den Angaben zufolge einen noch stärkeren Absturz.

Im März hatte sich die Pandemie in Europa ausgebreitet. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte brachten das Wirtschaftsleben in großen Teilen zum Erliegen. Bereits im Schlussquartal 2019 war die Wirtschaftsleistung nach jüngster Berechnung der Statistiker gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zurückgegangen. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer „technischen Rezession“. (dpa)

Auch Sachsen kündigt Wende bei Corona-Einschränkungen an

Nach Thüringen hat auch Sachsen eine grundlegende Änderung beim Umgang mit Einschränkungen in der Corona-Krise angekündigt. „Wenn die Zahl der Neuinfektionen weiterhin stabil auf einem niedrigen Niveau bleibt, planen wir für die Zeit ab dem 6. Juni in der nächsten Corona-Schutzverordnung einen Paradigmenwechsel“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Montag in Dresden.

„Statt wie jetzt generell Beschränkungen zu erlassen und davon viele Ausnahmen für das zu benennen, was wieder möglich ist, wird dann generell alles freigegeben und nur noch das Wenige an Ausnahmen benannt, was noch nicht möglich sein wird“, erklärte Köpping. Zuvor hatte die «Leipziger Volkszeitung» berichtet.

Die Regierung beobachte das Infektionsgeschehen sehr genau, um zu beurteilen, wie die aktuellen Maßnahmen wirken, sagte die Ministerin. «Viel hängt davon ab, dass die Menschen Verantwortung übernehmen und sich an Abstandsgebot und Maskenpflicht halten. Man sieht bei den Infektionen in Gaststätten, Schulen, Kitas oder Gottesdiensten, wie schnell es zu einem Ausbruch kommen kann.» Ob und wann die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung und zum Abstandhalten aufgehoben wird, sollte bundesweit gemeinsam entschieden werden.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte am Wochenende angekündigt, die allgemeinen Corona-Schutzmaßnahmen vom 6. Juni an aufzuheben. Stattdessen soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. (dpa)

Eine Corona-Neuinfektion in Brandenburg - kein weiterer Todesfall

In Brandenburg ist von Sonntag auf Montag nur ein neuer Coronavirus-Fall bekannt geworden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montagmorgen mit Stand 8.00 Uhr sind damit insgesamt 3238 bestätigte Infektionen seit Beginn der Pandemie erfasst. Von Samstag zu Sonntag waren fünf neue Fälle hinzugekommen, von Freitag auf Samstag waren es vier. Damit bleibt die Zahl der Neu-Infektionen im Land weiterhin auf niedrigem Niveau. Als genesen gelten etwa 2930 Patienten, zehn mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl der erfassten Todesfälle stieg nicht weiter. Bislang starben landesweit 168 Menschen im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2.

In der Landeshauptstadt Potsdam gibt es mit 631 weiterhin die meisten bestätigten Infektionen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 528 gemeldeten Fällen und dem Kreis Barnim mit 407. Die wenigsten Infektionen wurden bisher mit 25 in der Prignitz gemeldet. In Frankfurt (Oder) wurden 29 Fälle registriert, in der Uckermark 36. (dpa)

Griechenland öffnet Gastronomie - Reisen für alle zu Inseln möglich

Athen hat am Montag seinen Tourismus weiter geöffnet: Erstmals seit mehr als zwei Monaten konnten alle Reisende vom Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres sowohl per Fähre als auch per Flugzeug gelangen. Zudem wurden landesweit die Tavernen, Bars und Cafes wieder geöffnet, wie übereinstimmend griechische Medien berichteten.

Athen hatte seit Ende März aus Gründen des Schutzes gegen die Corona-Pandemie nur ständigen Einwohnern der Inseln erlaubt, vom Festland zu den Inseln zu fahren. Die Tavernen, Bars und Cafes könnten nur außer Haus verkaufen.

Auf den griechischen Inseln hat es bislang wenige Corona-Infektionsfälle gegeben. Die Fähren nehmen nur höchstens 50 Prozent der bislang erlaubten Passagierzahl mit. In den Tavernen dürfen nur die Hälfte der vor der Epidemie erlaubten Tische genutzt werden. An einem Tisch dürfen höchstens sechs Menschen sitzen, berichtete das Staatsfernsehen. Dies ordnete der Krisenstab für die Corona-Pandemie an.

Athen hat bereits angekündigt auch den Tourismus aus dem Ausland neu starten zu wollen. Ende Mai werde der griechische Pandemie-Krisenstab die Liste der Länder bekanntgeben, aus denen Touristen nach Griechenland werden reisen können, ohne in eine zweiwöchige Quarantäne gehen zu müssen. Zunächst werde es am 15. Juni Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Ab dem 1. Juli sollen auch alle Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden. (dpa)

USA verbieten Einreisen aus Brasilien

Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen. 
Foto: AP/dpa/Elaine Thompson

Angesichts des Ausmaßes der Corona-Pandemie in Brasilien verbieten die USA Einreisen aus dem südamerikanischen Land. US-Präsident Donald Trump wolle verhindern, dass Menschen nach ihrem Aufenthalt in Brasilien zum Auslöser von weiteren Infektionen in den Vereinigten Staaten werden, erklärte das Weiße Haus am Sonntag.

Das Einreiseverbot gilt für ausländische Staatsbürger, die sich in den zwei Wochen vor ihrer geplanten Einreise in die USA in Brasilien aufgehalten haben. Der Handel ist nach Angaben des Weißen Hauses nicht von der Maßnahme betroffen.

US-Sicherheitsberater Robert O'Brien hatte das Einreiseverbot zuvor bereits im Fernsehsender CBS angekündigt. „Angesichts der Situation in Brasilien werden wir jede nötige Maßnahme ergreifen, um das amerikanische Volk zu schützen“, sagte O'Brien.

Die USA hatten wegen der Corona-Pandemie bereits Einreisen unter anderem aus China, der Europäischen Union und Großbritannien verboten. In den USA starben bislang mehr als 97.000 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen, so viele wie in keinem anderen Land.

Brasilien entwickelte sich in den vergangenen Wochen zum zentralen Krisenherd der Pandemie in Südamerika. Mit fast 350.000 registrierten Corona-Fällen weist das Land nach den USA weltweit die zweitmeisten Infektionen auf. Mehr als 22.000 Todesopfer der Pandemie wurden verzeichnet. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird. (AFP)

+++ 24. Mai +++

5 neue Corona-Nachweise in Berlin - Reproduktionszahl gestiegen

In Berlin ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 6641 gestiegen. Das waren nur 5 mehr als am Vortag, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonntagabend mitteilte. Allerdings ist die Reproduktionszahl, der sogenannte R-Wert, zum zweiten Mal in Folge im roten Bereich. Sie liegt nun bei 1,23 - nach zuvor 1,22. Wenn die Zahl R über 1 liegt, bedeutet dies, dass jeder Infizierte im Mittel mehr als eine weitere Person ansteckt.

Bei der dritten aufeinanderfolgenden Überschreitung würde die erste der drei Ampeln von „grün“ auf „rot“ springen. Die anderen Ampeln signalisieren mit einer Neuinfektionszahl von 5 pro 100.000 Einwohneren innerhalb einer Woche und einem Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen von 4,7% weiterhin „grün“.

Im Krankenhaus liegen 177 Menschen, 60 von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Infizierten sind häuslich isoliert. 191 erkrankte Berliner sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Seit Samstag ist kein weiterer Todesfall hinzu gekommen. 6060 Betroffene gelten als genesen. (dpa)

Mehr als 178.500 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 8250 Tote

Bundesweit sind bis Sonntagabend mehr als 178.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: über 178 100 Infektionen). Mindestens 8252 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: mindestens 8229). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 0,94 (Datenstand 24.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 24.5. 0.00 Uhr) bei 0,93. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 160.300 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

Frist verlängert: Saisonarbeitskräfte dürfen bis Mitte Juni einreisen

Ausländische Saisonarbeitskräfte für die Landwirtschaft dürfen noch länger nach Deutschland einreisen als bislang geplant. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe sich mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) „auf die Fortführung der bestehenden Regelung für die Einreise ausländischer Saisonarbeitskräfte bis zum 15. Juni geeinigt“, teilte das Landwirtschaftsministerium in Berlin am Sonntag mit. Das Konzept wäre Ende Mai ausgelaufen.

Die Auflagen für den Gesundheits-, Arbeits- und Infektionsschutz blieben bestehen, ebenso wie das Kontingent von insgesamt 80.000 Arbeitskräften, hieß es weiter. Dieses sei aktuell nicht ausgeschöpft, bislang seien nur 33.000 Saisonarbeiter eingereist.

Mitte Juni soll die Situation „im Lichte des aktuellen Infektionsgeschehens grundsätzlich neu“ bewertet werden, hieß es weiter. Die Landwirte bräuchten Planungssicherheit, sagte Klöckner. Seehofer ergänzte laut Mitteilung, die Agrarwirtschaft habe gezeigt, wie man in diesen Zeiten verantwortungsvoll handle. „Verstöße hat es in der Landwirtschaft nicht mehr gegeben als in der Fußballbundesliga auch. Schwarze Schafe dürfen nicht alle anderen, die sich ordentlich verhalten, in Mithaftung nehmen.“ (dpa)

Deutsche Bank bittet Manager um freiwilligen Gehaltsverzicht

Die Deutsche Bank hat einige ihrer Manager darum gebeten, freiwillig auf ein Monatsgehalt zu verzichten. „Das ist eine freiwillige Maßnahme im Sinne des Unternehmergeists und der Disziplin, mit denen wir unser Unternehmen leiten“, teilte Konzernsprecher Jörg Eigendorf am Samstag mit. Zuvor hatte die „Financial Times“ darüber berichtet.

Demnach hätten sich Geschäftsführung und Mitglieder des Group Management Committees bereits auf einen freiwilligen Verzicht auf ein Monatsgehalt geeinigt. Nun wolle man einer größeren Gruppe von Senior Managern die Möglichkeit geben, Teil dieser Initiative zu sein, so Eigendorf weiter. Betroffen seien davon „wenige Hunderte“ Mitarbeiter, wie ein Sprecher der Deutschen Bank auf dpa-Anfrage mitteilte.

