Nächtigende Obdachlose am Bahnhof Zoo in Berlin
Foto: imago/Rolf Kremming

BerlinBerlin zählt seine Obdachlosen: Für die sogenannte Nacht der Solidarität am 29. Januar 2020 haben sich nach Angaben der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales 3700 Freiwillige angemeldet. In jener Nacht sollen wohnungslose Menschen in der Hauptstadt gezählt werden, es ist die erste Aktion dieser Art deutschlandweit.

Das Land erhofft sich von der Zählung gesicherte Erkenntnisse darüber, wie viele Personen in Berlin auf der Straße leben. Laut Senatsverwaltung „weiß das bisher niemand“, seit Jahrzehnten gebe es lediglich Schätzungen. Und die schwanken gewaltig, zwischen 6000 und 10.000. Sicher ist nur: Die Bundeshauptstadt ist auch die Hauptstadt der Obdachlosen.

Freiwillige werden am Abend der Zählung geschult

In der „Nacht der Solidarität“ sollen die Freiwilligen 600 Zählteams bilden, die sich zwischen 22 und 1 Uhr im Stadtgebiet verteilen. Obdachlose sollen zahlenmäßig erfasst und wenn möglich auch kurz befragt werden, zum Beispiel nach ihrer Muttersprache.

Laut Senatssozialverwaltung sollen alle Freiwilligen am Abend der Zählaktion geschult und zum Beispiel angewiesen werden, niemanden zu wecken und nur diejenigen zu befragen, die auch Auskunft geben wollen. In jedem Team soll außerdem mindestens eine Person mitlaufen, die im sozialen Bereich arbeitet.

Die Anmeldephase für dieses Jahr ist beendet, die Senatsverwaltung verweist allerdings darauf, dass auch im kommenden Jahr wieder Freiwillige gesucht werden. 

Mehr Infos im Internet unter: berlin.de/nacht-der-solidaritaet