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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

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+++ 7. Juli +++

40 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin gibt es 40 neue registrierte Corona-Infektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit März auf 8501, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Im Krankenhaus behandelt werden derzeit noch 109 Patienten, 31 von ihnen auf der Intensivstation. 215 Corona-Patienten sind seit März in der Hauptstadt gestorben. Somit kam seit Montag kein weiterer Todesfall hinzu. Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün.

Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie um Neuinfektionen und um den benötigte Platz für Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Thüringen verlängert Anti-Corona-Maßnahmen bis Ende August

Die Maskenpflicht und ein Großteil der Anti-Corona-Maßnahmen sollen in Thüringen bis Ende August verlängert werden. Darauf verständigte sich das Kabinett, wie ein Sprecher der Thüringer Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Auch das Abstandsgebot von 1,5 Metern soll bestehen bleiben. Kleinere Änderungen sieht die neue Grundverordnung aber vor. So ist unter anderem geplant, dass Geschäfte und Kultureinrichtungen Menschen mit Erkältungssymptomen den Zutritt nicht mehr verweigern müssen.

Außerdem entfällt für Gastwirte die Pflicht, auch im Außenbereich ihrer Wirtschaft die Kontaktdaten der Gäste einzusammeln. Für geschlossene Räume bleibt diese Pflicht bestehen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen künftig zwei Besucher pro Patient oder Bewohner möglich sein. (dpa)

Sachsen erwägt Zulassung von Zuschauern in Stadien ab September

In Sachsen könnten vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Demnach würden dann Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung. „Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll ist“, sagte die Ministerin. Beschlossene Sache ist das jedoch noch nicht.

Für den Fall des Beschlusses der neuen Schutzverordnung würden neben Bundesligist und Champions-League-Viertelfinalist RB Leipzig auch die anderen sächsischen Vereine profitieren, die zum großen Teil von Zuschauereinnahmen abhängig sind. Das betrifft in erster Linie die Drittliga-Clubs Dynamo Dresden und FSV Zwickau.

Bei RB Leipzig ist man darauf bereits vorbereitet. „Wir haben ein Konzept für Spiele mit Zuschauern für die neue Saison entwickelt und dies mit dem Gesundheitsamt Leipzig diskutiert“, hatte Ulrich Wolter, Director Operations bei RB, in der vergangenen Woche angekündigt. Demnach trägt das Gesundheitsamt das Konzept, was zunächst mit etwa der Hälfte der Zuschauer beginnen würde, grundsätzlich mit, wenn sich die Pandemielage weiter so positiv entwickelt. Für die Red Bull Arena entspräche das einer Kapazität von etwa 21.000 Zuschauern. (dpa)

UN: Corona-Krise vernichtet weltweit jahrzehntelangen Fortschritt

Die weltweite Corona-Pandemie wirft die Menschheit in Armutsbekämpfung, Gesundheitswesen und Bildung nach einem neuen UN-Bericht um Jahrzehnte zurück. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe die Menschheit beim Erreichen der bis 2030 definierten UN-Nachhaltigkeitsziele hinterhergehangen, erklärten die Vereinten Nationen am Dienstag. „Wegen Covid-19 bedroht nun eine nie gesehene Gesundheits-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise Leben und Existenzgrundlagen, was das Erreichen der Ziele noch mehr zur Herausforderung macht“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag.

Unter anderem würden voraussichtlich 71 Millionen Menschen in diesem Jahr wieder in Armut zurückfallen, heißt es in der neuesten Ausgabe des jährlichen UN-Berichts zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, die sich die Weltgemeinschaft 2015 gegeben hatte. Es wäre der erste Anstieg seit 1998. Auch bei der Kinderarbeit könnte es erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Anstieg geben. Die UN sagen zudem weltweit Hunderttausende Tote durch Probleme bei Gesundheits- und Impfversorgung voraus. Überproportional oft seien weltweit Arme, Menschen mit Behinderungen und häufig auch Frauen von der Corona-Krise betroffen.

Mehr als eine Milliarde Menschen in Slums würden die Krise wegen fehlenden Wasseranschlüssen daheim, wegen geteilter Toiletten und überfülltem öffentlichen Verkehrsmitteln besonders spüren. Schulschließungen hätten 90 Prozent aller Schüler weltweit betroffen, rund 1,57 Milliarden Kinder und Jugendliche. 370 Millionen davon haben deshalb auch für sie lebensnotwendiges Schulessen verpasst. (dpa)

WHO: Ausmaß von Luftübertragung von Coronaviren noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sehr zurückhaltend auf einen Vorstoß von Experten reagiert, die das Übertragungsrisiko des Coronavirus in der Luft für unterschätzt halten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Genf.

Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Empfehlungen, die Abstand vorsehen sowie das Tragen von Masken, wenn dieser nicht einzuhalten sei. Die Organisation sichtet laut Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan im Durchschnitt täglich 500 Publikationen unterschiedlicher Qualität.

Rund 240 Wissenschaftler, darunter auch Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der WHO, vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen, sogenannte Aerosole, in der Luft zu vernachlässigen. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der „New York Times“. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“

Studien ließen kaum Zweifel daran, so schreiben die Wissenschaftler weiter, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch Atmen und Sprechen in winzigsten Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen Menschen sich lange aufhalten, seien demnach ein Risiko. Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten - teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln, die die Ansteckung durch größere Tröpfchen oder im direkten Kontakt verhindern sollten.

Die Experten empfehlen deshalb neben der Vermeidung von hoher Menschendichte, etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Krankenhäusern vor allem auf Durchlüftung mit frischer Außenluft zu achten. Auch hocheffiziente Luftfilter oder UV-Lampen, die Erreger abtöten, sollten genutzt werden. (dpa)

Erstes Bundesland in Österreich führt Maskenpflicht wieder ein

In Österreich führt als erstes Bundesland Oberösterreich nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an müssten die Bürger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag in Linz. Die Gäste von Lokalen würden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. „Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natürlich auch nicht tatenlos zusehen lässt“, sagte Stelzer.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3000 Menschen unter Quarantäne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei 2,0. „Das ist einfach zu viel“, sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland.

Die Verordnung trete zunächst ohne zeitliche Begrenzung in Kraft, sagte Stelzer. Die Maßnahme sei mit der Bundesregierung und Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) abgestimmt. Sie solle dazu dienen, schärfere Schritte wie einen Lockdown im Bundesland zu vermeiden. „Wir setzen darauf, dass das gelingen wird.“ Ein wesentlicher Cluster sei weiterhin im Umfeld einer Freikirche zu verorten, hieß es.

Schon seit vergangenem Freitag hat das Bundesland seine Schulen und Kindergärten wieder geschlossen. Stelzer warnte nach Erfahrungen mit Infizierten vor heimkehrenden Urlaubern aus dem Westbalkan. Hier bestehe offenbar eine erhöhte Gefahr. Österreich hat für die sechs Länder des Westbalkans bereits die höchste Reisewarnstufe verhängt. (dpa)

US-Biotech-Unternehmen Novavax bekommt 1,6 Milliarden Dollar für Corona-Impfstoff

Die US-Regierung zahlt dem Biotech-Unternehmen Novavax 1,6 Milliarden Dollar für die Entwicklung und Herstellung eines neuen Coronavirus-Impfstoffs. Die Regierung sichert sich damit 100 Millionen Impfdosen, wie das Gesundheitsministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Erste klinische Versuche mit dem experimentellen Impfstoff namens NVX-CoV2373 hatten im Mai begonnen. Die entscheidende dritte Phase soll im Herbst beginnen.

Die US-Regierung fördert mit dem milliardenschweren Programm „Operation Warp Speed“ eine Reihe von Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen, die an der Entwicklung von Coronavirus-Impfstoffen arbeiten. Ziel ist die Produktion von 300 Millionen Impfdosen.

Aus dem Fördertopf gingen bereits 1,2 Milliarden Dollar an den Pharmakonzern AstraZeneca, der bei der Entwicklung eines Impfstoffes mit der Oxford-Universität kooperiert, 483 Millionen Dollar an das Biotech-Unternehmen Moderna und 456 Millionen Dollar an den Pharmakonzern Johnson & Johnson. Nun wurde das in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland ansässige Biotech-Unternehmen Novavax in das Programm aufgenommen - und erhielt mit 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) die bislang größte Summe.

Das US-Gesundheitsministerium gab am Dienstag zudem eine Förderung von 450 Millionen Dollar für das US-Biotech-Unternehmen Regeneron für das experimentelle Covid-19-Medikament REGN-COV2 bekannt. Damit sichert sich die Regierung die künftige Produktion des Mittels, das auf Antikörpern basiert. Das Medikament wird derzeit noch getestet. (AFP)

Brandenburg: Verbot von Großveranstaltungen verlängert

Brandenburgs Landesregierung hat das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern vorerst bis Ende Oktober verlängert. Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag verständigt, teilte die Staatskanzlei mit.

Die Verlängerung des Verbots von Volksfesten, Konzerten oder Sportevents sei zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung erforderlich, da bei derartigen Veranstaltungen Menschen aus verschiedenen Regionen auf engem Raum zusammen kämen. Zudem sei die Rückverfolgung von Kontaktpersonen extrem schwierig. (dpa)

Landrat will Tönnies Kosten von Corona-Ausbruch in Rechnung stellen

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies für die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht. „Irgendwann wird ihm diese Rechnung auch präsentiert werden, zumindest das, was wir als Kreisverwaltung an Kosten hatten“, sagte der CDU-Politiker ohne eine Summe zu beziffern am Dienstag. „Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden“, sagte Adenauer. Auch eine gerichtliche Auseinandersetzung über die Kostenübernahme schloss der Landrat nicht aus.

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen über das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs. Am Dienstag fanden dazu Begehungen auf dem Werksgelände statt. „Wir wollen wirklich in jeden Winkel hineinschauen“, erklärte der Landrat. Auch das Amt für Arbeitsschutz, das Gesundheitsamt und Veterinäre seien dabei.

„Ich wage überhaupt keine Prognose, wann das Werk wieder arbeiten wird, wie es arbeiten wird“, sagte Adenauer. Das Hygienekonzept gehe „in Teilen in die richtige Richtung. Erfüllt aber noch längst nicht alles, was erforderlich ist. Da muss das Unternehmen noch nacharbeiten und ich gehe davon aus, dass das Unternehmen das auch tun wird“, so Adenauers Einschätzung. Die Schließungsverfügung läuft bis zum 17. Juli. „Wenn man dieses Datum einhalten will, dann muss sich die Firma in die Hände spucken“, sagte Adenauer. Im Fokus stehen demnach die Belüftung aber auch die Frage, wie man sicherstellen könne, dass Abstandsregeln und Mundschutzpflicht eingehalten werden. (dpa)

Rund 1000 Menschen im nordrhein-westfälischen Euskirchen in Corona-Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einer mennonitischen Großfamilie im nordrhein-westfälischen Landkreis Euskirchen haben die Behörden rund 1000 Menschen in häusliche Quarantäne geschickt. Betroffen seien alle Mitglieder der örtlichen Mennoniten-Gemeinde und deren Kinder, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. Die Schule der Gemeinde sei geschlossen worden, auch Gottesdienste seien zunächst verboten. Noch diese Woche sollen alle Betroffenen getestet werden.

Die Maßnahmen wurden demnach angeordnet, weil die Mitglieder der Großfamilie in den Tagen vor dem Bekanntwerden ihrer Ansteckungen noch Gottesdienste sowie die Gemeinde-Schule besuchten. Es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Menschen angesteckt hätten, erklärte der Landkreis. Alle Beteiligten und die Gemeinde verhielten sich kooperativ und unterstützten das Vorgehen „aktiv“.

Von dem Ausbruch betroffen war eine kinderreiche Familie von Mitgliedern der evangelischen freikirchlichen Gemeinde. Die Mutter muss laut Behörden in einem Krankenhaus behandelt werden. Weitere elf Familienangehörigen sind infiziert, zeigen allerdings keine oder nur leichte Symptome. Zunächst war das Virus demnach bei der Mutter festgestellt worden. Anschließende Tests ergaben, dass auch fast alle anderen Familienmitglieder angesteckt waren. (AFP)

Oberverwaltungsgericht: Maskenpflicht zur Corona-Bekämpfung ist rechtmäßig

Die zur Corona-Bekämpfung angeordnete Maskenpflicht ist laut Gerichtsurteil rechtmäßig. Diese Pandemie stelle eine erste Gefahr dar, die das Einschreiten des Staates weiterhin gebiete, teilte das Oberverwaltungsgericht in Koblenz am Dienstag seinen Beschluss mit (Az. 6 B 10669/20.OVG).

Zwar sei die Zahl der festgestellten Neuinfektionen rückläufig, es bestehe aber weiter die Gefahr einer Verbreitung und damit einer Überlastung des Gesundheitswesens. Die Gefährdung für die Bevölkerung werde weiterhin als hoch eingeschätzt. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gehöre zu den zentralen Instrumenten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Ein Mann aus dem Kreis Mayen-Koblenz hatte sich mit einem Eilantrag gegen die entsprechende Verordnung gewandt, das Verwaltungsgericht lehnte seinen Antrag ab. Die Beschwerde gegen diese Entscheidung wies nun das Oberverwaltungsgericht zurück. (dpa)

Corona: Gericht bemängelt Unterbringung in Gemeinschaftsunterkunft

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat die Unterbringung eines Asylbewerbers in einer brandenburgischen Gemeinschaftsunterkunft mit Blick auf das Corona-Abstandsgebot bemängelt. Seine Wohnverhältnisse ständen nicht in Einklang mit der derzeit gültigen brandenburgischen Sars-CoV-2-Umgangsverordnung, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Beschluss.

Durch den„ Verbleib in einem Gemeinschaftszimmer mit beliebigen Dritten, in dem das Abstandsgebot (...) nicht einzuhalten ist“, sei der Mann in der Unterkunft in Müncheberg (Märkisch-Oderland) „einem erhöhten Risiko“ ausgesetzt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Über den Fall hatte zuvor die „Märkische Oderzeitung“ (Dienstag) berichtet.

Der alleinreisende Geflüchtete lebt gemeinsam mit zwei anderen Bewohnern in einem 24,38 Quadratmeter großen Zimmer, das noch zwei weitere Bewohner als Durchgangszimmer nutzen. Der Mann hatte sich vor Gericht gegen die Wohnsitzauflage gewendet und wollte während der Corona-Pandemie außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden. Darauf besteht jedoch laut Gericht kein Anspruch - der Antrag des Mannes wurde abgelehnt. Er könne jedoch eine Einzelunterbringung beantragen, so der Hinweis des Richters. Das Sozialministerium will jetzt den Beschluss prüfen, in erster Linie sei jedoch die Kommune zuständig. (dpa)

Top-Experte Fauci warnt: Corona-Situation in den USA „nicht gut“

Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA hat sich angesichts des raschen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. Die gegenwärtige Lage sei „wirklich nicht gut“ und erfordere „sofortiges“ Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci am Montag in einem Live-Chat. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht und steckten daher immer noch in der ersten Welle des Virus, sagte Fauci. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte er.

Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch angestiegen. Seit einer Woche melden US-Behörden im Schnitt fast 50.000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Für Sonntag waren Daten der Universität Johns Hopkins zufolge 49.200 Neuinfektionen gemeldet worden. Für Montag gaben die Forscher die Zahl mit rund 45.000 an. Das Niveau bleibt damit aber deutlich höher als zum bisherigen Höhepunkt der Pandemie zwischen März und Mai, als die USA täglich zwischen 25.000 und 35.000 Neuinfektionen erfassten.

Fauci sagte, die „ernste“ Lage erfordere dringendes Handeln, um das Virus langfristig einzudämmen. „Wir werden das schaffen.“ Er betonte, die klinischen Studien für die Erprobung möglicher Impfstoffe machten gute Fortschritte. Der Experte hatte zuvor erklärt, es könne vielleicht schon Anfang nächsten Jahres eine Impfung geben. (dpa)

Zwei neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg wächst weiter leicht. Von Montag auf Dienstag seien zwei neue bestätigte Fälle gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Allerdings kamen insgesamt fünf neue Fälle hinzu - drei im Landkreis Märkisch-Oderland und je zwei in den Landkreisen Oder-Spree und Teltow-Fläming. Weil aber drei Infektionen im Kreis Dahme-Spreewald bei einer Korrektur abgezogen wurden, erhöhte sich die Zahl unterm Strich um zwei Fälle.

Seit Anfang März zählte das Land 3501 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Seitdem starben 172 Corona-Patienten. Als genesen gelten rund 3230 Menschen - 10 mehr als am Vortag -, als erkrankt rund 100. (dpa)

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh deutlich unter Grenzwert

Nach etlichen Coronavirus-Fällen beim Fleischverarbeiter Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh deutlich unter den Grenzwert gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 35,4. Als Grenzwert gilt der Wert 50.
Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 50,5 und damit knapp über der Grenze. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

Bereits am Montag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster die von der Landesregierung verfügten Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh gekippt. Das zuständige Gesundheitsministerium hätte nach der Verbreitung des Virus bei Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen, die Einschränkung des öffentlichen Lebens für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismäßig, erklärte das Gericht.

Die Beschränkungen wären ohnehin in der Nacht zum Mittwoch ausgelaufen - die Landesregierung hatte die Auflagen bis Mittwoch um Mitternacht befristet. Eine Verlängerung wäre möglich gewesen, galt angesichts der rückläufigen Infektionszahlen aber als unwahrscheinlich. (dpa)

Weiter Kritik an Beschränkung des Corona-Bonus auf Altenpflege

Dass nur Personal in der Altenpflege einen Bonus für die besonderen Belastungen in der Corona-Krise bekommen soll, sorgt weiter für Kritik. „Die Betroffenen empfinden es zu Recht als ungerecht, dass der Pflegebonus nicht in der Krankenpflege ankommt“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Der Linke-Politiker Harald Weinberg forderte eine Ausweitung auf alle nichtärztlichen Berufe im Gesundheitswesen. „Enttäuschung und Ärger in der Kranken- und Behindertenpflege sind mehr als verständlich.“ Die Bundesregierung verweist zur Begründung auch auf ein generell niedrigeres Lohnniveau in der Altenpflege.

Der Bundestag hatte den steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro Mitte Mai beschlossen. Bekommen sollen ihn alle Mitarbeiter in der Altenpflege - also neben Pflegekräften auch Auszubildende und andere Beschäftigte in den Einrichtungen. Die Höhe der gestaffelten Prämie richtet sich nach Funktion und Arbeitszeit. Länder oder die Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Die Kosten für den Bund werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. (dpa)

Millionen-Metropole Melbourne nach Corona-Anstieg wieder im Lockdown

Australiens Millionen-Metropole Melbourne geht wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Die zweitgrößte Stadt des Landes hatte erst ab Anfang Juni langsam die Wirtschaft wieder geöffnet. Nun treten ab Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) wieder strikte Ausgangssperren in Kraft, wie der regionale Regierungschef Daniel Andrews am Dienstag mitteilte. Am selben Tag hatten die Gesundheitsbehörden 191 Neuinfektionen bestätigt, einer der höchsten Anstiege innerhalb eines Tages in Australien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

„Wir müssen realistisch über die Umstände, mit denen wir konfrontiert sind, sein“, sagte Andrews. Die Frustration habe scheinbar zu einer gewissen Nachlässigkeit geführt. „Ich denke, jeder von uns weiß, dass wir keine andere Wahl haben als diese sehr sehr schwierigen Schritte zu ergreifen“, fügte der Regierungschef hinzu.

