Brandenburg - Der Flieger steht auf seinem Steg des brandenburgischen Heidesees und schaut versonnen in den Himmel. Dorthin, wo selten einmal ein Flugzeug zu sehen ist. Sehnsucht spiegelt sich in seinen Augen wider. Statt der Uniform eines Flugkapitäns, die er schon vor 15 Jahren auszog, trägt Heinz-Dieter Kallbach an diesem kühlen Oktobertag Jeans, Turnschuhe und Strickjacke. „Ein Flieger will fliegen, er muss fliegen“, sagt Kallbach mit seiner leicht rauen, ruhigen Stimme. Diesem Motto ist er immer gefolgt. Der Satz lässt erahnen, wie gerne er noch einmal als Kapitän im Cockpit einer großen Maschine sitzen und auf den See hinunterschauen würde, auf die Wälder Brandenburgs, die Straßen, die Häuser. Das war der Blick, der ihn beim Anflug auf Schönefeld einen Großteil seines Lebens begleitete.

Viel zu oft wird das Wort Legende benutzt, bei Heinz-Dieter Kallbach ist es angebracht. Er ist jetzt 80 Jahre alt geworden, 62 davon saß er im Cockpit eines Flugzeugs, fast die Hälfte davon für die Interflug. Noch immer kann der drahtige, nicht sehr groß gewachsene Mann nicht die Finger vom Steuerknüppel lassen, noch immer bildet er Piloten aus, noch immer chartert er sich ab und an eine Maschine, um Freunden oder Nachbarn die Freiheit am Himmel zu zeigen.

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