Die Deutsche Bank treibt ihren 2019 eingeleiteten Konzernumbau trotz der Corona-Krise weiter voran. Der freiwillige Gehaltsverzicht sei ein Teil der Kostensenkungen, teilte ein Sprecher des Konzerns am Samstag mit. Deutschlands größtes Geldhaus hat sich aus einigen Geschäftsfeldern zurückgezogen und das Investmentbanking geschrumpft. Zudem soll bis Ende 2022 konzernweit die Zahl der Vollzeitstellen um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 sinken. (dpa)

Italien testet ab Montag 150.000 Menschen auf Corona-Antikörper

In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150.000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2000 Orten nehmen. Das teilte das Ministerium in Rom am Wochenende mit. Die repräsentativ ausgewählten Teilnehmer würden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab.

Die große Antikörper-Untersuchung war im April angekündigt worden. Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Diese wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

In Italien waren die ersten Ansteckungsfälle innerhalb des Landes im Februar in der Lombardei aufgefallen. Danach wurde das Land heftig von der Lungenkrankheit erfasst. Der Zivilschutz registrierte bisher rund 230.000 Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden sind. Die Zahl der offiziellen Covid-19-Opfer liegt bei rund 33.000. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Dabei gibt es Hinweise, dass das Virus schon Wochen vor dem ersten Nachweis in Italien kursierte. So sagte ein Experte der Gesundheitsbehörden in Ligurien, Filippo Ansaldi, am Wochenende in Genua im Fernsehen, in der Region habe es nach Studien vermutlich schon am 8. Dezember erste Fälle gegeben. In Frankreich war bereits zuvor in einer Blutprobe von Ende Dezember nachträglich das Coronavirus nachgewiesen worden.

In Spanien wurde der Start einer Antikörper-Studie mit rund 90.000 Menschen im April angekündigt. In Deutschland verschob das Robert Koch-Institut (RKI) eine geplante repräsentative Untersuchung mit rund 30.000 Personen um mehrere Monate auf September. (dpa)

Corona-Fälle in Postverteilerzentrum in Stahnsdorf

In einem Postverteilerzentrum in Stahnsdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) haben sich vier Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Eine Person stammt aus Potsdam-Mittelmark, eine aus Potsdam und zwei aus Berlin, wie der Landkreis am Samstag mitteilte. Der Kreis kündigte an, die Beschäftigten auf das Virus zu testen: „Beginnend mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag werden alle Mitarbeiter/innen abgestrichen.“ Pro Schicht arbeiteten rund 100 Menschen in dem Postverteilerzentrum. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ (online) berichtet.

527 Menschen sind mit Stand von Samstag (14.30 Uhr) im Kreis mit dem Coronavirus infiziert - das sind sechs mehr als am Vortag. 41 Menschen sind bisher im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, 227 haben sich von der Krankheit Covid-19 erholt. (dpa)

„New York Times“ ehrt Corona-Opfer mit ungewöhnlicher Titelseite 

Die Titelseite der „New York Times“ ist am Sonntag den amerikanischen Opfern der Coronavirus-Pandemie gewidmet: Die Zeitung hat in sechs Spalten ganzseitig die Namen von Hunderten Verstorbenen abgedruckt. In der Ausgabe stehen insgesamt 1000 Namen aus veröffentlichten Nachrufen und jeweils ein persönlicher Satz zu den Opfern. „Die 1000 Menschen hier stellen nur ein Prozent der Opfer dar. Keiner von ihnen war nur eine Statistik“, schrieb die Zeitung auf der über Twitter veröffentlichten Titelseite. Die Überschrift, die sich von links nach rechts über die ganze Seite erstreckte, lautete: „Fast 100.000 Tote in den USA, ein unermesslicher Verlust“.

Nach Daten der Universität Johns Hopkins sind in den USA bis Samstagabend (Ortszeit) gut 1,6 Millionen bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und rund 97.000 Todesfälle gemeldet worden. Der neue Erreger Sars-CoV-2 kann die vor allem für ältere Menschen sehr gefährliche Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.
„Zahlen alleine können nicht die Auswirkungen des Coronavirus auf Amerika messen, sei es die Zahl der behandelten Patienten, unterbrochener Jobs oder zu früh beendeter Leben“, schrieb die „New York Times“. 

Unter den 1000 geehrten Opfern waren unter anderem folgende Menschen beschrieben:

  • Dante Dennis Flagello (62 Jahre alt) aus Rome im Bundesstaat Georgia, dessen „größte Errungenschaft die Beziehung mit seiner Frau war“.
  • Thomas E. Anglin (85) aus Cumming in Georgia „schaffte viele wunderbare Erinnerungen für seine Familie“.
  • Joseph W. Hammond (64) aus Chicago im Bundesstaat Illinois „gab seinen Beruf auf, um sich um seine Eltern zu kümmern“.
  • Lynne Sierra (68) aus dem Ort Roselle in Illinois war „eine Großmutter, die immer voller Ideen war“.
  • José Díaz-Ayala (38) aus Palm Beach im Bundesstaat Florida „hat 14 Jahre dem Büro des Sheriffs des Bezirks Palm Beach gedient“.

(dpa)

Verein „Mehr Demokratie“ will komplette Rückkehr zur Versammlungsfreiheit

Nach wochenlangen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie fordert die Organisation „Mehr Demokratie“ eine rasche Rückkehr zur kompletten Versammlungsfreiheit in Berlin. „Es handelt sich um ein besonders wichtiges Grundrecht und eine der wenigen Möglichkeiten für Bürger, Kontrolle über Politiker beziehungsweise Regierungen auszuüben“, sagte Landesvorstandssprecher Oliver Wiedmann der Deutschen Presse-Agentur. „Das muss auch in Corona-Zeiten möglich sein. Wir fordern, die bestehende Obergrenze für Versammlungen komplett zu streichen.“ Etliche Veranstalter hätten zuletzt bewiesen, dass sie auf Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln achten.

Der Berliner Senat will am Dienstag und Donnerstag über weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen beraten. Zuletzt hatte er beschlossen, dass ab Montag (25. Mai) an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 Menschen teilnehmen dürfen. Bisher sind es 50. (dpa)

Berliner Zoo und Tierpark trotz Einschränkungen gut besucht

Rund 160.000 Besucher haben seit der Wiedereröffnung des Berliner Zoos und des Tierparks Ende April Giraffe, Elefant und Geier einen Besuch abgestattet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegen die Besucherzahlen damit fast auf gleichen Niveau, wie der Zoo mitteilte. Das sei eine Erleichterung, zumal den Einrichtungen durch die sechswöchige Schließzeit wegen der Corona-Krise knapp sechs Millionen Euro an Eintrittserlösen entgangen seien. An Wochenenden und bei schönem Wetter stoßen die Anlagen den Angaben zufolge an die Kapazitätsgrenzen, unter der Woche sei weniger los.

Zoo und Tierpark Berlin sind seit dem 28. April wieder täglich geöffnet. Wer jedoch hofft, die Panda-Zwillinge Pit und Paule zu sehen, muss werktags in den Zoo gehen. „Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass beim Anblick der putzigen Bärenbrüder bei vielen die aktuellen Abstandsregeln in den Hintergrund geraten, können wir die Tiere derzeit nur an vergleichsweise schwächer besuchten Tagen zeigen“, hieß es. Bei zu hohem Besucherandrang werde auch unter der Woche der Bereich gesperrt. (dpa)

+++ 23. Mai +++

25 neue Corona-Nachweise in Berlin - ein weiterer Todesfall

In Berlin ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 6636 gestiegen. Das waren 25 mehr als am Vortag, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Samstagabend mitteilte.

Im Krankenhaus liegen noch 166 Menschen, 58 von ihnen intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Infizierten sind häuslich isoliert. 191 erkrankte Berliner sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - das ist ein Todesfall mehr als am Freitag. 6049 Betroffene gelten als genesen. (dpa)

Corona-Krise: Todeszahl in New York erstmals wieder zweistellig

Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten an einem Tag erstmals seit rund zwei Monaten wieder zweistellig. Am Freitag seien in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern 84 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz am Samstag. «Diese Nachrichten sind gute Nachrichten», sagte Cuomo weiter. «Das ist ein Zeichen, dass wir echte Fortschritte machen.» Auch die Zahl der Neuinfektionen ging in dem Bundesstaat weiter zurück.

Zum Höhepunkt der Krise in New York im März und April waren bis zu 800 Menschen pro Tag gestorben. Insgesamt haben sich in dem Bundesstaat bislang mehr als 360.000 Menschen angesteckt, rund 29.000 sind gestorben.

Mehr als 178.000 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 8220 Tote

Bundesweit sind bis Samstagnachmittag über 178.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 177.500 Infektionen). Mindestens 8222 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 8187). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag bei 0,85 (Datenstand 22.5. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Rund 159.900 Menschen haben die Infektion überstanden

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 159.900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 46.400 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2383 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 37.100 Fällen und mindestens 1554 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.300 bestätigten Fällen und mindestens 1692 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 355,1 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 214,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. (dpa)

Gesundheitsamt: Mehr als 40 Corona-Infizierte nach Gottesdienst

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, am Samstag mit. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus.“ Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, war davon ausgegangen, dass sechs Betroffene in Krankenhäusern sind.

Die Stadt Hanau teilte mit, dass nach Informationen des Main-Kinzig-Kreises sich im Zusammenhang mit dem Gottesdienst „mindestens 16 Personen aus Hanau mit dem Coronavirus infiziert haben“. Deshalb hätten der Landkreis und die Stadt ein für Sonntag geplantes Fastengebet von Muslimen im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion abgesagt. Die Veranstaltung wäre mit Blick auf die Geschehnisse in Frankfurt unverantwortlich. (dpa)

Berlins Regierender Bürgermeister Müller hält unter Vorbehalt weitere Lockerungen für möglich

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat weitere Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise in Aussicht gestellt - wenn der Pandemieverlauf das zulasse. „Natürlich ist uns ein uneingeschränktes Demonstrationsrecht besonders wichtig“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Infrage kämen auch Freizeitbereiche wie Open-Air-Kinos oder Fitnessstudios. Allerdings gibt es Müller zufolge hier keinen Automatismus.

„Weitere mögliche Lockerungen sind vom Infektionsgeschehen in der Stadt abhängig“, betonte er. „Der Senat beobachtet den Verlauf hier sehr genau und ordnet die Entwicklung der Pandemie auch mit Hilfe des Ampelsystems ein, das der Senat beschlossen hat und das bundesweit einmalig ist“, sagte Müller. „Aber in der kommenden Woche werden wir uns in zwei Senatssitzungen darüber verständigen, wann die nächsten Lockerungen umgesetzt werden können.“

Dennoch müsse allen klar sein, dass die Corona-Pandemie längst nicht vorüber sei, so der Regierende Bürgermeister. „Die positiven Entwicklungen der Infektionszahlen sind das Ergebnis unserer Maßnahmen und des besonnenen Verhaltens der Berlinerinnen und Berliner. Diesen Vorsprung dürfen wir nicht verspielen.“ Die Hygiene- und Abstandsregeln blieben weiterhin oberste Prämisse, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. „Ich hoffe sehr, dass sich alle auch am Wochenende an diese Regeln halten, auch wenn es schwerfällt.“ (dpa)

NBA-Legende Patrick Ewing mit Coronavirus infiziert

NBA-Legende Patrick Ewing ist an Covid-19 erkrankt. Wie der frühere Basketball-Profi am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte, habe er sich mit dem Coronavirus infiziert. „Dieses Virus ist schwerwiegend und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, schrieb der 57-Jährige auf Twitter.