In Melbourne dürfen die Bürger nun unter dem erneuten Lockdown bis mindestens 19. August nicht das Haus verlassen, außer zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arzt- und Pflegebesuchen, zur Ausübung körperlicher Fitness oder um zu arbeiten. Gäste dürfen zu Hause nicht empfangen werden. Cafés und Restaurants müssen zum Take-Away-Verkauf zurückkehren, Gottesdienste gibt es nur noch online, Hochzeiten sind auf fünf Menschen beschränkt, Beerdigungen auf zehn, wie die Zeitung „The Age“ berichtete. Außerdem bleiben Schulen in den betroffenen Gebieten, die nächste Woche öffnen sollten, geschlossen.

Die rund fünf Millionen Bewohner können außerdem ihre Stadt nicht verlassen. Bereits am Montag hatte die Regionalregierung bekannt gegeben, dass die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Victoria und New South Wales wegen der steigenden Corona-Zahlen geschlossen wird. (dpa)

Bayern erlaubt etwas größere Versammlungen - Kneipen bleiben zu

In Bayern sind von diesem Mittwoch an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit.

Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches dürfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser Größenordnung stattfinden. Herrmann betonte, das Corona-Infektionsgeschehen sei stabil. Das Virus sei aber nicht besiegt, man müsse weiter vorsichtig sein. Deshalb gebe es nun einige, aber keine grundlegenden Lockerungen.

Unter anderem dürfen nun wieder Freizeiteinrichtungen auch in Innenbereichen öffnen. Das gilt auch für Zoos und botanische Gärten. Wettkämpfe in kontaktfreien Sportarten können nun auch wieder in geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Und: Auch das Training mit Körperkontakt ist zugelassen, wenn in festen Gruppen trainiert wird. (dpa)

Brasiliens Präsident Bolsonaro unterzieht sich Corona-Test

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich einem Test auf das Coronavirus unterzogen. Der Staatschef habe am Montag Symptome gezeigt und sich daraufhin in einem Militärhospital in der Hauptstadt Brasília untersuchen lassen, berichtete das Nachrichtenportal UOL. Er habe eine Röntgenaufnahme seiner Lunge anfertigen lassen und einen Corona-Test gemacht. Entgegen seiner Gewohnheit trug er bei seiner Rückkehr aus der Klinik eine Maske und riet einem Anhänger, sich ihm nicht zu nähern.

Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus immer wieder als „leichte Grippe“ und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen. Der Präsident hat sich bislang bereits dreimal auf das Virus testen lassen. Nach einer Klage der Zeitung „O Estado de S. Paulo“ legte die Regierung die Ergebnisse im Mai dem Obersten Gerichtshof vor - alle waren negativ. Nach einer Reise von Bolsonaro in die USA im März waren mindestens 23 Mitglieder seiner Delegation positiv getestet worden.

Brasilien ist neben den Vereinigten Staaten derzeit der Brennpunkt der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 65 487 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird. (dpa)

390 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196 944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.7., 0.00 Uhr, bei 0,97 (Vortag: 0,96). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 6.7., 0.00 Uhr, bei 0,89 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

+++ 6. Juli +++

11 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin gibt es 11 neue registrierte Corona-Infektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit März auf 8461, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Montagabend mitteilte. Im Krankenhaus behandelt werden derzeit noch 116 Patienten, 30 von ihnen auf der Intensivstation. 215 Corona-Patienten sind seit März in der Hauptstadt gestorben. Somit kam kein weiterer Todesfall hinzu.

Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie um Neuinfektionen und um den benötigte Platz für Covid-Patienten auf Intensivstationen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Merkel will an Maskenpflicht festhalten - AfD und Handelsverband fordern Rückkehr zur Normalität

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einer Abschaffung der coronabedingten Maskenpflicht in Geschäften eine klare Absage erteilt. Sie hat dabei breite Unterstützung aus den Parteien und den Ländern. "Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um die Mitmenschen und sich selbst zu schützen. "Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.

Diese Position wird über Partei- und Ländergrenzen hinweg geteilt. So sprachen sich unter anderem die CDU-Spitze sowie die Vorsitzenden von CSU und SPD - Markus Söder und Saskia Esken - sowie verschiedene Landesregierungen gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht aus. Einen solchen Schritt hatte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in der "Welt am Sonntag" für sein Land angeregt.

Nur der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla forderte, die Maskenpflicht endlich abzuschaffen. "Die Wirkung von Mund-Nasen-Masken ist nicht nur medizinisch umstritten, die Masken sind auch eine zunehmende Gefahr für den lokalen Einzelhandel", argumentierte er am Montag. Er könne es gut nachvollziehen, dass viele Bürger mit Maske ungern ihre Einkäufe erledigten. Die Umsätze würden dann im Internet generiert. Ein Sprecher des Handelsverbandes HDE stützte diese Argumentation: "Wir stellen fest, dass Masken die Shoppinglust der Kunden hemmen", sagte er vergangene Woche der "Rheinischen Post". (dpa)

Urlaubsinsel Bali will im September für ausländische Touristen öffnen

Corona-Lockdown voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Die im Zuge der Pandemie geschlossenen Tempel, Märkte und andere Sehenswürdigkeiten sollen in einer ersten Lockerungsphase sogar bereits am Donnerstag wieder öffnen, teilte die örtliche Regierung am Montag mit.

Ende Juli dürfen dann zunächst Urlauber aus anderen Teilen Indonesiens wieder nach Bali einreisen. "Die dritte Phase, in der der Tourismussektor noch weiter geöffnet wird und die auch ausländische Besucher beinhalten wird, startet am 11. September", hieß es. Es sei aber wichtig, dass die geltenden Regeln in allen Phasen der Öffnung weiter befolgt würden, darunter Abstandhalten und Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, sagte der Gouverneur von Bali, Wayan Koster.

In Indonesien wurden am Montag mehr als 1200 neuen Corona-Infektionen registriert. Die Gesamtzahl in dem südostasiatischen Inselstaat ist damit auf fast 65.000 gestiegen, bei rund 3200 Todesopfern. Auf Bali wurden bislang 1900 Fälle von Sars-CoV-2 gezählt, 23 Menschen starben auf der Insel im Zusammenhang mit dem Virus. (dpa)

Berliner Fluggastzahlen im Juni mehr als verdreifacht

Im Juni haben sich die Fluggastzahlen an den beiden Hauptstadtflughäfen Tegel und Schönefeld im Vergleich zum Vormonat mehr als verdreifacht. Insgesamt reisten im vergangenen Monat rund 168.900 Passagiere über Berlin, wie die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) am Montag mitteilte. Im Mai waren es lediglich knapp 52.000 Menschen.

"Im Juni haben viele Fluggesellschaften ihre Verbindungen insbesondere innerhalb Europas langsam wieder aufgenommen", teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit. "Dieser Trend hat sich im Juli deutlich verstärkt, so dass jetzt wieder 20 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht werden." (dpa)

Nach Schlachthof-Schließungen: Tierärzte warnen vor überfüllten Ställen

Tierärzte warnen angesichts geschlossener Schlachthöfe und verringerter Schlachtkapazitäten in der Corona-Krise vor überfüllten Ställen und längeren Transporten für die Tiere. Durch den Wegfall von mehreren zehntausend Schlachtungen pro Tag ergäben sich "große Tierschutzprobleme", teilte die Bundestierärztekammer am Montag mit. Enger besetzte und überfüllte Ställe könnten besonders bei sommerlichen Temperaturen zu Kreislaufbelastung für Tiere führen. "Es ist nicht auszuschließen, dass dadurch vermehrt Tiere verenden", warnten die Experten. Die Transportwege zu anderen Schlachtstätten würden "deutlich länger".

Nachdem sich Corona-Infektionen in mehreren Schlachthöfen gehäuft hatten, sind Betriebe teils geschlossen. In anderen sollen die Mitarbeiter nun häufig auf das Virus getestet werden. (dpa)

Bundestagsabgeordnete fordern Ende der US-Visabeschränkungen

Zahlreiche Bundestagsabgeordnete fordern ein Ende der US-Visabeschränkungen für Arbeitskräfte, die Washington wegen der Corona-Pandemie erlassen hat. Die geltenden Visabeschränkungen für deutsche Arbeitskräfte müssten überdacht werden, auch um wirtschaftliche Schäden zu verhindern, forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Heider, Vorsitzender der Parlamentariergruppe USA des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, am Montag. Nach Angaben seines Büros übergab er dem US-Gesandten Robin S. Quinville im Namen der 106-köpfigen Parlamentariergruppe ein entsprechendes Schreiben

"Es kann nicht sein, dass unseren deutschen Unternehmen, die immerhin 700.000 Arbeitsplätze in den USA schaffen, derzeit solche Steine in den Weg gelegt werden", erklärte Heider dazu. Die transatlantische Partnerschaft beruhe auch auf engen und guten Wirtschaftsbeziehungen. (dpa-AFX)

Erstmals wieder mehr als 1000 aktive Corona-Fälle in Österreich

In Österreich sind erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl stieg am Montag auf 1012, wie das Gesundheitsministerium in Wien mitteilte. Für eine spürbare Zunahme sorgt weiterhin der regionale Ausbruch rund um Linz in Oberösterreich, wo die Zahl der Fälle seit Sonntag um 57 auf 414 stieg. 347 aktive Fälle waren aus der Hauptstadt Wien gemeldet. Vier der neun Bundesländer in Österreich wiesen dagegen keine Neuinfektionen auf.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) teilte mit, dass es sich um deutlich abgegrenzte regionale Ausbreitungen handle, die gut nachverfolgt werden könnten. Es liege bislang kein einziger Cluster ohne Klarheit über Entstehung und Hintergrund vor. Zuletzt hatten die Behörden am 20. Mai gemeldet, dass die Zahl der aktiv Erkrankten unter die Marke von 1000 gesunken war. (dpa-AFX)

Gezielte Corona-Tests: CDU-Spitze stellt sich hinter Spahn-Strategie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert, anstatt flächendeckender Maßnahmen, gezielte Corona-Tests durchzuführen. 
Foto: imago images/Christian Spicker

Die CDU-Spitze hat sich hinter die Strategie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für gezielte Corona-Tests gestellt - und damit gegen CSU-Forderungen nach Tests für alle. Aus Teilnehmerkreisen der CDU-Präsidiumsschalte erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag in Berlin, die Runde habe einstimmig dafür gestimmt, die Nationale Teststrategie des Bundes beizubehalten. Spahn habe sein Vorgehen im Präsidium erläutert. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe daraufhin vorgeschlagen, dies mit einem Beschluss zu unterstützen.

Zuletzt hatte auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) bundesweite kostenfreie Corona-Tests für alle befürwortet, wie sie in Bayern bereits geplant sind. "Markus Söder hat recht", hatte Seehofer der "Welt am Sonntag" mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden gesagt. "Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land." (dpa)

Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach knapp drei Wochen die Schwelle von 15 Millionen Downloads erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete die App zuletzt als "ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen". Sie sei aber kein Allheilmittel. "Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten." (dpa)

Pop: Senat setzt weiter auf Maske und Mindestabstand

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).
Foto: imago images/Reiner Zensen

Der Senat in Berlin will ungeachtet der aktuellen Diskussion über Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie an Mindestabstand und Maskenpflicht festhalten. Gerade die Maske sei das wirksamste Mittel, um andere nicht zu gefährden, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Montag in einem Interview mit dem RBB-Inforadio. Auch wenn sich die Ansteckungszahlen positiv entwickelten, sei die Pandemie noch lange nicht vorbei. „Zwar mag sich die Maske für manchen ein bisschen lästig anfühlen“, sie sei aber ein „sehr, sehr wirksamer Schutz gegen weitere Ansteckungen“.

Auch mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr verteidigte die Wirtschaftssenatorin die Maskenpflicht: „Jeder der sagt, ich hab' doch nichts und ich fahre einfach mal U-Bahn ohne Maske, derjenige gefährdet alle in seinem Umfeld und das finde ich unverantwortlich.“ Seit einer guten Woche können in Berlin Verstöße gegen die Maskenpflicht mit einem Bußgeld geahndet werden. 

Mehrere Länderminister hatten am Sonntag für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in Geschäften plädiert. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, hatte beispielsweise Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der „Welt am Sonntag“ gesagt. Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. (dpa)

Spanien: Industrieproduktion erholt sich von Corona-Einbruch

Die spanische Industrieproduktion ist im Mai kräftig gestiegen und hat einen Teil des Einbruchs in der Corona-Krise wieder wettgemacht. Die Produktion legte im Monatsvergleich um 14,7 Prozent zu, teilte das Statistikamt INE am Montag in Madrid mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem noch stärkeren Anstieg um 16,9 Prozent gerechnet.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sank die Produktion im Mai saisonbereinigt um 24,5 Prozent und damit deutlich schwächer als noch im April. Spaniens Regierung hatte am 15. März eine strikte Ausgangssperre eingeführt. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wurde von den Folgen der Einschränkungen massiv getroffen. Die Maßnahmen waren im Vergleich zu Deutschland besonders weitgehend. (dpa)

Erstmals Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr in der Schweiz

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise gilt in der Schweiz seit Montag landesweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das betrifft auch Flüge der Swiss, wie ein Sprecher im Radio bestätigte. Bislang hatten Behörden und Verkehrsbetriebe nur das Maskentragen in Stoßzeiten empfohlen. Nach dem Augenschein in Genf ignorierten das in den vergangenen Wochen praktisch alle Fahrgäste.

Die gemeldeten Infektionen waren in jüngster Zeit stark gestiegen. Der "Tages-Anzeiger" verglich am Wochenende für mehrere Länder die Zahl der Neuansteckungen über sieben Tage mit der Vorwoche. Unter den Ländern mit dem markantesten Anstieg lag die Schweiz hinter Luxemburg, Paraguay, Australien und Serbien an fünfter Stelle, mit plus 134 Prozent. Im Kanton Jura an der Grenze zu Frankreich wurden am Wochenende wegen neuer Infektionen alle Lehrer und Schüler von zwei weiterführenden Schulen in Quarantäne geschickt, 410 Personen. (dpa)

Deutsche Industrie erhält nach Corona-Einbruch mehr Aufträge

Die deutsche Industrie hat im Mai nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder deutlich mehr Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lag der Auftragseingang 10,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Jahresvergleich gingen die Bestellungen dagegen immer noch drastisch um 29,3 Prozent zurück.

Aus dem Inland erhielt die Industrie im Mai 12,3 Prozent mehr Aufträge als im April, aus dem Ausland kamen 8,8 Prozent mehr Bestellungen. Die Orders aus der Eurozone erhöhten sich mit knapp 21 Prozent wesentlich stärker als von außerhalb der Eurozone. Dort waren sie in den beiden Monaten zuvor aber auch etwas weniger stark eingebrochen. Nach Güterart erhöhten sich besonders deutlich die Bestellungen von Investitionsgütern wie Maschinen. (dpa-AFX)

Online-Umfrage zeigt: Jeder dritte Deutsche trinkt mehr Alkohol seit der Krise

Ein kaltes Bier, ein Gläschen Wein: In Zeiten von Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und abgesagten Veranstaltungen scheinen sich die Deutschen besonders gerne Alkohol zu gönnen. Wie eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg zeigt, stieg der Alkoholkonsum bei rund einem Drittel der Erwachsenen seit der Coronakrise. 35,5 Prozent der mehr als 3000 Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Covid-19-Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor.

Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Die Bundesregierung hatte jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion auf die Studie verwiesen. Das ZI in Mannheim ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg. (dpa)

+++ 5. Juli +++

17 neue Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin sind 17 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit März auf 8450, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Sonntagabend mitteilte. Behandelt werden im Krankenhaus derzeit noch 118 Personen, davon liegen 30 auf der Intensivstation. Das ist eine Person weniger als einen Tag zuvor. 215 Corona-Patienten sind seit März gestorben. Damit kam kein weiterer Todesfall hinzu.

Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Die Reproduktionszahl stieg auf 1,09 (Vortag: 0,82). Das heißt, ein Infizierter steckt etwas mehr als einen Menschen an. Die Zahl gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an und sollte möglichst unter 1,1 liegen.

Würde der Wert dreimal in Folge diese Schwelle überschreiten, würde die Ampel auf Gelb springen; läge er ebenfalls dreimal hintereinander über 1,2, würde die Ampel Rot zeigen.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Zahl der Neuinfektionen sinkt im Kreis Gütersloh weiter

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 56,0. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 66,5 und am Freitag bei 76,6, berichtet dpa. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies vor knapp zwei Wochen lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regional wiedereingeführten Beschränkungen im Kreis gilt der Wert 50.

Norddeutsche Bundesländer vor dem Ende der Maskenpflicht im Handel?

Mecklenburg-Vorpommern will angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht im Handel abschaffen. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der Welt am Sonntag. Er geht davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen wird.

„Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen“, sagte der Wirtschaftsminister. Die Abstandsregel zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus werde aber grundsätzlich fortbestehen. Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. „Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen“, sagte der CDU-Politiker. „Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel.“

+++ 4. Juli +++

Mehr als 10.000 Tote in Corona-Krise in Russland

In Russland sind in der Corona-Krise insgesamt mehr als 10 000 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. 168 Todesfälle seien zuletzt gemeldet worden, teilten die russischen Behörden am Samstag in Moskau mit. Damit gibt es mehr Tote in Russland als in Deutschland, wo rund 9000 Tote registriert wurden. Die meisten Todesopfer in der Pandemie verzeichnen die USA mit knapp 130.000 Fällen.

In Russland, dem größten Land der Erde, haben sich bislang rund 675.000 Menschen mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen landesweit noch immer knapp 7000 neue Fälle hinzu. Für viele Wochen gab es vor allem in der Hauptstadt Moskau strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Infektionszahlen etwas drückte. Auch weiterhin wird im öffentlichen Raum das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, was jedoch nicht überall eingehalten wird.

Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück. Zuletzt wurde ein Demograf des russischen Statistikamtes entlassen. Der Mann hatte zuvor die offiziellen Zahlen angezweifelt, wie das Portal Meduza berichtete. (dpa)

41 neu registrierte Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin sind 41 neue Fälle von Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit März auf 8433, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Samstag mitteilte. 7646 dieser Menschen gelten demnach wieder als genesen. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 122 Menschen. 31 von ihnen liegen auf der Intensivstation. Das sind 9 mehr als einen Tag zuvor. Damit hat sich diese Zahl um rund 40 Prozent erhöht. 215 Corona-Patienten sind seit März gestorben. Damit kam ein weiterer Todesfall hinzu.

Die Corona-Ampel steht weiterhin bei allen drei Indikatoren auf Grün. Die Reproduktionszahl liegt bei 0,82. Das heißt, ein Infizierter steckt weniger als einen Menschen an. (dpa)

Mehr als 22.000 Infektionen an einem Tag in Indien

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie aus Daten des nationalen Gesundheitsministeriums hervorgeht, wurden binnen 24 Stunden bis Samstagmorgen 22.771 neue Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum starben 442 Menschen mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Indien ist auf Platz vier der am stärksten von Corona betroffenen Länder der Welt - nach Russland, Brasilien und den USA.

In dem südasiatischen Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern ist der Erreger Sars-CoV-2 bislang bei rund 648.000 Menschen nachgewiesen worden. Mehr als 18.000 starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Spanien stellt eine Großstadt unter Quarantäne

Erstmals seit der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Samstag mit. In der katalanischen Region Segrià mit der Großstadt Lleida seien insgesamt 200.000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung La Vanguardia laut dpa. 

