Ein "Flitzer" hat am Sonntag den Zieleinlauf des Rekordbrechers Wilson Kipsang gestört. Er kam aus der Zuschauermenge und rannte mit einem gelben Trikot noch vor dem Kenianer ins Ziel. Dabei zerriss er auch das Zielband, das eigentlich der Sieger durchtrennen soll. Auf seinem Trikot prangte die Internetadresse für ein Erotik-Portal. Nach Angaben eines Polizeisprechers ermittelt die Polizei inzwischen gegen ihn wegen Hausfriedensbruchs. Der Veranstalter des Laufs habe eine entsprechende Anzeige gestellt.

Der 35-Jährige war bereits beim Fußball-Bundesliga-Spiel im September zwischen Hannover 96 gegen FC Augsburg über das Spielfeld gelaufen. Dabei zeigte er auch hier sein T-Shirt mit seiner Werbebotschaft für die Erotik-Internetseite. Der DFB verhängte gegen den Verein eine Strafe von mehreren Tausend Euro, die nun der 35-Jährige zahlen soll. In einem Youtube-Film, in dem er sich mit Prostituierten umgibt, prahlt er mit dem Auftritt bei dem Fußballspiel und sagt: "Ich mache es aus reiner Liebe zu den Menschen!"

Der aktuelle Vorfall mit dem 35-Jährigen beim Berlin-Marathon wirft für die Veranstalter ernste Sicherheitsfragen auf. Nach dem verheerenden Anschlag beim Boston-Marathon waren auch in Berlin die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. "Zum Glück hatte er keine Waffen dabei und wollte nur mit einer Werbebotschaft provozieren", sagte ein Polizist, der die Strecke mit bewachte. "Absolute Sicherheit gibt es nicht, dann müsste man den Lauf ohne Publikum veranstalten. Der Mann konnte sich auch deshalb unauffällig unter die Zuschauer mischen, weil er eine Startnummer trug. Sie gehört einer weiblichen Marathon-Teilnehmerin.