Der langjährige Center der New York Knicks, der auch noch für die Seattle Supersonics und Orlando Magic spielte, befindet sich derzeit in einem Krankenhaus bei Washington in Isolation, wie die Georgetown Universität mitteilte. Dort coacht der zweimalige Olympiasieger das College-Team Georgetown Hoyas. Ewing sei der Einzige im Basketballprogramm, der bisher positiv getestet wurde, teilte die Universität mit.

„Mit geht es gut und wir werden das alle überstehen“, sagte Ewing. „Ich möchte alle ermutigen, in Sicherheit zu bleiben und auf sich und seine Lieben aufzupassen.“ (dpa)

Brasilien hat die zweitmeisten Corona-Infizierten weltweit

Brasilien hat nach jüngsten Angaben die zweithöchste Zahl von Infizierungen mit dem neuartigen Coronavirus weltweit und liegt damit nun vor Russland - nur die USA haben noch mehr Fälle. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Freitag 20 803 Infizierte mehr als am Donnerstag. Damit stieg die Zahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 330.890. Russland kam nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität zuletzt auf 326.448 Fälle. Die USA überstiegen am Freitagabend (Ortszeit) die Marke von 1,6 Millionen nachgewiesenen Infizierungen.

Mindestens 21.048 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Bei der Zahl der Todesopfer liegt das Land damit weltweit weiter auf Platz sechs. Der Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation, Michael Ryan, sagte im WHO-Briefing zur Coronavirus-Pandemie am Freitag, dass Südamerika das „neue Epizentrum der Krankheit“ und „das am meisten betroffene“ Land sicherlich Brasilien sei. Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen in der strukturschwachen Region sind vielerorts kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus der Weißen. (dpa)

+++ 22. Mai +++

Erstmals zeigt an Menschen getesteter Corona-Impfstoff kleine Erfolge

Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt.

Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere. „Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar“, erklärte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking.

Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch „vorsichtig“ zu interpretieren. „Es zeigt sich eine vielversprechende Vision für eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugänglich ist“, sagte er. Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. Eine Doppelblind-Studie mit Kontrollgruppe wurde als Phase 2-Versuch mit dem Wirkstoff ebenfalls in Wuhan bereits gestartet. (dpa)

403 aktive Corona-Fälle in Berlin - 6018 Menschen genesen

6611 Menschen haben sich in Berlin bislang nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. 6018 Menschen gelten als genesen. 190 Infizierte sind gestorben. Damit gelten 403 Menschen noch als aktive Corona-Fälle.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 167 Personen, davon werden 59 intensivmedizinisch behandelt. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, elf 50 bis 59 Jahre alt, 20 Verstorbene waren 60 bis 69 Jahre alt, 49 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 73 waren 80 bis 89 Jahre alt und 34 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

Bezirksämter sollen gegenüber Restaurantbesitzern großzügig sein

Die Bezirksämter sollen großzügig sein, wenn es um die Erlaubnis für Restaurants geht, Gäste auch auf Gehwegen oder Parkplätzen zu bewirten. Das hat die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr den Bezirken empfohlen. Sie sollten entsprechende Anträge auf Ausweitung der Stellflächen im Freien genehmigen und auf Sondernutzungsgebühren verzichten, teilte am Freitag die Senatsverwaltung mit, die ein entsprechendes Schreiben an alle Bezirksämter geschickt hat. Diese müssten die jeweilige Situation aber auf Antrag der Gastronomiebetriebe im Einzelfall bewerten.

Flächenausweitungen auf Gehwegen seien erlaubt, solange das Durchkommen und Begegnungen von Fußgängern barrierefrei möglich bleibe. Auch Parkplätze für Autos könnten dafür in Anspruch genommen werden. Flächen von Nebenstraßen kommen der Senatsverwaltung zufolge ebenfalls dafür infrage. Die Verkehrssicherheit müsse aber in jedem Fall gewährleistet sein, unter anderem durch entsprechende Schilder und Absperreinrichtungen. (dpa)

Staatssekretär: Corona-Behandlungszentrum startet mit 84 Betten

Das Corona-Behandlungszentrum auf dem Berliner Messegelände soll mit zunächst 84 Betten starten. Das sagte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) am Freitag dem RBB. Er rechne kommende Woche bei der abschließenden Überprüfung nicht mit Problemen. Damit die Betten belegt werden könnten, stehe nur noch die routinemäßige Abschlussprüfung durch das Gesundheitsamt aus. Die Bauabnahme sei bereits am 11. Mai erfolgt, die ordnungsbehördliche Genehmigung durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales am 18. Mai, sagte Matz laut dem Bericht von RBB24 online.  (dpa)

Berliner Senat will bei Sperrstunde während des Derbys Auge zudrücken

Wer das Fußball-Derby zwischen den beiden Hauptstadtclubs am Freitagabend in einer offenen Gaststätte in Berlin sehen will, wird dort voraussichtlich auch den Schlusspiff erleben – obwohl das Spiel etwas länger dauern wird als die vorgeschriebene Corona-Sperrstunde um 22 Uhr. Die Kontrolleure würden mit Augenmaß vorgehen, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport am Freitag auf Anfrage.

Der Hauptgeschäftsführer des Berliner Gastroverbandes Dehoga, Thomas Lengfelder, war sich sogar sicher: „Es wird heute Abend keine Kontrollen geben.“ Allerdings empfahl er, die persönliche Analyse unmittelbar nach Spielende auf den Heimweg zu verschieben.

Das Derby zwischen Hertha BSC und Union Berlin beginnt um 20.30 Uhr. Der Abpfiff dürfte daher frühestens um 22.15 Uhr erfolgen – Nachspielzeiten nicht mit eingerechnet. Die Wirte hatten befürchtet, dass sie ihre Gäste wegen der vom Senat verordneten Sperrstunde während der Corona-Krise kurz vor Schluss rausschmeißen müssten. (dpa)

Söder: Obergrenze für Corona-Schulden bei weiteren 100 Milliarden

Der Bund soll nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder in diesem Jahr nur noch maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufnehmen dürfen. Der bayerische Ministerpräsident unterlegte damit am Freitag in seiner Rede auf dem Internet-Parteitag in der CSU-Geschichte erstmals die Forderung der CSU nach einer Obergrenze für die deutschen Staatsschulden mit einer konkreten Summe. (dpa)

Corona-Gegner und Gegendemonstranten machen erneut mobil

Auch an diesem Samstag stellt sich die Polizei auf zahlreiche Proteste gegen die Corona-Einschränkungen und Gegendemonstrationen in Berlin ein. „Wir haben eine Gemengelage mit vielen angemeldeten und angekündigten Protesten“, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag. Ziel sei es, die angemeldeten Proteste zu ermöglich und gleichzeitig eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Die Zahl der Einsatzkräfte soll am Samstag bekanntgegeben werden. Vergangene Woche hatte die Polizei mit rund 1000 zusätzlichen Kräften für den nötigen Abstand bei 19 angemeldeten Demonstrationen in Mitte gesorgt.

Angemeldet sind diesen Samstag ab Mittags viele kleinere Kundgebungen und Versammlungen vor allem auf dem Alexanderplatz, rund um den Rosa-Luxemburg-Platz und vor dem Reichstagsgebäude. Die Gruppierung „Demokratischer Widerstand“, die vor zwei Monaten mit Demonstrationen vor der Volksbühne begann, will um 14.30 Uhr vom Großen Stern zum Brandenburger Tor laufen. Auch der bekannte Vegan-Koch Attila Hildmann rief im Internet wieder zu Protesten gegen die Bundesregierung und ihre Beschränkungen auf. Die Polizei konnte eine Anmeldung am Freitag zunächst nicht bestätigen. (dpa)

Illustration des Coronavirus. Foto: imago images

Sieben weitere Infizierte in Flüchtlingsunterkunft in Buch

Sieben weitere Menschen aus einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der Infizierten stieg damit auf 23, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Integration am Freitagnachmittag sagte. Drei davon wurden bereits in eine Quarantäne-Unterkunft des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) in der Buchholzer Straße verlegt. Die übrigen 20 hielten sich - getrennt von den anderen Bewohnern - zunächst noch in der gewohnten Unterkunft auf, sagte der Sprecher. Das Gesundheitsamt werde entscheiden, wie mit ihnen und ihren Kontaktpersonen weiter verfahren werde.

Die Auswertung der Abstriche, die am Mittwoch genommen wurden, laufe noch. In der Unterkunft leben rund 410 Menschen. (dpa)

Bericht: Scholz plant Familienbonus von 300 Euro pro Kind

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Kaufkraft nach der Corona-Krise einem Bericht zufolge mit einem Familienbonus stärken. Eltern sollten für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen, berichtete der Spiegel am Freitag über Pläne aus dem Finanzministerium. Die Maßnahme könne den Bund zwischen fünf und sechs Milliarden Euro kosten und Teil des für Juni geplanten Konjunkturpakets sein. Außerdem sollten Gastwirte und Künstler einen Ausgleich für entgangenes Einkommen bekommen – gemessen am Durchschnittsverdienst der vergangenen Jahre. Für Unternehmen plant Scholz laut Spiegel Erleichterungen bei Abschreibungen oder Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket werde bis zu 150 Milliarden Euro umfassen. Das Finanzministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht. (dpa)

Krankenkassen wollen Geld für Corona-Tests vom Staat zurückbekommen

Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt. „Im Rahmen der Pandemiebekämpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall sinnvoll“, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Als staatliche Aufgabe müssten Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden.