Die Quarantäne gelte ab Samstag 12 Uhr. Danach dürfe niemand mehr in die Stadt und umliegende Gemeinden im Westen der Provinz reisen oder sie verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Bewohner der Quarantäneregion dürften jedoch einmalig noch bis 16 Uhr an ihren Wohnort in der Zone zurückkehren. Die Polizei errichtet Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen.

Ein Lockdown innerhalb der Quarantänezone sei bisher noch nicht nötig, zitierte die Zeitung die katalanische Gesundheitsministerin Alba Vergés. Geschäfte und Restaurants müssten deshalb nicht wieder schließen, die Menschen dürften ihre Wohnungen jederzeit verlassen. Vergés rief die Bevölkerung jedoch auf, Versammlungen zu meiden und familiäre Feiern stark zu begrenzen oder zu verschieben.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Freitag 4030 Infektionsfälle in der Region registriert. Das seien 60 mehr als am Donnerstag gewesen, als ein Anstieg um 128 Fälle im Vergleich zum Mittwoch festgestellt worden war.

Im Laufe der Woche seien es insgesamt 365 Fälle gewesen. In Krankenhäusern der Stadt würden 28 an Covid-19 erkrankte Menschen behandelt, davon sechs auf Intensivstationen. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichtete die Zeitung Las Provincias.

Freundin von Donald Trump Jr. positiv auf Corona getestet

Die Freundin des ältesten Sohnes von US-Präsident Donald Trump ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die 51-jährige Kimberly Guilfoyle, die mit Donald Trump Jr. liiert ist, wurde sofort unter Quarantäne gestellt, wie die New York Times am Freitag berichtete. Die ehemalige Journalistin des TV-Senders Fox News war nach South Dakota gereist, um der Rede von Trump zum Unabhängigkeitstag beizuwohnen. Bei einem Routinetest sei die Infektion festgestellt worden, berichtet AFP

Einem solchen Test mussten sich alle Menschen unterziehen, von denen erwartet wurde, dass sie sich im engeren Umfeld des Präsidenten aufhalten. Donald Trump Jr. sei negativ getestet worden, habe sich aber auch in Selbstisolation begeben, erklärte der Stabschef des Finanzkommitees von Trumps Wahlkampfteam in der New York Times. Guilfoyle gehe es gut, sie zeige keine Symptome, sagte er weiter.

Guilfoyle ist der dritte dem US-Präsidenten nahe stehende Mensch, der bislang positiv auf das Virus getestet wurde, wie US-Medien berichteten.

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Bislang wurden insgesamt 2,79 Millionen Ansteckungen in dem Land nachgewiesen. Mehr als 129.400 Menschen starben.

+++ 3. Juli +++

48 neu erfasste Corona-Infektionen in Berlin - kein neuer Todesfall

In Berlin sind 48 neue Fälle von Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit März auf 8392, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Freitag mitteilte. 7612 dieser Menschen gelten demnach mittlerweile als genesen. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 111 Menschen. 22 davon liegen auf der Intensivstation.

214 Corona-Patienten sind seit März gestorben, die Zahl hat sich seit Dienstag nicht verändert. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 23 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 59 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 81 waren 80 bis 89 Jahre alt und 36 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren.

Die Berliner Corona-Ampel leuchtet weiter grün, der Senat muss deshalb nicht über neue Maßnahmen beraten. Die Reproduktionszahl – der sogenannte R-Wert – stieg im Vergleich zum Vortag von 0,54 auf 0,64. Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl blieb unverändert bei 8,32 pro 100.000 Einwohner, der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden, sank von 2 (Wert von Donnerstag) auf 1,7 Prozent. (dpa)

Nach Corona-Fall: Sommerbad Wilmersdorf öffnet wieder

Nach der vorsorglichen Schließung wegen eines Corona-Falls öffnet das Sommerbad Wilmersdorf am Samstag wieder. Das zuständige Gesundheitsamt habe keine besonderen Maßnahmen veranlasst, teilten die Berliner Bäderbetriebe am Freitag mit. Dennoch sei das Bad desinfiziert worden.

Am Donnerstag hatte das Bad in der Forckenbeckstraße kurzfristig den Betrieb eingestellt, nachdem eine Schwimmaufsicht positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Bäderbetriebe und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatten das Risiko für die Badegäste als gering eingeschätzt. Nach Angaben des Gesundheitsstadtrats Detlef Wagner (CDU) hatte die Mitarbeiterin keinen direkten Kontakt zu Gästen. Zudem sei sie zu Hause geblieben, als sie erste Symptome hatte.

Das Amt nahm Abstriche bei den Kollegen, die in der Schicht der Frau gearbeitet hatten. Die Ergebnisse wurden für Freitag erwartet. Das Bezirksamt war am Nachmittag nicht erreichbar.

Die Bäderbetriebe erinnerten Besucher am Freitag daran, weiter den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. (dpa)

Pubs und Restaurants in England öffnen wieder

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Corona-Epidemie öffnen ab Samstag Hotels, Bars, Restaurants und vor allem die beliebten Pubs in England wieder. Damit Restaurants und Kneipen die nach wie vor geltenden Abstandsregeln und andere Corona-Auflagen erfüllen können, hatte die britische Regierung im Vorfeld die Lizenzerteilung für den Verkauf von Getränken und Essen im Freien vereinfacht. So dürfen Kunden unter anderem auch auf den Parkplätzen bedient werden.

Die Lockerungen gelten nur für England; Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Corona-Bestimmungen. Mit dem Schritt will die Regierung in London die durch die Epidemie eingebrochene Wirtschaft weiter ankurbeln. Mit rund 44.000 Corona-Toten ist Großbritannien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Die Infektionsraten gingen zuletzt jedoch zurück. (afp)

Spahn: 300 bisher über Corona-Warn-App gemeldete Infektionen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bislang rund 300 Covid-19-Infektionen über die deutsche Corona-Warn-App gemeldet wurden. Das sagte der CDU-Politiker in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Spahn bezieht sich dabei auf „die Zahl der Verschlüsselungscodes“, die von der zugehörigen Telefon-Hotline ausgegeben wurden. „Mehr wissen wir aus Datenschutzgründen nicht“, sagte Spahn.

Die App wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag inzwischen 14,6 Millionen Mal auf Smartphones geladen. Das sei häufiger als ähnliche Apps in allen anderen EU-Ländern zusammen, sagte Spahn. Allerdings warnte der Minister davor, die neue Anwendung zu überschätzen. „Die App ist ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen. Sie ist kein Allheilmittel. Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten.“

Die App kann inzwischen nicht nur von Menschen in Deutschland installiert werden, sondern ist auch in den Stores von Google und Apple in allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in Großbritannien und Norwegen erhältlich. Dieses Angebot richtet sich an Touristen und Geschäftsreisende, die Deutschland besuchen, aber auch an Ausländer, die ständig oder befristet in Deutschland leben.

Trinken statt Parken - Kneipentische auf Autoparkplätzen in Kreuzberg

Immer mehr Kneipen und Restaurants in Friedrichshain-Kreuzberg stellen ihre Tische und Stühle auf Gehwegen und Parkplätzen an den Straßen auf. Für mehr als 100 Kneipen habe es bereits eine Genehmigung zur Nutzung von Parkstreifen am Wochenende gegeben, teilte das Bezirksamt am Freitag mit. Damit solle die Corona-Ansteckungsgefahr, die im Freien geringer ist, reduziert werden.

Auf den Parkplätzen vor den entsprechenden Kneipen dürfen Tische und Stühle nun offiziell von Freitag bis Sonntag von 11 bis 22 Uhr stehen. Genutzt würden diese Möglichkeiten besonders am Boxhagener Platz und in der Samariterstraße in Friedrichshain sowie am Paul-Lincke-Ufer, am Chamissoplatz und in der Dresdener Straße in Kreuzberg. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) sprach von einer „Neuverteilung des öffentlichen Raumes“. (dpa)

Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. (dpa)

Niedersachsen hebt Teilnehmergrenze für Veranstaltungen an

Die erlaubte Teilnehmerzahl für Veranstaltungen in Niedersachsen wird zum 6. Juli von 250 auf 500 angehoben. Das teilte die Landesregierung am Freitag in Hannover mit. Andere Bundesländer hätten schon jetzt eine höhere Obergrenze, ohne dass es zu größeren Corona-Ausbrüchen gekommen sei, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. „Deshalb wird auch Niedersachsen jetzt etwas mutiger.“ Das Land wolle aber vorsichtig und umsichtig vorgehen.

Voraussetzung für die Veranstaltungen ist weiterhin, dass die Zuschauer mindestens eineinhalb Meter Abstand zu anderen Gästen einhalten, wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Gruppe von maximal zehn Personen gehören. Außerdem müssen die Gäste drinnen einen Mund-Nase-Schutz tragen und Sitzplätze einnehmen. Neu ist, dass sie den Mundschutz am Sitzplatz ablegen dürfen. Das sei vor allem für Kinos wichtig, für die der Verkauf von Popcorn, Cola und Eis wirtschaftlich besonders relevant sei, sagte der Referatsleiter für Recht und Verfassung der Staatskanzlei, Jens-Martin Weißer. (dpa)

81 Prozent der Deutschen wechseln oder waschen ihre Maske mindestens wöchentlich

Über Dreiviertel der Deutschen wechseln oder waschen ihre Mund-Nasen-Masken einmal pro Woche oder öfter. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage für das Magazin "Focus" hervor. Demnach tauschen 81 Prozent die Masken mindestens wöchentlich aus.

17 Prozent der Befragten tun dies nach jedem Gebrauch, 32 Prozent täglich und weitere 32 Prozent zumindest wöchentlich. Acht Prozent erklärten, ihre Maske selten zu reinigen, sechs Prozent tun dies nach eigenen Angaben nie. Das Institut Kantar befragte in der vergangenen Woche rund 1000 Menschen. (AFP)

Neun neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Brandenburg weiter leicht. Neun neue nachgewiesene Infektionen meldete das Gesundheitsministerium am Freitag (Stand 8.00 Uhr). Zuvor waren elf neue Infektionen hinzugekommen. Seit Anfang März wurden insgesamt 3479 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert, 172 Corona-Patienten starben. 3200 Menschen gelten als genesen, das sind 20 mehr als am Vortag. Die Zahl aktiv Erkrankter sank von 120 auf 110 Menschen. Diese rechnerische Größe wird ermittelt, indem von den bestätigten Infektionsfällen die geschätzte Zahl der Genesenen und die Sterbefälle abgezogen werden. (dpa)

Serbiens Regierung verhängt Corona-Maßnahmen für Belgrad

Nach einem starken Anstieg der Infektionszahlen hat die serbische Regierung am Freitag für die Hauptstadt Belgrad Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verhängt. So gilt nunmehr Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Ämtern. Zuwiderhandelnde können mit Geldstrafen bis 5000 Dinar (42 Euro) belegt werden. Gaststätten, Cafés und Clubs müssen spätestens um 23 Uhr schließen. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur mehr noch mit bis zu 100 Teilnehmern, im Freien mit bis zu 500 Teilnehmern erlaubt. Ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten.

Serbien hatte am Vortag 359 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 verzeichnet, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann. Vier Fünftel der Fälle ereigneten sich im Großraum Belgrad, wo 2,5 Millionen der knapp 7 Millionen Serben leben. Bis zum Donnerstag nachmittag waren nachweislich 15 195 Menschen mit Coronavirus infiziert. 1996 Fälle galten als aktiv, 287 Patienten starben mit dem Virus. (dpa)

Ryanair verspricht Ticketerstattungen bis Ende Juli

Europas größter Billigflieger Ryanair will die ausstehenden Erstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Flüge schneller bearbeiten. Mehr als 90 Prozent der zwischen März und Juni betroffenen Kunden sollen ihr Geld bis Ende Juli erhalten, versprach Manager Eddie Wilson laut einer Mitteilung des irischen Unternehmens vom Freitag. Man habe zusätzliche Mitarbeiter geschult, um den Stau zu beseitigen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen stornierten Flügen verpflichtet, den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen zu erstatten. In der Corona-Krise hatte dies auch bei anderen Gesellschaften nicht geklappt. So hat der Lufthansa-Konzern vor einer Woche angekündigt, den Stau innerhalb von sechs Wochen zu beseitigen. Es standen noch rund eine Milliarde Euro an Erstattungen aus.

Ryanair nannte weder Zahl noch Summe der Erstattungen. Stand Ende Juni seien alle Anträge aus dem März und die Hälfte der April-Anträge bearbeitet gewesen. Das Unternehmen beschuldigte erneut Online-Reisebüros, bei ihren Buchungen gefälschte E-Mail-Adressen und virtuelle Kreditkarten zu verwenden, die nicht zu einzelnen Verbrauchern zurückverfolgt werden könnten. Die Büros müssten die Daten ihrer Kunden offenlegen, damit an diese Erstattungen fließen könnten. (dpa)

Deutsche müssen bei Reisen nach England nicht mehr in Quarantäne

Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England künftig dort nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die britische Regierung gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen bekannt. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli. Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben.

In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Die britische Regierung äußerte jedoch die Erwartung, dass die jetzige teilweise Aufhebung der Vorschrift zu entsprechenden Lockerungen bei den davon profitierenden Staaten führen werde. (AFP)

Verwirrung und Staus an griechischen Grenzen wegen Corona-Tests

An den griechischen Einreisestellen kommt es seit Tagen zu Staus und Missverständnissen wegen Corona-Tests. An der Grenze Griechenlands zu Bulgarien hatte sich bereits am Freitagmorgen abermals ein mehr als zehn Kilometer langer Stau gebildet. Der Grund für das lange Warten von bis zu sechs Stunden in sengender Hitze sei der Personalmangel auf griechischer Seite sowie die Coronatests, die alle Urlauber aus Nicht-EU-Staaten machen müssen, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Frust auch im Tourismusministerium: Am Donnerstagabend landete während einer Live-Übertragung eines privaten TV-Senders ein Flieger aus Stockholm auf dem Flughafen von Rhodos. Reporter fragten, wieso ein Flug aus Schweden ankommt, obwohl Direktflüge aus diesem Land bis 15. Juli nicht erlaubt seien. Das Ministerium für Tourismus in Athen gab an, es sei ein Sonderflug, in dem Journalisten und wichtige Funktionäre eines großen Reiseunternehmens saßen. Reporter wollen zugleich festgestellt haben, dass auch normale Urlauber darunter gewesen sein sollen. (dpa)

Makabere Corona-Partys in Alabama? - Universität geht Gerüchten nach

Die Universität von Alabama geht Gerüchten nach, wonach sich ihre Studenten in der US-Stadt Tuscaloosa gezielt zu Partys mit Corona-Infizierten verabredet haben sollen. Die Berichte seien schon länger bekannt, man habe aber bislang keine Teilnehmer solcher Aktivitäten identifizieren können, teilte die Universität am Donnerstag (Ortszeit) mit. Der Feuerwehrchef der Stadt, Randy Smith, bestätigte bei einer Stadtratssitzung am Dienstag, dass junge Leute Partys veranstaltet und positiv Getestete eingeladen hätten.

Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf eine Stadträtin, dass es bei den Feiern darum gegangen sein soll, sich möglichst schnell mit Sars-CoV-2 anzustecken. Die Studenten hätten vorher Geld in einen Topf geworfen, das dann an die erste positiv getestete Person ausgezahlt werden sollte. Ob sich dabei tatsächlich jemand infiziert hat, ist nach Medienberichten nicht bekannt.

Im US-Bundesstaat Alabama mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern haben sich nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität bislang über 40.000 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Fast 1000 sind an oder mit dem Virus gestorben. (dpa)

Neuer Rekord bei Coronavirus-Infektionen in den USA

Das Coronavirus breitet sich weiterhin rasant in den USA aus. Am Donnerstag erreichte die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen mit 53.069 Fällen binnen 24 Stunden abermals einen neuen Höchststand, wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mitteilte. Damit wurde ein erst am Vortag erreichter Höchststand von 52.898 Neuinfektionen übertroffen.

Insgesamt wuchs die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA auf 2,735 Millionen an. Zuletzt wurden zudem der Universität zufolge weitere 649 Todesfälle verzeichnet, womit die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten auf 128.677 stieg. Die Vereinigten Staaten sind sowohl hinsichtlich der Ansteckungs- als auch der Totenzahlen das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Die Rate der Infektionen hatte in den USA in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Kritiker bezeichneten deswegen die Lockerungen der Corona-Beschränkungen als voreilig. In mehreren Regionen des Landes wurden diese Restriktionen inzwischen teilweise wieder rückgängig gemacht oder neue Arten von Beschränkungen verhängt.

Besonders betroffen vom zuletzt starken Anstieg der Infektionszahlen sind Bundesstaaten im Süden wie Texas und Florida, aber auch der Westküstenstaat Kalifornien. In Texas ordnete der als enger Verbündeter von Präsident Donald Trump geltende republikanische Gouverneur Greg Abbott eine Maskenpflicht für alle Bezirke an, in denen mindestens 20 Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. Auch verhängte Abbott ein Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern. Zudem gelten nun Abstandsregeln. (AFP)

+++ 2. Juli +++

Coronavirus: Derzeit 8344 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 8344 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. Die Kontaktpersonen werden im Rahmen der Containment-Strategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

4089 Personen sind männlich, 4250 weiblich. Bei fünf Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 121 Covid-19-Erkrankte, davon werden 26 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen sind häuslich isoliert.

214 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 23 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 59 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 81 waren 80 bis 89 Jahre alt und 36 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren.

Alle drei Indikatoren der Berliner Corona-Ampel sind weiter im grünen Bereich. Die Reproduktionszahl – der sogenannte R-Wert – sank im Vergleich zum Vortag leicht von 0,58 auf 0,54. Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl blieb unverändert bei 8,3 pro 100.000 Einwohner, der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden, liegt nun bei 2 Prozent (Mittwoch: 2,7 Prozent). (BLZ/dpa)

Sommerbad Wilmersdorf nach Corona-Fall in Belegschaft geschlossen

Freizeitsportler schwimmen im Sommerbad Wilmersdorf. Ein Corona-Fall in der Belegschaft hat am Donnerstag zur Schließung des Sommerbads Wilmersdorf geführt.
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Ein positiver Corona-Test bei einer Schwimmaufsicht hat am Donnerstag zur Schließung des Sommerbads Wilmersdorf geführt. Das Bad in der Forckenbeckstraße sollte auch am Freitag geschlossen bleiben, wie die Berliner Bäderbetriebe mitteilten. Gebuchte Eintrittskarten sollten demnach storniert werden. Kunden sollten ihr Geld zurückerhalten. Wann das Bad wieder öffnet, hänge von den Absprachen mit dem Bezirksamt ab, hieß es.

Die Bäderbetriebe und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf schätzten das Risiko für die Badegäste als gering ein. Nach Angaben des Gesundheitsstadtrats Detlef Wagner (CDU) hatte die Mitarbeiterin keinen direkten Kontakt zu Gästen. Zudem sei sie zu Hause geblieben, als sie erste Symptome hatte. Das Amt nahm Abstriche bei den Kollegen, die in ihrer Schicht gearbeitet hatten. Die Ergebnisse wurden für Freitag erwartet. Nach Angaben der Bäderbetriebe war die Frau in den vergangenen Wochen nur in dem Bad im Einsatz gewesen.

Wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind die Freibäder tagsüber nicht durchgehend geöffnet. Wer eine Abkühlung sucht, muss sich vorab für bestimmte Zeitfenster anmelden. Dazwischen werden die Bäder geschlossen und die Anlagen zum Teil desinfiziert. Viele Duschen und Umkleiden sowie Spielplätze, Rutschen und Sprungtürme sind nicht geöffnet. Wegen der begrenzten Besucherkontingente waren zuletzt viele mögliche Badetermine schnell ausgebucht. (dpa)

Biden: Trumps Corona-Politik für Krise am Arbeitsmarkt verantwortlich

„Wir sind immer noch in einer tiefen, tiefen Arbeitsmarktkrise, weil Donald Trump den Kampf gegen das Coronavirus so sehr verpatzt hat – und jetzt im Grunde völlig aufgegeben hat. Millionen Amerikaner hätten ihre Jobs noch, wenn Donald Trump seinen Job gemacht hätte.“ Das sagte der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, am Donnerstag nach der Bekanntgabe der im Monat Juni auf 11,1 Prozent gesunkenen Arbeitslosenquote zur Politik des US-Präsidenten.

Trump dagegen spielte die Bedeutung der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie herunter. Es gebe vereinzelte Brandherde, diese würden aber schnell bekämpft. „Wir löschen die Feuer“, sagte Trump. Die Demokraten werfen dem Republikaner wegen seiner Zurückhaltung in der Corona-Krise vor, den Kampf gegen das Virus aufgegeben zu haben. Die USA hatten die Pandemie nie annähernd unter Kontrolle gebracht: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen fiel nie wirklich unter 20.000. (dpa)

Schausteller demonstrieren gegen Corona-Einschränkungen

Mit einer Kundgebung und einem Fahrzeugkorso haben Schausteller aus ganz Deutschland in Berlin für die Aufhebung von Corona-Beschränkungen demonstriert. Zur Kundgebung am Brandenburger Tor kamen laut Polizei 1600 Teilnehmer, die auch um die 1000 Fahrzeuge dabei hatten. Zuvor fuhren viele von ihnen in einem Korso durch die Innenstadt. Vor dem Wahrzeichen stellten Demonstranten Autoscooter-Fahrzeuge auf, an einem Kran schwebte die Gondel eines Riesenrades.

Das Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober komme faktisch einem Berufsverbot gleich, argumentierten die Schausteller und beklagten eine Ungleichbehandlung bei den Lockerungen. Wenn Restaurants wieder offen seien und Fußgängerzonen voll, müsse auch das Kirmesgeschäft an der frischen Luft wieder erlaubt werden. (dpa)

Kita in Neuruppin nach Corona-Fall geschlossen

Nach einem Corona-Fall bleibt eine Kindertagesstätte in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) bis auf weiteres geschlossen. Eine Mitarbeiterin sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Büro des Landrats am Donnerstag mit. Die 41 betroffenen Kinder und acht Beschäftigten der Kita seien bereits getestet worden, mit den ersten Ergebnissen werde am Freitag gerechnet. Das Gesundheitsamt habe für sie ebenso wie für ihre Eltern und die Haushaltsangehörigen der Mitarbeiter vorläufig häusliche Isolation angeordnet. Am Freitag sollen weitere Kontaktpersonen getestet werden. (dpa/bb)

Thüringer Krankenhaus bestätigt Infektion von 69 Mitarbeitern

Das Greizer Kreiskrankenhaus in Thüringen hat bestätigt, dass zwischen dem 19. März und dem 18. Mai 69 Mitarbeiter des Hauses positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Seither seien keine neuen Corona-Fälle innerhalb der Klinikbelegschaft nachgewiesen worden, teilte das Krankenhaus am Donnerstag in Greiz mit. Unklar sei, ob die Mitarbeiter sich im beruflichen oder privaten Umfeld infiziert hatten.

Der Kreis Greiz mit rund 98.000 Einwohnern war lange der größte Hotspot der Corona-Pandemie in Thüringen und sorgte mit hohen Infektionsraten auch bundesweit für Aufsehen. Nach Zahlen des Sozialministeriums sind bisher in dem Landkreis 669 Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, 48 sind an oder mit einer solchen Infektion gestorben. (dpa)

Corona: Reiseveranstalter dürfen Gutscheine statt Geld anbieten

Reiseveranstalter, die ihren Kunden wegen einer coronabedingt geplatzten Pauschalreise Geld zurückzahlen müssen, dürfen diesen als Alternative einen Gutschein anbieten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hat der Bundestag am Donnerstag zugestimmt. Die Kunden können sich für eine Rückzahlung des gezahlten Geldes oder für den Gutschein entscheiden.

Dem Entwurf zufolge sollen Pauschalreisende ihr Geld zurückverlangen können, wenn der Urlaub wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt. Eine ursprünglich geplante Gutscheinpflicht, die helfen sollte, Insolvenzen in der Reisebranche zu vermeiden, soll es nicht geben. Sie scheiterte am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission. Verbraucher, die ihre Pauschalreise vor dem 8. März gebucht haben, können aber freiwillig einen Gutschein wählen, dessen Wert auch dann staatlich abgesichert ist, wenn Anbieter pleitegehen. (dpa)

Jeder zweite Deutsche hat Sorge vor zweiter Corona-Infektionswelle

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle ist in der Bevölkerung nach wie vor verbreitet. Die Hälfte der befragten Deutschen sorgt sich laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-„Deutschlandtrend“ davor, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt. Bei 13 Prozent der Menschen ist diese Sorge demnach sehr groß, bei 37 Prozent groß.

Auf der anderen Seite sind viele Menschen deutlich gelassener. Bei 32 Prozent der Befragten ist die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle laut der Umfrage weniger groß, bei 17 Prozent sogar klein. (AFP)

Gabriel war Berater für Fleischkonzern Tönnies

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) war für den Fleischkonzern Tönnies als Berater tätig. „Es gab ein dreimonatiges Beratungsverhältnis mit Tönnies“, sagte Gabriel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Vom März bis Mai 2020 habe er für das Unternehmen handelsrechtliche Fragen klären sollen, sagte Gabriel.

Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im westfälischen Kreis Gütersloh hatten sich im Juni weit mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen. Die Anfrage des Konzerns habe er bereits im Februar erhalten, sagte Gabriel der dpa. Inhaltlich sei es dabei um ein drohendes Exportproblem im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest gegangen. Dem Spiegel erklärte er, dass er seine Tätigkeit nicht als Lobbyarbeit begriffen habe. 

Die aktuelle SPD-Spitze reagierte mit Befremden auf das Engagement Gabriels. Mit deutlicher Kritik reagierte die Linke-Spitze auf den Beratervertrag. „Das rundet das Gesamtbild von Sigmar Gabriel ab. Er hat keine Skrupel, als Sozialdemokrat für einen der größten Ausbeuter zu arbeiten“, sagte der Parteivorsitzende Bernd Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). (dpa)

Serbien verzeichnet starken Anstieg von Corona-Infektionen

Das Balkanland Serbien verzeichnet einen starken Anstieg von Infektionen mit dem Coronavirus. In den letzten 24 Stunden seien 359 neue Fälle von Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in der Hauptstadt Belgrad mit. Schon an den fünf Tagen zuvor waren täglich jeweils zwischen 193 und 276 neue Infektionen registriert worden.

Bis zum Donnerstag waren nachweislich 15.195 Menschen mit dem Virus infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 1996 Fälle galten als aktiv, 287 Patienten starben mit dem Virus, sechs von ihnen in den letzten 24 Stunden.

Mit zweistelligen täglichen Zuwachszahlen Ende Mai und Anfang Juni schien Serbien die schlimmste Phase der Corona-Pandemie überstanden zu haben. Die jüngste Entwicklung markiere jedoch einen gegenteiligen Trend, sagen Gesundheitsexperten. Möglicherweise haben ihn abrupte Lockerungen nach Aufhebung des Ausnahmezustands am 6. Mai begünstigt. (dpa)

Trotz Corona: French Open mit bis zu 20.000 Zuschauern am Tag

Die Veranstalter der French Open wollen trotz der grassierenden Corona-Pandemie bis zu 20.000 Zuschauer pro Tag für das Grand-Slam-Turnier zulassen. Dies teilte der französische Tennisverband (FFT) am Donnerstag mit. Bei den Finals sollen bis zu 10.000 Zuschauer anwesend sein können. Die diesjährige Ausgabe wurde auf den Zeitraum vom 27. September bis 11. Oktober verlegt.

„Die Anzahl der im Stadion erlaubten Zuschauer wird 50 bis 60 Prozent der gewohnten Kapazität betragen, was uns erlaubt, die geltenden Abstandsregeln zu befolgen“, hieß es in einem Statement der FFT. Tickets sollen am 9. Juli in den Verkauf gehen. Die Besucherzahl könnte noch erhöht werden, sofern es die Corona-Situation in Frankreich erlaubt. Allerdings wies der Verband darauf hin, dass die Zuschauerzahlen auch noch reduziert werden könnten, sofern es die Lage erfordert. 

Israel vor neuer Corona-Welle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 966 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April. Im Vergleich dazu haben die Gesundheitsämter in Deutschland am Mittwoch 503 neue Corona-Infektionen gemeldet. Israel hat also fast doppelt so viele Neuinfektionen – wobei Deutschland etwa neunmal mehr Einwohner hat als Israel.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 26.452 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 324 Infizierte sind gestorben. In den Palästinensergebieten gibt es bisher 2758 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, acht Menschen starben.

Die Infektionsexpertin Galia Barkai vom angesehenen Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv sprach am Donnerstag von einem „Trend zur Verschlechterung“. Es gebe eindeutig eine neue Corona-Welle. „Wir sehen auch mehr schwere Fälle, wenn auch weniger als während der ersten Welle.“ Grund für den neuen Anstieg seien eine zu rasche Öffnung des Marktes und mangelndes Vertrauen der Bevölkerung in die Maßnahmen der Regierung. „Wir brauchen jetzt mehr punktuelle Sperren, einen großen Lockdown kann die Wirtschaft nicht aushalten", sagte die Ärztin. Besonders wichtig seien nun raschere epidemiologische Untersuchungen und der konsequente Schutz der älteren Bevölkerung. (dpa/AFX)

503 registrierte Neuinfektionen in Deutschland – Lage bleibt stabil

Nach den großen lokalen Corona-Ausbrüchen vor gut zwei Wochen, sind die Infektionszahlen inzwischen weiterhin stabil auf niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge 503 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.228 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 2.7., 0 Uhr).

In der vergangenen Woche wurden so viele Tests durchgeführt, wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt 456.041 Menschen wurden zwischen dem 22. und 28. Juni auf Corona getestet. Die Quote der positiven Tests ist mit 0,8 Prozent vergleichsweise niedrig. Anfang April waren noch 9 Prozent der durchgeführten Tests positiv.

8994 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 9 im Vergleich zum Vortag. Etwa 180.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. (dpa/AFX)

Cavusoglu wirft Brüssel „politische Motive“ bei EU-Einreisesperre vor

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der EU vorgeworfen, Reisebeschränkungen für die Türkei aus „politischen Motiven“ aufrechtzuerhalten. Einige Länder, die Brüssel auf die Liste der Staaten aufgenommen habe, aus denen Menschen wieder in die EU einreisen dürften, stünden schlechter da als die Türkei, sagte Cavusoglu am Donnerstag nach Gesprächen mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin. „Da sehen wir, dass mit politischen Motiven entschieden wurde.“ Die EU-Liste müsse im Rahmen von „objektiven Kriterien“ bewertet werden.

Die EU-Staaten hatten am Dienstag beschlossen, dass wegen der Corona-Krise eingeführte Einreisebeschränkungen in die EU für zahlreiche Länder, darunter die Türkei, über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten werden. Lediglich Menschen aus 14 Ländern dürfen wieder einreisen. Diese Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden. Für die Türkei gilt zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, nach jetzigem Stand zunächst noch bis zum 31. August. (dpa)

Erster Prozess wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen in Berlin

In Berlin beginnt am Freitag (12 Uhr) der erste Prozess wegen Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen. Vor dem Amtsgericht Tiergarten muss sich ein 31-Jähriger verantworten, der zwischen dem 31. März und 8. April bei der Investitionsbank rund 35.000 Euro zu Unrecht kassiert haben soll, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.

Der Angeklagte sitzt demnach seit dem 24. April in Untersuchungshaft. Er soll die finanzielle Unterstützung aus Programmen des Berliner Senats sowie des Bundes mit zwei mutmaßlichen Mittätern online beantragt und dabei wahrheitswidrig angegeben haben, dass fünf Gesellschaften sowie sein eigenes Einzelunternehmen die Gelder für die Sicherung der betrieblichen Existenz in der Corona-Krise bräuchten. Insgesamt sollen 82.510 Euro beantragt worden sein.

Laut Anklage gab es fünf Firmen gar nicht, die sechste habe ihre Geschäfte fortführen können, sodass kein Bedarf für eine Förderung bestanden habe. Von den beantragten Förderung seien genau 35.010 Euro tatsächlich ausgezahlt worden. (dpa)

Iran: Präsident Ruhani trotz Neuinfektionen weiter gegen Lockdown

Trotz eines dramatischen Anstiegs der täglichen Corona-Neuinfektionen im Iran ist Präsident Hassan Ruhani weiterhin gegen einen Lockdown im Land. „Ein Lockdown steht wie eine komplette Aufhebung der Lockerungen bis auf weiteres nicht auf der Agenda“, sagte Ruhani am Donnerstag. Vielmehr sollten die Bürger ihren Lebensstil dem Coronavirus anpassen, betonte der Präsident nach Angaben seiner Webseite.

Binnen 24 Stunden starben erneut fast 150 Corona-Patienten. Damit liegt die Zahl der Toten aktuell bei 11.106 und die der Infizierten bei 232.863, wie Ministeriumssprecherin Sima Lari am Donnerstag im Staatsfernsehen sagte. Experten und das Gesundheitsministerium fordern daher strengere Maßnahmen, um einen weiterem Anstieg der Fallzahlen zu verhindern.

Seit Ende Mai haben fast alle Branchen im Iran die Arbeit wieder aufgenommen. Die von Ruhani durchgesetzten Lockerungen haben aber auch dazu geführt, dass die Corona-Vorschriften in der Bevölkerung nicht mehr ernstgenommen wurden. Seitdem stirbt nach Angaben des Gesundheitsministeriums alle 13 Minuten ein Corona-Patient im Iran, alle 33 Sekunden kommt es zu einer Neuinfektion.

Ruhani will aber trotz Kritik an seiner Lockerungspolitik festhalten. Er sei der Auffassung, dass die Corona-Krise noch länger andauere und eine längerfristige Einschränkung der Wirtschaftsaktivitäten nicht machbar sei. Die Iraner sollten nach den Worten Ruhanis lieber lernen, „mit dem Virus zu leben“. (dpa)

Mindestens sieben Corona-Infektionen bei Familienfeier in Kiel

Bei einer Familienfeier in Kiel haben sich mindestens sieben Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten die Kieler Nachrichten berichtet. Den Angaben zufolge arbeiten drei Infizierte in Einrichtungen der Altenhilfe. Ein infiziertes Kind besuche eine Kita, die laut Kieler Nachrichten am Mittwoch geschlossen wurde. Die Feier fand der Stadt Kiel zufolge im Freien statt. Sie sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen. (dpa)

Lehrstellenangebot geht in Corona-Krise zurück

Die Corona-Krise zieht den Ausbildungsmarkt in Mitleidenschaft: Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag mitteilte, liegt das betriebliche Lehrstellenangebot im Branchendurchschnitt aktuell um gut sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Allerdings besteht demnach noch Hoffnung auf Nachholeffekte im Herbst.

„Viele Betriebe sind derzeit gezwungen, auf Sicht zu fahren“, erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. „Sie überdenken daher auch ihre Ausbildungsentscheidungen gründlich und verschieben bei Bedarf.“ Zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt hatte der DIHK rund 15.000 Unternehmen befragt. Viele dieser Unternehmen hätten noch nicht abschließend über die Zahl ihrer Ausbildungsplätze entschieden, betonte Dercks. Dies zeige, dass die derzeitigen Vermittlungsanstrengungen, aber auch Anreize durch finanzielle Unterstützung sinnvoll seien.

So hatte die Bundesregierung in der vergangenen Woche neue Hilfen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen auf den Weg gebracht. Kleine und mittlere Unternehmen sollen künftig Prämien bekommen, wenn sie ihr Ausbildungsniveau nicht zurückschrauben oder Azubis von pandemiebedingt insolventen Unternehmen übernehmen.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack forderte, dieses rund 500 Millionen Euro schwere Programm müsse nun „endlich“ umgesetzt werden. „Das Bildungsministerium muss dafür schnellstens die Förderrichtlinie veröffentlichen“, erklärte sie. Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibe kritisch, mahnte Hannack. „Doch noch besteht die Chance, den Corona-Crash auf dem Ausbildungsmarkt abzumildern. Die Uhr tickt, in vier Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr.“ (AFP)

Bericht: Hunderttausende mangelhafte Schutzmasken an Ärzte geliefert

An niedergelassene Ärzte wurden nach Informationen des Bayerischen Rundfunks Hunderttausende mangelhafte Schutzmasken geliefert. Mindestens 800.000 der im Frühjahr verteilten Masken wiesen Mängel auf oder entsprachen nicht den Anforderungen, wie eine BR-Anfrage an alle Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) laut einem Bericht vom Donnerstag ergab. Ein Teil der Masken sei vom Bundesgesundheitsministerium geliefert worden.

Nach Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns war die Qualität der vom Bund gelieferten Waren demnach „teilweise sehr schwankend“. In Niedersachsen waren nach Angaben der zuständigen KV rund 400 Arztpraxen betroffen. (AFP)

CSU-Generalsekretär Blume warnt eindringlich vor zweiter Corona-Welle

Die CSU hat angesichts international weiter steigender Infektionszahlen eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle auch in Deutschland gewarnt. Diese werde voraussichtlich noch gefährlicher und unkontrollierbarer, auch für jene Unternehmen, die sich gerade wieder aufgerappelt hätten, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Donnerstag in Berlin.

Deshalb dürfe nicht fahrlässig gehandelt werden, sondern man müsse weiter mit Vorsicht und Umsicht vorgehen. Weltweit rolle die zweite Pandemiewelle schon. Er verwies etwa auf wieder steigende Infektionszahlen in Israel und einen Höchststand von erstmals mehr als 50.000 Neuinfektionen an einem Tag in den USA. (dpa)

53.000 Ansteckungen: Corona-Infektionsrate in den USA auf neuem Rekordhoch

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA ist auf eine neue Rekordhöhe gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 52.898 neue Ansteckungsfälle verzeichnet, wie die Johns-Hopkins-Universität im Bundesstaat Maryland am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Dies ist die höchste Zahl seit Ausbreitung des neuartigen Virus in die Vereinigten Staaten.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie heimgesuchte Land der Welt. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle liegt nach Angaben der Universität inzwischen bei 2,682 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg zuletzt binnen 24 Stunden um weitere 706 und lag damit bei insgesamt 128.028. (AFP)

Corona-Neuinfektionen in Israel klettern auf Rekordwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 966 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April.

Im Vergleich dazu haben die Gesundheitsämter in Deutschland am Mittwoch 503 neue Corona-Infektionen gemeldet. Israel hat also fast doppelt so viele Neuinfektionen – wobei Deutschland etwa neunmal mehr Einwohner hat als Israel. (dpa)

+++ 1. Juli +++

Coronavirus: Derzeit 8301 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 8301 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. Die Kontaktpersonen werden im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

4066 Erkrankte sind männlich, 4231 weiblich. Bei vier Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 129 Covid-19-Patienten, davon werden 35 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen sind häuslich isoliert.

