Zwei Kräne drehen sich auf der Baustelle an der Marchwitzastraße 1 bis 3 in Marzahn. Hammerschläge dröhnen, Sägen kreischen. „Wir schaffen Wohnraum“, steht auf einem Schild. Dort, wo vor 15 Jahren der erste Plattenbau aus DDR-Zeiten abgerissen wurde, errichtet die Wohnungsbaugesellschaft Degewo auf einem 11.700 Quadratmeter großen Grundstück vier neue Wohnhäuser.

Die ersten Betonwände ragen aus der Baugrube empor. Wo einst ein Doppelhochhaus mit 296 Wohnungen stand, entstehen jetzt 126 neue Wohnungen in vier Achtgeschossern. 63 Wohnungen werden mit öffentlicher Förderung als Sozialwohnungen errichtet. Sie sollen zu Mieten von 6,50 Euro je Quadratmeter kalt vermietet werden. Im November 2018 will die Degewo die Gebäude fertigstellen.

„Marzahn-Hellersdorf ist im Kommen“, sagt Degewo-Sprecherin Regine Zylka. Die Degewo baut nicht nur an der Marchwitzastraße. „In Marzahn-Hellersdorf haben wir aktuell fünf Neubauvorhaben mit gut 1200 Wohnungen“, sagt Zylka. In der Ringelnatz-Siedlung sind 299 Wohnungen geplant, die bis Ende 2018 fertig werden sollen.

Weitere 255 Wohnungen will die Degewo an der Ludwig-Renn-Straße errichten. Der Bau soll Ende dieses Jahres beginnen und 2019 abgeschlossen werden.

Quartier behutsam und sinnvoll ergänzen

Ende nächsten Jahres soll darüber hinaus der Bau von 394 Wohnungen an der Karl-Holtz-Straße beginnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 vorgesehen. An der Wuhlestraße sind weitere 134 Wohnungen geplant, deren Bau Ende nächsten Jahres starten soll. „Die Großsiedlung entstand damals als Gesamtkonzept“, sagt Degewo-Sprecherin Zylka zum Vorgehen. „Unsere Aufgabe heute ist es, diesen Stadtbezirk weiterzubauen, also das Quartier behutsam und sinnvoll zu ergänzen.“

Außer der Degewo bauen noch drei weitere landeseigene Wohnungsunternehmen in Marzahn-Hellersdorf: Stadt und Land, Gesobau und Howoge.

Die Stadt und Land errichtet 1632 Wohnungen in sechs Projekten. Davon entstehen an den Gärten der Welt 287 Wohnungen. Die ersten 121 Wohnungen dort wurden schon ab Mai fertig, die übrigen folgen bis Oktober. In der Kienbergstraße 21 werden bis 2019 insgesamt 142 Wohnungen gebaut. Im Gut Alt-Biesdorf kommen weitere 516 Wohnungen hinzu, die von 2018 bis 2020 fertig werden sollen. Besonders interessant werden dürfte ein Projekt an der Schkeuditzer Straße 28–40. Dort sollen bis 2019 insgesamt 165 Wohnungen im ersten sogenannten Typenhaus errichtet werden. Bei dem Typenhaus handelt es sich um ein standardisiertes Gebäude, das in serieller Bauweise errichtet werden kann. Könnte sein, dass der Typ künftig häufiger errichtet wird.

Die Gesobau, die bislang vor allem in Reinickendorf und Pankow viele Wohnungen hat, will in den nächsten fünf Jahren zirka 2400 Wohnungen in Marzahn-Hellersdorf bauen. Für 112 Wohnungen, die an der Stendaler Straße errichtet werden, wurde im Juli Richtfest gefeiert. Rund um das Stadtgut Hellersdorf sollen bis 2022 weitere zirka 1200 Wohnungen hinzu kommen.

Gute soziale Mischung

Die Howoge errichtet an der Flämingstraße 70 in Marzahn derzeit 166 Wohnungen. Etwa 40 Prozent der Wohnungen werden gefördert und zu einer Einstiegsmiete von 6,50 Euro je Quadratmeter angeboten werden.

Der Bezirk ist darauf bedacht, dass es eine gute soziale Mischung der Bewohnerschaft gibt. „Deshalb ist es auch wichtig, dass dort, wo neu gebaut wird, neben Sozialwohnungen auch Wohnungen für Bezieher mittlerer Einkommen entstehen“, sagt Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle. Am Gut Hellersdorf etwa würde der Bezirk gern eine Quote von maximal 30 Prozent Sozialwohnungen haben.