Das forderte auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Wir sind gesetzlich verpflichtet, in vielen Fällen die Reihentests zunächst zu finanzieren“, erklärte der Sprecher. Wie hoch die Gesamtkosten würden, hänge davon ab, wie ihre Zahl sich entwickle. „Bei 59 Euro Kosten pro Test liegt es auf der Hand, dass wir am Ende vermutlich von einer gewaltigen Summe reden werden“, sagte er. „Selbstverständlich werden wir bei den Finanzberatungen im Herbst darauf drängen, dass die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten aus dem Bundeshaushalt erstattet bekommt.“ Verdi sieht das ähnlich. „Die Kostenübernahme darf nicht den gesetzlich Versicherten aufgebürdet werden“, sagte ein Sprecher am Freitag der dpa. „Die Vorbeugung übertragbarer Krankheiten und die Verhinderung der Weiterverbreitung von Infektionen sind originäre Aufgabe des Staates. Deshalb sind solche Testungen als versicherungsfremde Leistungen durch Steuermittel zu finanzieren.“ (dpa)

Forscher weisen erstmals Coronavirus in Muttermilch nach

Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal The Lancet.

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber – ebenso wie ihr Kind – auch positiv getestet. In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das neue Coronavirus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen viermal positiv.

Woran das liegt, sei derzeit noch nicht klar, sagte Münch. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten sich von Covid-19. Die später erkrankte Mutter hatte beim Umgang mit ihrem Kind einen Mund-Nasen-Schutz getragen und Hände und Brüste desinfiziert. Zudem sterilisierte sie regelmäßig die Utensilien für das Stillen. Es bleibe unklar, ob sich das Baby tatsächlich beim Stillen infizierte, betonen die Forscher. „Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.“ (dpa) 

Geringerer Anstieg der Sterbefallzahlen in der zweiten Aprilhälfte

Der Anstieg der Sterbefälle in Deutschland wegen der Corona-Pandemie hat sich im Laufe des Aprils abgeschwächt. In der Woche vom 20. bis zum 26. April seien mindestens 17.974 Menschen gestorben, drei Prozent mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. In der vorangegangenen Woche hatte die Abweichung acht Prozent betragen. Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich den Statistikern zufolge seit der Woche vom 23. bis zum 29. März. Die bislang höchste Abweichung wurde demnach zwei Wochen später mit 13 Prozent registriert. „Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen ist auffällig, weil die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt“, erläuterte das Statistische Bundesamt. Üblicherweise beeinflussten Grippewellen bis Mitte April die Sterblichkeit. „Es ist deshalb naheliegend, dass die aktuell beobachtete leichte Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht.“ Die Statistiker betonten zugleich, im europäischen Vergleich sei das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland eher gering. (AFP)

Trotz Corona zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich

Ungeachtet der Corona-Pandemie soll Ende Juni die zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich stattfinden. Als Termin für die Stichwahlen legte die Regierung den 28. Juni fest, wie Premierminister Edouard Philippe am Freitag in Paris bekannt gab. Da es in Frankreich keine Briefwahl gibt, müssen die Bürger persönlich zu den Urnen gehen. Das demokratische Leben müsse „trotz Virus weitergehen“, sagte Philippe. Für die Stichwahl zum Amt der Bürgermeister und Gemeindevertreter in Paris und rund 5.000 weiteren Kommunen schreibt die Regierung eine Maskenpflicht vor. Zudem soll es strenge Abstands- und Hygieneregeln geben. Der Wahlkampf soll vorwiegend im Internet stattfinden. Der Virologen-Beirat hatte solche Auflagen gefordert. Fände die Stichwahl nicht bis Ende Juni statt, müsste auch die erste Runde wiederholt werden. Sie fand am 15. März statt – zwei Tage vor Inkrafttreten der fast zweimonatigen Ausgangssperre in Frankreich. (AFP)

Uni Oxford startet zweite Phase von Corona-Impfstofftest

Die Universität Oxford sucht Tausende Freiwillige für die zweite Phase eines Tests mit einem möglichen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Die klinische Studie laufe „bislang sehr gut“, erklärte Andrew Pollard von der Impfstoff-Forschungsabteilung der Uni am Freitag. In der zweiten Phase solle nun untersucht werden, wie gut der Impfstoff bei älteren Erwachsenen anschlage und ob das Mittel der gesamten Bevölkerung Schutz bieten könne. Wann der mögliche Impfstoff zur Verfügung stehen könne, sei allerdings „unmöglich vorherzusagen“, sagte Pollard der BBC. Vieles hänge davon ab, dass für die zweite Phase genügend Probanden gefunden werden, die bereits mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren.

Die Universität hat sich mit dem Pharmariesen AstraZeneca zusammengetan, der das Mittel in großen Mengen produzieren will, sobald seine Wirksamkeit bewiesen ist. Der mögliche Corona-Impfstoff basiert auf Schimpansen-Adenoviren, die genetisch so verändert sind, dass sie die Vermehrung von Sars-CoV-2 beim Menschen verhindern. (AFP)

US-Amerikaner wegen gefälschtem Covid-Attest angeklagt

Weil er bei seinem Arbeitgeber ein gefälschtes Covid-19-Attest vorgelegt haben soll, ist ein Mann im US-Bundesstaat Georgia wegen Betrugs angeklagt worden. Das Unternehmen im Raum Atlanta stellte daraufhin den Betrieb ein, um alles zu desinfizieren und bezahlte seine Angestellten während der Zwangspause weiter, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Dadurch sei dem Arbeitgeber ein Schaden von mehr als 100.000 US-Dollar (91.000 Euro) entstanden und den Arbeitskollegen und deren Familien unnötiger Stress zugefügt worden, hieß es am Donnerstag (Ortszeit) weiter. Die Bundespolizei FBI leitet demnach die Ermittlungen gegen den 34-jährigen Verdächtigen. (dpa)

Russland meldet Rekordzahl an Corona-Todesopfern

Russland hat am Freitag eine Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet: Seit Donnerstag starben 150 Menschen an den Folgen des Virus, wie die Regierung in Moskau mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer laut offiziellen Angaben auf mehr als 3.200, mehr als 320.000 Infektionsfälle wurden nachgewiesen. Russland steht bei den Infektionen inzwischen weltweit an zweiter Stelle hinter den USA. Die Zahl der Corona-Toten in Russland liegt im internationalen Vergleich dagegen extrem niedrig. Kritiker werfen den russischen Behörden vor, Todesfälle durch das Virus zu verschleiern. Die Regierung bestreitet dies. (AFP)

Indien: Mehr als 6.000 neue Corona-Infektionen an einem Tag

In Indien sind innerhalb von 24 Stunden 6.088 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Das ist nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums der höchste Anstieg an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern. Seit einiger Zeit lockert das Land die weltgrößte Ausgangssperre zunehmend, und in den vergangenen Tagen gibt es immer wieder neue Tagesrekorde. Insgesamt gibt es in Indien inzwischen mehr als 118.000 Infektionen, davon sind mehr als 3.500 an der Lungenkrankheit gestorben. Besonders betroffen von bekannten Corona-Fällen ist die Millionenmetropole Mumbai sowie ihr Bundesstaat Maharashtra. Dort gehen nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden die Betten auf den Intensivstationen und Beatmungsgeräte aus. Krankenhäuser müssten Patienten abweisen. (dpa)

Tokio meldet nur noch drei Corona-Neuinfektionen

In Japans Hauptstadt Tokio sind die täglichen Corona-Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit Ausrufung des Notstands gefallen. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Freitag meldete, sank die Zahl der an einem Tag bestätigten Neuinfektionen auf drei Fälle. Insgesamt zählt die Millionen-Metropole damit bisher 5.136 Infektionsfälle. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Vortag erklärt, dass der eigentlich noch bis zum 31. Mai geltende Notstand in Tokio möglicherweise am Montag aufgehoben werden könnte. Bis auf Tokio und das nördliche Hokkaido ist er bereits beendet worden. (dpa)

Großbritannien will Ankömmlinge aus dem Ausland 14 Tage unter Quarantäne stellen 

Großbritannien will wegen der Corona-Pandemie Ankömmlinge aus dem Ausland künftig für 14 Tage unter Quarantäne stellen. Die zweiwöchige Quarantäne solle dazu beitragen, das neuartige Coronavirus im Vereinigten Königreich einzudämmen, sagte der für Nordirland zuständige Minister Brandon Lewis am Freitag dem Fernsehsender Sky News. Aus dem Ausland einreisende britische Bürger könnten zu Hause in Quarantäne gehen, andere Einreisende müssten entsprechende Vorkehrungen für ihre Isolierung treffen. Laut Brandon soll die Aufrechterhaltung dieser Maßnahme alle drei Wochen überprüft werden. Sie soll die schrittweise Lockerung anderer Corona-Beschränkungen ab dem 1. Juni begleiten. Bei der Quarantäne-Pflicht für Einreisende seien „zum jetzigen Zeitpunkt“ keine Ausnahmen für Länder mit niedrigen Infektionszahlen vorgesehen. Ausnahmen sind jedoch geplant für Lastwagenfahrer, medizinisches Personal sowie für Bürger des Nachbarlandes Irland. (AFP)

Schon mehr als 20.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 20.000 überschritten. Mit einem neuen Rekord von 1.188 gemeldeten Todesfällen binnen 24 Stunden wuchs die Zahl der Todesopfer auf 20.047, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas wurden mittlerweile 310.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Brasilien ist damit nach den USA und Russland das am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Nach Schätzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien sogar um das 15-fache höher sein als offiziell erfasst, da vergleichsweise wenig getestet wird. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird. In den vergangenen elf Tagen hat sich die offizielle Zahl der Corona-Toten in Brasilien bereits verdoppelt. (AFP)

Großbritannien nimmt wegen Corona so viele Schulden auf wie noch nie

Der britische Staat hat im vergangenen Monat so viele Schulden aufgenommen wie nie zuvor. Das teilte die Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) am Freitag in London mit. Demnach belief sich die Neuverschuldung der öffentlichen Hand im April auf rund 62 Milliarden Pfund (knapp 69 Milliarden Euro), das sind 51 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Die britische Regierung hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein großzügiges Programm für Unternehmen aufgelegt, die ihre Arbeitnehmer freistellen. Die Gehälter werden noch bis Ende Juni zu 80 Prozent vom Staat gezahlt. Vergangene Woche kündigte Schatzkanzler Rishi Sunak an, das Programm werde bis Oktober verlängert, wenn auch mit geringerer Beteiligung vom Staat. Gleichzeitig sind die Steuereinnahmen eingebrochen. Ende März führte die Regierung weitgehende Ausgangsbeschränkungen ein, die nun nur sehr vorsichtig aufgehoben werden sollen. Läden und Restaurants sind weiterhin geschlossen. Entsprechend fiel auch der Umsatzeinbruch beim Einzelhandel aus. Die Erlöse seien im April im Vergleich zum Vormonat um 18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt mit – so stark wie nie zuvor.  (dpa)