214 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 23 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 59 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 81 waren 80 bis 89 Jahre alt und 36 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren.

Alle drei Indikatoren der Berliner Corona-Ampel sind weiter im grünen Bereich. Die Reproduktionszahl - der sogenannte R-Wert - sank im Vergleich zum Vortag leicht von 0,62 auf 0,58. Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl blieb unverändert bei 8,32 pro 100.000 Einwohner, der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden, liegt nun bei 2,7 Prozent (Dienstag: 2,5 Prozent). (BLZ/dpa)

Ägypten öffnet Pyramiden von Gizeh wieder für Touristen

Nach dreimonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie hat Ägypten am Mittwoch die berühmten Pyramiden von Gizeh wieder für Besucher geöffnet. „Es gibt viele Schutzvorkehrungen, bevor die Pyramiden betreten werden können“, sagte die Reiseführerin Fatma Bayoumy in Kairo der Nachrichtenagentur AFP. Alles werde desinfiziert - „auch die Besucher und ihre Taschen“, fügte sie hinzu. Auch das Ägyptische Museum in Kairo hat wieder geöffnet.

Bereits kurz nach der Öffnung durchstreiften dutzende ausländische Touristen die Pyramidenanlage. „Die Energie ist wirklich besonders“, sagte die australische Touristin Ashiana Love der Nachrichtenagentur AFP.

Ägypten hofft, mit der Öffnung der Touristenstätten den angeschlagenen Tourismussektor ankurbeln zu können. Am Dienstag hatte die Regierung bereits die Reiserestriktionen gelockert und den Flugverkehr für internationale Flüge freigegeben.

Das bei internationalen Touristen populärste arabische Land hatte seinen ersten bestätigten Coronavirus-Fall am 14. Februar. Wegen der Pandemie wurden Museen, archäologische Sehenswürdigkeiten, Geschäfte, Cafés und Restaurants im Land geschlossen. Ägypten registrierte bisher mehr als 68.000 Coronavirus-Infektionen und knapp 3000 Tote.

Ein Fünftel des ägyptischen Bruttoinlandsprodukts stammt aus der Tourismusbranche, in der rund drei Millionen Menschen beschäftigt sind. In den vergangenen Jahren musste Ägyptens Tourismusindustrie viele Umbrüche wegstecken. Viele Touristen hatte die politische Instabilität nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak 2011 abgeschreckt. Dennoch verzeichnete das Land im vergangenen Jahr mit 13,6 Millionen Touristen einen neuen Besucherrekord. (afp)

Aus für türkisches VW-Werk: Corona vereitelt Milliardeninvestition 

Corona-Einbruch überwiegt politische Zweifel: Die wackligen Pläne für ein neues VW-Werk in der Türkei sind endgültig vom Tisch. Lange hatte sich der größte Autokonzern der Welt Zeit gelassen mit seiner mehrfach aufgeschobenen „finalen“ Entscheidung. Jetzt gab allerdings nicht Kritik an der Regierung Erdogan den Ausschlag, sondern die Absatzflaute in der Viruskrise.

„Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten ist aus heutiger Sicht nicht notwendig“, teilte Volkswagen am Mittwoch lapidar zur Begründung mit. Die globale Autonachfrage sei derzeit zu schwach, als dass sich die Milliardeninvestition in Manisa bei Izmir offenbar noch lohnen würde.

Eigentlich war das Projekt so gut wie beschlossen - nach einem langen Standortwettbewerb, bei dem anfangs auch Bulgarien und Rumänien mitspielten. VW wollte von der Westtürkei aus die Märkte Osteuropas und des Nahen Ostens beliefern, die zunächst noch „sehr positive gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen“ aufgewiesen hätten. Nun ist das Bild ganz anders: Der Nachfragerückgang der Branche in der Pandemie ist immens, es gibt Überkapazitäten, rote Zahlen drohen. (dpa)

UN-Sicherheitsrat stimmt geschlossen für umstrittene Covid-Resolution

Nach mehr als drei Monaten hat sich der UN-Sicherheitsrat einstimmig für die Annahme der schwer umstrittenen Corona-Resolution ausgesprochen. Alle 15 Mitglieder hätten dem Text schon vor Ablauf der Entscheidungsfrist am Mittwoch zugestimmt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Diplomatenkreisen.

Offiziell angenommen wird der französisch-tunesische Entwurf demnach später am Tag. Der Text unterstützt vor allem die Forderung von UN-Generalsekretär António Guterres nach einer globalen Waffenruhe während der Pandemie.

Zuvor hatte ein monatelanger Machtkampf zwischen den USA und China zu einer Blockade geführt, die der deutsche Außenminister Heiko Maas angesichts der weltweiten Bedrohung durch das Coronavirus ein „Armutszeugnis“ nannte. Ein Streitpunkt zwischen Peking und Washington war die Nennung der Weltgesundheitsorganisation WHO. US-Präsident Donald Trump wirft der Organisation vor, im Sinne Chinas zu handeln, und will sie nicht in dem Text erwähnt sehen - Peking dagegen bestand bis zuletzt darauf.

Im neuen Entwurf ist die WHO nicht direkt genannt - es wird nur von „allen relevanten Teilen des UN-Systems“ geredet sowie auf eine Resolution der Vollversammlung verwiesen, die die WHO erwähnt. Die Zerstrittenheit des mächtigsten UN-Gremiums angesichts der größten Gesundheitsbedrohung der Gegenwart war in den vergangenen Wochen von Ratsmitgliedern bereits als „Schande“, die Diskussion über das Wort „WHO“ als „verrückt“ bezeichnet worden. (dpa)

466 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 466 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.725 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 1.7., 0.00 Uhr).

8985 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 700 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 30.6., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,74). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 30.6., 0.00 Uhr, bei 0,67 (Vortag: 0,63). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Deutschland hebt Einreisebeschränkungen für elf Nicht-EU-Staaten auf

Deutschland gewährt Menschen aus elf Staaten außerhalb der Europäischen Union wieder die unbeschränkte Einreise. Das gilt nach einem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch für Reisende aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay. Für Japan, Südkorea und China gelten die Lockerungen der Mitte März in der Corona-Krise verhängten Beschränkungen unter Vorbehalt, wenn diese Länder auch Menschen aus Deutschland wieder die Einreise erlauben. Die Erleichterungen treten am Donnerstag in Kraft, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Damit orientiert sich die Bundesregierung weitgehend an einem Beschluss der EU-Staaten vom Vortag. Demnach solle Menschen aus 14 Ländern wieder einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden. Hinzu kommen erweiterte Einreisemöglichkeiten für Menschen aus allen Staaten außerhalb der Europäischen Union, die einen wichtigen Reisegrund haben. Das können Deutsche oder Menschen mit Aufenthaltsrecht hierzulande sein, Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, Seeleute oder Passagiere im Transitverkehr.

Entscheidend für die Lockerung der Einreisebeschränkungen ist künftig vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage. Zudem sollen unter anderem der Trend im gleichen Zeitraum sowie der Umgang des jeweiligen Staates mit der Pandemie eine Rolle spielen. Für Reisende aus Risikogebieten gilt weiterhin eine 14-tägige Quarantänepflicht, falls sie kein negatives Testergebnis für das Coronavirus vorweisen können. (dpa)

Drei Berliner Corona-Teststellen werden geschlossen

In Berlin sind drei Corona-Teststellen seit Mittwoch geschlossen. Betroffen sind die Einrichtungen am ehemaligen Vivantes-Standort Prenzlauer Berg, am Vivantes Wenckebach-Klinikums in Tempelhof-Schöneberg sowie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Lichtenberg.

„In den vergangenen Wochen sind immer weniger Menschen in die Abklärungsstellen gekommen, um sich testen zu lassen, sodass wir den Nutzen hinterfragen mussten“, sagte Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) am Mittwoch in Berlin. Die KV, die bisher die Ärzte für die Einrichtungen stelle, habe daher die Kooperation mit den Kliniken beendet.

Vivantes-Sprecherin Mischa Moriceau betonte, dass es sich um eine vorübergehende Schließung handele. Es sei geplant, die Abklärungsstellen im Rahmen der Berliner Teststrategie in Kürze wiederzueröffnen. Welche Personengruppen hier künftig getestet werden sollen, werde derzeit abgestimmt. Mittlerweile sei die ambulante Versorgung in Berlin sehr gut gerüstet, um bei Bedarf selbst testen zu können, konstatierte die KV. (dpa)

Regierung rechnet nicht mit Engpass bei Corona-Mittel Remdesivir 

Die Bundesregierung rechnet auch nach dem Groß-Einkauf der USA nicht mit einem Engpass beim Corona-Mittel Remdesivir. Man habe sich das Medikament frühzeitig für die Therapie von Corona-Patienten gesichert, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Derzeit gebe es genügend Reserven. Mit der erwarteten Zulassung des Mittels für den europäischen Markt sei zudem die Verpflichtung für den Hersteller verbunden, „in angemessenem Umfang zu liefern“. Man gehe davon aus, dass die Firma dieser Verpflichtung nachkommen werde.

Die US-Regierung hat sich einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge von Remdesivir gesichert. Laut US-Gesundheitsministerium wurde der Kauf von Wirkstoff-Dosen für mehr als 500 000 Behandlungen vereinbart. Das entspreche 100 Prozent der geplanten Produktionsmenge für Juli sowie jeweils 90 Prozent für August und September. Remdesivir gilt als eines der aussichtsreichsten Medikamente bei schweren Corona-Symptomen. (dpa)

Acht neue Corona-Fälle in Brandenburg 

Die Zahl der bestätigten neuen Fälle von Corona-Infektionen in Brandenburg ist leicht gestiegen. Von Dienstag zu Mittwoch wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand 8.00 Uhr) acht neue Infektionen gemeldet. Von Montag zu Dienstag waren es drei nachgewiesene Neuinfektionen. Damit sind insgesamt 3459 bestätigte Covid-19-Fälle im Land registriert.

Aktuell werden zwölf Menschen im Krankenhaus behandelt, davon drei intensivmedizinisch beatmet. 3170 Menschen gelten als genesen, das sind zehn mehr im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Erkrankten liegt bei etwa 120. Seit März starben in Brandenburg 171 Patienten im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Von den neuen Corona-Infektionen kam ein neuer Fall in der Landeshauptstadt Potsdam hinzu, die jetzt insgesamt 648 bestätigte Infektionen zählt und damit weiter ein «Hotspot» ist. Der Landkreis Potsdam Mittelmark meldete vier neue Infektionen und kommt nun auf insgesamt nachgewiesene 581 Fälle. Jeweils ein Fall wurde aus den Kreisen Havelland, Oberspreewald-Lausitz und Märkisch-Oderland bekannt. (dpa)

Anstieg der Coronazahlen in Österreich und Schweiz 

Fast zeitgleich mit neuen Lockerungsschritten kommt es in Österreich wegen eines Corona-Clusters zu regionalen Einschränkungen. Im Raum Linz in Oberösterreich würden von Freitag an für eine Woche die Schulen, Kindergärten und Horte wieder für eine Woche geschlossen, sagte Ministerpräsident Thomas Stelzer (ÖVP) am Mittwoch in Linz. Außerdem werde eindringlich an alle Bürger in der Region appelliert, in geschlossenen Räumen wieder Masken zu tragen und Veranstaltungen möglichst zu meiden.

Das Bundesland reagiert damit auf einen deutlichen Anstieg der Coronainfektionen. Der Cluster sei nach bisherigen Erkenntnissen auf das Umfeld einer Freikirche zurückzuführen, so Stelzer. Einige Großfamilien mit mehreren Kindern hätten das Coronavirus verbreitet. Sie seien in Quarantäne. Die Polizei werde bei der Suche nach Kontaktpersonen helfen, hieß es.

Auch in der Schweiz ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen markant gestiegen. Es waren 137 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilte. Am Dienstag waren es 62, am Montag 35 gewesen. Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen steigen die Zahlen seit Mitte Juni. Die Kantone diskutieren inzwischen über eine Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichem Verkehr. Bislang wird nur empfohlen, dort, wo keine Abstände eingehalten werden können, Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Die Einschränkungen in Oberösterreich treten in dem Moment in Kraft, in dem in Österreich weitere Öffnungsschritte erfolgen. Seit Mittwoch ist unter anderem wieder jeder Mannschafts- und Kontaktsport erlaubt. Außerdem ist die Maskenpflicht für das Personal im Gastgewerbe gefallen. Auch die Prostitution ist wieder erlaubt. (dpa)

US-Regierung kauft große Teile der Remdesivir-Produktion auf

Die US-Regierung hat sich einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge des Corona-Mittels Remdesivir gesichert. Ein entsprechende Vereinbarung mit dem Biotech-Unternehmen Gilead Sciences sieht laut US-Gesundheitsministerium den Erwerb von Wirkstoff-Dosen für mehr als 500.000 Behandlungen vor. Das entspreche 100 Prozent der geplanten Produktionsmenge für Juli sowie jeweils 90 Prozent für August und September. Remdesivir gilt als eines der aussichtsreichsten Medikamente bei schweren Corona-Symptomen. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt bei Covid-19 verkürzen.

Zu der Frage, ob durch die Vereinbarung die Versorgung mit dem Wirkstoff in Europa gefährdet sei, wollte sich ein Gilead-Sprecher auf Anfrage nicht äußern. Pharma-Experte Andrew Hill von der britischen Universität Liverpool sagte laut „Guardian“: „Sie (die USA) haben Zugriff auf einen Großteil des Medikaments, also bleibt nichts für Europa.“

Gilead vereinbarte nach eigenen Angaben mit der US-Regierung, dass nicht zugeteilte Teile der Produktion „für andere Verwendungszwecke, auch für Länder außerhalb der Vereinigten Staaten, bereitgestellt werden können“. Dazu werde man die Bedarfsmeldungen der Krankenhäuser engmaschig beobachten und alle zwei Wochen evaluieren, hieß es weiter. (dpa)

Türkei kritisiert Aufrechterhaltung von EU-Einreisebeschränkungen

Ankara hat die Aufrechterhaltung der Einreisebeschränkungen aus der Türkei in die Europäische Union kritisiert. Man sei "enttäuscht" darüber, dass die EU die Türkei nicht in die Liste der Länder aufgenommen habe, aus denen Menschen ab diesen Mittwoch wieder einreisen dürften, teilte der Sprecher des Außenministerium in Ankara, Hami Aksoy, am Mittwoch mit. Die Türkei erwarte, dass dieser „Irrtum“ sobald wie möglich aufgehoben wird.

Für die Türkei gilt wegen der Corona-Krise zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Ankara dringt auf deren Aufhebung und wirbt sei langem um deutsche Touristen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy reisen am Donnerstag nach Berlin. Nach Angaben türkischer Medien wollen die beiden Minister mit der Bundesregierung über das Thema Reisewarnung sprechen. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Türkei. (dpa)

Verband: In Brandenburg wieder Fußball möglich - In Berlin nicht

In Brandenburg darf wieder Fußball gespielt werden. „Mannschafts- und andere Kontaktsportarten unter freiem Himmel sind nun auch für Erwachsene ohne Abstand möglich“, erklärte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport auf eine Anfrage des Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB). Zuvor war schon der Jugendfußball freigegeben worden.

Damit sind nach der Corona-Pause Training und Wettkampf, also auch Freundschaftsspiele und Turniere, ab sofort in allen Ligen und im Freizeitbereich wieder möglich. In Duschen, Waschräumen und Umkleideräumen sei jedoch strikt das Abstandsgebot einzuhalten, heißt es auf der Facebook-Seite des FLB. Auch auf der Trainerbank und außerhalb des Spielfeldes muss Abstand gehalten werden. Nur die reine Sportausübung ist vom Abstandsgebot befreit.

Dagegen wartet der Amateur- und Jugendfußball in Berlin weiter auf den Re-Start. Auch in der neuen Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats wird weiterhin ausnahmslos nur kontaktloser Sport erlaubt. „Die BFV-Geschäftsführung befindet sich in intensiven Gesprächen mit den höchsten Stellen der Berliner Landespolitik“, teilte der Berliner Fußball-Verband (BFV) mit, „um eine möglichst zeitnahe Wiederaufnahme des regulären Trainings- und auch Wettkampfbetriebs umsetzen zu können“.

Jugendarbeitslosigkeit: EU-Kommission will in der Krise gegensteuern

In der Corona-Krise will die EU-Kommission 22 Milliarden Euro gegen einen befürchteten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit mobilisieren. Dazu präsentierte die Brüsseler Behörde am Mittwoch Vorschläge an die EU-Staaten. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union war unter großen Mühen seit 2013 von 24,4 auf 14,9 Prozent gedrückt worden, lag damit aber immer noch doppelt so hoch wie die von Erwachsenen. Nach Beginn der Pandemie stieg die Quote im April bereits auf 15,4 Prozent. Befürchtet wird ein starker Anstieg in den nächsten Monaten.

Gegensteuern will die EU-Kommission mit der Ausweitung der sogenannten Jugendgarantie. Diese gilt seit 2013 und verspricht Jugendlichen binnen vier Monaten ein Angebot - sei es ein Job, ein Ausbildungsplatz oder ein Praktikum. 24 Millionen jungen Leuten sei schon geholfen worden, erklärt die Kommission. Nun soll die Altersgruppe erweitert werden auf 15- bis 29-Jährige - bisher lag die Altersgrenze bei 25 - und auf besonders hilfsbedürfte Personengruppen, etwa junge Leute mit Behinderungen oder Angehörige von Minderheiten. Darüber hinaus will die Kommission die Ausbildung in Berufsschulen und in Lehrberufen stärken.

Die Vorschläge sind allerdings alle als Vorschläge an die 27 Mitgliedsstaaten formuliert, die sie zunächst als gemeinsame Linie akzeptieren und dann umsetzen müssten. Die genannten 22 Milliarden Euro sollen aus dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen sowie dem Corona-Wiederaufbauprogramm fließen. Beides ist jedoch noch nicht beschlossen und vorerst heftig umstritten. (dpa)

Flugpersonal fühlt sich bei Corona-Hilfen vernachlässigt

Die Beschäftigten zahlreicher deutscher Luftverkehrsunternehmen fühlen sich bei den Staatshilfen für die Airline-Branche vernachlässigt. Trotz der Milliarden-Rettungspakete für Lufthansa und TUI in der Corona-Krise müssten die Beschäftigten um ihre Zukunft bangen, heißt es in einem Aufruf der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo zu einer Demonstration an diesem Donnerstag (2. Juli) in Berlin. Betroffen von Schließungsplänen sind zunächst die Beschäftigten der Lufthansa-Beteiligungen Germanwings und Sunexpress Deutschland, der LGW und der Tuifly. Der Protest steht unter dem Motto „Ihr fliegt in den Urlaub - Wir fliegen raus“. (dpa)

Druckereien kämpfen trotz Corona-Lockerungen mit Auftragsrückgängen

Viele Druckereien für Werbeerzeugnisse in Deutschland verzeichnen trotz Corona-Lockerungen weiterhin viele Auftragsrückgänge. In einer Befragung von knapp 500 Unternehmen der Druck- und Medienbranche gaben 95 Prozent im Juni an, von Rückgängen und Stornierungen betroffen zu sein, wie der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) in Berlin am Mittwoch mitteilte.

Am stärksten betroffen seien Druckereien, die sich auf den Markt der Werbebranche konzentrieren. Das sind zum Beispiel Produkte wie Ausstellungskataloge über Flyer bis hin zu Konzertkarten. Der Verband repräsentiert auch Verlagsdruckereien für Medienerzeugnisse. Dort seien die Einbrüche deutlich geringer, hieß es. (dpa)

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt weiter

Im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Gütersloh ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erneut gesunken. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz derzeit 78,0. Am Vortag lag dieser Wert bei 86,0, am Dienstag vergangener Woche noch bei 270,2.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Der Lockdown im Kreis Gütersloh gilt noch bis zum 7. Juli. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) des Landes Nordrhein-Westfalen hatte am Montag die entsprechenden Einschränkungen für den gesamten Kreis zwar bestätigt, die Landesregierung aber ermahnt, die Gültigkeit auch vor Ablauf ständig zu überprüfen.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage schon am Freitag unter den Grenzwert von 50 gefallen. Der regionale Lockdown wurde daraufhin beendet. Am Mittwoch sank der Wert auf 12,9. (dpa)

Peking hebt Corona-Ausgangssperre für mehrere Viertel auf

Peking hat die zur Eindämmung eines erneuten Corona-Ausbruchs verhängten Ausgangssperren in einigen Wohnvierteln wieder aufgehoben. In fünf Wohnanlagen der chinesischen Hauptstadt sei die Sperre beendet worden, berichtete das staatliche Medienportal „China News“. Am Mittwoch seien nur drei neue Corona-Infektionen in Peking registriert worden.

Um einen neuen Ausbruch des Coronavirus einzudämmen, hatte die Pekinger Stadtverwaltung Mitte Juni Ausgangssperren über dutzende Wohnviertel verhängt. Nachdem in fünf Wohnanlagen des stark betroffenen Bezirks Fengtai keine Neuinfektionen verzeichnet wurden, lockerte die Stadt die Maßnahmen für diese Gebiete nun, berichtete das Staatsmedium. In sieben weiteren Gegenden in Peking war die Ausgangssperre bereits am Freitag aufgehoben worden.

Die Mehrheit der neuen Corona-Fälle in Peking wurde mit dem Xinfadi-Markt in Verbindung gebracht. Er liefert rund 80 Prozent von Pekings frischen Produkten und Fleisch. Seine Schließung wegen des Corona-Ausbruchs löste Besorgnis über die Lebensmittelsicherheit der chinesischen Haupstadt aus. (AFP)

Airbus will Tausende Jobs in Deutschland streichen - Sorge in Hamburg

Der Flugzeugbauer Airbus streicht Tausende Stellen in Deutschland - offen ist dabei, wie stark der Standort Hamburg betroffen ist. Das sei noch Gegenstand von Diskussionen mit den Sozialpartnern, sagte ein Airbus-Sprecher am Mittwoch in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Nach Informationen von NDR 90,3 steht im Werk Finkenwerder mehr als jeder sechste Job auf der Kippe.

Insgesamt sollen in Deutschland 5100 Stellen wegfallen. Der Konzern hat betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Weltweit will Airbus wegen der Corona-Krise 15.000 Stellen streichen. Arbeitnehmervertreter schlagen Alarm - sie befürchten einen Kahlschlag. Airbus-Chef Guillaume Faury betonte, man habe derartige Maßnahmen vermeiden wollen, müsse nun aber der Realität ins Auge sehen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden.

Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46 000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten - etwa in Hamburg-Finkenwerder, Stade oder Bremen. In der Verkehrsflugzeugsparte arbeiten demnach mehr als 28.000 Menschen. (dpa)

Scholz mahnt Unternehmen zur Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung an Kunden

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Unternehmen gemahnt, die am Mittwoch in Kraft getretene Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weiterzugeben. Preissenkungen seien nun eine „moralische Verpflichtung“, sagte Scholz am Mittwoch der „Bild“-Zeitung. Sollten die Steuersenkungen nicht flächendeckend zu Preissenkungen führen, würden sich dies auch die Kunden „nicht gefallen lassen“.

Es seien immerhin 20 Milliarden Euro, „die wir als Steuerzahler dafür in die Hand nehmen, damit das mit der Wirtschaft insgesamt gut funktioniert“, sagte der Minister. Wenn alle darauf warteten, was die anderen machten, belebe sich die Wirtschaft nicht - dann könne die wirtschaftliche Lage auf lange Zeit schlecht bleiben. „Das wollen wir durchbrechen, und darum muss auch jeder mitmachen“, forderte Scholz.

Das Konjunkturpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Corona-Folgen sieht vor, dass der Mehrwertsteuersteuersatz für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent sinkt. Der ermäßigte Steuersatz verringert sich von sieben auf fünf Prozent. Finanzminister Scholz zeigte sich überzeugt, dass die Mehrwertsteuer Anfang kommenden Jahres wieder angehoben wird: „Ich bin ganz sicher, dass es genau so erfolgen wird“. (AFP)

Stimmung in Japans Industrie wegen Corona-Pandemie tief im Keller

In der japanischen Großindustrie hat sich die Stimmung wegen der globalen Corona-Pandemie noch deutlicher verschlechtert als erwartet. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Quartalsumfrage ("Tankan") der Notenbank unter rund 10 000 Unternehmen des Landes hervorgeht, sank der darin ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionsunternehmen im zweiten Quartal auf minus 34, nach minus 8 im ersten Quartal. Das ist der tiefste Stand seit Juni 2009. Ein negativer Index bedeutet, dass die Pessimisten in der Mehrheit sind. Die Verschlechterung der Stimmung fiel dabei noch deutlicher aus als von Ökonomen erwartet. Im Vorquartal war der Index erstmals seit Jahren ins Negative gerutscht.

Wegen der globalen Pandemie war die Industrieproduktion der Nummer drei der Weltwirtschaft eingebrochen, so auch in der wichtigen Automobilindustrie. Bei den führenden Autobauern des Landes schrumpfte der Ausstoß im Inland im Mai in Folge vorübergehender Stilllegung der Bänder und der schwachen Nachfrage um 61,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so stark wie nie zuvor. Unter dem Einbruch hatten auch die Zulieferfirmen der Autobauer zu leiden.

Der von der Bank of Japan alle drei Monate erstellte Bericht ist eine Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Japan rutschte im ersten Quartal in eine Rezession, für das zweite Quartal wurde mit einem noch deutlicheren Konjunktureinbruch gerechnet. Erst in der zweiten Hälfte des Jahres rechnen Ökonomen damit, dass es mit Japan wieder etwas aufwärts geht.

Doch erwarten die Unternehmen keinen rasanten Aufschwung, die Grundstimmung bleibt vorerst pessimistisch. So dürfte der Stimmungsindex der Großindustrie nur leicht auf minus 27 steigen, wie die Bank of Japan bekanntgab. Viele Konzerne blieben vorsichtig angesichts Sorgen vor einer möglichen zweiten Corona-Infektionswelle. (AFP)

Krisen-Hilfe: Bulgarien halbiert Mehrwertsteuer für Gastronomie

Für Bulgariens Gastronomie gilt seit 1. Juli ein halbierter Mehrwertsteuersatz von neun Prozent. Die Neuregelung ist als eine Unterstützung der wegen Corona angeschlagenen Branche gedacht. Die Hauptsteuerbehörde in Sofia geht davon aus, dass die Herabsetzung des bisherigen Satzes von 20 Prozent die Kundenpreise kaum verringern werde, wie ein Sprecher im Staatsradio am Mittwoch erläuterte. Auch für Babynahrung und -windeln sowie für Bücher gilt ab Mittwoch ein ebenso auf neun Prozent gesenkter Satz. Supermärkte kündigten bereits niedrigere Preise für diese Waren an.

Die Krisen-Maßnahme soll bis Ende 2021 in Kraft bleiben. Für Speisen und Getränke zum Mitnehmen und für Lieferservice gibt es aber keinen niedrigeren Steuersatz. Auch für Spirituosen, Bier und Wein, die in Restaurants serviert werden, soll der Satz unverändert bei 20 Prozent bleiben.

+++ 30. Juni +++

Coronavirus: Derzeit 8242 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 8242 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mitteilte. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

4036 Personen davon sind männlich, 4201 weiblich. Bei fünf Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 106 Personen, davon werden 33 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

214 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die verstorbenen Patienten staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 23 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 59 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 81 waren 80 bis 89 Jahre alt und 36 verstorbene Patienten waren 90 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 81 Jahren. (BLZ)

498 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 30.06., 0.00 Uhr).

8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, auf 0,63 (Vortag: 0,71). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Drei neue Corona-Fälle in Brandenburg

In Brandenburg sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei Corona-Neuinfektionen nachgewiesen worden. Von Montag zu Dienstag sei der Stand von 3451 infizierten Menschen gleich geblieben, da drei Fälle als Korrektur im Kreis Märkisch-Oderland abgezogen wurden, teilte das Ministerium mit Stand 8.00 Uhr mit. Von Sonntag zu Montag war kein neuer bestätigter Fall hinzugekommen. Derzeit sind demnach rund 120 Menschen an Covid-19 erkrankt, zwölf Menschen werden deshalb im Krankenhaus behandelt, zwei davon intensivmedizinisch beatmet. Etwa 3160 Menschen gelten als genesen von der Coronavirus-Krankheit. Das sind zehn mehr im Vergleich zum Vortag. Seit März kamen in Brandenburg 171 Corona-Patienten ums Leben. (dpa)

UN: Pandemie erhöht Risiko der Genitalverstümmelung für Millionen

Die Coronavirus-Pandemie macht einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge Fortschritte beim Kampf gegen Kinderehen und Genitalverstümmelungen zunichte. Wenn die dagegen ankämpfenden Projekte noch weitere Monate brach lägen, könnten im kommenden Jahrzehnt rund 13 Millionen Mädchen zusätzlich zwangsverheiratet werden und 2 Millionen Mädchen zusätzlich zur Genitalverstümmelung gezwungen werden, hieß es in einem am Dienstag vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in New York veröffentlichten Bericht.

Bereits in diesem Jahr würden wohl rund 4,1 Millionen Mädchen weltweit zur Genitalverstümmelung und rund 33 000 Mädchen unter 18 in die Ehe gezwungen, hieß es weiter. „Die schädliche Behandlung von Mädchen bringt tiefgreifende und anhaltende Traumatisierung mit sich und raubt ihnen das Recht, ihr volles Potenzial zu erreichen“, sagte UNFPA-Chefin Natalia Kanem. „Wir müssen das Problem an der Wurzel angehen, vor allem geschlechterdiskriminierende Regeln.“ (dpa)

Biden verzichtet wegen Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte

Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden will wegen der Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte vor großem Publikum verzichteten. Er werde dem Rat der Ärzte folgen und keine solchen Veranstaltungen abhalten, sagte der US-Demokrat am Dienstag vor Journalisten in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Der frühere Vizepräsident grenzt sich damit von Amtsinhaber Donald Trump ab, der nach dreimonatiger Coronavirus-Pause kürzlich trotz aller Warnungen seine Wahlkampfveranstaltungen wieder aufgenommen hatte.

„Dies ist wohl der ungewöhnlichste Wahlkampf in der jüngeren US-Geschichte“, sagte Biden. Er selbst habe sich noch nicht auf das neuartige Coronavirus testen lassen, fügte der 77-Jährige hinzu.

In den USA wurden bereits mehr als 2,6 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 126.000 Todesfälle bestätigt. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen der Welt. (AFP)

VW beendet Corona-Kurzarbeit in deutschen Werken

Volkswagen will ab Mittwoch die coronabedingte Kurzarbeit in seinen deutschen Werken vorerst beenden. Dies gelte für die Standorte in Braunschweig, Chemnitz, Emden, Hannover, Kassel, Osnabrück, Salzgitter und Wolfsburg, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In Dresden und Zwickau war bereits vor längerer Zeit die Kurzarbeit beendet worden. Durch die Öffnung der Autohäuser und die Angebote zur Verkaufsförderung habe sich die Auftragslage zuletzt positiv entwickelt, begründete der Konzern die Entscheidung.

"Da eine Einschätzung der weiteren Entwicklung der Situation jedoch schwierig bleibt, beobachten wir diese weiterhin sehr genau, um bedarfsgerecht reagieren zu können", erklärte der VW-Manager Arne Meiswinkel. Die Auslastung der deutschen Werke der Marke Volkswagen liegt nach Konzernangaben derzeit zwischen 75 und 95 Prozent verglichen mit dem Produktionsniveau vor der Corona-Pandemie.

Auch beim Autobauer BMW sank der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit. Während im April und Mai über 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit waren, seien dies im Juni insgesamt nur noch etwa 4000 Beschäftigte. (AFP)

Verbraucherschützer fordern Verlängerung für Corona-Mieterschutz

Die Verbraucherzentralen fordern, dass Mieter länger vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise geschützt werden. Viele Verbraucher seien auch weiterhin stark belastet, sagte der Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Klaus Müller, dem „Handelsblatt“. Es sei wichtig, für existenzielle Krisen „Überbrückungsmöglichkeiten“ zu bieten. „Nötig ist daher eine zeitnahe Verlängerung der Moratorien für Kredite, Miet- und Energiezahlungen“, forderte Müller. Diese Moratorien sollten am Dienstag auslaufen.

Der Bundestag hatte zur Abmilderung der Pandemie-Folgen beschlossen, dass Mietern vom 1. April bis zum 30. Juni nicht gekündigt werden darf, wenn sie wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können. Auch bei privaten Krediten und Rechnungen für Strom oder Gas ist für diesen Zeitraum ein Zahlungsaufschub möglich.

Zuletzt hatten Union und SPD über eine Verlängerung gestritten. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) wollte die Erleichterungen bis Ende September ausdehnen, die Union stemmte sich dagegen. Bis Dienstagnachmittag war kein Kompromiss gefunden. Am Donnerstag soll im Bundestag über das Thema debattiert werden. (dpa)

Umfrage: Mehr Konflikte und mehr Belastung in häuslicher Pflege

Menschen, die Angehörige häuslich pflegen, sind durch die Corona-Krise stark belastet. Rund jeder Vierte (23 Prozent) hat laut einer Umfrage Sorge, die häusliche Pflege wegen dieser Situation nicht mehr zu schaffen.

Ähnlich viele (24 Prozent) gaben an, dass sie mehr emotional belastende Konflikte mit der pflegebedürftigen Person haben als vorher. Schöne Momente hätten dagegen abgenommen, gaben 23 Prozent an. Immerhin 12 Prozent berichteten aber auch das Gegenteil, für knapp zwei Drittel (64 Prozent) hat sich in dem Punkt nichts verändert.

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und die Charité-Universitätsmedizin Berlin haben die Befragung zwischen Ende April und Anfang Mai durchgeführt - zu einem Zeitpunkt also, als etwa die Kontaktbeschränkungen strenger waren als im Moment.

Umfrage: Medienkonsum in der Corona-Krise in Deutschland deutlich gestiegen 

Die Mediennutzung in Deutschland ist in der Corona-Krise einer Umfrage für den Bundesverband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) zufolge „stark gestiegen“. 65 Prozent oder zwei Drittel der Menschen über 16 Jahren informierten sich dabei mindestens einmal täglich über Nachrichten von landesweiter Bedeutung, teilte der BDZV am Dienstag in Berlin mit. Vergleichswerte oder die Höhe des Anstiegs wurden nicht genannt.

Eine „vertrauenswürdige Quelle“ sei den Menschen beim Konsum von Nachrichten am wichtigsten, erklärte der Branchenverband weiter. Die Umfrage erfolgte durch das Datenanalyse-Unternehmen Nielsen Ende April und Anfang Mai. Befragt wurden 1000 Menschen im Alter von 16 bis 69 Jahre. Die Ergebnisse seien repräsentativ, hieß es. (AFP)

Bürgermeister Müller erwartet auch für Berlin kostenlose Corona-Tests für alle

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) geht davon aus, dass es in Berlin kostenlose Coronavirus-Tests für alle geben wird. „Ich glaube, wir werden auch sehr bald diesen bayerischen Weg einschlagen“, sagte er am Montagabend im Fernsehsender ntv. Wenn ein Bundesland so anfange und viele andere „schon eine Teststrategie haben, dann wird das eine Welle“, sagte der SPD-Politiker weiter.

Dann würden die Tests günstiger, sagte Müller. Bald werde es für „viele Menschen ganz unproblematisch sein, sich testen lassen zu können“. Berlin mache die Tests bislang schrittweise. Symptom- und anlasslos testen lassen können sich bislang einige Mitarbeiter in Kitas und Schulen, wobei das im Sommer auf alle dort Beschäftigten und andere Bereiche ausgeweitet werden soll.

Bayern hatte am Wochenende angekündigt, dass sich zeitnah jeder Bürger auch ohne Symptome auf das Coronavirus testen lassen kann. Kritik an dem Vorstoß kam von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der ein systematisches Vorgehen anmahnte. (AFP)

Sachsen-Anhalt schafft Kontaktverbot ab - größere Feiern ab August

Das Kontaktverbot in Sachsen-Anhalt läuft zum Donnerstag nach mehr als drei Monaten aus und wird durch eine Empfehlung ersetzt. In der siebten Landesverordnung zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus, die das Landeskabinett am Dienstag in Magdeburg beschloss, wird empfohlen, sich mit nicht mehr als zehn Personen aufzuhalten, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag sagte. Außerdem empfiehlt die Landesregierung, den Personenkreis, zu dem ein physisch-sozialer Kontakt besteht, möglichst konstant zu halten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte allerdings, dass es sich um eine dringende Empfehlung handele. Vom 1. zum 2. Juli, wenn die neue Verordnung in Kraft tritt, ändere sich ja nichts an der Ansteckungsgefahr. Der Wechsel vom Verbot zur Empfehlung sei auch ein Vertrauensvorschuss an die Bevölkerung. In einem Monat will die Regierung die neue Verordnung, die bis zum 16. September gelten soll, bewerten und gegebenenfalls nachschärfen.

Mit der neuen Verordnung setzt die Landesregierung mehrere Lockerungen um, Verbote werden immer mehr zur Ausnahme. So bleiben etwa Diskotheken und Bordelle geschlossen. Großveranstaltungen sollen weiterhin bis mindestens 31. Oktober untersagt bleiben. Grundsätzlich verboten sind außerdem Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen. (dpa)

Corona-Gnadenerlass: Berlin erlässt einen Teil von Strafen

Mit einem Corona-Gnadenerlass wird in Berlin jetzt Menschen die Haft erspart, die eigentlich eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen müssten. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sagte am Dienstag, „über den dicken Daumen gerechnet“, könnten etwa 1000 Verurteilte davon profitieren. Ausgenommen seien aber Verurteilte wegen Sexual- und Gewaltstraftaten sowie Hassverbrecher.

Bereits Mitte März war wegen der Corona-Ansteckungsgefahr der Haftantritt für Täter ausgesetzt worden, die wegen nicht gezahlter Geldstrafen hinter Gitter müssten. Zunächst sollte der Aufschub für vier Monate bis Mitte Juli gelten, nun wird die Strafe erlassen. Dies gelte etwa für Betroffene mit Geldstrafen bis zu 40 Tagessätzen oder für Verurteilte, die älter als 60 Jahre alt sind sowie Menschen, die von 90 Tagessätzen bereits die Hälfte abgegolten haben.