Altmaier will mehr Tempo bei weiteren Corona-Hilfen für Firmen

Angesichts der massiven wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dringt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf schnelle weitere Hilfen für Firmen. „Manchen Unternehmen bleibt schlicht keine Zeit mehr“, sagte Altmaier am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Ich habe deshalb Vorschläge vorgelegt, wie sie die nächsten Wochen überbrücken können.“ Er sei dazu im Gespräch mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD). „Das ist zeitkritisch.“ Altmaier sprach sich außerdem für eine Pause bei Bürokratielasten und Regulierungen für Firmen aus sowie für Entlastungen beim Strompreis. (dpa)

Vier neue Corona-Fälle in Brandenburg: Infektionszahl bleibt gering 

In Brandenburg bewegt sich die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen weiterhin auf niedrigem Niveau. Das Gesundheitsministerium in Potsdam meldete am Freitag mit Stand 10.00 Uhr einen Anstieg um vier Fälle auf 3.228. Rund 2.900 Menschen im Land gelten als genesen von der Krankheit Covid-19 – das waren 20 mehr als am Tag zuvor. Bisher starben landesweit 168 Menschen im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die meisten Infizierten wurden mit 631 weiterhin in Potsdam gezählt, gefolgt vom Kreis Potsdam Mittelmark mit 519 gemeldeten Fällen und dem Landkreis Barnim mit 406. In der Prignitz waren es bisher nur 25 Infektionen, in Frankfurt (Oder) wurden 29 Fälle registriert. (dpa)

Spahn will bald präventive Corona-Tests in Pflegeheimen ermöglichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. „Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung Die Welt (Freitag). „Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein.“

Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Test gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben. (dpa)

Die CSU will mit Steuersenkungen und Investitionen aus Corona-Krise

Weniger Steuerlast, mehr Investitionen und Prämien, weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung: Die CSU will Deutschland mit einem großen Konjunkturpaket aus der Corona-Krise herausführen. Dies geht aus dem siebenseitigen Leitantrag des Parteivorstandes mit dem Titel „Deutschland stark machen – Aus Corona lernen und wachsen“ hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt und der am Freitag auf dem Online-Parteitag der CSU beschlossen werden soll. Wie viel Geld die zehn genannten Maßnahmenpakete kosten sollen oder wie es finanziert werden kann, lässt der Antrag offen. (dpa)

Wirtschaftsweise lehnen Autoprämie ab 

Um der deutschen Wirtschaft in der Corona-Krise wieder auf die Beine zu helfen, setzen die fünf Wirtschaftsweisen auf eine Energiepreisreform und eine stärkere Digitalisierung. Die derzeit diskutierte Kaufprämie für Autos lehnt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung indes ab. Die Regierung dürfe dem Druck einzelner Branchen nicht nachgeben, schreiben die Experten in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung (Freitag). Solche Projekte würden die tendenziell bestehenden Strukturen verfestigen, ohne eine durchschlagende konjunkturelle Wirkung zu erzielen. (dpa)


+++ 21. Mai +++

30 neue Corona-Nachweise in Berlin – 405 aktive Fälle

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Berlin auf 6582 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen bis Donnerstag laut der Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit 30 neue Fälle hinzu. 190 erkrankte Berliner sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – das sind vier mehr als am Tag zuvor. 172 Infizierte werden derzeit im Krankenhaus isoliert und behandelt, 62 von ihnen liegen auf der Intensivstation. 5.987 Betroffene gelten als genesen. Damit sind 405 Betroffene aktuell Corona-infiziert. (BLZ)

Tschetscheniens Machthaber möglicherweise mit Coronavirus infiziert

Der tschetschenische Regionalpräsident Ramsan Kadyrow hat sich möglicherweise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Er sei mit einem Flugzeug nach Moskau gebracht worden, wo er nun unter „medizinischer Überwachung“ stehe, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Donnerstagabend. Demnach war sein Zustand „stabil“. Laut der Agentur Ria-Nowosti wird der 43-Jährige in einer Moskauer Klinik behandelt.

Die tschetschenischen Behörden kommentierten die Berichte zunächst nicht und betonten nur, Kadyrow leitete die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Der seit 2007 autoritär herrschende Kadyrow geht angesichts der Corona-Krise noch härter gegen Kritik und abweichende Meinungen in seinem Land vor als sonst. Aus seinem isolierten Machtbereich dringen neue Vorwürfe von Pressezensur und Einschüchterungen durch die Polizei nach außen. (AFP)

Mehr als 177.180 Corona-Nachweise in Deutschland – über 8.173 Tote

Bundesweit sind bis Donnerstagabend über 177.180 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.00 Uhr: mehr als 176.400 Infektionen). Mindestens 8.173 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.00 Uhr: 8.117). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,89 (Datenstand 21.5., 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit vergangener Woche gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,92. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Bericht: Logistische Probleme bei Auslieferung von Schutzmasken

Bei der Auslieferung von Schutzmasken, die durch die Regierung beschafft wurden, gibt es einem Medienbericht zufolge Verzögerungen. Das Bundesgesundheitsministerium habe auf Anfrage „logistische Probleme“ bei der Auslieferung eingeräumt, berichteten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung am Donnerstagabend.

Dem Bericht zufolge begründete das Haus von Minister Jens Spahn (CDU) dies damit, dass in den vergangenen beiden Wochen eine Vielzahl von Lieferungen in den Logistiklagern gleichzeitig eingetroffen seien, so dass es nun zu Verzögerungen in der Auslieferung komme. Die Prüfung der Ware durch den Tüv sei außerdem sehr aufwendig. Etwa 20 Prozent der gelieferten Schutzmasken entsprächen nicht den hohen Normanforderungen. „Mangelhafte Produkte werden nicht abgenommen und nicht bezahlt“, zitierten die Medien einen Sprecher des Ministeriums. Erst zehn Prozent der Lieferanten seien bezahlt worden.

Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung liegen bei vom Gesundheitsministerium beauftragten Logistikunternehmen mehr als 130 Millionen medizinische FFP2-Masken. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, sagte in dem Bericht jedoch, in einigen Kliniken werde das Einmalmaterial während der gesamten Schicht verwendet, zum Teil mehrere Tage hintereinander. „Das ist ein Zeichen dafür, dass noch nicht genug Material vor Ort ist“, führte sie aus. „Wenn es wirklich auf den Höfen lagert, irgendwo, dann bitte ausliefern an die Kliniken, an die Praxen, an die Altenheime, damit dann das medizinische Personal diese Schutzkleidung auch nutzen kann.“ (dpa)

Vergleichsweise niedriger Anstieg der Covid-Opferzahl in Frankreich

In Frankreich sind seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie 28.215 Menschen gestorben, das sind 83 mehr als noch am Vortag. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in Paris mit. Es handelt sich um einen vergleichsweise niedrigen Anstieg. Frankreich gehört in Europa zu den besonders betroffenen Ländern der Corona-Krise.

Die Regierung hatte die strengen Ausgangsbeschränkungen für Bürger vor rund eineinhalb Wochen gelockert. Es gibt aber weiterhin Einschränkungen; so sind Reisen mit einer Entfernung von über 100 Kilometern nur bei besonderen beruflichen oder privaten Anlässen erlaubt. Die Behörden riefen mehrfach dazu auf, bei den sommerlichen Temperaturen die Sicherheits- und Abstandsregeln einzuhalten. (dpa)

CSU fordert Obergrenze für Staatsschulden in Deutschland

Deutschland braucht nach Ansicht der CSU eine Obergrenze für die deutsche Staatsverschuldung auch in Krisenzeiten. „Mit Soforthilfeprogrammen, Krediten, Bürgschaften und Konjunkturprogrammen gehen wir an die Grenze des finanziell Leistbaren. Wir tun dies in der Absicht, private und wirtschaftliche Existenzen zu sichern und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Klar ist aber auch: Verschuldung muss die Ausnahme bleiben“, heißt es im Leitantrag des CSU-Vorstandes, der am Freitag auf dem Parteitag beschlossen werden soll. Deshalb müsse es eine Obergrenze für die deutsche Staatsverschuldung in Krisenzeiten geben.

Die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse müsse in Deutschland das „finanzpolitische Bollwerk gegen eine Verschuldungsspirale, wie wir sie aus anderen europäischen Ländern kennen“, bleiben. Staatliche Verschuldung dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse Wachstum und Innovation dienen. (dpa)

Corona-Pandemie: Ärger wegen überfüllter Strände in England

Zahlreiche Strände in Großbritannien waren auch am Donnerstag trotz der Corona-Krise überfüllt. Das schöne Wetter hatte Ausflügler vor allem an die südenglische Küste, etwa nach Bournemouth, gelockt. Die britische Regierung erlaubt inzwischen Tagesausflüge in England, fordert aber die Einhaltung des 2-Meter-Abstands von Personen, die nicht in einem Haushalt leben.

„Hunderte sterben jeden Tag, und die Leute denken hier, sie können ihren Spaß am Strand haben“, schimpfte ein Spaziergänger in Southend östlich von London. In Cornwall an der südwestlichen Spitze Englands übernachteten Menschen in ihren Wohnmobilen, obwohl dies nicht erlaubt war. Hotels, aber auch viele öffentliche Parkplätze und Toiletten sind noch geschlossen. Einheimische fürchten, dass sich das Coronavirus durch Tagesausflügler wieder stark ausbreiten könnte. (dpa)

USA geben Milliarden-Finanzspritze für Impfstoff aus Großbritannien

Die USA unterstützen das Pharmaunternehmen AstraZeneca bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus mit bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro). Das teilten das US-Gesundheitsministerium und der britisch-schwedische Konzern am Donnerstag mit. Die Finanzspritze soll die Entwicklung des Vakzins beschleunigen und die Lieferung von Millionen Impfdosen auch an die USA sichern. Noch ist der Impfstoff jedoch nur in der Testphase. Er ist einer von vielen Kandidaten, die weltweit in der Entwicklung sind.

AstraZeneca verfügt nach eigenen Angaben über Herstellungskapazitäten für eine Milliarde Dosen und sucht hierfür Kunden. Feste Zusagen hat sich das Unternehmen der Mitteilung zufolge bislang für die Abnahme von mindestens 400 Millionen Dosen gesichert. Der Impfstoff beruht auf Arbeiten von Forschern der renommierten Universität Oxford. (dpa)

Serbien öffnet Grenzen für Ausländer – ohne Auflagen

Die serbische Regierung öffnet die Grenzen des Landes für Ausländer, ohne dass diese einen Corona-Test vorlegen oder sich in Quarantäne begeben müssen. Dies beschloss das Kabinett am Donnerstag. Bislang war die Einreise nach Serbien für ausländische Staatsbürger nur in Ausnahmefällen möglich. Die neue Regelung tritt am Freitag in Kraft.