So genannte Ersatzfreiheitsstrafen werden vom Gericht verhängt, wenn etwa notorische Schwarzfahrer oder Ladendiebe zu einer Geldstrafe verurteilt wurden, diese aber nicht zahlen wollen oder können. „Ersatzfreiheitsstrafer“ bleiben laut Justiz sonst im Schnitt 30 Tage im Gefängnis. Senator Behrendt sagte, der Strafvollzug sei „bisher durchaus erfolgreich“ durch die Corona-Krise gekommen. Im geschlossenen Strafvollzug haben es keinen einzigen Infizierten gegeben, im offenen Vollzug zwei Fälle. (dpa)

Hamburg lässt wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern zu

In Hamburg sind ab Mittwoch unter Auflagen wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern im Freien und 650 Teilnehmern in geschlossenen Räumen zulässig. Das sieht eine am Dienstag vom Senat beschlossene neue Corona-Eindämmungsverordnung vor. Voraussetzung seien entsprechende Schutzkonzepte etwa für das Rein- und Rauskommen, feste Sitzplätze und die Möglichkeit der Kontaktverfolgung. Ohne feste Platzvergabe sind im Freien maximal 200 und in Räumen 100 Personen zulässig. Wird Alkohol ausgeschenkt, muss die Teilnehmerzahl jeweils halbiert werden. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben demnach weiter untersagt.

Im privaten Rahmen könnten künftig wieder bis zu 25 Personen zu Feiern zusammenkommen, egal aus wie vielen Haushalten, sagte Gesundheitsstaatsrätin Melanie Schlotzhauer. Treffen in der Öffentlichkeit seien auf zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten begrenzt. Bislang galt eine Beschränkung auf zwei Haushalte.

Musikclubs, Diskotheken, Bordelle, Saunas und andere Betriebe, in denen es zu besonderer körperlicher Nähe komme, müssten auch weiterhin geschlossen bleiben. Die Masken-Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel bleibt bestehen. (dpa)

Corona-Ausgangssperre in Teilen von Melbourne bis Ende Juli verhängt

Wegen einer Reihe von Corona-Neuinfektionen ist für hunderttausende Einwohner von Melbourne eine Ausgangssperre verhängt worden. Die Bewohner von mehr als 30 Wohnvierteln der australischen Metropole sollten ab Mitternacht bis zum 29. Juli ihre Häuser möglichst nicht verlassen, sagte der Regierungschef des südlichen Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Dienstag. Betroffen von den Ausgangsbeschränungen sind demnach mehr als 300.000 der rund fünf Millionen Einwohner von Melbourne. Die zweitgrößte Stadt Australiens hat mit einem Anstieg der Corona-Infektionen zu kämpfen. Der Bundesstaat Victoria registrierte seit Donnerstag 233 Neuinfektionen, die meisten davon in Melbourne.

Auch viele Geschäfte müssen nun nur wenige Wochen nach dem Ende des Corona-Lockdown wieder schließen. Darüber hinaus hat Andrews nach eigenen Angaben den australischen Premierminister Scott Morrison darum gebeten, internationale Flüge mit dem Ziel Melbourne auf andere Flughäfen zu verteilen. Schließlich habe sich gezeigt, dass "eine beträchtliche Anzahl" der neuen Fälle im Zusammenhang mit Personal von Hotels stehe, in denen aus dem Ausland kommende Australier untergebracht sind, sagte Victorias Regierungschef.

Bislang verzeichnete Australien rund 7.800 Corona-Infektionen, 104 Infizierte starben. In einigen Regionen des Landes gibt es Schätzungen zufolge zur Zeit gar keine Infizierten mehr. (AFP)

Ifo: Zahl der Kurzarbeiter sinkt - Entspannung im Gastgewerbe

In Deutschland ist die Zahl der Kurzarbeiter nach Berechnungen des Ifo-Instituts im Juni gesunken. Nach 7,3 Millionen Kurzarbeitern im Mai seien es im Juni noch 6,7 Millionen gewesen, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Der Anteil an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sei damit von zuvor 22 Prozent auf nur noch 20 Prozent geschrumpft. Die Berechnung basiert auf den Ergebnissen von Unternehmensbefragungen des Münchener Forschungsinstituts.

„Der Rückgang ist recht zögerlich, und in einigen Branchen nimmt die Kurzarbeit sogar noch zu“, sagt Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Nach der Ifo-Schätzung erhöhte sich die Zahl der Kurzarbeiter in der Industrie von 2,2 Millionen auf 2,3 Millionen Menschen und damit von 31 auf 33 Prozent der Beschäftigten in den Industriebetrieben.

In der Autobranche stieg die Zahl der Kurzarbeiter laut Ifo-Berechnungen leicht von 513.000 auf 516.000, der Anteil blieb bei 46 Prozent. Im Maschinenbau nahm die Zahl von 316.000 auf 354.000 zu, der Anteil wuchs von 29 auf 33 Prozent. Eine Verbesserung der Lage zeigte sich hingegen im Gastgewerbe. Hier sank die Zahl der Kurzarbeiter laut Ifo-Berechnungen von 796.000 auf 672.000. Allerdings liegt der Anteil der Kurzarbeiter im Gastgewerbe immer noch bei 61 Prozent sind nach 72 Prozent im Mai. (dpa)

Laschet bestätigt angebliche Landesbürgschaft für Schalke nicht

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) keine Entscheidung über eine Bürgschaft für den FC Schalke 04 getroffen. Er könne Berichte über öffentliche Hilfen für den finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten in Höhe von 40 Millionen Euro nicht bestätigen, sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf.

Generell habe es seit 1995 allerdings unter jeder Landesregierung Bürgschaften für Fußball- und Sportvereine gegeben. Allerdings seien solche Anträge grundsätzlich strikt vertraulich zu behandeln und zu prüfen. Öffentliche Spekulationen verböten sich. „Es wird mit Sicherheit keine Lex Schalke geben“, sagte Laschet.

Der Bundesliga-Zwölfte hatte für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Die durch die Coronakrise verursachten Einnahmenverluste bereiteten zusätzliche finanzielle Probleme. Zudem verpasste der Club nach zuletzt 16 Spielen ohne Sieg die Qualifikation für einen lukrativen europäischen Wettbewerb. (dpa)

Mehrere US-Bundesstaaten führen Corona-Beschränkungen wieder ein

Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Corona-Auflagen auf die Bremse. So müssen etwa in Arizona Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen. Der Gouverneur des südwestlichen US-Bundesstaates, Douglas Ducey, erklärte am Montag (Ortszeit), auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten - und das nur eine Woche nach einem großen Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Arizona.

Duceys Anordnung gilt zunächst bis Ende Juli. „Wir gehen davon aus, dass sich unsere Zahlen verschlechtern werden“, sagte der Gouverneur laut US-Medien bei einer Pressekonferenz. In dem Bundesstaat mit gut sieben Millionen Einwohnern gibt es bislang rund 75.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen schnell angestiegen - genauso wie in den südlichen Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida.

Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien daher im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag (4. Juli) abgesagt.

Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben. In der Stadt Jacksonville, wo die US-Republikaner im August ihren Parteitag abhalten wollen, sollen nun in öffentlichen Gebäuden, in denen Abstandsvorgaben nicht eingehalten werden können, Masken getragen werden. Trumps Republikaner hatten ihren Parteitag wegen zu strenger Corona-Auflagen in North Carolina zum Teil nach Florida verlegt.

Der Bundesstaat Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. Gouverneur Steve Sisolak appellierte an die Bürger, in der Öffentlichkeit weiter eine Maske zu tragen und sich an den empfohlenen Sicherheitsabstand zu halten. Der Bundesstaat New Jersey verschob die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen. In Texas wurde zuletzt eine Schließung von Bars angeordnet. Auch andere Bundesstaaten kündigten an, Lockerungen bei den Corona-Auflagen wieder rückgängig zu machen. (dpa)

+++ 29. Juni +++

Berliner Corona-Ampel bleibt grün: 8219 bestätigte Infektionen

Zu Wochenbeginn ist die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin um 44 auf 8219 angewachsen - am Vortag hatte die Zunahme 8 Fälle betragen. In den Krankenhäusern würden gegenwärtig 123 Patienten isoliert behandelt, davon 31 auf der Intensivstation, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Montagabend mit.

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben bisher 214 Menschen, einer mehr als an den vergangenen Tagen seit Freitag. Dabei stellen die über 80-Jährigen mit 117 Toten die bei weitem größte Altersgruppe. 7272 Erkrankte gelten inzwischen als genesen.

Die von der Gesundheitsverwaltung als Gradmesser für die Pandemie gebrauchte Ampel mit ihren drei Indikatoren blieb am Montag durchgehend grün. Die Reproduktionszahl (R-Wert) stieg allerdings mit 0,61 im Vergleich zu den Vortagen weiter an (Sonntag: 0,57). Sie gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an und sollte möglichst unter 1,1 liegen.

Ebenfalls klar im grünen Bereich blieb die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl (8,91) und der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden (2,4 Prozent). Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. Unter den zwölf Bezirken liegt weiter Mitte mit 1188 bestätigten Fällen an der Spitze, gefolgt von Neukölln (1011) und Charlottenburg-Wilmersdorf (842). (dpa)

Corona-Pandemie: Hersteller setzt Preis für Remdesivir

In der Coronavirus-Pandemie hat das US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences den Preis für den Wirkstoff Remdesivir für den US-Markt festgelegt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2340 Dollar (etwa 2000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O'Day am Montag in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Die USA hatten bereits Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Auch in Deutschland war das Mittel bislang schon innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet. Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Coronavirus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie. (dpa)

Kalayci: Mehr jüngere Menschen infizieren sich mit Corona

Unter den Corona-Neuinfizierten in Berlin steigt der Anteil jüngerer Menschen. Das gab Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt. „Bei den Neuinfizierten beobachten wir, dass im Durchschnitt weniger Ältere betroffen sind, stärker im Bereich Altersgruppe Kinder und deren Eltern, aber auch Jugendliche“, sagte die SPD-Politikerin. Der Altersdurchschnitt der Neuinfizierten liegt nach ihren Angaben aktuell bei etwa 40 Jahren, dieser Wert sinke bereits seit einiger Zeit. Im Bundesdurschnitt sind Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, laut Kalayci 49 Jahre alt.

Kalayci machte deutlich, dass sich die Corona-Lage in Berlin nach einem starken Anstieg der Neuinfektionen in zwei Häuserkomplexen in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg inzwischen wieder etwas positiver darstelle. Zuletzt sei die Zahl neuer Infektionen wieder moderat zurückgegangen. Die beiden größeren Corona-Ausbrüche in „Problemimmobilien“ mit einer Bewohnerschaft in beengten Wohn- und schwierigen sozialen Verhältnissen seien „eingrenzbar und lokalisierbar“ gewesen: „Wir sehen keine Streuung bei diesen Ereignissen.“ In Friedrichshain-Kreuzberg lag der Altersdurchschnitt der 54 positiv getesteten Hausbewohner laut Kalayci bei 19,5 Jahren.

Am Sonntag war die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin gegenüber dem Vortag um acht auf 8175 gestiegen. 7217 Menschen sind laut Gesundheitsverwaltung genesen und 745 aktuell krank. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben bisher 213 Menschen. (dpa)

Broadway-Theater in New York bleiben bis 2021 geschlossen

Im berühmtesten Theaterviertel der Welt bleiben wegen des Coronavirus in diesem Jahr die Lichter aus: Am New Yorker Broadway wurden am Montag alle Vorstellungen für den Rest des Jahres abgesagt. Bereits gekaufte Tickets bis zum 2. Januar würden erstattet oder umgetauscht, teilte der Branchenverband «The Broadway League» mit. Wegen der Pandemie waren von 12. März an alle Vorstellungen abgesagt worden.

Der Broadway mit seinen rund 40 Theaterstücken und Musicals zählt zu den wichtigsten Touristenmagneten der Millionenmetropole. Im Jahr 2019 wurden 14,7 Millionen Tickets für insgesamt knapp 1,8 Milliarden Dollar verkauft. Das entspricht in etwa dem Anderthalbfachen des Tickets-Umsatzes in allen deutschen Kinos. Zuvor hatte auch bereits das berühmte Konzerthaus Carnegie Hall angekündigt, dass es bis Anfang Januar 2021 keine Auftritte gebe. (dpa)

EU: Einreisebeschränkungen für Menschen aus Drittstaaten sollen bleiben

Die EU-Länder wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Menschen aus den USA und zahlreichen anderen Drittstaaten vorerst aufrechterhalten. Lediglich Menschen aus 14 Ländern sollen vom 1. Juli an wieder normal in einreisen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach Einleitung eines entsprechenden Beschlussverfahrens von EU-Diplomaten erfuhr.

Konkret sind das Algerien, Australien, Georgien, Japan, Kanada, Marokko, Montenegro, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. China soll nur dann berücksichtigt werden, wenn es im Gegenzug auch Einreisebeschränkungen für Europäer aufhebt.

Mit einer offiziellen Bekanntgabe des Beschlusses wird am Dienstag gerechnet. Dass die erforderliche Mehrheit der EU-Staaten zusammenkommt gilt als sicher, weil sonst das schriftliche Verfahren für den Beschluss nicht eingeleitet worden wäre. (dpa)

Laschet: Einschränkungen im Kreis Gütersloh eine Woche verlängert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte. (dpa)

Brandenburg zählt keine neuen Corona-Infektionen

In Brandenburg sind vorerst keine neuen bestätigten Corona-Infektionen hinzugekommen. Von Sonntag bis Montag sei der Stand von bisher 3451 Menschen, die seit März mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert wurden, gleich geblieben, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mit.

Derzeit sind rund 130 Menschen an Covid-19 erkrankt, davon werden neun Patienten im Krankenhaus behandelt. Etwa 3150 Menschen gelten als genesen. Von Samstag auf Sonntag waren drei bestätigte Neuinfektionen in Brandenburg hinzugekommen. Ein neuer Todesfall kam nicht hinzu, seit März kamen 171 Corona-Patienten ums Leben. (dpa)

IWF: Folgen von Corona in Afrika schlimmer als zuvor erwartet

Die Corona-Krise wird die afrikanischen Länder südlich der Sahara laut des Internationalen Währungsfonds noch härter wirtschaftlich treffen als zunächst erwartet. In diesem Jahr drohe der Region ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Leistung um 3,2 Prozent, nicht 1,6 Prozent, wie noch im April prognostiziert, teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Montag mit. Das Einkommen pro Kopf werde im Durchschnitt um sieben Prozent sinken.

Dies liegt demnach unter anderem an den strengen Corona-Maßnahmen, die viele Länder Afrikas verhängten und die teilweise verheerende wirtschaftliche Auswirkungen haben, etwa in Südafrika. Die meisten Länder haben inzwischen begonnen, die Maßnahmen wieder zu lockern - oft aus wirtschaftlichen Gründen. Zudem spielten eine stark gesunkene Nachfrage sowie die unterbrochenen Lieferketten und der globale Rückgang der Wirtschaftsleistung eine Rolle, hieß es.

Das Coronavirus erreichte Afrika recht spät und mit rund 383.000 Fällen hat der Kontinent weniger Infizierungen verzeichnet als andere Regionen der Welt. Allerdings beschleunigt sich inzwischen die Ausbreitung. Die meisten Fälle haben Südafrika, Ägypten, Nigeria und Ghana verzeichnet. Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC erwartet, dass die Pandemie erst im August oder September ihren Höhepunkt in Afrika erreichen wird. (dpa)

Gesundheitsminister Spahn kritisiert Bayern wegen Testoffensive

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die von Bayern angekündigten Corona-Tests für alle Bürger kritisiert. „Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend“, schrieb Spahn am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dies wiege in falscher Sicherheit, erhöhe das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belaste die vorhandene Testkapazität.

Spahn schrieb, „testen, testen, testen - aber gezielt“ sei die mit dem Robert-Koch-Institut entwickelte nationale Teststrategie. Dies beinhalte umfassendes präventives Testen im Gesundheitswesen und bei lokalen Ausbrüchen wie zuletzt in Gütersloh.

Bayern hatte am Wochenende angekündigt, dass sich zeitnah jeder Bürger auch ohne Symptome auf das Coronavirus testen lassen kann. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verteidigte diese Strategie im ZDF-„Morgenmagazin“, es gebe keine andere Möglichkeit für Sicherheit als zu testen. Bayern mache gezielte Serientests etwa in Pflege- und Erziehungsberufen - dies sei die Basis. Darüber hinaus solle es aber die breite Testmöglichkeit für alle Bürger in Bayern geben. (AFP)

Iran: Über 160 Corona-Tote an einem Tag

Im Iran sind alleine innerhalb von 24 Stunden über 160 Corona-Patienten gestorben. Das ist eine Rekordzahl und führte im Gesundheitsministerium zu ernsthaften Sorgen. Damit liege die Zahl der Toten aktuell bei 10.670 und die der Infizierten bei 225.205, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari am Montag im Staatsfernsehen.

Der erneute Anstieg der Fallzahlen geschah nach Ansicht von Experten wegen der Lockerungen in den letzten Wochen. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Infektionswelle Ende Mai, hatte die Regierung von Hassan Ruhani die Anti-Corona-Maßnahmen gelockert und fast allen Branchen die Arbeit wieder erlaubt. Mit den Lockerungen wurden auch die Menschen immer unvorsichtiger. Laut Gesundheitsministerium nehmen nur noch zehn Prozent der 82 Millionen Iraner die Hygienevorschriften ernst. (dpa)

Irische Pubs dürfen nach 15 Wochen Corona-Lockdown wieder öffnen

Nach rund 15 Wochen Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen in Irland seit Montag wieder Kneipen öffnen. Pubs, in denen Essen serviert wird, sowie Restaurants und Hotels nahmen im Zuge einer neuen Lockerungsphase wieder ihren Betrieb auf. Auch Kirchen, Friseurgeschäfte, Kinos sowie Museen durften wieder öffnen. Zudem wurden alle inländischen Reisebeschränkungen aufgehoben. In geschlossenen Räumen dürfen sich künftig 50 Menschen versammeln, im Freien bis zu 200.

Barbetreiber-Organisationen gingen davon aus, dass rund 2000 der insgesamt 7000 irischen Pubs, die seit Mitte März geschlossen waren, wieder ihren Betrieb aufnähmen. In den Bars gelten strenge Abstandsregeln: Die Gäste müssen an Tischen Platz nehmen und dürfen maximal 105 Minuten in den Lokalen verweilen.

In Irland starben nach offiziellen Angaben bislang mehr als 1700 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Angesichts eines Rückgangs der Totenzahlen seit Mitte April entschied die irische Regierung, die Lockerungsmaßnahmen früher als geplant umzusetzen. Nahezu alle verbleibenden Beschränkungen sollen nun im Juli und nicht erst im August aufgehoben werden. (AFP)

Höchste Zahl an Neuinfektionen in Tschechien seit Anfang April

Tschechien hat die höchste tägliche Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen seit Anfang April registriert. Am Sonntag wurden 305 bestätigte Erkrankungsfälle gemeldet, während es am Samstag noch 260 gewesen waren. Nach Einschätzung von Gesundheitsminister Adam Vojtech handelt es sich nicht um eine zweite Welle. Grund für den sprunghaften Anstieg sei ein lokaler Infektionsherd in der Industrieregion Mährisch-Schlesien, sagte der 33-Jährige am Montag. Dort finden derzeit Reihenuntersuchungen unter Bergleuten des staatlichen Steinkohleförderers OKD statt.