Reisende erhalten an den Grenzübergängen lediglich Informationsblätter, die sie auf die Gefahren der Corona-Pandemie aufmerksam machen. Das Land liegt an wichtigen Transitrouten, die aus Westeuropa in den Südosten des Kontinents führen.

Serbien hatte in den letzten Wochen rückläufige Ansteckungszahlen verzeichnet. Bis zum Donnerstag waren in dem Balkanland 10.919 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 237 Tote wurden gemeldet. (dpa)

Mehr als 20.000 Corona-Infizierte in Polen

Polen hat am Donnerstag die Marke von 20.000 Infektionen mit dem Coronavirus überschritten. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Spätnachmittag 20.143 Infektionsfälle mit Sars-CoV-2 und bisher 972 Todesfälle. In den vergangenen Wochen verzeichnete das Land regelmäßig mehrere hundert Neuinfektionen pro Tag. Anzeichen für eine Abschwächung der Ausbreitung gibt es vorerst nicht.

In den vergangenen Tagen konzentrierten sich die Neuinfektionen auf die Kohlebergbauregion Oberschlesien. Die polnischen Behörden intensivierten deshalb die Corona-Tests bei Bergleuten des Kohlereviers und deren Familienangehörigen. Von den am Donnerstag hinzugekommenen 405 Corona-Neuinfektionen wurden 251 in Oberschlesien verzeichnet.

„Wir werden die Situation weiter genau beobachten und sind überzeugt, dass die Zahlen innerhalb einer Woche deutlich sinken sollten“, erklärte der stellvertretende Gesundheitsminister Janusz Cieszynski dazu vor Journalisten. Rund 8500 Menschen seien von der Viruserkrankung Covid-19 in Polen bereits genesen, teilte der Politiker mit. Bisher wurden in dem EU-Land rund 700.000 Corona-Tests durchgeführt. (dpa)

Über 50 neue Coronavirus-Infektionen in Fleischunternehmen in Dissen

Nach weiteren Tests haben sich unter den Beschäftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen bei Osnabrück 54 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Das sei das Ergebnis des zweiten Tests bei 126 Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der vergangenen Woche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis Osnabrück am Donnerstag mit. 38 dieser neuen bestätigten Fälle seien bereits als Kontaktpersonen in Quarantäne, weitere 16 Menschen müssten nun ebenfalls in Quarantäne. Ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Nach dem bisherigen Notbetrieb werde Westcrown für zwei Wochen geschlossen.

Die gemeinsame Tochterfirma von Westfleisch und Danish Crown hatte am Dienstag den Notbetrieb aufgenommen – bis zu drei Tage lang durfte der Betrieb vorhandene Fleischvorräte abarbeiten. Die Arbeit in dem Zerlegebetrieb war eingestellt worden, weil bei einer Reihenuntersuchung bei 92 von 278 getesteten Beschäftigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt wurden. (dpa)

Söder will in Bayern deutlich mehr Menschen auf Corona testen lassen

In Bayern sollen nach den Worten von Ministerpräsident Markus Söder künftig deutlich mehr Menschen auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus getestet werden. „Wir werden nächste Woche ein Konzept beschließen, Tests insgesamt massiv auszuweiten“, sagte der CSU-Chef dem „Münchner Merkur“ (Freitag). „Ich möchte, dass wir alle Kapazitäten klug nutzen. Priorität hat das Personal in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen.“

Söder betonte, er wolle aber auch über deutlich mehr freiwillige Tests bei Erziehern und Lehrern reden: „Generell soll sich auch die Dauer verkürzen. Wir brauchen da raschere Ergebnisse.“ Die vermehrten Tests im ganzen Land seien auch wichtig, um über weitere Lockerungen von Beschränkungen zu sprechen.

Mit Blick auf die Betreuung von kleinen Kindern gab sich Söder optimistisch, dass bis zu den Sommerferien alle Beschränkungen in Bayern fallen könnten. „Am Montag starten die Vorschulkinder und nach Pfingsten weitere Gruppen. Immer dann, wenn die Zahlen stabil bleiben. Wenn es gut läuft, könnten vor Sommer noch mal alle Kinder ihre Kita sehen.“ (dpa)

Trumps Ex-Anwalt Cohen wegen Corona-Pandemie vorzeitig aus Gefängnis freigekommen

Wegen der Corona-Pandemie ist der wegen Betrugs verurteilte Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, vorzeitig aus dem Gefängnis freigekommen. Wie ein AFP-Fotofraf beobachtete, verließ der 53-Jährige am Donnerstag das Gefängnis in New York. Den Rest seiner Freiheitsstrafe soll er nun im Hausarrest verbüßen.

Cohen war seit Mai 2019 im Bundesgefängnis Otisville im Nordwesten des Bundesstaates New York in Haft und sollte dort eigentlich noch bis November 2021 bleiben. Seine Anwälte hatten bereits im März beantragt, dass Cohen wie mehr als 2000 andere Häftlinge in Bundesgefängnissen von der Ausnahmeregelung profitiert, wegen der erhöhten Gefahr einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus in Haftanstalten seine Strafe statt im Gefängnis zu Hause absitzen zu dürfen.

Ein New Yorker Gericht hatte Cohen im Dezember 2018 wegen Steuer- und Finanzdelikten sowie Falschaussagen verurteilt. Die Delikte beging Cohen großteils im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit für Trump und dessen Konzern. Im Zuge der Ermittlungen gegen Cohen entzweiten sich Trump und sein früherer Anwalt. (AFP)

UN kritisieren Malta wegen Flüchtlingen auf Quarantäne-Schiffen

Zwei UN-Organisationen haben Malta scharf kritisiert, weil rund 160 aus Seenot gerettete Migranten auf zwei Quarantäne-Schiffen im Mittelmeer festsitzen. Ihre Kritik richtete sich auch an die weiteren EU-Staaten. Es sei wichtig, die Menschen bald an Land gehen zu lassen, da sie bereits seit rund zwei Wochen auf den Schiffen seien, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sowie der Organisation für Migration (IOM).

Eine Gruppe von 21 Menschen habe vor einigen Tagen bereits in Malta an Land gehen können, die weiteren Flüchtlinge und Migranten säßen aber noch auf den Schiffen fest. Inzwischen hätten sie mit Blick auf das Coronavirus schon eine 14-tägige Quarantäne abgesessen. „Es ist nicht zu akzeptieren, dass Menschen länger auf See gehalten werden als notwendig - vor allem unter den schwierigen Bedingungen“, hieß es in der Mitteilung.

UNHCR und IOM betonten, die Staaten hätten eine Verpflichtung, Menschen in Not sofort zu helfen. Die aufgrund der Corona-Krise eingeführten Maßnahmen wie etwa Quarantänen und das Abstandhalten dürften nicht zu Diskriminierung führen. „Die Staaten müssen weiterhin aus Seenot gerettete Menschen an Land lassen und einen Zugang zu Asyl und humanitärer Hilfe sicherstellen.“ (dpa)

Mindestens 16 Corona-Fälle in Flüchtlingsheim in Berlin-Buch

In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch haben sich mindestens 16 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Insgesamt stehen 82 der 407 Bewohner der Unterkunft derzeit unter Quarantäne, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Integration am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das zuständige Gesundheitsamt Pankow veranlasste den Angaben nach am Mittwoch weitere Abstriche unter den Kontaktpersonen der Infizierten. Die Ergebnisse lagen am Donnerstag noch nicht vor. Außerdem sollen weitere Kontakte identifiziert werden. Keiner der Erkrankten müsse derzeit im Krankenhaus behandelt werden, hieß es. 13 der 16 Infizierten und 30 weitere Angehörige und Kontaktpersonen befinden sich demnach in häuslicher Quarantäne in der Unterkunft. 39 Bewohner, die im Rahmen des Heims in Buch nicht isoliert werden konnten, zogen am Mittwoch in eine gesonderte Unterkunft für Quarantänefälle an der Buchholzer Straße in Pankow. Derzeit leben laut Senatsverwaltung etwa 20 000 Menschen in den Flüchtlingsunterkünften des Landes. Von ihnen seien seit Beginn der Pandemie insgesamt 104 Bewohner positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Aktuell gebe es in Berliner Unterkünften 27 positiv getestete Personen, hieß es weiter am Donnerstag. (dpa)

Gewerkschaft UFO: Beim Rettungspaket für Lufthansa fehlt Absicherung der Jobs

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO befürchtet, dass beim geplanten staatlichen Rettungspaket für die Lufthansa Arbeitnehmerinteressen zu kurz kommen. „Es zeichnet sich ab, dass die Bundesregierung der Lufthansa keinerlei Vorgaben für Mitarbeiter- und Kündigungsschutz macht“, sagte UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Es ist sehr zu bedauern, dass sich die Konzernlobby in diesem Punkt durchgesetzt hat.“

Baublies beschrieb die Lage als „dramatisch“ für die Mitarbeiter. Allein durch das bevorstehende Aus der Lufthansa-Tochter Germanwings stünden mehrere tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel. „Die Germanwings-Mitarbeiter werden in den Verhandlungen als Faustpfand genutzt, um weitere Einschnitte beim Personal zu erzwingen“, kritisierte Baublies.

Der Gewerkschafter begrüßte grundsätzlich das Modell, dass für die Staatshilfe im Gespräch ist. Dabei soll sich der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit 20 Prozent direkt am Lufthansa-Grundkapital beteiligen. Hinzu kommen soll eine sogenannte Wandelanleihe des Fonds, die in weitere fünf Prozent plus eine Aktie umgetauscht werden könne. (AFP)

Tesla lässt Klage gegen Corona-Einschränkungen fallen

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die Klage gegen die Ausgehbeschränkungen in der Corona-Krise am Standort seines Stammwerks in Kalifornien fallengelassen. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen von Mittwoch hervorgeht. Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Coronavirus-Eindämmung aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion ungerechtfertigterweise verhinderten.

Tesla-Chef Elon Musk hatte damals auch angekündigt, das Werk in einem Verstoß gegen die Vorschriften einfach wieder zu öffnen. Inzwischen erlaubte das Gesundheitsamt im Alameda County, dass Tesla das Hochfahren des Werks diese Woche vorbereiten und dafür auch mehr Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz holen darf. Unklar ist bisher, wie viele der rund 10.000 Beschäftigten wieder in die Fabrik kommen. Tesla bekam vor einigen Tagen auch Besuch von der örtlichen Polizei, die die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen wie der Nutzung von Masken überprüfte.

Tesla kündigte unterdessen dem Finanzdienst Bloomberg zufolge in einer E-Mail an die Mitarbeiter an, dass ab Freitag die generelle Anwesenheitspflicht wieder gelten solle. Beschäftigte, die aus Angst vor der Ansteckungsgefahr nicht zur Arbeit gehen wollen, dürfen demnach unbezahlten Urlaub bis Ende Mai nehmen. Mitarbeiter, die vom Arzt in Quaratäne geschickt wurden oder Covid-19-Symptome hätten, seien von der Anwesnheitspflicht ausgenommen, hieß es. (dpa)

Fast 39 Millionen Arbeitslose in der Corona-Krise in den USA

Fast 39 Millionen Menschen haben in den USA während der Corona-Krise seit Mitte März ihren Job verloren. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit schwächte sich in der vergangenen Woche zwar ab, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Demnach meldeten sich aber zwischen dem 10. und 16. Mai 2,43 Millionen weitere Menschen arbeitslos. Seit Mitte März verloren damit in den USA 38,6 Millionen Menschen ihren Job.

In der Woche vor dem 10. Mai waren noch knapp 2,7 Millionen neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden. Ende März waren es binnen einer Woche sogar knapp 6,9 Millionen Arbeitslose gewesen. In der vergangenen Woche beantragten zudem 2,2 Millionen Unternehmer und Freiberufler Unterstützung über ein spezielles Corona-Arbeitslosenprogramm der Regierung. (AFP)

Giffey: Öffnung von Kitas und Schulen aus Sicht des Kindeswohls wünschenswert

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hält eine baldige flächendeckende und zugleich verantwortungsvolle Öffnung von Schulen und Kitas für wünschenswert. „Aus Sicht des Kinderwohls wäre es das Beste, wenn alle Kinder so schnell wie möglich wieder wie gewohnt in ihre Kitas und Schulen gehen könnten“, sagte Giffey dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). „Denn Kinder brauchen Kinder.“

„Sie leiden unter der jetzigen Situation und können Schaden nehmen, je länger diese anhält“, fügte Giffey hinzu. Für die Entwicklung von Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen und auch für alle anderen sei es problematisch, wenn sie so lange ohne professionelle Bildungsanleitung auskommen müssten.

Dennoch müssten weiterhin Schritte zur weiteren Öffnung und der Gesundheitsschutz miteinander abgewogen werden, betonte Giffey. Zudem sei es wichtig, dass die Entwicklung in der erweiterten Notbetreuung und im eingeschränkten Regelbetrieb wissenschaftlich begleitet werde. Dies geschehe in mehreren Ländern bereits und auch das Familienministerium beteilige sich an einer bundesweiten Corona-Kita-Studie. (AFP)

Pflegebeauftragter will durch Scheiben getrennte Besuchsräume

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert als Konsequenz aus der Corona-Krise, dass Besuchsmöglichkeiten mit Infektionsschutz Standard in Pflegeheimen werden. Als Beispiel nannte er in der «Rheinischen Post» (Donnerstag) abgetrennte Besuchszonen, «in denen sich Pflegeheimbewohner und Angehörige in einem wohnlichen Umfeld durch eine Scheibe getrennt sehen können». So sollen Besuche auch in Zeiten von Infektionswellen und Pandemien möglich sein. (dpa)

Trump erwägt G7-Gipfel doch als reales Treffen - nicht per Video

US-Präsident Donald Trump erwägt, den diesjährigen G7-Gipfel nun doch als reales Treffen und nicht per Video abzuhalten. Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, da sich das Land von der Corona-Krise erhole, denke er darüber nach, die Zusammenkunft am ursprünglich geplanten Termin oder an einem «ähnlichen Datum» in Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten, zu veranstalten. Dies wäre ein großartiges Signal der Normalisierung, erklärte er. Die anderen Länder starteten auch bereits ihr Comeback, schrieb Trump weiter. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich betont zurückhaltend zu dem überraschenden Vorstoß aus dem Weißen Haus.

Zahl der weltweiten Corona-Infektionen überschreitet Fünf-Millionen-Marke 

Rund fünf Monate nach dem Auftreten der ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Zahl der weltweit registrierten Ansteckungen die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Laut einer auf amtlichen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP stieg die Zahl bis Donnerstag auf 5.012.630 Fälle. Mehr als 328.000 Infizierte starben bislang. Am stärksten betroffen sind Europa und die USA, derzeit breitet sich der Erreger aber auch rasant in Südamerika aus. (AFP)

Wiener Prater startet nach Corona-Pause am 29. Mai 

Der Vergnügungspark im Wiener Prater mit dem bekannten Riesenrad öffnet nach der Corona-Zwangspause am 29. Mai wieder. Die Attraktionen und anderen Betriebe hätten Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sagte eine Sprecherin der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Donnerstag. Dazu zählten etwa Abstandsmarkierungen, um dichtes Gedränge vor den Attraktionen zu vermeiden. Zudem soll eine Zuteilung der Sitzplätze auf den Fahrgeschäften erfolgen. Das Personal werde mit Schutzmasken und Handschuhen arbeiten. Außerdem würden die Fahrgeschäfte und anderen Betriebe regelmäßig desinfiziert. (dpa)

Apple und Google veröffentlichen Schnittstellen für Corona-Warn-Apps 

Gesundheitsbehörden in 22 Ländern können ab sofort Corona-Warn-Apps veröffentlichen, die mit iPhones und Android-Telefonen zusammenspielen. Google und Apple machten am Mittwochabend ihre Smartphone-Schnittstellen offiziell verfügbar. Pro Land soll nur eine App darauf zugreifen können, um einen Flickenteppich aus verschiedenen Anwendungen zu verhindern. Bisher wurde der Zugang dazu 22 Ländern zugesagt. Weitere dürften in den kommenden Wochen hinzukommen.

Die Corona-Apps sollen helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. (dpa)

Drei Monate Corona: Italiens Regierungschef dankt Bürgern

Drei Monate nach dem Ausbruch der Corona-Welle in Italien hat Ministerpräsident Giuseppe Conte seine Landsleute für ihre Disziplin im Kampf gegen das Virus gelobt. „Wenn das Schlimmste hinter uns liegt, dann haben wir das den Bürgern zu verdanken, die ihren Lebensstil geändert haben“, sagte Conte in einer Rede vor der Abgeordneten-Kammer am Donnerstag in Rom. Allerdings würden die Herausforderungen der nächsten Monate noch schwieriger werden. Italien müsse die notleidende Wirtschaft in Gang bringen und zugleich die Infektionsraten im Griff behalten. (dpa)

US-Forscher: Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen weltweit 

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits rund 328 000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Knapp jede dritte Infektion wurde in den USA nachgewiesen.

Die Webseite der Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer hohen Dunkelziffer aus. (dpa)

EU empfiehlt Schutzmasken und Abstandsregeln bei Flugreisen 

Die EU hat Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Passagiere und Bordpersonal seien aufgerufen, medizinische Schutzmasken zu tragen, teilten die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (EASA) und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) am Mittwochabend mit. Zudem müssten Abstandsregeln "im Rahmen des Möglichen" eingehalten werden.

Die EU wolle erreichen, dass sich Reisende auf ihren Flügen sicher fühlen, erklärte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean. Der Lufverkehrsindustrie könne so geholfen werden, die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen. (AFP)

Verwaltungsgericht: Spielhalle gegenüber Gastronomie benachteiligt 

Eine Hamburger Spielhallenbetreiberin hat mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Hamburg Erfolg gehabt und darf wieder öffnen, falls die Entscheidung von der nächsten Instanz bestätigt werden sollte. Das Verwaltungsgericht stellte fest, dass die Verordnung des Senats zur Eindämmung des Coronavirus dem Betrieb der Spielhalle mit höchstens acht Besuchern und einem Hygienekonzept nicht entgegensteht (Az: 3 E 2054/20), teilte das Gericht am Donnerstag in der Hansestadt mit. Es verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, wenn alle Spielhallen geschlossen bleiben müssten, während gleichzeitig die gastronomischen Betriebe öffnen dürften. (dpa)

Turkish Airlines verlängert Flugstopp

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat ihren Flugstopp wegen der Coronavirus-Pandemie erneut verlängert. Wie die Gesellschaft in der Nacht auf Donnerstag mitteilte, bleiben Inlandsflüge nun bis zum 4. Juni ausgesetzt, internationale Flüge bis zum 10. Juni. Zuvor war geplant gewesen, Verbindungen Ende Mai wieder aufzunehmen. Die Billigfluglinie Pegasus teilte mit, sie habe ihre Flüge bis zum 3. Juni ausgesetzt. (dpa)

Corona-Pandemie schickt älteste US-Fernsehserie in die Zwangspause

Die am längsten laufende US-Fernsehserie „General Hospital“ muss wegen der Corona-Pandemie eine Zwangspause einlegen. Zum ersten Mal seit dem Start 1963 und mehr als 14.500 Folgen muss der Fernsehsender ABC die Serie unterbrechen, die vorerst letzte Folge soll am Donnerstagabend ausgestrahlt werden.

Die Produktion von „General Hospital“ war wegen des Coronavirus im März unterbrochen worden, ebenso wie die Dreharbeiten zu den meisten anderen Fernsehserien und Filmen. Seitdem hatten die Produzenten die einzelnen Folgen durch das Einbauen von Rückblenden künstlich gestreckt und beliebte Episoden wiederholt - doch nun ist der Nachschub endgültig versiegt. (AFP)

Billigflieger Easyjet nimmt im Juni wieder Flüge auf

 Der britische Billigflieger Easyjet will vom 15. Juni an wieder erste Flüge anbieten. Dabei werden hauptsächlich Strecken innerhalb Großbritanniens angeboten, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Bedient werden sollen insgesamt 22 Flughäfen, darunter London-Gatwick, Edinburgh, Glasgow und Belfast. (dpa)


+++ 20. Mai +++

Spanien verlängert Notstand bis zum 6. Juni

Im Corona-Hotspot Spanien ist der Lockdown trotz heftigen Widerstands der Opposition und zunehmender Proteste verärgerter Bürger zum fünften Mal verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm einen entsprechenden Antrag der linken Regierung am Mittwochabend mit knapper Mehrheit an. Der bereits seit Mitte März geltende Alarmzustand samt strenger Ausgehbeschränkungen wird nach dieser Entscheidung mindestens bis 24.00 Uhr am 6. Juni anhalten. Die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte den «Estado de alarma», die dritthöchste Notstandsstufe des Landes, eigentlich gleich um einen ganzen Monat verlängern lassen. Dafür bekam sie aber nicht genug Unterstützung. Am Dienstag wurde aber mit der liberalen Partei Ciudadanos am Vorabend der Abstimmung ein Kompromiss über eine zweiwöchige Verlängerung erzielt, berichtet dpa. 