Während die Corona-Maßnahmen im Rest des Landes weiter gelockert werden, kommt es in der östlichen Region zu Verschärfungen. Unter anderem sind dort bis auf Widerruf nur Versammlungen von bis zu 100 Menschen zulässig. Zudem gilt die Mundschutzpflicht weiter, die im Rest des Landes ab dem 1. Juli bis auf wenige Ausnahmen entfällt. Als stabil schätzt das Gesundheitsministerium die Entwicklung in der Hauptstadt Prag ein, die bei Touristen wegen ihrer historischen Bausubstanz beliebt ist. In Tschechien wurden bisher 348 Todesfälle mit der Lungenkrankheit Covid-19 in Verbindung gebracht. (dpa)

Digitalwirtschaft sieht „Silberstreifen am Horizont“ in Corona-Krise

Die Digitalbranche in Deutschland sieht Lichtblicke in der Corona-Krise. Das geht aus dem Konjunkturbericht des Digitalverbandes Bitkom hervor, der am Montag in Berlin veröffentlicht wurde. Allerdings musste sich die Digitalwirtschaft auch vom ursprünglich ins Auge gefassten Wachstumsziel von plus 1,6 Prozent für das laufende Jahr verabschieden. Nun rechnet der Verband mit einem Umsatzrückgang von 3,3 Prozent auf 163,5 Milliarden Euro.

Über alle Branchen hinweg wird die Krise schmerzhafter ausfallen. Der Sachverständigenrat rechnete zuletzt mit einem Minus der Wirtschaftsleistung von 6,5 Prozent im laufenden Jahr. Der Bitkom geht auch davon aus, dass sich die Digitalbranche schnell erholt. 2021 werde der Digitalsektor um 2 Prozent auf 166,7 Milliarden Euro wachsen. „Die Hoffnungen sind groß, dass der Tiefpunkt der Coronakrise überwunden ist und der allgemeine Digitalisierungsschub die Branche auch wirklich wieder ankurbelt“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. (dpa)

Kalayci: Mehr Bedarf an Hilfsangeboten für Frauen wegen Gewalt

Im Zuge zunehmender Lockerungen in der Corona- Krise suchen mehr Frauen Hilfe wegen häuslicher Gewalt. Am Anfang der Pandemie sei die Nachfrage nach Hilfsangeboten weniger stark gestiegen, auch während der monatelangen Einschränkungen, berichtete Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. „Aber jetzt, wo die Lockerung da ist, mit etwas Zeitverzug, sehen wir tatsächlich, dass mehr und mehr unser Hilfesystem (...) stärker in Anspruch genommen wird.“ So sei die Zahl der Anrufe bei der sogenannten Big-Hotline, die Hilfe bei häuslicher Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder bietet, im Zeitraum 1. bis 21. Juni um 12 Prozent gestiegen.

Kalayci wies darauf hin, dass Berlin frühzeitig vorgesorgt habe und der Senat die Situation seit April „engmaschig“ beobachte, um gegebenenfalls neu reagieren zu können. Aktuell seien die Kapazitäten in Frauenhäusern, Zufluchtswohnungen und anderen Schutzräumen zu 78 Prozent ausgelastet. Ein Hotel, in dem zusätzlich 100 Schutzplätze geschaffen worden seien, sei mit mehr als 80 Frauen und Kindern belegt. Geplant sei, ein weiteres Stadthotel anzumieten und dort 145 zusätzliche Plätze zur Verfügung zu stellen. (dpa)

Große Unterschiede bei Kurzarbeit - Tourismusregionen stark betroffen

Kurzarbeit durch die Corona-Krise hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete getroffen. Das hat eine Analyse für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ergeben.

Insbesondere deutschen Städte und Kreise mit starker Autobranche wiesen hohe Quoten bei der angezeigten Kurzarbeit auf, heißt es in der Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung. So seien im März und April an den VW-Standorten Emden (56,0 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) für mehr als die Hälfte aller dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt worden. Der bundesweite Durchschnitt habe im April gut 31 Prozent betragen.

Kurzarbeit sei vor allem in Regionen mit unterdurchschnittlichen Beschäftigungsanteilen von Großbetrieben angezeigt worden. Die Krise habe „viele kleinere Betriebe hart getroffen und die haben schnell mit Kurzarbeit reagiert“, betonte WSI-Forscher Helge Emmler. Die Ergebnisse der Untersuchung wiesen damit auf einen bedarfsgerechten Einsatz der Kurzarbeit hin.

Die Forscher hatten Regionaldaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur angemeldeten Kurzarbeit ausgewertet. Diese Zahlen dürften deutlich höher sein als die der tatsächlich kurzarbeitenden Beschäftigten. Die Unternehmen hätten oft vorsorglich für größere Gruppen Kurzarbeit angemeldet. Regionale Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit würden erst in einigen Monaten vorliegen. (dpa)

250 Millionen für Biontech - Daten zu Covid-Impfstoff bald erwartet

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech bekommt unter anderem durch eine Investition von Singapurs Staatsfonds Temasek frisches Geld. Insgesamt bringe eine Privatplatzierung von Aktien bei Temasek und anderen Investoren 250 Millionen US-Dollar (222 Mio Euro), teilte Biontech am Montag in Mainz mit. Die Summe teile sich auf in rund 139 Millionen Dollar an Stammaktien sowie 112 Millionen Euro an vierjährigen Pflichtwandelanleihen. Der Abschluss der Investition sei für Anfang bis Mitte August geplant.

„Wir freuen uns, Temasek als neuen Aktionär an Bord begrüßen zu dürfen“, sagte Biontech-Mitbegründer und -Chef Ugur Sahin nach einer Mitteilung. Temasek zeichne sich durch einen langfristigen Investitionsansatz, globale Präsenz und Erfahrung in der Biotechnologie aus und passe daher gut zur Vision von Biontech, ein weltweit führendes biopharmazeutisches Unternehmen aufzubauen. Biontech ist an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert.

Wie viele andere Unternehmen sucht auch Biontech nach einem Impfstoff gegen die Lungenerkrankung Covid-19. Die Mainzer hatten Ende April als erstes Unternehmen in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut die Genehmigung erhalten, einen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen. Erste Ergebnisse werden Ende Juni oder Anfang Juli erwartet. (dpa)

Corona-Pandemie lässt Toyotas Produktion im Mai einbrechen

Bei Japans größtem Autobauer Toyota sind die globale Produktion und der Absatz im Mai wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Wie der Volkswagen-Rivale am Montag bekanntgab, sank der Ausstoß weltweit um 54,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 365 909 Fahrzeuge. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erfassung vergleichbarer Daten 2004.

Damit ist Toyotas Produktion seit nunmehr fünf Monaten in Folge rückläufig. Der weltweite Absatz sank im Berichtsmonat zugleich um 31,8 Prozent auf 576 508 Fahrzeuge, wie der Konzern weiter bekanntgab. Im Vormonat war der globale Absatz bei Toyota allerdings noch stärker um 46,3 Prozent eingebrochen. (dpa)

Söder verteidigt Bayerns Strategie der Tests für alle 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Strategie des Freistaats zur Abwehr des Coronavirus mit Tests für jedermann verteidigt. Es gebe im Kampf gegen das Virus keine Alternative, als zum einen zu testen und zum anderen Abstand zu halten, sagte Söder am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Testen ist die Grundvoraussetzung für alles: um zu wissen, wer ist infiziert, um Infektionsketten zu ermitteln, diese dann auch letztlich zu verfolgen und brechen zu können“.

Bayern biete auch eine 24-Stunden-Garantie für alle, die Symptome zeigten, damit diese nicht lange auf ihr Testergebnis warten müssten, sagte der CSU-Chef. Darüber hinaus werde denen ein Angebot gemacht, die für sich einfach Sicherheit haben wollten. „Das wird nicht so sein, dass alle es sofort annehmen. Aber das ist ein Angebot für die Menschen, und ich glaube ein sehr, sehr gutes.“ Sicherheit sei zudem „der wichtigste Konjunkturimpuls “zur Wiederbelebung der Wirtschaft, fügte Söder mit Blick auf die Abstimmung von Bundestag und Bundesrat über das Konjunkturpaket der Bundesregierung an diesem Montag hinzu.

Die bayerische Strategie steht nach Söders Darstellung auch nicht im Widerspruch zum Anspruch, fokussiert dort zu testen, wo Menschen besonders gefährdet sind. Es gebe Serientests in Alten- und Behindertenheimen, in Krankenhäusern und nach den Ferien auch in Schulen für Lehrer und Erzieher, erklärte er. (dpa)

Gedenken an Corona-Opfer bei Zeremonie in Bergamo

Italien hat der tausenden Todesopfer des Coronavirus in der Provinz Bergamo gedacht. Das Land habe durch die Pandemie „unauslöschliche Narben“ bekommen, sagte Staatschef Sergio Mattarella am Sonntagabend bei einer Zeremonie in der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Es sei das ganze Land, das in Bergamo „gelitten hat, das verletzt worden ist, das geweint hat“.

Bergamo und andere nördliche Provinzen waren die am schlimmsten von dem neuartigen Virus heimgesuchten Regionen Italiens. Mehr als 6000 Menschen starben allein in der Provinz Bergamo an den Folgen der Infektion. Die dramatischen Bilder von dutzenden sich aufreihenden Särgen am Friedhof oder von Militärkonvois zum Transport von Corona-Toten gingen um die Welt. In der schlimmsten Phase der Krise fanden in Bergamo Bestattungen unter Ausschluss der Familien statt.

Auch an der Gedenkzeremonie am Sonntag am Friedhof Monumentale durften die Hinterbliebenen nicht teilnehmen. Ihre Zahl ist zu groß, als dass die Abstandsregeln zum Schutz vor dem Virus hätten eingehalten werden können. Nach einer Schweigeminute legte Mattarella einen Kranz ab. „Die Epidemie hat unsere Leben verändert“, sagte der Staatschef. Alle Bürger hätten Bilder im Kopf, die sie nicht mehr vergessen könnten. (AFP)

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh noch deutlich über 50

Unmittelbar vor einer möglichen Verlängerung des regionalen Lockdowns im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen noch deutlich über einer kritischen Marke. Laut am Montag vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Daten gab es in dem Kreis 112,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Die kritische Marke liegt bei 50. Am Sonntag hatte die sogenannte 7-Tage-Inzidenz noch 132,9, am vergangenen Dienstag noch 270,2 betragen.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen weiterhin der einzige Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Bis Dienstag muss entschieden werden, ob die regionalen Einschränkungen des Alltagslebens in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf ausläuft oder verlängert wird. Der seit Mittwoch geltende Lockdown ist bis zum 30. Juni befristet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz spielt bei der Beurteilung des Infektionsgeschehens eine große Rolle. (dpa)

FDP kritisiert Mehrwertsteuersenkung als „Strohfeuer“

Die FDP hat die geplante Mehrwertsteuersenkung zur Eindämmung der Corona-Folgen als „Strohfeuer“ kritisiert. „Das ist so ein bisschen toller Wumms, aber ankommen tut halt sehr wenig, weil es nicht effektiv ist“, sagte der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke am Montag im „Frühstart“ von RTL und ntv. Die große Frage sei, ob Verbraucherinnen und Verbraucher dadurch wirklich ihre Umsätze vorziehen würden, wenn die Senkung ab dem ersten Juli für sechs Monate in Kraft tritt.

Man sehe zwar in Geschäften bereits niedrigere Preise, sagte Fricke. Er bezweifle jedoch, dass das bei den Menschen wirklich für Zuversicht und Mut sorge. „Das sehe ich bei dieser Mehrwertsteuer nicht.“ Es höre sich erstmal toll an, aber darum gehe es nicht bei Marktwirtschaft. „Da geht es darum, dass man Sicherheit fühlt, dass man Vertrauen hat, dass es vorangeht.“

Die Mehrwertsteuerabsenkung, die ab Mittwoch für den Rest des Jahres gelten soll, ist zentraler Bestandteil des Konjunkturpakets zur Corona-Krise, über das Bundestag und Bundesrat am Montag entscheiden wollen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte das Konjunkturpaket als „Wumms“ für die deutsche Wirtschaft gelobt. Der volle Satz soll für ein halbes Jahr von 19 auf 16 und der ermäßigte Satz von sieben auf fünf Prozent reduziert werden. Weitere Elemente sind der Kinderbonus von 300 Euro und Unterstützung für Unternehmen. (AFP)

Peking testet acht Millionen Menschen auf Coronavirus

Infolge des neuen Coronavirus-Ausbruchs in Peking hat die chinesische Hauptstadt millionenfach Coronatests durchgeführt. Wie die Lokalbehörden mitteilten, wurden bis Sonntag 8,3 Millionen Proben gesammelt und 7,7 Millionen Tests in der 20-Millionen-Metropole abgeschlossen. Als Reaktion auf den Ausbruch auf einem Pekinger Großmarkt hatten die Behörden vor zwei Wochen die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit die chinesische Stadt teilweise abgeriegelt wurde, berichtet dpa. 

+++ 28. Juni +++

Erneut Rekord bei Neuinfektionen: 189.000 Fälle in 24 Stunden

Die Zahl der täglichen gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Rekordwert geklettert. Binnen 24 Stunden seien weltweit 189.000 neue Fälle registriert worden, teilte die WHO am Sonntagabend mit. Auch in einigen Ländern sei der Anstieg auf Rekordhöhe. Unter den Ländern mit besonders vielen Neuinfektionen ragen erneut Brasilien und die USA heraus. In Brasilien wurden laut WHO 46.860 neue Fälle verzeichnet. In den USA seien es 44.458 gewesen. Den weltweit dritthöchsten Anstieg in der jüngsten Tabelle hatte Indien mit 19.906 Fällen.

Deutlich positiver schneidet nach der WHO-Tabelle Deutschland mit 256 registrierten Neuinfektionen binnen eines Tages ab. Für Italien liegt der Wert bei 175, für Spanien bei 569. In Großbritannien steckten sich binnen 24 Stunden mindestens 890 Menschen mit dem Coronavirus an.

Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe. Die Organisation rechnet nach ihrer Zählung in Kürze mit einem Überschreiten der Zehn-Millionen-Marke. Die Tabelle vom Sonntagabend weist 9,84 Millionen Corona-Fälle weltweit aus. (dpa)

Corona-Ampel in Berlin weiter grün

Die Zahl bestätigter Corona-Infektionen ist in Berlin am Sonntag gegenüber dem Vortag um 8 auf 8175 gestiegen. 7217 Menschen seien genesen, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Abend mit. In den Krankenhäusern würden gegenwärtig 121 Patienten isoliert behandelt, 30 von ihnen auf einer Intensivstation. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben bisher 213 Menschen. Diese Zahl blieb damit seit Freitag unverändert.

Die von der Gesundheitsverwaltung als Gradmesser für die Pandemie gebrauchte Ampel mit ihren drei Indikatoren blieb auch am Sonntag durchgehend grün. Die Reproduktionszahl (R-Wert) stieg mit 0,57 im Vergleich zum Vortag nochmal etwas an (0,54). Sie gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an und sollte möglichst unter 1,1 liegen.

Ebenfalls im grünen Bereich blieb die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl (13,55) und der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden (2,3 Prozent).

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Patientenschützer fordert Corona-Reihentests in Pflegeheimen 

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat vorbeugende Corona-Reihentests in Pflegeheimen gefordert. „Es ist jetzt überfällig, dass alle Bundesländer für die 11.200 Pflegeheime verbindliche vorbeugende Reihentests festschreiben“, erklärte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Mit den über 800.000 Pflegebedürftigen lebe in den Heimen genau die Hochriskogruppe auf engsten Raum zusammen.

Brysch erklärte, „so kann auch das Infektionsgeschehen der hunderttausenden Altenpflegekräfte schnell in den Blick genommen werden. Covid-19 rasch erkennen, heißt die Gefahr zu minimieren.“ Der Patientenschützer reagierte auf die Ankündigung Bayerns, das allen Bürgern unabhängig von Symptomen Coronatests ermöglichen will - zu dem in Bayern geplanten Ausbau der Tests gehören auch mehr freiwillige Tests in Alten- und Pflegeheimen. (afp)

Deutschland sagt weitere 383 Millionen Euro für Kampf gegen Corona zu

Zur globalen Bewältigung der Corona-Pandemie will Deutschland zusätzlich 383 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das kündigte Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Videobotschaft zur virtuellen Geberkonferenz „Global Goal – Unite for Our Future“ an. „Ich bin der festen Überzeugung: Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein. Dieses Ziel müssen wir gemeinsam verfolgen“, sagte Merkel.

Bereits am 4. Mai hatte die Kanzlerin als deutschen Beitrag 525 Millionen Euro für die Impfstoffallianz CEPI, die Globale Impfallianz GAVI, die Weltgesundheitsorganisation WHO und verschiedene Produktentwicklungspartnerschaften zugesagt. Mit den zusätzlichen 383 Millionen Euro werde Deutschland den Krisenreaktionsmechanismus des Globalen Fonds (150 Millionen Euro) und das „Resilience and Relief Response Network“ von Global Citizen (233 Millionen Euro) unterstützen, teilte die Bundesregierung mit. (dpa)

Bayern will Corona-Tests „massiv“ ausweiten

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen können - ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen „massiv“ ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. Sie kündigte eine „Corona-Testoffensive“ an.

„Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben“, betonte Huml. „Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.“

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, „größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen“, sagte die Gesundheitsministerin.

In 33 weiteren ausgewählten Fleischbetrieben, darunter 9 Schlachthöfe, 12 Zerlegebetriebe und 12 Betriebe, die Fleisch- oder Wurstwaren herstellen, sollen die Mitarbeiter reihenweise getestet werden. „Dabei wollen wir auch herausfinden, ob die hohe körperliche Belastung oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen mögliche weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen“, sagte Huml. (dpa)

Corona-Krise erschwert Arbeit von Sozialverbänden

Die Corona-Krise hat zahlreiche Angebote im sozialen Bereich in Brandenburg wegbrechen lassen. Nach und nach greifen aber auch hier die Lockerungen und Einrichtungen öffnen wieder, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.  „Während der Pandemie und den damit einhergehenden Eindämmungsverordnungen standen unsere Kreisverbände und die Einrichtungen vor großen Herausforderungen“, sagt die Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Brandenburg, Marie-Christin Lux. Angebote wie etwa Kleiderkammern hätten vorübergehend schließen müssen, in Pflegeeinrichtungen galten Besuchsverbote. Erfreulich sei zwar die Zahl gestiegener Kleiderspenden gewesen. Die Lager seien aber an ihre Grenzen gestoßen. Mancherorts musste die Sammlung eingestellt werden. (dpa)

256 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 256 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 499 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Sonntagmorgen meldete (Datenstand 28.06., 0.00 Uhr).

8957 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 200 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, bei 0,62 (Vortag: 0,57). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, auf 0,83 (Vortag: 1,02). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: RKI, AFP

Mehr als 2,5 Millionen Corona-Fälle in den USA gemeldet 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in den USA hat am Samstag die Marke von 2,5 Millionen überschritten. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 125.000 Menschen in den USA sind demnach bereits infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit steuert die Zahl der Infizierungen auf die 10-Millionen-Marke zu. Die Zahl der Todesopfer in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 weltweit nähert sich einer halben Million.

In den USA hatte die Zahl der innerhalb eines Tages neu gemeldeten Infektionen zuletzt einen neuen Höchststand erreicht: Für Freitag meldeten örtliche Behörden mehr als 45.000 bestätigte Neuinfektionen, wie die „New York Times“ am Samstag berichtete. Daten der Universität Johns Hopkins zufolge waren es 45.255 Neuinfektionen. Bereits am Donnerstag war mit mehr als 40.000 Fällen ein Rekord erreicht worden. (dpa)