49 Neuinfizierte in Berlin an einem Tag  

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Berlin auf 6552 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen bis Mittwochmittag laut der Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit 49 neue Fälle hinzu. Der Anstieg seit dem Vortag bewegte sich etwa im Rahmen der in der vergangenen Woche täglich schwankenden Zahlen. Den Angaben zufolge kam kein neuer Todesfall hinzu. 186 erkrankte Berliner sind demnach im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. 185 Infizierte werden derzeit im Krankenhaus isoliert und behandelt, 66 von ihnen liegen auf der Intensivstation. 5959 Betroffene gelten als genesen, berichtet dpa.

EU geht fest von zweiter Corona-Welle aus: "Virus ist bei uns"

Die EU-Seuchenschutz-Agentur ECDC geht fest davon aus, dass eine zweite Corona-Welle auf uns zurollt. "Die Frage ist, wann und wie stark sie sein wird", sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon dem britischen Guardian. Die frühere Beraterin der Bundesregierung warnte vor zu großen Lockerungen der Corona-Beschränkungen: "Das Virus ist bei uns, viel stärker als im Januar oder Februar. Dies ist nicht die Zeit, um alle Maßnahmen zu lockern." (BLZ)

Prämie für „Corona-Helden“ soll in absehbarer Zeit fließen

Die in Berlin geplante Prämie von bis zu 1.000 Euro für Tausende in der Corona-Pandemie besonders geforderte Landesbeschäftigte soll in absehbarer Zeit fließen. Die Finanzverwaltung bereitet jetzt ein Schreiben an Behörden und Landesbetriebe mit konkreten Informationen zur Umsetzung des Vorhabens vor, wie eine Sprecherin am Mittwoch auf dpa-Anfrage mitteilte.

Demnach sollen die jeweiligen Leitungen der Dienststellen festlegen, welcher Beschäftigte eine Prämie in welcher Höhe bekommt. Das Geld werde den Betreffenden dann mit ihrem Gehalt überwiesen. Bei Angestellten freier Träger von Kitas oder Horten, die ebenfalls in den Genuss der Prämie kommen sollen, läuft die Auszahlung über deren Arbeitgeber.

Das Geld soll an bis zu 25.000 „Alltagshelden“ gehen, die vor allem in der erste Phase der Corona-Krise Außergewöhnliches leisteten und oft einer Gesundheitsgefahr ausgesetzt waren. Dazu zählen Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte, Justizbedienstete und Mitarbeiter von Gesundheits- und Ordnungsämtern. Das gilt auch für Erzieherinnen in der Notbetreuung sowie für bestimmte Beschäftigte in Jobcentern.

Ärzte und Pfleger der landeseigenen Krankenhauskonzerne Vivantes und Charité haben von den Kliniken bereits eine Prämie von je 450 Euro zugesagt bekommen, die gestaffelt über drei Monatsgehälter ausgezahlt wird. Wie viel Geld der Senat zu dem vom Bund geplanten Bonus für Pflegekräfte in Höhe von 1.000 Euro dazugibt, ist laut Finanzverwaltung noch offen. Möglich wären bis zu 500 Euro. (dpa)

Bahn fährt wieder mit dem Sprinter von Berlin nach München

Fahrgäste zwischen Berlin und München können von Juni an wieder Sprinter-Züge nutzen. Damit legen sie die Strecke planmäßig wieder in knapp unter vier Stunden zurück. „Ab Anfang Juni fahren wir die Sprinterverbindungen nach Berlin hoch“, kündigte Michael Peterson, Fernverkehrschef der Deutschen Bahn, am Mittwoch an. Diese Züge halten unterwegs seltener als andere ICE. Auf den wichtigen Verbindungen zwischen Berlin und Frankfurt beziehungsweise Stuttgart gibt es jetzt schon wieder Sprinterverkehr. München kommt am 2. Juni hinzu, berichtet dpa. Zunächst fährt ein Zug morgens von München nach Berlin und am Nachmittag zurück. Das Angebot soll nach und nach steigen. Die Bahn hatte es mit Beginn der Corona-Krise zurückgefahren. So waren zuvor zwischen München und Berlin sechs Sprinter-Verbindungen üblich.

Ministerin: Flughafenbetreiber hat wegen Corona keine Hilfe beantragt 

Der Betreiber des neuen Hauptstadtflughafens BER hat nach Angaben von Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD) keine coronabedingte Liquiditätshilfen beantragt. Das betonte Lange am Mittwoch in einer Sondersitzung des Finanz- und Haushaltsausschusses des Brandenburger Landtages. Der AfD-Abgeordnete Daniel Münschke hatte das Thema auf die Tagesordnung setzten lassen. Er äußerte Befürchtungen, dass der angekündigte Mehrbedarf der Flughafen GmbH durch das Land über den Corona-Rettungsschirm bedient werde.

Ministerin Lange betonte, dass eine Businessplan vorliege, in dem der Bedarf beziffert werde. Danach solle die Hälfte über Kredite finanziert werden, der Rest von den Gesellschaftern unter Vorbehalt der Haushaltsgesetze, sagte sie. (dpa)

Bei den Blutspendediensten werden die Vorräte knapp

In vielen Regionen in Deutschland gehen den Blutspendediensten die Konservenvorräte aus. „Corona hat das Blutspendewesen sehr deutlich durchgerüttelt“, sagte Stephan Küpper vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Mittwoch. Dass die zur Verfügung stehenden, gekühlten und getesteten Reserven mancherorts nicht einmal den Bedarf eines durchschnittlichen Tages decken könnten, liege aber nicht an mangelnder Spendenbereitschaft, betonte Küpper. Das Problem sei der Wegfall vieler Gelegenheiten zur Blutspende etwa in Firmen und Universitäten und an mobilen Blutspendefahrzeugen. Das Rote Kreuz deckt über zwei Drittel des Bedarfs an Blutkonserven in Deutschland ab. (dpa)

Bis zu 20 Wochen Lohnersatz bei geschlossener Kita

Eltern, die wegen der Schließung von Kitas und Schulen in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen künftig deutlich länger Lohnersatz vom Staat als bislang. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen einen Gesetzentwurf, mit dem die maximale Bezugsdauer auf bis zu 20 Wochen ausgedehnt wird. (dpa)

Kultur in Corona-Zeiten: Minister veröffentlichen Papier

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben Vorschläge veröffentlicht, wie weitere Einrichtungen trotz Corona-Pandemie öffnen könnten. „Es ist Zeit für einen Neustart für Kunst und Kultur unter den veränderten Bedingungen“, teilte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) als Vorsitzender der Kulturministerkonferenz am Mittwoch mit.

Das Papier empfiehlt diverse Eckpunkte. Kontaktdaten von Besuchern sollen erfasst werden, es sollen mindestens 1,5 Meter Abstand gelten und dafür zum Beispiel Theatersitze freigelassen werden. Auch Künstler sollen Distanz halten.

Das Papier stelle eine Vorlage für Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten dar, teilte die Ministerrunde mit. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einer „praxisorientierten Grundlage“. (dpa)

Kabinett beschließt freiwillige Lösung für Reisegutscheine 

Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, kann sein Geld zurückverlangen. Eine zuerst von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung soll es nur noch als freiwillige Möglichkeit für Verbraucher geben. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte gleichwohl an Betroffene, einen Gutschein zu akzeptieren: „Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten.“ (dpa)

Hessen meldet bessere Luftqualität durch Corona-Lockdown 

Die Luftqualität in Hessen hat sich durch den Corona-Lockdown verbessert. Wegen des verringerten Straßenverkehrs sanken die Stickstoffdioxidwerte an verkehrsnahen Messstationen durchschnittlich um rund 35 Prozent, wie das hessische Umweltministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. An manchen Stationen seien noch nie so niedrige Werte gemessen worden. Das Ministerium berief sich auf Messungen des hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).

Verglichen mit der Zeit vor dem Corona-Lockdown ging der Straßenverkehr im Mittel um 30 bis 40 Prozent zurück. Weil gleichzeitig seit Mitte März auch der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen einbrach, sank die Konzentration sogenannter ultrafeiner Partikel (UFP) in Raunheim bei Wind aus Richtung Flughafen im Schnitt um 40 Prozent. Normalerweise sind bei gleichen Windbedingungen stark erhöhte UFP-Konzentrationen zu beobachten. (AFP)

Weitere Corona-Lockerungen in Brandenburg: Freibäder und Sportstudios öffnen

Die Brandenburger Landesregierung lockert mit Kabinettsbeschlüssen weitere Corona-Beschränkungen. So sollen Freibäder und Fitnessstudios am 28. Mai wieder öffnen, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke am Dienstag in Potsdam erklärte. Am 13. Juni sollen dann Thermen und Schwimmhallen wieder öffnen dürfen.

Damit für Eltern in Brandenburg mehr Kita-Plätze zur Verfügung stehen, sollen die Einrichtungen ab 25. Mai im eingeschränkten Regelbetrieb arbeiten, wie Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Dienstag ankündigte. Demnach sollen Eltern, die bisher unter die Notfallbetreuung fielen, weiterhin den gleichen Rechtsanspruch auf eine Betreuung haben. Dazu wird für weitere Kinder ein eingeschränkter Rechtsanspruch geschaffen. (dpa)

Weltärztepräsident für Impfpflicht zum Schutz gegen Coronavirus

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat eine allgemeine Impfpflicht zum Schutz gegen das neuartige Coronavirus gefordert. Wenn künftig ein Serum gegen das Virus zur Verfügung stehe und sich manche Bürger dann der Impfung verweigerten, stellten sie ein hohes Risiko für ihre Mitbürger dar, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden könnten, warnte Montgomery in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

„Wir müssen deshalb möglichst viele Menschen impfen“, sagte der Präsident des Weltärztebundes. Auch im Fall der Masern hatte sich Montgomery für die Impfpflicht eingesetzt, die seit März gilt. Die Bundesregierung strebt allerdings keine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus an.

Die Impfung solle freiwillig sein, hatte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) den Funke-Blättern in einem am Wochenende veröffentlichten Interview gesagt. Wer die Impfung nicht wolle, „muss das Risiko einer Infektion selbst tragen“. (AFP)